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(Corona-)Tagebuchbloggen: Ich will nichts mehr entscheiden müssen!

Ich bin ein „Black Fleischbällchen“.

Ja wirklich!

Aber by the way, was treibt erwachsene Menschen eigentlich dazu, bei diesen dümmlichen Facebook-Spielchens mitzumachen?

Wisst schon, „die ersten drei Wörter, die Du siehst prägen Dein Jahr 2022“ und so.

(Hätte man mir das noch vor zwei Tagen vor Augen gehalten, ich hätte vermutlich mit Argusaugen nach „Schicksal“, „Tod“, „Trauer“ und „Verderb“ – ach nee, das sind vier – gesucht!!!) 

Heute also war es meine letzte Mahlzeit verbunden mit der Farbe meiner Unterhose, welche ich angeben sollte.
Gestatten, ich bin „Mama-Gangsta-Black-Fleischbällchen“.
Sexy as hell! ;)

Bin ich nicht ein Fleischbällchen, dann wohl aber ein Creep!
(Jaaa, die Depri-Phase ist noch nicht ganz abgeklungen….)

So vermag es mir zumindest meine Spotify-Playlist, welche eben gerade im Mama-Taxi lief, weismachen.
(Es wird nur auf der „Leerfahrt“ lauter gedreht, beruhigt Euch wieder! ;) )

Und Eines war ich die vergangenen Tage auch gewiss:

Ein klitzekleines bisschen elendiger, depressiver „Psycho“!

Ernsthaft. Ich wünschte, ich würde scherzen.

Ich habe die vergangenen Tage vielen Menschen, die mir im Grunde lieb und heilig sind, die Hölle heiß gemacht!
(Glaube ich werde dann stets richtig verletzend und beleidigend. Das tut mir leid.)

Da mir zumindest eine Blutentnahme zwar zyklische Zusammenhänge abstreitet – mein Kalender da aber durchaus ganz anderer Meinung ist (wie Arsch auf Eimer – aber naja) halte ich hier über den Ursprung jener Missempfindungen (und Tränen) besser mal die Klappe.
Ich weiß einfach nicht so richtig…

Und – ich wiederhole mich – wir werden sehen, einen Hehl muss ich aber nicht draus machen.
Das alles bin ich!
Auch wenn das hin und wieder mich und andere schmerzt und mir im Nachhinein zutiefst und über alle Maßen leid tut.

Noch im Kreis der „Negativen“

Genauso wie die Tatsache, dass ich in jenen Wochen ziemlich oft gegenüber meinen Kindern ein „Nein-Sager“ bin.

Denn unerklärlicherweise noch im Kreis der „Negativen“ befindlich, ist es nun Sache von uns Eltern, Dinge und Aktivitäten ganz genau abzuwägen.

Aber ist es nicht fast ein wenig verstörend, ertappt man sich bei der Frage WARUM „es uns bislang noch nicht erwischt“ hat!?

Es gleicht einer Perversität, einem beschämenden Gedanken, im Grunde jeden Tag darauf zu warten, dass „es“ soweit ist.
Damit’s rum ist und hinter uns liegt.

Es sind Gedanken, von welchen ich wünschte, sie müssten nicht existieren!!

Denn es hat meiner Meinung nach etwas mit Resignation zu tun.

„Wir bekommen es eh alle“

Noch immer sind wir als Familie der Meinung, uns nicht alleine auf die vollständige Impfung verlassen zu wollen und schon einmal gar nicht dem Virus „hinterher zu hechten“ – wie ich es dieser Tage gerne bezeichne.

Doch ist das nicht immer leicht!

Denn eine Aussage begegnete mir in den letzten Wochen vermehrt:

„Das müsst Ihr jetzt wissen“

Ich-will-aber-nichts-mehr-entscheiden-müssen

Es ist ja im Grunde nett gemeint, dass man uns die Entscheidungsbefugnis überlässt, doch WILL ich nichts mehr entscheiden müssen!

Ich bin der Entscheidungen für meine Kinder sowas von müde geworden!

Das beginnt mit den ganz großen und endet mit vielen kleinen Überlegungen im Detail.

Wie machen wir es richtig, welche Risiken können und wollen wir eingehen – was lässt sich einfach jetzt nicht mehr vermeiden?
Und WO ist die verdammte Grenze?
Wann provozieren wir eine Infektion!?

Aktuell gehen beispielsweise alle unserer drei Kinder noch in den Präsenzunterricht.

Weil sie es so wünschen, weil wir sie gefragt haben und das innerhalb der Familie besprochen und gemeinsam so entschieden haben.

Sicherlich, die Impfung aller Kinder gedanklich im Hintergrund zu wissen, hilft hier bei einer Entscheidung ungemein!
Doch schützt diese wiederum allein ja nicht!

