„Juli“- von Spontankäufen & künftigen Hamster-Schwiegersöhnen

Juli ist da! Und ich hoffe sehr, dass nicht  bald September, Oktober und November folgen. Nicht etwa weil ich den Herbst nicht mag. Nein, weil mit den eben genannten Namen „Juli“ sonst substituiert werden würde. Und das wäre furchtbar! Denn “Juli“ ist der Vorname unseres neuen Mitbewohners. Mein fünftes „Baby“ hier im Haus. Ein – Moment muss erst nochmal nachlesen – Dschungarischer Zwerghamster. Oder so ähnlich. Da ER jedoch zwar ein ordentliches Gemächt, aber keinen langen Schwanz hinter sich herzieht, werden wir wohl nix verkehrt gemacht und tatsächlich einen Hamster gekauft haben.

Und warum Juli? Weil da die Achtjährige Geburtstag hat und deshalb, ganz pragmatisch, dies für den geeignetsten Namen hielt. Nun gut, besser als Hansi, Schnucki, Pupsi…

Fakt ist jedoch, er ist da. Gekommen um (oh bitte, bitte hoffentlich) ein, zwei Jährchen zu bleiben.

Und er kam schneller als geplant. Unterwegs in der nächst größeren, meiner Heimat-Stadt, überkam sie mich, die fixe Idee, welche ich besser nicht hätte laut aussprechen sollen.

Ich hatte an diesem Tag einen Arzttermin mit den Kindern und da ich ja gerne so viele Punkte wie nur irgend möglich auf der geistigen To-Do-Liste schnell und effektiv abhake kam es zu folgendem Deal:

Wenn (aber nur wenn!) der Arzttermin nicht so lange dauert und wir nicht lange im Wartezimmer verweilen müssen, dann kaufen wir auf der Heimfahrt mal kurz nebenbei nen Hamster. Oh ich Idiot!

Für gewöhnlich gehen wir nach Arztterminen höchstens mal zum Spielzeug-Fachgeschäft oder erledigen sonst Dinge, die wir in unserem kleinen hessischen Nest nicht kaufen können. Aber wir kaufen verdammt nochmal keinen Hamster!!!

Zu meinem Nachteil hatte ich mich auch noch komplett verplant und der Termin war eine halbe Stunde früher als gedacht (Herrgott, warum nicht später!?). I know, lieber Papa (und diesmal mein ich wirklich meinen eigenen Vater), mein furchtbar schlechtes Zeitmanagement! Ihr hattet ja nie drei Kinder!

Und als wäre das nicht genug, mussten wir dann überhaupt kein bisschen warten. Schachmatt! Eins zu null für die Blondine. Noch ausreichend Zeit vorhanden. Zähneknirsch.

Der eigentliche Kauf im Gartencenter gestaltete sich dafür ziemlich unspektakulär. Gab ja kaum Auswahl. Genau genommen exakt zwei männliche Hamster.

Einer saß träge, hässlich und verängstigt in der Ecke. Der andere schien nur so von Manneskraft und Energie zu strotzen. Ihr könnt Euch denken für welchen Mutter, pardon wir, uns entschieden haben.

Und ich muss feststellen, dieser Hamster gefällt mir und passt perfekt in unsere Familie. Gepackt von Ordnungs- und Sortierwahn schaffte er gleich fleißig alle getrockneten Apfelstückchen (aber nur die!) aus dem Futternapf raus in eine eigens von ihm ausgewählte Spezial-Ecke. Ganz die Mama! Bei mir müssen auch immer die Schuhe ordentlich in Reih und Glied im Flur…egal, ich hab viele Ticks! 😉 Meistens alle mit drei Kindern nicht umsetzbar. Zurück zum Nager.
Stoisch versucht dieser an einer weiteren Spezialecke auszubrechen. Ja, genau dort, wo ich die Scharniere nicht komplett mittig angeschraubt habe! War mir ja klar!
Ich entscheide mich trotzdem gegen eine Korrektur. Wir müssen einfach den Hamster ein klitzekleines bisschen fett füttern, damit er am Ende nicht doch noch durch die Lücke passt!
Aber wiederum darf er ja nicht zu fett und schwer werden. Ich erinnere an dieser Stelle an den selbst zusammengebauten morschen Hamsterkäfig.

