„Herr Schnuffels“, von grummeligen Katern und herzallerliebsten Außerirdischen

Als ich Euch über das neu gekaufte Conni-Buch berichtete schrieb ich auch darüber, dass ich es anfänglich ja gar nicht meiner Jüngsten vorlesen durfte. Es war out. Absolut nicht von Interesse. Nicht noch ein „Schleifen-Quälgeist-Buch“!

Was wir in der Zwischenzeit stattdessen gelesen haben? Nun, diesen absoluten Überflieger, das unumstrittene Lieblingsbuch meiner Vierjährigen. Ich möchte es Euch hiermit mal ein bisschen vorstellen.

Ladies & Gentlemen,
ich präsentiere -und zwar mit gewaltigem Trommelwirbel- :
„Mr Wuffles!“.

Häh? Was ist das denn?
So auch meine Reaktion als meine Tochter damals das Buch von einem guten Freund der Familie geschenkt bekam. Ein Freund dessen Kinder bereits erwachsen sind. Deshalb wollte ich ihm diesen „Fehlkauf“ verzeihen und übersah absichtlich den goldenen Aufkleber neben dem Titelbild. Wofür hat dieses Buch denn bitteschön einen Preis erhalten? Auch noch den deutschen Jugendliteraturpreis! Totaler Quatsch! Steht ja gar nix drin! Null Text. Höchstens mal Nicht-irdische-Zeichensprache! Wie um alles in der Welt soll ich DAS meinem Kind vorlesen!? Diesmal war ich der Übeltäter, der das Buch erst einmal, von unüberwindbarer Skepsis gepackt, ein paar Wochen im Kinderbücher-Regal versteckte.

Nun, mittlerweile gebe ich zu, ich war schlichtweg zu doof.

Oder zu erwachsen. Oder zu eingefahren, starrsinnig und phantasielos um dieses Meisterwerk (und das meine ich ernst!) deutscher Jugendliteratur zu kapieren! Ich musste mich einfach erst einmal darauf einlassen. Auf eine grandiose Phantasiereise! Auf ein Buch, das auch nach dem fünfhundertsten Mal nicht langweilig ist. Weil`s immer wieder Neues, klitzekleine Details, zu entdecken gibt und die Geschichte jedes mal neu erfunden und erlebt werden kann.

Es ist so toll, dass ich es sogar neulich zweckentfremdet und aus dem heimischen Kinderzimmer entführt habe. Um es in der Nachmittags-Schul-Englisch-AG einzusetzen. Denn wenn schon ohne Text, warum dann nicht einen eigenen in der Fremdsprache entwerfen und den (hervorragend dargestellten) Bildchen zuordnen! Welch Möglichkeiten doch tatsächlich ein solch „verrücktes“ Buch bietet!

Also lasst mich hier und jetzt von Herrn Schnuffels, so die deutsche Bezeichnung, berichten:

Protagonist, wie es ja schon der Titel verrät, ist der schwarze Kater „Herr Schnuffels“. Ein ziemlich missmutiger, übellauniger, verwöhnter und gelangweilter Kater! Überschüttet von seinem Herrchen mit teuer bezahltem Spielzeug. Welches er nicht eines einzigen Blickes würdigt.

Und es gibt Außerirdische. Niedliche ,entzückende, liebenswerte Außerirdische! Heimlich und versteckt sind sie zwischen all dem Katzengedöns gelandet. Die perfekte Tarnung. Vorerst. Und die Freude steht ihnen so ins Gesicht geschrieben!

Unsere, von meiner Vierjährigen und mir entwickelte Version, sieht wie folgt aus: 

Es ist den kleinen Aliens nach einer schier unendlichen Reise durch die Galaxien gelungen den Planeten Erde zu bereisen. Jubelnd liegen sie sich in den Armen. Bereit, samt Eroberungsfahne und Kamera zu Dokumentationszwecken, das fremde Gebiet zu erforschen. Wäre da nicht Mr. Wuffles…

Der leider dieses ganz spezielle Spielzeug in der Zwischenzeit entdeckt hat. Es muss wohl daran gelegen haben, dass am Mini-Raumschiff eben kein Preisschild zu sehen ist. Diese Tatsache hat beim lieben, mürrischen Kater Interesse geweckt!
Und was macht ein Grummel-Kater der insgeheim aber auch ein wenig verspielt ist? Er macht das „Gefährt“ unserer neuen Lieblinge erst einmal so richtig schön links.

Schüttelt und wackelt was das Zeug hält! Wären die Mini-ET`s nicht schon grün im Gesicht… Spätestens jetzt wären sie`s. Nicht zu übersehendes Detail: Im Inneren des Raumschiffs qualmt`s nach der Aktion.

Der, wir nennen es „Motor“, ist im Ar…! Und unseren kleinen, armen Freunden bleibt nix anderes übrig als das traute Schiff zu verlassen und sich in die „Höhle der Katze“ zu begeben. Muss ja schließlich ´ne Lösung zur Reparatur gefunden werden.

Doch es gelingt dem Trupp dem wachsamen Kater zu entkommen und unter die rettende Kommode zu flüchten. Und siehe da! Herr Schnuffels ist nicht nur Erzfeind aller Aliens.

Und hier kommen die Ameisen und der Marienkäfer ins Spiel. Und Wandmalereien. Nach einer kurzen Vorstellrunde und Friedensbeteuerungen beschließen Aliens, Ameisen und Marienkäfer gemeinsame Sache im Kampf gegen den neugierigen Kater zu machen. Denn irgendwie müssen die Aliens ja Planet Erde auch wieder verlassen können. Ein Plan muss her! Schnell entworfen an der noch freien Wandfläche! Und es findet sich sogar noch eine Idee zur Reparatur des Motors.

Hier kommt vielleicht nicht unbedingt eine Vierjährige drauf, aber mit Mamas Hilfe haben wir auch das gerafft! Stelle aus Krimskrams unter der Kommode passende Scheiben her und schwupps ist der Motor wieder fix.

Der Rest der Geschichte läuft in ungefähr wie folgt ab. Allerdings fasse ich mich jetzt kurz. Denn vielleicht hat ja mein Artikel bei dem Einen oder Anderen die Neugierde geweckt. Und schließlich soll sich ja jeder seine ganz eigene, persönliche Version der Geschichte ausdenken. Vielleicht liegen wir ja mit unserer doch ein wenig daneben 😉

Also: Der Plan geht auf. Herr Schnuffels fällt drauf rein. Ameisen, Marienkäfer und Aliens, sie alle haben sich lieb. Die kleinen grünen Freunde treten erfolgreich die Heimreise an und hinterlassen dem hilfsbereiten Ameisenvolk ein paar Andenken an die gemeinsam verbrachten Stunden.

Und es sind auch bei mir Stunden! Stunden, die ich mittlerweile mit meiner Kleinen und Herrn Schnuffels verbracht habe.

Und auch wenn ich zwischenzeitlich den ultimativen, nicht zu toppenden, „Schnuffel-Burnout“ hatte, es sind und bleiben ein paar sehr coole Seiten bedrucktes Papier.

Kunst? Genialität? Kreativ? Ausgefallen? Nicht wirklich ein Buch? Ist dieses Exemplar wahrscheinlich alles vereint! Aber sicherlich nicht total „Plemplem“.

Man(n)/Frau muss nur einfach selbst bekloppt und „Kind“ genug sein, um die wahre Einzigartigkeit dieses Kinderbuches der etwas anderen Art begreifen zu können! 😉

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