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JETZT in den Skiurlaub nach Österreich? Von einer inneren Zerrissenheit, viel Fernweh und traumatischen Erlebnissen.

„JEIN!!! Soll ich’s wirklich machen – oder lass‘ ich’s lieber sein?“

Ich muss zugeben, seit ungefähr dreißig Stunden bin ich durch den Wind!

Gar nicht richtig ansprechbar, gereizt, nervös – und am Dauer-Wäsche-waschen.

Trotz Rauhnächte – oder vielleicht sogar ein klein wenig deswegen?

Vielleicht lässt mich jene sagenumwobene Zeit zwischen den Jahren einmal mehr an der Nagelhaut knabbern, als ich es ohnehin schon pflege zu tun.
Oder grübeln und innerlich zittern.

Ich bin so unentschlossen!

Ich mache mir Gedanken und kämpfe mit sehr ambivalenten Gefühlen!

Da ist zum einen die Vorfreude und Euphorie – und auf der anderen Seite pure, nackte Angst, ein mulmiges, beklemmendes Gefühl in der Magengegend.

Und das nicht (nur) wegen Corona und insbesondere Omikron!

Doch fangen wir besser von vorne an:

Hatte ich noch vor ein paar Tagen auf Instagram gejammert, wie elendig trist, knatschig, schlammig und gottverdammt öde diese Winterferien 2021 daher kommen, habe ich JETZT  – einen Tag vor Silvester – ein gänzlich anderes „Problem“ :

Wir haben ein paar Tage Österreich und somit Winterurlaub gebucht!

Skiurlaub in Österreich? Wirklich eine gute Idee?

Klingt auf Anhieb voll schön?

Wo doch hier schon weit und breit weder Schnee, noch Frost – oder gar Sonnenschein zu erahnen sind?

Bisschen Alpenflair und endlich aus der stickigen Bude, welche sich „unser Zuhause“ nennt, rauskommen, den Kindern Abwechslung bieten und sie von Tablet und Playsi zumindest stundenweise fernhalten?

Eine Alternative zum raren Ferienprogramm zu Hause, mal etwas anderes sehen und mit einem bisschen Glück sogar Schnee?

Ja, verdammt! Warum eigentlich NICHT?

Bisschen Skifahren on top und Almhütten-Feeling, warme Wangen am Abend und entspannt schlummern inmitten frischer Bergluft?

Geil, geil, geil!!!

Wäre da nur in mir drinnen nicht jenes „ABER“, welches pocht und hämmert und mich googeln lässt.

Ich habe einen ganz eigenen Grund, Angst zu haben!

Statt dankbar dem Gatten für jene Überraschung um den Hals zu fallen, sitze ich also des Nächtens auf dem Klo – und googele heimlich.

Begriffe wie

„Angst vorm Skifahren“ oder

„Wiedereinstieg in das Skifahren“
„Erste Abfahrt nach Skiverletzung“

blinken auf.

Und ich weiß einfach nicht so recht!

Fühle mich hin und hergerissen, ob es mich jemals wieder auf die Bretter zieht!

Und jetzt soll dieses „jemals“ bereit nächste Woche sein!?

Uaaah!!! Give me a break!!!

Warum habe ich solche Angst vorm Skifahren?

Nun, Angst kommt nicht von ungefähr.

Meistens ist etwas passiert und Frau ist traumatisiert.

Ich schrieb hier auf dieser Seite schon darüber, ich habe mir bereits mehrfach bei Unfällen die Schulter ausgekugelt.
(Sprich traumatisch eben! )

Nun, so eine Schulterluxation ist wahrlich keine feine Sache – und ich wünsche sie mir beileibe nicht meinem ärgsten Feind an den Korpus!
Echt nicht!

Tut Schweine-kacke weh, bremst über Wochen aus – sofern man sich an die Schonfrist hält.

Zwei meiner Luxationen ereigneten sich beim Skifahren, beziehungsweise eine nach nur einer (!) überstandenen Abfahrt am Schlepplift.

Ein unglücklicher Ruck und Gegenzug meinerseits – und die Sache mit dem flow und feeling am Berg war gelaufen!

Und das während meines Debüts nach 13 Jahren Ski-Abstinenz!

Ein mehr als unglücklicher Wiedereinstieg – sollte es doch eigentlich eine Versöhnung werden!

Was passiert nach so einer Schulterluxation?

