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Wenn ich mich nicht bei Dir melde….

Diese Zeilen widme ich den unterschiedlichsten Menschen und Begleitern in meinem Leben.

Wenn ich im Supermarkt nicht aufblicke und Dich nicht „sehe“, dann vielleicht weil es mich gerade ganz große Überwindung kostet, überhaupt hier zu sein!
Weil ich mich stattdessen so sehr gerne verstecken möchte.
Unter warmen Decken, tief im Dunkeln.

Wenn ich nicht mehr antworte, dann nicht, weil ich unsere Gespräche nicht lustig und unterhaltsam fand!
Sondern weil ich es einfach gerade nicht KANN.
Weil alles in mir, was einst locker und erfrischend, fröhlich und vollster Wortwitz daher kam, gerade blockiert ist.
Es ist verschlossen in mir, der Schlüssel gerade nicht auffindbar.

Wenn ich mich nicht mehr melde, dann weil ich mich mutig Dir gegenüber öffnete – doch Zuspruch und Trost vergebens suchte.
Dann bleiben Lippen wieder verschlossen und Finger gelähmt – und ich entscheide zu schweigen, Schmerzen zu verstecken und Wunden mit Pflastern zu verschließen.

Wenn ich mich nicht melde und die nächste Kaffee-Verabredung längst überfällig ist, dann nicht weil ich nicht mehr mag und Dinge einschlafen lassen möchte!
Sondern weil ich gerade glaube, Deiner Gesellschaft nicht würdig zu sein.
Dir aktuell keine Bereicherung, keine Freundin sein zu können.

Wenn ich mich gerade nicht melde, dann nicht aus Desinteresse, sondern weil ich in diesen Tagen gefangen in mir selbst und betäubt bin.
Gelähmt und ausdruckslos.

Wenn ich mich nicht mehr melde, dann vielleicht weil gestern noch die Sonne schien – jetzt schneit es auf einmal
„Mitten unterm Jahr“.

Wenn ich Dich nicht anrufe, dann nicht, weil ich nicht an Dich denke – das tue ich sogar ziemlich oft!
Sondern weil ich um Worte und Formulierungen ringen müsste.
Weil ich es gerade nicht kann.

Wenn ich auf der Straße nicht winke und trüben Blickes – konzentriert – einen Schitt nach dem anderen bestreite, dann nicht weil ich ein unfreundlicher Arsch bin.
Sondern weil das Leben gerade schleppend schwer fällt – und ich die Menschen um mich herum leider gar nicht sehe.

Wenn ich mich vor Euch verstecke und nicht mehr antworte, dann nicht um strafend den Ball liegen zu lassen, sondern weil es gerade anstrengend genug ist, ICH selbst zu sein.

Wenn ich Dich in Ruhe lasse und keinen Kontakt suche, dann nicht weil die Zuneigung und Symphatie verloren gingen.
Sondern um Dir Luft zu lassen – ich weiß, Du brauchst es gerade.

Dinge sind manchmal anders, als sie auf den ersten Blick wirken

Gerade ich neige dazu, Dinge viel zu persönlich zu nehmen und in gedanklichen Endlosschleifen stets den Fehler in mir selbst zu suchen.

Solange, bis ich davon überzeugt bin, etwas ganz und gar falsch gemacht zu haben!

Davon, dass mich Andere schlichtweg nicht mehr mögen – wenn nicht sogar „hassen“.

Ich komme nicht umhin – den Blickwinkel und die Sichtweise zu ändern fällt mir in der Situation so unfassbar schwer.

Ich – gerade und insbesondere ich!  – bin ein Meister im „katastrophisieren“– ein treffender Begriff, den ich erst kürzlich in einem Buch las.

Ein Buch, welches mich gleichermaßen schmerzende Tränchen weinen lässt, weil ich Muster und Verhaltensweisen erkenne – und darüber eben dann auch wieder erleichtert auflachen lässt.

Denn ich bin nicht allein!
Das ist im Grunde keiner von uns.

Ich bin KEIN wandelnder Fehler in Person, nicht das Problem!
Ich bin Mensch. Menschlich!!!

Und wir Menschen haben nun einmal Probleme, Gefühle, Gedanken und Empfndungen – jeder auf ganz eigene und individuelle Weise!

Und doch vereint uns meist so viel Unsicherheit und Skepsis.

Ich verzweifle, melden sich Menschen nicht bei mir und verfange mich in einem Strudel aus Gedanken und Fragen nach dem WARUM?

Solange, bis nur noch negative Empfindungen, teils auch Wut und Zorn – und viele, viele Tränen – vorherrschen.

Die Sache mit dem „Reinsteigern“

Doch sehe ich die Dinge in diesem Moment wirklich klar?

Oder steigere ich mich in etwas hinein?

Katstrophisiere“ ich?

Nicht jeder ist vielleicht so plemplem wie ich es hin und wieder bin! ;)

Doch sollten wir vielleicht nie vergessen, dass es möglicherweise auch einfach einen Grund dafür gibt, warum der andere Mensch (Leute! Zwingt mich jetzt nicht Mensch*in zu schreiben!!!) sich gerade bei uns nicht melden KANN.
(Nicht „will“!!!)

Warum wir einige Zeit nichts von unseren Freunden und lieben Mitmenschen hören – und wieso Fragen unbeantwortet bleiben.

Denn meistens liegt es gar nicht an uns und unserem Fehlverhalten!

Wir haben (zumindest in den meisten Fällen ;) ) nichts falsch gemacht!
(Und wenn, dann wissen wir es meistens – und für eine Entschuldigung ist es nie zu spät!)

Falsch wäre hier nur, nachtragend zu sein und zu viel in etwas hineinzuinterpretieren, was vielleicht gar nicht da ist.

Stattdessen sollten wir verzeihen und Menschen – Freunde – nicht aufgeben.
(Zumindest nicht die Richtigen ;) ) 

Auch wenn es gerade ganz still und dunkel um sie ist.

 

Eure 

Alex

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Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. Sehr starke Worte von einer sehr starken Frau!

    Und alle bist Du ganz sicher nicht: Ich gehöre auch zum Katastrophen-Team 😉

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