Extrem dappig ist er auch noch! Ist er doch mit dem komplettem als Tropfschutz unterm Wasserspender aufgestellten Porzellantellerchen in die Tiefe gestürzt. Und hätte sich im freien Fall beinahe auch noch gleichzeitig damit erschlagen. Könnte auch ich gewesen sein. Und selbst, wenn bestimmt alle gesunden Hamster aufgeweckt und neugierig sind. Dieser ist’s ganz besonders. Stört er sich doch in keinster Weise am täglich vorherrschenden Geräuschpegel in unserer Familie.
Selbst nicht am Rattern der nachträglich mit dem Akku-Schrauber angebrachten und von mir peinlicherweise vergessenen restlichen Schrauben. DAS hab ich hier jetzt nicht wirklich verraten…

Und er nimmt schon jetzt, im wahrsten Sinne des Wortes, mehr Raum ein, als zuvor gedacht! Sollte der Käfig ursprünglich im Kinderzimmer der Mittleren stehen (ich weiß! Anfängerfehler!), so wohnt “Hamsti“ jetzt im Flur! Auf einem eigens noch zusätzlich gekauftem Tischchen. Damit`s hübscher aussieht als so ein auf den Fussboden geklatschter Nagerkäfig. Pflanzen mussten weichen, unnötige Dinge auf den Dachboden geschafft werden. Alles für Juli! Aber nachdem mich mein süßes Kind nach der ersten Nacht in der Hamster-WG mit blutunterlaufenen Augen anschaute, beharrlich beteuernd, ganz bestimmt gut geschlafen zu haben… Welches Mutterherz würde da nicht zerreißen!? Also zog Juli aus. In den Flur. Soll er da randalieren, ich geselle mich spätabends dazu.

Denn die Einzige, die Juli derzeit oft zu Gesicht bekommt, bin ich. Ihr wisst schon, die olle Nachteule. Sehr zum Ärgernis meiner Mädels. Aber ist ja nicht so, dass ich niemanden vorgewarnt hätte.

Genaugenommen hätte uns ja auch niemand einen Hamster als Haustier und auch noch für Kinder verkaufen dürfen. Um mal die korrekte, tierliebe, stets auf artgerechte Haltung bedachte Seite von mir aufzuzeigen…Aber, was soll’s! Jetzt isser da und wir passen schon auf. Hoffentlich.

Und ich erwische mich tatsächlich ab und an dabei, wie ich des Nächtens aufm Boden vorm scheppen Käfig hocke und verzückt das kleine Wesen beim Hamstern beobachte. So schön! Der widerspricht mir gar nicht! Kuckt mich nur gerade schief von der Seite an. Irgendwie vorwurfsvoll. Herrgott Nager! Soo schlimm is Dein Käfig nun auch nicht! So sieht das halt aus, wenn Mama alles alleine ohne den Papa machen will. Denn MIT dem Papa gäb`s dich hier bei uns gar nicht. Da könntest du auch jetzt noch Dein Dasein unter der Baumarkt-Neonlampe fristen! Also beschwer Dich nicht! 

Und die Zweitklässlerin? Spricht von ewiger Liebe, singt und komponiert ganze Hymnen auf den „Juli“ und zeigt jedem, aber wirklich jedem, stolz wie Bolle, Fotos von meinem künftigen Schwiegersohn.

So, und jetzt muss ich aufhören zu schreiben. Muss googeln. Nach Hamster Laufrädern und Holz Schnickschnack. Damit Mutti wieder was zum Basteln und Gucken hat! So herzallerliebst, so`n eigenes Mutter-Haustier. 


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