Der Zustand – wenn Mama plötzlich chillt

Es gibt einen Zustand in diesem mag mein Mann mich ganz besonders. Ich persönlich nenne ihn den „halbkranken Zustand“. Wenn sich etwas anbahnt und noch nicht genau weiß, was draus werden soll. Wenn Mutti so ein klitzekleines bisschen krank ist. Nur so viel, um mich ein wenig in meinem Tatendrang auszubremsen. Heute zum Beispiel würde ich beim Wellness wohl nicht ungeduldig hin und her rutschen! Denn heute ist einer dieser Tage. Ich weiß nicht, ob es die gestrige Runde um den See war, die ich trotz Minustemperaturen und tosendem Gegenwind unbedingt machen musste, oder ob ich schon länger brüte, aber etwas steckt in den mütterlichen Knochen und versetzt mich in eben jenen Zustand. Noch kann ich es nicht deuten, huste und schnupfe ich zum Beispiel in keinster Weise! 

Dann jedenfalls bin ich ganz ruhig und gelassen. Völlig ausgeglichen und durch nichts so schnell aus der Ruhe zu bringen. Ich sitze am Tisch und trinke Tee (das allein ist schon mehr als sonderlich und verdächtig!) und gönne mir eine halbe Stunde Kissen-Sabbern auf der Couch. Neben der Vierjährigen, die sich über Extra-I-Pad-Zeit freut. Definitiv stimmt was nicht mit mir. Aber solange es so bleibt und morgen wieder weg ist, ist es sogar ganz nett!

Denn, ich kann meinen Mann verstehen.

PicsArt_02-26-06.29.17Ich bin so viel lieber und friedfertiger in diesem Zustand. Die Hände sind warm (ich habe nur warme Hände wenn ich krank werde!), die Stimme leise, meine Bewegungen geschmeidig und andächtig. Ich bin viel ruhiger mit den Kindern, erkläre geduldig und teile mein Kraft ein. Auch bei der Hausarbeit & Co.. Um festzustellen, dass ich trotzdem fast alles schaffe. Nur so viel entspannter! Doch leider hält erstens diese Erkenntnis nie lange und zweitens ist auch bei wieder eintretender Gesundung der Zustand ebenfalls wieder verflogen. Wenn man hier überhaupt schon von „krank“ sprechen kann.

Angeschlagen trifft es vielleicht eher. Positiv angeschlagen, geht man also nach dem Gatten. Gäbe es eine Droge, ein Medikament, das bei Frau Mutter eben genau jenen Zustand dauerhaft herbeiführen würde, nun er würde es mir mit dem größten Vergnügen regelmäßig verabreichen! So viel sei sicher! Doch will ICH das? Ich sehe mich heute nicht in Stande – wie sonst üblich- nachher um 23 Uhr auf dem Crosstrainer zu trainieren. Vermutlich werde ich schon um 23.30 Uhr im Bett liegen, was bedeutet, dass definitiv mit mir etwas nicht stimmt! Doch die Fähigkeit Sport machen zu können ist mir wichtig! Dazu brauche ich meine sonst so penetrant nervig vorhandene Energie, den Tatendrang und das leicht Hektische. Um es mir mit der größten Freude dann wieder abzustrampeln!
Nope! So ’ne Transuse mag ich gar nicht dauerhaft sein!
Sorry, lieber Ehemann.

Doch eines fällt mir tatsächlich heute wieder extrem auf:
Die Stimmungslage der Mutter spiegelt sich in meiner Kleinsten wieder.
Wie so oft färbt meine Laune, meine Energie – oder auch heute die nicht vorhandene Energie- auf die Kleinste ab. Ich weiß, dass das nicht nur ein Mythos ist!
Es ist wirklich so! Und heute ist mein Kind sooo lieb und friedlich. So ruhig und in sich gekehrt!
Wir spielen Schule. Das ist zur Zeit bei der Vierjährigen schwer angesagt. Und da ich ja nun mit meinen Kräften haushalten muss, für mich ein willkommenes Spiel. Und so lösen wir gemeinsam am Tisch Aufgabe für Aufgabe aus dem Vorschulbuch für Fünfjährige! Hah! Schlaues Mädchen! Wofür diese Aldi und Lidl-Teile doch tatsächlich alles gut sind! 😉

Was aber also die Stimmungslage meiner Brut betrifft, so wäre es tatsächlich von Nutzen, die mütterliche Glucke würde tatsächlich des öfteren etwas ausbrüten!
Oder stände unter Medikamenten-Einfluss! Und ich bin mir sicher, wenn ich es denn wöllte, das passende Mittel wäre auffindbar! Valium? Tavor? Johanniskraut? Baldrian? Ich kenne nix davon, wende keines davon an, aber vermutlich würde eines der Teile diesen mini-kränkelnden-mir-is-alles-wurscht-Zustand in mir hervorrufen.

Dieser Gedanke ist mir unheimlich und behagt mir nicht!
Besser einfach so versuchen, öfter mal ruhig, entspannt und gelassen zu bleiben! Vielleicht schaffe ich es ja jetzt ein bisschen von dem zu bewahren und in den nächsten Tagen fortzuführen. Sofern ich nicht ab morgen komplett flach liege.

Und während ich das gerade hier schreibe, schmeißt meine „Schülerin“ am Esstisch das Schälchen Mandelkerne herunter und es zerplatzt mit einem lauten Scheppern in tausend Scherben. Für gewöhnlich Auslöser eines mütterlichen Mecker-Brüll-Anfalls. Nun, heute hat sie Glück. Ich hole Schäufelchen und Besen, beteuere, dass nix schlimm ist und kehre und sauge im Zeitlupen-Tempo weg. Erstaunlich wie nett sich heute alles bewältigen lässt! 😉

Ich werde jetzt aufhören zu schreiben, denn selbst mein Blog lässt mich heute erstaunlich gelassen. Ich habe heute noch nicht einmal in die Besucher-Statistik geschaut!

Aber festhalten musste ich diese Erkenntnis dennoch, halte ich sie doch für bemerkenswert!

Jetzt schleiche ich zu meinen vier Wäschekörben um ganz gemächlich zusammenzulegen. Vermutlich werde ich auch hier fast alles schaffen, nur einfach viel chilliger als sonst! Sehr cool! Vielleicht lässt mich dieser Zustand ja sogar am fortgeschrittenen Abend einen Film auf der Couch (!) kucken! Fast ärgere ich mich jetzt ein bisschen, dass ich dazu immer ein bisschen Mini-krank sein muss, um mir so etwas mal zu gönnen! Der Crosstrainer wird meine heutige Abwesenheit sicherlich verkraften, dafür gibt’s drei extra-lange Kuschelrunden nachher in drei Kinderbetten beim Ins-Bett-bringen! Noch etwas, das ich gerne und ausgiebig in dieser jener Verfassung tue! 😉

Tiefenentspannte (und zwar ohne Wellness!) Grüße!

Eure 

Alex


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