Ferienprogramm: ToyShop & Kino mit der Kleinsten

Es ist jedes Jahr festes Programm in den Weihnachts-Ferien. Nein, ich nenne es ab jetzt Winterferien, denn ihr wisst schon, dieses andere Wort, ich kann es echt nicht mehr hören! Wovon ich rede? Achtung, großer Trommelwirbel: Ein 3-D-Kinobesuch!! 😉

Neben den ganzen anderen Klassikern natürlich als da wären Schlittschuh-Laufen, diverse Spiele-Dates (meist bei uns), Hüpfburg-Gedöns (geht selbst mit größeren Kindern noch immer), Therme mit Kindern, Therme ohne Kinder (Ihr wisst schon das Geburtstagsgeschenk). Und Kinder-Abgeben-und-in-Ruhe-Kaffee-Trinken beim schwedischen oder deutschen Möbel-Giganten. Denn irgendwann holt der Winter-Ferien-Koller jeden von uns ein 😉

Doch noch sind wir nicht so weit.

Und manchmal müssen sich Fünf auch einmal aufteilen um in der Summe gemeinsam einen glücklichen schönen Ferientag miteinander verbracht zu haben.

IMG_20171229_092712789Ich habe mich schon von einer Weile von der Illussion verabschiedet, dass zwei Elternteile zusammen mit drei Kindern bilderbuch-ähnliche Ausflüge unternehmen. Alle zufrieden und freudestrahlend einer Meinung was das Familien-Entertainment-Programm betrifft. DAS funktioniert einfach nicht.

Wir müssen öfters auch getrennte Wege gehen um als Familie glücklich zu sein.

So war es auch gestern der Plan. Wir sollten zwar alle fünf den Nachmittag im selben Filmpalast verbringen, jedoch in getrennten Sälen zu einigermaßen synchronisierten Vorstellungszeiten. Sprich für den Papa und die zwei Großen stand „Star Wars“ auf dem Programm. Ich sollte mit der Kleinsten „Coco“ schauen. Ein sehr schöner und empfehlenswerter Film übrigens. Über den Inhalt und die Thematik dessen ich allerdings überlege einmal gesondert zu berichten.

Da unser Film später als die never-ending Sternen-Saga beginnen sollte, hatten die Kleinste und ich noch ein wenig Zeit durch die Flure des insolventen Spielzeug-Giganten zu streifen. “Weihnachts“-Geld einlösen. Und schon merke ich, ganz komme ich wohl um dieses Pfui-Wort in diesen Tagen noch nicht herum 😉

Fest entschlossen das Geld für etwas Sinnvolles und -ihr wisst schon- pädagogisch Wertvolles einzulösen betrat ich also mit der Kleinsten an der Hand die heiligen Hallen. Ich hatte Schlimmstes erwartet. Zielstrebig ließ mein liebreizendes Kind jedoch erst einmal alles links liegen. Was hatte sie vor?

„Mama? Wo sind hier die Pferde?“  Aha! Gewohnheits-Pferd!

Betreten wir ein Spielzeuggeschäft dürfen wir selbiges niemals, aber auch nie, ohne ein Schleich(werbungs)-Pferd verlassen. Ganz gleich wieviele von den Gummi-Gäulen sich bereits in unterschiedlichster Ausfertigung bei uns zu Hause befinden. Ich habe aufgehört die Vierbeiner zu zählen. Werde ich doch sowieso schmerzlich bei dem ein oder anderen Barfuss-Tritt an die Existenz derer erinnert! Der Täter sind NICHT die berühmt berüchtigten Lego-Steine!

„Willst Du wirklich noch ein Pferd?“

„Es gibt hier doch so viele schöne Dinge!“ „Kuck mal hier…..“

Und da fangen wir dann an, wir Muttis, mit den Vorschlägen. Voll nervig! Und als ich mich dabei ertappe hier gerade wieder in die Rolle der korrekten Vorbild-Mutti zu schlüpfen („Schau doch mal hier, da kannst Du ganz kreativ basteln“), entscheide ich mich dafür, dem Kind einfach stumm zu folgen.

Vor dem Plah-Doh-Knet-Regal bleibt sie stehen und entscheidet sich für eine Torten-Fabrik oder so etwas ähnliches. Gut, denke ich mir. Knete ist immer sinnvoll. Und bin sogar ein kleines bisschen stolz auf ihre Wahl. Läuft ja.

Davon, dass diese Plastik-Knetmaschinen in den meisten Fällen gar nichts für Kinder-Hände sind, da grundsätzlich die Hebel ganz schwer zu bedienen sind und beim beherzten Eingreifen des starken Mutter-Tiers dann letztendlich abbrechen, erzähle ich ihr an dieser Stelle lieber mal nix.

