„Macht Euch bereit“: vom Adventskalender-Hype 2.0 & eingelösten Versprechen

Es duftete! Tatsächlich!

Ich habe mir die Zeit genommen und noch vor dem ersten Dezember mit den Kindern Plätzchen gebacken. Ich sagte Euch doch ich bin voll motiviert! Oder auch geplagt von Schuldgefühlen und mütterlichem Pflichtbewusstsein. Nennt es wie Ihr wollt. Ich musste einfach mal dafür was anderes liegen lassen. Schon war’s da: Das Butterplätzchen-Zeitfenster.

Mit Schrecken musste ich jedoch feststellen, dass „das Andere“, abends kläglich und verzweifelt vor dem leeren Futter-Schälchen kauerte.

Denn gestern wäre eigentlich Hamster-Käfig-sauber-machen an der Reihe gewesen. Gut, dachte ich mir, muss er seinen eigenen Gestank eben noch einen Tag länger ertragen. Wird später vom Plätzchenduft überdeckt!

Ja, er lebt noch der Hamster! Und hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht an seinem Ausbruch zu arbeiten. Tagtäglich, stoisch und wie in Trance knabbert er an der einzigen Schwachstelle des Käfigs. Ja, DIE Schwachstelle. Durch mich, meine linken Hände und dem verzweifelten Versuch ein Nagerheim zusammenzuschrauben verursacht und bis heute nicht mehr behoben. Ich berichtete bereits davon. Nun, mittlerweile hat er ein beachtliches Loch hinbekommen. Und schon jetzt freue ich mich Hamster-tierisch auf den Moment der Rache! Dann, wenn Mutti mit ’ner großen Tube Holzleim und einem schlichten Holzklötzchen allen Ausbruchs-Versuchen den Garaus macht! Zack-Zack, Ätsch! Vorher bekommt er jedoch doch noch seinen Napf aufgefüllt. Mögen Hamster Plätzchen oder explodieren die dann wegen des Backpulvers? Das aber ja erhitzt wurde? Ich entschied mich doch für die Trocken-Karotten und füllte reumütig auch gleich noch frisches Wasser nach. Armer Kerl.

Doch das war’s wert.

Denn, ganz gerührt muss ich zugeben: das Backen hatte durchaus seine schönen, besinnlichen Momente!

Mutter muss sie nur zu erkennen wissen und den Schweinestall ringsum, welcher sich Küche nennt, ausblenden. Dann ist’s wahrlich schön! Wenngleich ich vermutlich wohl der einzige Mensch auf Erden bin, der selbst nach Butterplätzchen-Rezepten googeln muss. Um letztendlich dann doch alles wahllos zusammenzuschütten bis es schön pappt und gut schmeckt. Ohne Ei, versteht sich. Denn rumfliegende Reste müssen schließlich zum Aufräumen in den Mund gestopft werden.

Komischerweise war’s nur der meine, in den die knatschige Masse wanderte. Der Kleinsten war’s nach dem ersten Versuch bereits zu „ekelhaft“ und die Mittlere war auch nicht sonderlich verlegen drum. War’s halt nur mir kotzeschlecht und beim nächsten Backen heißt’s dann ganz gewissenlos wieder: Eier Olè!

Und gerührt stand ich nun da und beobachtete meine Kleinste beim hingebungsvollen Kneten, Ausstechen und Knatschen. So viel Ausdauer hätte ich ihr gar nicht zugetraut. Immerhin waren wir schon bei dreißig Minuten höchst konzentrierter Backzeit angelangt. Ich hatte ihr wohl im Vorfeld Unrecht getan. Schnell schluckte ich den Kloß der Reue herunter und startete ihn dann doch: Den guten, alten Rolf Zuckowski. Nicht auf der CD wie früher, sondern via Spotify und meinem mega-geilen JBL Bluetooth-Lautsprecher. „Ob er sich jetzt zwecks dieser Musikauswahl ein wenig zweckentfremdet fühlt?“, schoss es mir durch den Kopf.

Außerdem wage ich zu behaupten: Rolf’s Lieder müssten dringend mal auf die heutige Zeit umgeschrieben werden! Geht ja teilweise gar nicht mehr! Welche Kinder bitteschön hocken am Fenster und starren in den Winterhimmel? Häh? Die „Winterkinder“ die ich kenne, müssen vielmehr oftmals von der Playstation gezehrt und zwangsweise an die frische Luft gesetzt werden. Doch gestern sangen und backten sie. Zumindest zwei davon. Wie schön! Die Große, begeisterte Sängerin im Schul-Chor, kennt sogar jeden Text auswendig, stellte ich mit Erstaunen fest. Tja, hat auch dort Einzug gehalten der gute Rolfi.

