Wir machen einen Haushaltsplan

Nein! Immer noch kein DIY-Tipp zum Basteln des ultimativen, hübschen und kreativen, eigens hergestellten, biologisch abbaubaren Familien-Haushaltsplanes!
Sondern ich berichte hier und jetzt aus einer Notwendigkeit heraus. Weil jetzt einfach mal gehandelt werden muss! Weil ICH handeln muss!

Es haben sich viele neue Aufgaben angesammelt in den letzten Monaten. Nichts wurde weniger, entspannter oder gar entschleunigt. Im Gegenteil! Ich habe neue Projekte übernommen, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Und damit meine ich nicht nur diesen Blog, der für mich noch immer Freizeit, Ausgleich und seelische Entlastung darstellt. Also nicht wirklich als lästige Arbeit, sondern vielmehr als freudiger Moment im Alltag anzusehen ist. Meine persönliche Auszeit.

Nein, es sind andere Dinge, verbunden mit zeitaufwändigen PC Arbeiten, lernen und Vielem mehr. Aber ich möchte Euch nicht langweilen, geht es hier doch vielmehr um den Plan „Entlastung für Mutti“.
Dass wir Mamas alle genug am Back haben, muss nicht noch eine von uns detailliert, präzise und jammernd aufführen 😉

Es müssen also  nun nun endlich einmal Prozesse „verschlankt“ werden. Das muss ich genau so formulieren, zum einen da ich mit eben einem Prozess-Manager verehelicht bin und zum Anderen, weil ich dieses Wort „verschlanken“ so blöde finde!
Davon war früher schon immer die Rede. Zu Bürozeiten in meinem alten Job. „Schlanke Arbeitsabläufe, schlanke Vorgänge“.
Wir machen nun hier also auch Diät.

Ich muss gezwungenermaßen „Haushalts-Diät“ halten damit’s wieder rund läuft.

Denn ich habe einmal zusammengerechnet wie viele Minuten ich täglich mit solch Dingen wie Müll-rausbringen, Spülmaschine-befüllen und -entleeren, Tisch decken und wieder abräumen, Schuhe wegräumen und Jacken aufhängen etc. verbringe. Und die Aufzählung könnte hier noch um Einiges weitergehen, scheinen mir die Aufgaben doch tatsächlich schier unerschöpflich. Alles Dinge, die ich versuche mal „schnell“ zwischendurch zu erledigen. Weil es den Anschein hat, dass diese Sachen ja Kleinigkeiten sind, die es gilt ruckizucki zu erledigen.

Doch wie es ja überall so ist, höhlen auch hier  viele Tropfen den Stein und in der Gesamtsumme verbringe ich tagtäglich weitaus mehr als eine Stunde mit derlei Aufgaben! Aufgaben, die ich jetzt abgeben und verteilen werde! Die ich delegieren werde! Und schon wieder fühle ich mich in die Arbeitswelt versetzt.

Denn letztendlich macht selbst die reine Hausfrau (noch immer lehne ich diese Bezeichnung ab!) nichts Anderes als einer geregelten Arbeit nachzugehen, zu versuchen Prozesse zu entschlanken, zu optimieren, zu protokollieren und letztendlich zu delegieren!

Zurück zum Plan:

Meine beiden großen Kinder haben jetzt, mit 10 und 8 Jahren, ein Alter erreicht, in dem es durchaus denkbar wäre, beide mit in die Hausarbeit einzubeziehen. Nicht nur denkbar, sondern auch zu deren eigenen Wohl notwendig, wenn Ihr mich fragt!

Denn es ist wichtig, dass die Kinder lernen, tägliche feste Aufgaben zu haben und Verantwortung für diese zu übernehmen. Es ist sogar höchste Zeit dafür! Können doch selbst Zweijährige bereits kleinste Aufgaben im Haushalt „mithelfen“. Doch in dem jetzigen Alter könnte es tatsächlich funktionieren und eine wirkliche Entlastung für alle darstellen. Ich möchte also, dass meine Kinder das Prinzip der Arbeitsteilung verstehen, die Notwendigkeit, sich im Familienleben einzubringen erkennen und bereitwillig mit unterstützen. Ich möchte ein Bewusstsein für das alles schaffen.  Das habe ich viel zu lange schleifen lassen! Jetzt sind sie fällig 😉

Und mit großen Augen blicken sie mich an, nichtsahnend zu was ich jetzt die Familien-Konferenz (schon wieder eine Parallele zur Arbeitswelt) einberufen habe!

PicsArt_02-15-08.36.09Vor mir liegt ein Edding-Kreide-Marker, sowie die vor Jahren zu Spielzwecken gekaufte schlichte schwarze Tafel. Darauf von mir im Vorfeld notiert:
Aufgaben, die zu erledigen ich dem Nachwuchs durchaus zutraue und deshalb ab sofort zumuten werde!

