Being a Taxi-Mum

Ich liiebe ja mein Auto! Praktischer Fünf-bis Siebensitzer, Familien-Van verpackt im sportlichen Design und nicht im typischen Kasten-Mutti-Sammeltaxi-Look. Deshalb haben mein Mann und ich uns insbesondere auch für einen Ford S-Max entschieden. Sieht einfach wenigstens ein bisschen schnittiger aus, als die üblichen Großfamilien-Vans.
Und was wäre ich ohne mein Keyless-System! Immer bepackt mit irgendwelchen Dingen, immer mit drei Kindern und jeder Menge Taschen und Gedöns beschäftigt, für mich eine der genialsten Erfindungen der Welt. Der Schlüssel bleibt in der Hosentasche (in meinem Fall meist 16 Stunden täglich) und ein Griff zur Autotür reicht. Offen!

Und Nein! Dies ist kein verkappter Werbetext!

Spekuliert erst gar nicht. Ihr werdet schon sehen, in welche Richtung uns dieser Beitrag tatsächlich noch führt. Doch, liebe Ford-Menschen, sollte das jemand von Euch lesen, selbstverständlich würde ich auch sehr gerne mal ein hübsches, nettes und vor allem geräumiges Familien-Auto testen. Sagen wir so für ungefähr zwei Jahre.  😉

Ich mag das Auto wirklich und schwärme in der Tat von diesem ganzen zu Recht dazugewähltem Zubehör als da wären Sitzheizung, Premium-Sound-System, Rückfahrkamera, Cruise Control und noch viel mehr, was ich mangels Interesse und Nutzung nun hier gar nicht aufzählen möchte. Jedenfalls bereue ich die Anschaffung dieses Fahrzeuges vor rund drei Jahren in keinster Weise! Wenngleich für mich ein Fahrzeug in erster Linie ein reines Nutzfahrzeug darstellt und bei Weitem nicht wöchentlich gepflegt und poliert wird. Selbst Kratzer und Beulen würden mich nicht sonderlich stören, aber dies nur hinter vorgehaltener Hand bemerkt.

Fakt ist jedoch: Als Mehrfach-Mutter hast Du auch gar keine andere Chance als Dein Auto zu lieben! Du MUSST es einfach lieben, sonst bist Du am Arsch!

PicsArt_03-10-10.32.31Auf dem Beitragsbild zu sehen sind meine Fahrten der letzten zwei Tage. Akkurat dokumentiert von Google Maps. Zwei von sieben Tagen! Liebe Freunde des Umweltschutzes, haltet Euch bitte an dieser Stelle die Augen zu! Denn als Mutter, insbesondere solltest Du wie ich noch in den ländlicheren Regionen leben, bist Du hauptsächlich auch eines: Taxi-Fahrer! Andauernd! Mehrfach täglich!

Frau sollte also schon sehr gerne Auto fahren, entscheidet sie sich dazu, mehrere Kinder zu bekommen! Denn mehrere Kinder gleich im ungünstigsten Fall unterschiedliche Abholzeiten, Termine und Hobbies! Zum Teil sogar sich überschneidende Termine was die gequälte Chauffeuse erst Recht ins Schwitzen kommen lässt!

Meine Kinder sind zum Glück „gute Autofahrer“. Meistens jedenfalls. Halten schön brav die Klappe, sinnieren vor sich hin, kucken aus dem Fenster! Ja fast könnte ich behaupten, nirgendwo kann ich tagsüber besser entspannen, als unterwegs in meinem Auto. Vorzugsweise auf der Autobahn! Noch ein Grund warum ich gerne in die Heimatstadt fahre und auch viele Termine dorthin lege 😉

Zweimal knapp 25 bis 30 Minuten Ruhe!

In den meisten Fällen darf ich sogar die Musikauswahl bestimmen, zeigen doch alle drei Kinder sich für den meinen Musikgeschmack durchaus begeistert! Besser geht’s eigentlich nicht! Unvorstellbar müsste ich meine geliebte Autofahrt mit Conni Klawitter, Bibi & Tina & Co. verbringen!

So freute ich mich  auch gestern auf eine entspannte Autofahrt mit der Kleinsten.

Schon früh hatten wir einen Termin in der Heimatstadt, die Autobahn war frei, der gröbste Berufsverkehr schon durch. Herrlich! Dass ich meine anschließende Heimfahrt mit akkustischer Untermalung von den „Lochis“ verbringen durfte war mir ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst.

„Mama? Machst Du „Mein letzter Tag“ von den Lochis drauf?“

„Häh? Was meinst Du?“ (Ich kenn‘ die wirklich nicht!)

„Na die Lochis, was wir immer zu Hause hören!“

Da dämmerte es mir: Sie meinte die neuste Lieblings-Musik der großen Geschwister. Hämisch und heimlich vor mich hin grinsend freute ich mich, dass ausgerechnet heute mein Handy irgendwie nicht mehr mit dem Ford gekoppelt war! Gerade holte ich Luft, um dem Kind meine geniale Ausrede zu offenbaren.

„Du musst nur Dein Handy wieder koppeln, dann Spotify und Lochis suchen und dann können wir’s schon hören!“

Manchmal ist mir die Vierjährige echt unheimlich.
Jetzt blieb nur die Not-Ausrede:

„Du Schatzi, ich fahre gerade Auto, ich kann jetzt kein Handy koppeln und Lieder suchen“

Nun, auf der Heimfahrt dann aber blökten mir irgendwelche Halbstarken um die Ohren:

„Wär heut mein letzter Tag, Tag, Tag auf dieser Wähääält“
Dann würd‘ ich alles ma-ma-machen was mir gefähääält“

Boah! Wie nervig! Ohrwurm-Potential hoch Achtmillionen!