Schützen“ würde das Distanzlernen – eine Option, auf welche wir unter bestimmten, ausgemachten Umständen zurückgreifen würden.

Noch sind diese Umstände nicht gegeben – unsere familien-internen Kriterien zum „STOP!“ nicht erfüllt.

Aber wir müssen mit der Entscheidung leben. So oder so.
Nur wir als Eltern, es wurde uns in Hessen so überlassen.

Weiter geht es mit Einladungen zu Kindergeburtstagen, die auch dieser Tage nicht ausbleiben.

Wieder müssen wir abwägen!

Gehen die Kinder in dieselbe Klasse?
Testen sie aktuell täglich?
WO findet die Feier statt – welch Menschenauflauf ist dort zu erwarten?
Wie groß wird gefeiert?
Möchte ich dass mein Kind Normalität lebt?

Auch hier sagten wir kürzlich JA – doch geht das nicht in jedem Fall!

Ich bin ein NEIN-Sager

Denn dann gibt es aktuell noch so, so oft diese anderen Fälle.

Wisst schon, die Sache mit den „Einschlägen“.
(Ich kann diesen verflucht-verdammten Spruch mit den Einschlägen, die immer näher kommen nicht mehr ertragen!!!)

XY war mit Sowieso zusammen und der ist jetzt positiv und ein weiterer PCR-Test steht noch aus.
Kommt in jener Konstellation aktuell JEDEN Tag zigmal vor.

„Ihr (also wir Eltern) müsst selbst entscheiden, ob die Kinder sich sehen dürfen“.

In einem solchen Fall lautet unsere Antwort den eigenen Kindern und anderen Eltern gegenüber:

NEIN

Bestand direkter Kontakt und ein Verdacht hängt noch in der Luft, können wir unsere Kinder nicht ziehen lassen – auch wenn man sich uns gegenüber offen und zuvorkommend zeigt!

Dann sind wir die Spielverderber und Bösewichte in den Augen unserer Kinder.

Aber-dann-geht-es-eben-nicht.

Gestern wollte die mittlere Tochter babysitten.
Das allererste Mal ganz alleine – sie wäre so stolz gewesen.

Nun aber musste die Kleinkind-Kita-Gruppe spontan ob positiver Fälle schließen, sehr naher Kontakt war also vorhanden.
Hier können wir uns nicht auf negative Schnelltests verlassen, leider nicht einmal darauf, dass Personen bereits im Herbst an Delta erkrankten.
Denn jetzt gibt es eben Omikron.

Also sagten wir schweren Herzens NEIN.

JA, ich bin ein NEIN-Sager. ;)

Ziemlich oft in diesen Tagen und es nervt mich dabei, dass ich EINE Wahl habe!

Ich möchte diese Wahl gar nicht mehr haben!

Ich möchte lieber klare Regeln und fast sogar wünsche ich mir die Zeit zurück, in welcher Andere für uns einfach entscheiden!
Auch wenn niemand mehr einen Lockdown und Kontaktbeschränkungen wünscht.

Aber erstens sind fast alle Erkrankten aus meinem Umfeld dreifach geimpft (und liegen dennoch flach!!!) und zweitens gerate ich so mir selbst gegenüber (!) manchmal sogar in Erklärungsnöte!

Oder bin ich die Einzige, die derlei Entscheidungen so fucking schwer findet?

Auf dass wir uns endlich alle anstecken (Sorry – aber dieses „jetzt müssen wir einfach alles laufen und den Karren gegen die Wand fahren lassen“ macht mich ein klein wenig aggressiv und resigniert gleichermaßen) – oder vielleicht auch nicht!

Bleibt gesund! (Und das wünschen wir uns nun schon seit 2 Jahren!!!)

Eure 

Alex

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Du sprichst mir aus der Seele!
    Es ist einfach genug mit abwägen, hoffen, bangen, entscheiden, verwehren, einschränken, aushalten. Was das Richtige ist, weiß man ohnehin immer erst im Nachhinein. Aber es ist einfach so ermüdend und anstrengend, tagtäglich diese Entscheidungen treffen zu müssen und den Kindern mit den meisten davon vor den Kopf zu stoßen.

  2. Bei uns in Bayern herrscht Präsenzpflicht. Ich wünschte wir hätten eine Wahl. Das Gesundheitsamt hat in Schulen und Kitas die Kontaktnachverfolgung kompletteingestellt. Ab 50 Prozent infizierter Schüler werden die anderen nach Hause geschickt. Davor bleiben alle nicht infizierten im Unterricht. Keine Wahl -aber viel ungutes Gefühl. Ich arbeite noch dazu in der Kita. Sei froh dass ihr die Wahl habt. Obwohl ich es total verstehe-vor allem mit Nachmittagsverabredungen und Ähnlichem. Wünsche euch alles Gute und viel Durchhaltevermögen. LG

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