Der gescheiterte Silvester-Boykott: Alles Gute für 2018!

Boah! Bin ich genervt! Überall diese Facebook-Weisheiten und Neujahrs-Wünsche. Die unzähligen Posts über Vorsätze für das Neue Jahr. Das Gelaber im Radio, als gäbe es nur noch ein Gesprächsthema. Überall!

Es verfolgt mich! Sich dem zu entziehen, schwierig heute 😉 Die bescheuert-eklig-bunten Feuerwerk-und Sektgläser-Bildchen. Oder noch schlimmer: Die eigene Visage umringt von Glitzer und Silverster-Gedöns. Wer hat eigentlich diese komischen Facebook-Kollagen erfunden? Und wer hat Euch erzählt, dass das schön sei? Ich übertreibe wieder leidenschaftlich, also nehmt’s bitte nicht so ernst ;).

Und so grummel und mecker ich aber wieder vor mich hin 😉 Zwar nicht mehr grünhäutig, aber trotzdem.

Denn: Ich mag es nicht. Dieses auferlegte Fröhlichsein.

Nur weil an diesem Tag JEDER feiert. Jeder feiern muss! Weil es die perfekte Party in der perfekten Runde sein muss! Ganz ehrlich? Ich habe noch nie das ultimative perfekte Silvester erlebt! Mal war mein Auto geschrottet, mal die noch nicht volljährige Freundin mit ’nem wildfremden Typen durchgebrannt. Und ich hatte die Verantwortung. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Was ich aber dafür umso mehr hatte, waren schöne, spontane Abende und Nächte mitten unterm Jahr!

Ich lege keine große Gewichtung auf diesen Abend.

Vielmehr freue ich mich darauf mit meiner Familie zusammen zu sein. Den Menschen, die mir am wichtigsten und liebsten im Leben sind! Klar haben auch wir Traditionen. Und wenn wir einmal nicht selbst daran denken, so fordern die Kinder diese mittlerweile ein 😉

Es wird, große Überraschung, Fondue geben. Aber für uns ist es wirklich etwas Besonderes, denn den ollen Topf und die Spieße krame ich in der Tat nur einmal im Jahr aus der hintersten Ecke im Küchenschrank. Und die Kinder lieben es! So spannend. So anders. Wir werden gemeinsam Spiele spielen und uns gewiss auch dabei lautstark zanken 😉

Ein paar Brettspiele, ein Battle auf der X-Box-Kinect (so kommt Mutti endlich mal wieder zum Skifahren) und ganz lange Wachbleiben mit den Kindern.

Was das betrifft ist für mich ja sowieso jeden Tag Silvester. Ich gehe nie vor Mitternacht ins Bett. Wisst Ihr ja bereits.

Klar werden wir auch um Mitternacht vor die Türe gehen und leider kommt auch das Paket Kinder-Knallfrösche und Wunderkerzen zum Einsatz. Welches ich zähneknirschend an der Supermarktkasse der Mittleren gestattete von ihrem Taschengeld zu kaufen. Wir, mein Mann und ich, unterstützen so etwas nicht. Deshalb muss schon das Taschengeld herhalten. Erlaubt ist nur ein Paket für die beiden Großen und auch nur das Mini-Safe-Gedöns. Spielverderber wir sind, ich weiß.

Tja, und die Sache mit den Vorsätzen?

Hmm. Ich könnte mich gehen lassen und mal so richtig schön fett werden. Mich baden in einem Sud aus Eierlikör und Walnusseis. Ihr seht, was ich davon halte:

Alles Bullshit! Vorsätze sollte man immer haben, nicht nur zum Jahrswechsel!

Es ist doch schon lächerlich genug, dass immer kurz vor Silvester die Hometrainer in den Prospekten von Aldi & Co. zu finden sind. Für die guten Vorsätze. Ist klar. Was sind wir doch für durchschaubare Marionetten geworden 😉

Aber ein paar habe ich dennoch. Vorsätze. Keine Banalitäten wie Sport und Zuckerreduzierung. Sondern mehr für die eigene Seele.

Ich habe das vergangene Jahr viel Energie damit vergeudet, zu versuchen mit Menschen befreundet zu sein. Diese auf irgendeine Art und Weise in meinem Leben zu haben. Weil ich glaubte diese furchtbar gerne zu haben und mir einredete eine gewisse Verbundenheit und Sympathie zu spüren. Leider wurde ich in meinem Denken enttäuscht. Man kann Menschen nicht dazu zwingen einen zu mögen und in ihr Leben zu lassen. Bei dem Versuch erreicht man nur das Gegenteil, das durfte ich auf meiner „alten“ Tage einmal mehr schmerzlich erfahren und lernen. Ich möchte den Fehler im nächsten Jahr nicht noch einmal machen!