Und ich werde gleich noch eine Schuldigkeit tun!

Denn eigentlich bin ich gerade mittendrin. Beim heimlichen Adventskalender-befüllen! Mach nur kurz ’ne Schreibpause 😉

Am einfachsten ist’s beim Kalender der Kleinsten! Denn zweimal 24 Teile sind bereits vorgepuzzelt im Karton! Danke! Ravensburger! Ich muss einfach nur der Reihe nach alles auseinander nehmen und Tag für Tag mit der Kleinsten wieder zusammensetzen. Zum Schluss gibt’s dann den dazugehörigen Karton! Genial, oder?

Scheiße! Denke ich mir allerdings im Anschluss beim Großen. Mit Lego-Technik verhält es sich bei mir nämlich ähnlich wie bei den Mathe-Hausaufgaben. Mir war klar, dass ich früher oder später aussteigen würde!
WIE soll ich das nun spannend gestaltet im Adventskalender versenken?
Nun, ich könnte mir jetzt die Mühe machen und anhand einer von zwei (!) Aufbauanleitungen, sprich Möglichkeiten, der Reihe nach die Lego-Teile aus den Tütchen heraus suchen und entsprechend in die Säckchen füllen. Doch das käme ja jetzt einem ersten Aufbau gleich! Und das will ich doch schließlich mit allen Mitteln vermeiden! Noch eine zusätzliche Stunde -bei meinem Talent ein angemessen geschätzter Zeitaufwand- im Auftrag der Besinnlichkeit. Nur damit der Spannungsbogen bis auf’s Äußerste gespannt ist? Nee! Vergiss es Muddi. Du wirst hier und jetzt scheitern! So was von!
Ich müsste ja sogar -wie bereits befürchtet- die Aufbau-Anleitung(en) zerschnippeln, damit ein tageweiser, allmählicher und nicht gleich-alles-verratender-Aufbau gewährleistet ist.

Welcher Idiot macht so was? Welcher Idiot will Geld sparen und kauft einfach ein Lego-Technik-Set um sich danach als Held glorreicher Ideen zu feiern!? Nun, der Idiot hockt auf dem Fussboden (wieder mal) und entscheidet sich für die Notlösung:

Im ersten Säckchen gibt’s nen Zettel mit der Aufforderung jeden Tag die (wahllos rein gestopften) Lego-Teilchen in einem eigens dafür vorgesehenen Behältnis zu sammeln! Und im 24. Säckchen!? Hach! Was bin ich so schlau! Trommelwirbel: Da kommt dann die Aufforderung „Bitte wende Dich zwecks Aufbauanleitung an Mutti“.
Nächstes Jahr ist er elf. Wollen Elfjährige eigentlich noch immer Advents-Kalender!?

Überzeugt von meinem absolut genialen „Plan B“ gehe ich beim Adventskalender der Mittleren (sie bekommt die 10-Euro-Lego-Friends-Packung) in exakt der gleichen Weise vor!

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Wäre doch gelacht, wenn das nicht auch gut ankommt! 23 Tage nicht wissen, was da eigentlich gesammelt wird. Is‘ doch cool, oder? Ich weiß, dass ich mich gerade versuche selbst aufzubauen. In Anbetracht dieser schwachsinnig, verzweifelten Idee, in Sachen Adventskalender einfallsreich, sparsam und dennoch kreativ zu sein!

Letztes Jahr, ja da war meine Idee eine viel Bessere! Da gab es für alle drei Kinder die Playmobil-Weihnachtskrippe, welche – ebenfalls auf drei Kalender aufgeteilt – nach und nach als Gemeinschaftsprojekt aufgebaut wurde und zum Heiligen Abend komplett unterm Baum stand. War zwar nicht aus hübschem Holz und ganz so dekorativ wie manch klassische Weihnachtskrippe, aber für den eingesetzten Zweck hervorragend geeignet!

Und während ich das hier gerade schreibe, kann ich das Wort „Adventskalender“ echt nicht mehr hören! Liebe „Alle“ da draußen: Mit DEM Thema schließe ich hier und jetzt ein für allemal ab. Bis zum nächsten Jahr! 😉

Nur der Plätzchenduft, der wird uns noch eine Weile begleiten, so viel ist klar! Oder glaubt Ihr, dass Mutti mit einem einzigen Mal backen davon kommt?

Euch allen noch einen schönen Start in den Dezember!

Eure Alex

 


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