Jeder darf sich aus der Auswahl seine zwei bis drei festen täglichen Aufgaben aussuchen. Gerne kann nach vier Wochen gewechselt werden!
Bis dahin hat jeder seinen festen Job im Familien-Alltag!

Und auch die Kleinste bekommt mit ihren vier Jahren einige Mini-Aufgaben im täglichen Ablauf. Gleiches Recht für alle Kinder! Denn Abends Spielsachen vom Fussboden auflesen und in die entsprechenden Kisten werfen oder den O-Saft für’s Abendessen auf den Tisch stellen, das können selbst die kleineren Familienmitglieder bewerkstelligen! Verschont bleibt keiner mehr! No way! 😉

Ich erwarte also größtmöglichen Widerstand.

Denn: Es wird hier übrigens auch kein Belohnungs-System geben. Ich finde Hausarbeit und die Mithilfe bei derer hat selbstverständlich zu sein. Sticker für erledigte Dinge gibt es also nicht und auch nicht das bei fleißig gesammelten Stickern „Wochen-Leckerli“! Prompt kommt die Frage der Mittleren: „Und was bekomme ich dafür?“. Sie wird es aktuell nicht verstehen, aber ich hoffe, sie später mit wertvoller Anerkennung entlohnen zu können.

Einige Minuten später ist der größte Brocken geschluckt und akzeptiert. Ich bin positiv überrascht und muss furchtbar aufpassen, mir mein Erstaunen nicht allzu sehr anmerken zu lassen! 😉

Nun muss ICH erst einmal in den sauren Apfel beißen und beibringen und erklären. Denn auch hier gilt -wie so oft- das Prinzip:
Investiere Zeit und Arbeit, um später wertvolle Zeit zurückzugewinnen!

Ich kann nicht von heute auf morgen von meinen Kindern verlangen, dass sie es von alleine verstehen, die Spülmaschine ordentlich einzuräumen oder den Müll zu trennen. Alles muss mit viel Geduld erklärt, gezeigt und ausprobiert werden. Wie in einer Lehre. Die Brut sind die Azubis und ich der Ausbilder.
Schon wieder ein Vergleich zum Arbeitsleben!

Was erwarte ich?

Die Hoffnung ist, dass sich nach einer Zeit eine gewisse Routine einspielen wird. Dass den Kindern die neuen Aufgaben leicht von der Hand gehen werden, dass das Prinzip der Arbeitsteilung aufgeht und im optimalsten Fall (!) sich die Kinder wichtig und wertgeschätzt fühlen, wenn sie ihren eigenen Platz im Haushalt haben. An Lob möchte ich nicht sparen, so viel ist sicher. Denn Lob motiviert, drückt Anerkennung aus und vermittelt wie bedeutsam die Rolle des jeweiligen Kindes ist. Und vor allem wie sehr es mir helfen wird und wie schön das stolze Gefühl sein kann, wirklich von Nutzen und hilfreich zu sein!

Ich bin gespannt und hoffe bald noch viel mehr zum Projekt „Haushaltsplan“ zu berichten zu haben!

Welche Aufgaben erledigen Eure Kinder im Haushalt? Wann habt Ihr angefangen Aufgaben zu verteilen? Tipps und Erfahrungen sind wie immer sehr gerne willkommen!

Viel Spaß bei der Hausarbeit!

Eure

Alex


2 Gedanken zu “Wir machen einen Haushaltsplan

  1. Feste Aufgaben funktionierte bei uns gar nicht. Die wurden immer schlampiger mit immer mehr Widerstand erledigt und das führte zu einem höchstmöglichen Maß an Frust bei allen Beteiligten. Ich fahre mit der Delegation am besten. Mache jetzt (oder zu einem anderen Zeitpunkt, den ich konkret benenne) diese Aufgabe. Manchmal auch nervig, weil ich trotzdem immer den Überblick behalten muss. Aber das läuft bei meinen beiden ziemlich gut. Ich habe die Aufgaben nach und nach vergrößert, so dass ich inzwischen globalere Aufgaben geben kann und nicht mehr jedes Detail beauftragen muss (z.B. zuerst nur die Spülmaschine ausräumen. Als das klappte und ich die Sachen wieder fand, dann auch Spülmaschine einräumen, inzwischen auch Küche komplett aufräumen und säubern). Wenn ich es allerdings zu oft verlange, steigt der Widerstand wieder und es wird dann mühsamer es zu beauftragen als es selbst zu erledigen. Aber ich kenne Familien, die mit einem Arbeitsplan ganz gut fahren. Vielleicht sind die Mütter strukturierter als ich …

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