Diese Energie möchte ich dafür verwenden wieder all die lieben Menschen wertzuschätzen, die es gut mit mir meinen. Die mir helfen wollen und für mich da sind! Dankbarer dafür sein! Ohne sie vor den Kopf zu stoßen. Denn auch das passiert mir hin und wieder unbewusst. Ich stoße Menschen vor den Kopf, die mir helfen wollen. Indem ich die Hilfe ablehne mit einem „Nein, es geht schon….“, „Ja, aber was ist wenn…..“. Ich meine es in den meisten Fällen höflich, will freundlich sein und niemanden belasten. Dass ich dabei aber Menschen wirklich verwirre, verwundere und vor den Kopf stoße,  ist mir in dem Moment gar nicht bewusst. Ich befürchte wir Menschen werden nie aufhören können zu lernen, was den Umgang mit anderen betrifft. Wir werden es nie voll und ganz verstehen. Vielleicht auch ich einfach nur nicht, wer weiß.

Ich bin ein Kandidat für Winterdepressionen und dem Hang zum Melancholischen. Und das ödet mich selbst in der Tat ziemlich an. Ich schreibe gerne nachdenkliche Texte, aber ab und an muss auch mal gut damit sein 😉

Auch wenn zur Zeit beim Blick nach draußen alles grau in  grau und trostlos wirkt, möchte ich versuchen mich davon nicht mehr so runterziehen zu lassen!

Ich möchte versuchen, jedem einzelnen Tag etwas Schönes abzugewinnen. Denn eigentlich brauche ich nur meine Kinder anzuschauen und ich weiß wieder dass jeder Tag schön und lebenswert ist!!!

Es gilt die schönen, ganz kleinen Momente zu entdecken. Auch in den dunkelsten Tagen. Und das möchte ich mir 2018 zum Ziel setzen!

Mein Mann hatte mir vor Jahren einmal ein Buch geschenkt. Es war eine Art Tagebuch und in diesem ging es genau darum. Jeden Tag abends noch einmal zu überdenken und Notizen zu machen. Es ging um Punkte wie: Auf was war ich heute besonders stolz? Was hat mich zum Lachen gebracht? Welchen freundlichen Menschen bin ich heute begegnet?

Es geht also eigentlich genau darum. In jedem Tag etwas Positives zu entdecken! In etwas vereinfachter Form möchte ich dies nun so tun. Ich will mir die schönen Momente aufschreiben, egal wie blöd der Tag verlaufen ist. Ja, nächstes Jahr will ich mir wirklich die Zeit dafür nehmen und es tut mir leid, damals das Buch nach wenigen Tagen zur Seite gelegt zu haben. „Keine Zeit.“ Und wer weiß, vielleicht werde ich auch darüber zusammengefasst berichten. Über das kleine Glück im Leben 😉

Ich hatte ein wenig Angst vor dem neuen Jahr. Vor Entscheidungen, die anstehen werden und dem Gefühl nicht genau zu wissen welche Wege ich einschlagen werde. Doch die letzten Tage wurden wir einmal mehr gelehrt, dass sowieso nichts im Leben wirklich planbar ist. Dass das Leben uns sowieso immer wieder Streiche spielen wird. Aber wir tricksen es einfach aus. Das Leben! Vielleicht einfach mit so kleinen Dingen wie die tollen Momente zu entdecken und aus dem Alltag herauszukitzeln.

Ich möchte im Hier und Jetzt leben! Nicht Vergangenem hinterher trauern und keine Angst vor künftigen Geschehnissen haben.

Ich möchte den Moment leben und genießen!

Ich will 2018 nicht mehr in den höchsten Tönen jammern! Nicht mehr auf hohem Niveau meckern! Nicht unzufrieden sein. Es gibt unzählige Menschen, denen geht’s noch viel schlechter als uns. Die wären mit unseren banalen Problemchen glücklich. Das möchte ich mir immer wieder selbst vor Augen halten. Zeit für einen neuen, aufmerksameren Spiegel!

Und schon sind doch Vorsätze zusammengekommen. Und so sehr ich auch versuche, Silvester und all die Wünsche, Gedanken und Vorsätze zum Neuen Jahr zu boykottieren, bin ich selbst wieder in die Falle getappt 😉

Ja, es ist mir eben doch nicht völlig egal, schnurz und schnuppe! Silvester ist meine Hass-Liebe! Noch eine 😉

Auch ich denke dieser Tage mehr nach über Dinge, die ich ändern möchte und habe das Ziel diesen Abend „besonders“ zu verbringen. Allein schon wegen der drei kleinen Knall-Erbsen! 😉

Ich wünsche Euch allen deshalb dennoch -entgegen meiner stur-bockigen-Prinzipien- einen schönen Silvester-Abend! Ganz gleich wie Ihr diesen verbringen werdet. Und ein gesundes, zufriedendes, die-schönen-Momente-im-Alltag-entdeckendes-Jahr 2018!

Eure Alex


3 Gedanken zu “Der gescheiterte Silvester-Boykott: Alles Gute für 2018!

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