Vom Leben, weiterleben & sterben

Es ist dieser Tage präsent. Das Thema Tod und sterben.

Da war zum Einen die Sorge um meine Oma während der diesjährigen Weihnachtsfeiertage. Die Ärzte sprachen von einer Gratwanderung und der eventuell angebrachten Notwendigkeit Abschied zu nehmen.

Nun, Oma hielt Wort, hatte wirklich nur Generalprobe gehalten und entschied sich dafür, die richtige Seite hinunterzupurzeln. Was uns alle sehr dankbar macht. Sie trotz des hohen Alters noch eine Weile bei uns behalten zu dürfen! Und noch immer bin ich umso dankbarer einen so schönen Besuch bei ihr im Krankenhaus erlebt zu haben.

Doch leider hielt noch jemand Wort.

Eine gute Bekannte, mit der wir die letzten Silvester-Abende in gemütlich fröhlicher Runde verbrachten. Sie, schwer herzkrank, sprach davon das nächste Silvester sicherlich nicht mehr dabei zu sein. Vehement lehnten wir alle derartigen Sprüche ab.

Drei Tage vor Silvester sollte sie Recht behalten.

Ein solch trauriges Ereignis geht auch an den Kindern nicht spurlos vorüber.

Und so fühlen wir uns der Frage ausgesetzt: Wie Kindern gegenüber mit dem Thema Tod umgehen?

Offen!!

Ist meiner Meinung nach die einzig wahre Antwort! Auch Kinder sollten den Tod als Bestandteil des Lebens, des Kreislaufs sehen! Menschen werden geboren und sterben. Das Leben selbst entscheidet letztendlich wann wir gehen, das müssen wir trotz allem Fortschritt und aller Technik akzeptieren.

So nüchtern und makaber das auch klingen mag, so denke ich auch in gewissen Situationen über den eigenen Tod nach. Denn ich möchte offen mit dieser Thematik umgehen. Auch mir selbst gegenüber. Einziger und alleiniger Wunsch und Anspruch: ich möchte gerne alle meine Kinder bis dahin volljährig wissen…

Da lag sie also im Bett, die Mittlere und fragte mich nach dem Tod. Ich versuchte gerade die passenden Worte zu finden, als ich mich an den just an diesem Tag mit der Kleinsten im Kino gesehenen Disney-Film „Coco“ erinnerte. Der eigentlich genau dieses Thema – auf seine ganz sympatisch persönliche Art und Weise – behandelt.

Ich wählte somit die folgende Erklärung:

Niemand ist wirklich tot, solange wir uns an denjenigen erinnern. Solange die Menschen in unseren Herzen, Geiste und Erzählungen, auf Bildern und gemeinsam erlebten Geschichten weiterleben sind sie da. Immer präsent und bei uns. Nur nicht physisch.

So wie es „Coco“ treffenderweise und nicht besser dem kindlichen Zuschauer vermitteln könnte!

Hier lösen sich die Geister der Toten auf, sobald alle Erinnerungen an diese in der Welt der Lebenden erloschen ist. Sobald niemand mehr ein Foto des Verstorbenen aufstellt und über diesen erzählt, die Erinnerungen an diesen Menschen im Gedächtnis aufruft, stirbt der Geist einen zweiten Tod. Endgültig.

Dieses Endgültig gilt es nicht zuzulassen!

Und das möchte ich auch meinen Kindern mitgeben. Wir können die Dinge nicht beeinflussen und das Sterben nicht verhindern. Aber wir können lernen es zu akzeptieren und damit umzugehen. Versuchen es für die Kinder verständlich zu machen und Menschen im Herzen und unserem Handeln und Tun weiter leben zu lassen!

Wir werden die Kinder auch mit auf die Beerdigung nehmen, sofern sie es denn wünschen. Und für sie da sein, sobald es zu viel wird.

Wir sollten es niemals als selbstverständlich ansehen, dass wir alle gesund zusammen sind und möglichst viele Momente des Zusammenseins versuchen zu genießen! Gleichzeitig sollten wir zwar damit rechnen, dass “es“ immer und überall passieren kann aber dennoch nicht jeden Tag mit dieser Erwartung verbringen oder gar uns vermiesen lassen. Egal wie krank wir sind. So wie es unsere Bekannte auch bis zuletzt getan hat.

Ähnlich wie Weihnachten wird auch das diesjährige Silvester ein wenig anders verlaufen als sonst. Ein wenig ruhiger und bedrückter aber auch wieder mit ein klein wenig offeneren Augen als sonst. Dafür dass es uns gibt und das noch hoffentlich sehr lange vereint!

Denn all das, das ist Leben.

 


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