Nach einem MRT im Anschluss stellte sich heraus, dass die liebe Schulter, beziehungsweise eben das „Weichgedöns“ drumherum durch eben nunmehr drei Luxationen schon in Mitleidenschaft gezogen wurde – ich entschied mich dennoch vor zwei Jahren abermals gegen eine operative Behandlung.

Und für eine (in meinem Fall mehr als halbherzige!!!) konservative Therapie.

Konservativ bedeutet Schonung und nach und nach Muskelaufbau, Stärkung der Rotatorenmanschette mittels laaangweiligen Übungen am Theraband.

Es liegt seit 1,5 Jahren ungenutzt in der Ecke, die Schulter ist vermutlich nach wie vor so instabil wie grüner Wackelpudding.

Und während ich diese Zeilen hier tippe, suche ich in Gedanken Skisocken und Helme zusammen. ;)

Ja, ich bin zerrissen und habe Angst!

Denn nicht nur habe ich eine Sportverletzung überstanden und könnte mich nun wieder auf die Bretter stellen – da IST ja eben auf der anderen Seite noch etwas!

Ein ziemlich hohes Risiko, fürchte ich doch, selbst beim einfachsten „Baby-Sturz“ wieder schmerzverzerrten Gesichtes im Schnee zu hocken.

Ich meine Ski-Doo-Fahrten sind cool – aber echt jetzt!? ;)

Will-ich-es-wirklich-wagen?
Mit einer instabilen Schulter!?

Nun, ich weiß es schlichtweg nicht.

Aktiver Winterurlaub geht auch ohne Ski Alpin, oder?

Fragt man meinen Bauch, dann

NO WAY!!!

Mein Hirn hingegen sucht nach Optionen!

Denn es wäre gleichermaßen wichtig, sich mit jener Sportart zu versöhnen.

Ein Skilehrer, welchem ich meine Leidensgeschichte und Ängste (mag nicht Schlepplift fahren, kann nur Sessellift) schildere (der Ärmste!!!) und der mir „richtiges Hinfallen“ lehrt, wäre eine Möglichkeit.

Oder aber einfach die „eigensinnige Muddi“ geben – und ein hübsches Buch stattdessen lesen.

Während der Papa mit den zwei begeisterten Ski-Haserl (die Mädels freuen sich wie Bolle!!!) über die Pisten fegt.

Der Sohn hat seine Entscheidung längst getroffen – er wird chillen (Skifahren hatte ihn seinerzeit nicht so wirklich überzeugt) und mir im Zweifel Gesellschaft leisten.

Ein paar Laufstrecken habe ich auch schon gegoogelt, im Tal wird es wohl zu mild für viel Schnee sein – und sportlich betätigen möchte ich mich trotz „Behinderung“. (Na toll, JETZT fühle ich mich auch noch frustriert! ;) ) 

Nun, wir werden sehen, was das Reisetagebuch nächste Woche zu berichten hat!

Letzten Endes geht es ja auch darum, als Familie einmal woanders zusammen zu sein und aus dem knatschigen Hessen rauszukommen – und Drei von Fünfen haben jetzt so lange auf Alpin-Ski verzichten müssen.

Und was ist mit Corona? Und Omikron? Spinnen wir?!

Nein.
Ich denke, wir spinnen nicht.

Wir haben eine Ferienwohnung gebucht und werden uns komplett selbst versorgen!

Abendliches Essen-gehen im Lokal schließe ich aktuell aus.

Skifahren findet an der frischen Luft statt und auch in die Therme werden wir wohl nicht gehen, weil es uns einfach aktuell zu unsicher erscheint.

Im Grunde werden wir wohl faktisch das tun, was wir hier zu Hause nun einmal auch täten!

Einkaufen, kochen, uns draußen an der frischen Luft bewegen.

Vier von fünf Familienmitgliedern sind vollständig geimpft, die Kleinste wartet auf die Zweitimpfung in wenigen Tagen und die Einreisebestimmungen sind streng!

So müssen die beiden großen Kinder Samstag zum Testzentrum obwohl zweimal geimpft.

Denn in Österreich gelten sie als „nicht geboostert“!

Wenngleich das in Deutschland meines Wissens noch gar nicht geht.
Seltsam – aber isso!

Und nun muss ich weiter Skizeug suchen und Wäsche-waschen, meine Gedanken sortieren und zwischen Mut, Unvernunft, Hirn und Bauch entscheiden.

Oder einfach alles – inklusive Entscheidungen – mal auf mich zukommen lassen!

Bis bald und rutscht gut in’s neue Jahr ;)

Eure 

Alex

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