Auf dem Weg zur Kasse müssen wir die „pinke Abeilung“ streifen. Regale-weise Barbies, Puppen, MyLittle Ponies. Pinke Welle und Augenkrebs so weit das Auge reicht. Neugierdehalber teste ich einmal an:  „Kuck mal, hier gibt es übrigens die Puppen und Barbie-Kutschen“ „Willst Du mal kucken gehen?“

„NÖ!“

„Is ja alles ROSA hier!“

„JETZT will ich zur Kasse und zum Kino fahren.“

Geil! Ein doppeltes, dreifaches Hoch auf coole Räubertöchter!

Auf dem Weg zum Kino ein weiterer Aha-Moment: „Hey Mama!“ „Wir waren eben im ToyShop“ „Das ist Englisch und heißt Spielzeugladen!“.

Zum Verständnis: Sie weiß es vom Kita-Englisch-Kurs. Den, wo ich sie mit hinnehme und selbst den „Teacher“ gebe. Erstaunt stelle ich fest, dass bei den Kleinsten ja tatsächlich unheimlich viel hängen bleibt und eine neue Sprache in der Tat niemals mehr leichter zu erlernen ist als im Kindesalter. Um mal jetzt den Klugscheißer raushängen zu lassen. Als ob es darüber nicht schon genug Studien gäbe 😉

Doch für diesen kurzen Moment sehe ich mich darin bestätigt, mit dem Projekt doch auf der richtigen Fährte zu sein.

Selbstverständlich geht im Kino nix ohne Popcorn.

Süß oder Salzig, ganz gleich. Kleiner Tipp: Popcorn hält auch kleinere Kino-Besucher brav auf ihrem Sitz, zu sehr sind diese ja dann mit dem monotonen Hand-in-Tüte-und-zurück-zum-Mund-führen beschäftigt. Den Blick dabei starr auf die Leinwand gerichtet.

Im gestrigen Fall war Popcorn allerdings auch beruhigender, tröstender und ablenkender Faktor.

„Mama! Ich hab Angst!“

„Oh No!“ Dachte ich mir. „Du hast doch den falschen Film gewählt, er ist zu spannend für eine Vierjährige!“ Ihr wisst was jetzt kommt:

Da überschlugen sie sich wieder die Vorwürfe und Gewissensbisse in Muttis Hirn.

„Was hast Du Dir dabei gedacht? Jetzt gruselt sich das arme Kind! Was bist Du für eine Mutter! Du solltest jetzt mit ihr aufstehen und den Saal verlassen. Wenn sie heute Nacht nicht schlafen kann, bist Du daran schuld! Was tust Du dem armen Kind an? STEH JETZT ENDLICH AUF! Warum kuckst Du immer noch? Gefällt DIR etwa der Film?“

Doch alles war gut. Es kam nicht der gefürchtete Heulausbruch. Neben mir saß nicht wirklich ein vor Angst zitterndes Kind, ebenso leichenblass wie die liebenswerten computeranimierten Skellette. Nein, alles was ich tun musste war ab und an das warme Händchen halten. Sie wollte einfach nur ihren leichten Schauer während gewisser Szenen kommentieren.

Und um ehrlich zu sein, genoss ich es sogar, die kleine Hand zu halten, an den spannenden Stellen die Stirn des Kindes neben mir zu küssen und ganz viel zu beschützen. Nur wir zwei alleine.

Der Beweis, dass die Entscheidung nicht aufzustehen die Richtige war, folgte im Anschluss des Filmes. Ich zitiere:

„Mama der Film war voll geil! Nur ein bisschen spannend!“

Und so war’s auch. Nicht mehr und nicht weniger! Sie schlief in der darauffolgenden Nacht bestens und verlor kein Wort mehr bezüglich des Gruselfaktors jenes Disney-Films.

Im Anschluss waren Fünf wieder vereint. Beim anschließenden Pizza-Essen. Und jeder hatte etwas zu erzählen. Von seinem Film und seinen Erlebnissen!

Ja, ich finde Familie heißt auch gemeinsam getrennt zu sein.

Nicht nur Mama und Papa auf Dienstreise, sondern in den verschiedensten Kombinationen. Gibt bei fünf Personen ja genügend, spricht das Mathe-Genie in mir 😉

Aber jeder sollte eben seine Interessen ausleben dürfen und seinen Freiraum haben. Kinder sowohl als auch Eltern! Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächste Ferien-Aktion. Ob getrennt oder gemeinsam, aber letztendlich immer wieder als Familie.

Eure

Alex


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