Doch bei dieser Fahrt sollte es ja nicht bleiben. Ich wollte Euch ja hier und jetzt aufzählen wohin und wie oft ich eigentlich als Mehrfach-Mutter mit dem Auto fahren muss.

Selbstverständlich musste ich also im Anschluss an diese Tour mindestens ein lauffaules Kind von der Schule wieder abholen.

Am Nachmittag war dann mein Kurs im Kindergarten des Nachbarortes angesagt, was wieder zu knappen 10 Kilometern plus auf dem Zähler führte.

Und ich stelle fest: Freitag ist ab jetzt neben dem Montag mein künftiger Arschloch-Tag!

Ich bin heute, am Freitag, folgende Strecken gefahren:
Morgens um kurz vor Acht selbstverständlich zur Schule, einkaufen und zurück. Drei Stunden später musste bereits das erste Kind wieder abgeholt werden und zeigte sich aufgrund nasskalten Nieselregens wenig kooperativ was ein mögliches Nach Hause Laufen betraf. Erneut fuhr mein Auto gen Schule.

Nur eine Stunde später ist das nächste Kind mit der Schule fertig und muss zeitgleich mit dem Kindergarten-Kind eingesammelt werden. Wieder -nach einer kurzen Pause zu Hause- einmal Schule und zurück.

Am Nachmittag hat die Mittlere Gitarren-Unterricht. Da „Heli-Mom“ dem armen Kind unmöglich zumuten kann, bei mittlerweile starkem Regen auch noch eine Gitarre vom Einfamilienhaus bis in die Innenstadt zu schleppen, muss ich wieder los ins geliebte Auto mit den Alcantara-Leder-Sitzen! Ein bisschen Angeben muss sein, oder einfach das Auto-fahren-schön-reden 😉

Irgendwann zwischen Mittagessen und dem Kinder-Hobby-Termin haben die Stadtwerke entschieden, die Straße bei uns um die Ecke gratertief aufzubuddeln, was eine nervige Extra-Schleife durch’s Wohngebiet bedeutet. Zähneknirschend realisiere ich, dass ich diese Extra-Tour durch „Suburbia“ heute wohl noch sieben(!) Mal fahren werde!
Ihr versteht schon: Gitarrenunterricht-Haus-Gitarrenunterricht-Haus zuzüglich Haus-Fussballplatz-Haus-Fussballplatz-Haus, denn das spätnachmittägliche Fussballtraining am Soccerplatz des 3,5 km entfernten Nachbarortes (!) steht ebenfalls noch an!

„Beeing a Taxi-Mum“ ist übrigens auch einer der undankbarsten Jobs überhaupt!

Denn ich bin der Idiot, der nun den Sohn wider Willens zum Fussballplatz chauffieren muss! Und dabei auch noch intensivst zu erklären und zu verhandeln hat! Der Idiot, der nun klarmachen muss, dass ein Training nun auch einmal bei fünf Grad und Regen stattfindet und dass ein lustloses Daheimbleiben fünf (!) Minuten vor Trainingsbeginn keine wirkliche Option ist!

Stets dabei auf allen Taxi-Fahrten übrigens: Die Vierjährige! Ist logisch. Kann sie ja nicht zu Hause lassen. Und sie tut mir manchmal so leid! Gerade im Winter! Jacke an, Jacke aus, rein ins Auto, raus aus dem Auto. Alles für die Taxi-Fahrten der Geschwister! Und ihre eigene Mama- oder gar Hobby-Zeit bleibt wegen all dem auf der Strecke! Das darf eigentlich nicht sein, bedarf einer schnellen, anderen Lösung schreit mein furchtbar schlechtes Mutter-Gewissen. Zum Glück jedoch liebt sie Auto-Fahren genau so wie ich auch! Dennoch…

Mein Ziel:

Das muss und kann noch optimiert werden! So schön Auto-fahren auch ab und an sein mag: Wir Mütter sollten uns noch mehr zusammentun und gerade bei Schul- und Hobby-Terminen Fahrgemeinschaften bilden! Mit ein klein wenig Organisation und Absprache sollte dieses Problem doch zumindest teilweise lösbar sein. Das bringt allen etwas! Den Müttern, den Kindern und nicht zuletzt auch der Umwelt!

Am Rande des Fussballfeldes treffe ich später übrigens die erste vernünftige und lösungsorientierte Entscheidung des Tages:
Ich frage des Sohnes Trainer, ob er meinen übellaunigen Sprössling im Anschluss wieder mit nach Hause nehmen kann. Meine und unser aller Nerven verkraften an diesem miesepetrigen und regnerischen Freitag keine einzige Taxi-Fahrt mehr!

Und nun steht’s im Carport. Jetzt, am Freitag-Abend. Mein geliebtes Auto. Hat viel geleistet die letzten Tage und darf nun auch mal Wochenende haben. Vielleicht belohne ich es sogar die nächsten Tage mal. Mit einmal schäumen und föhnen. Und vielleicht, vielleicht sogar saugen und wischen. Wer weiß! Verdient hätte es mein treuer Begleiter. Aber jetzt will ich nichts mehr von ihm wissen und ziehe seufzend den Schlüssel aus der Jeans-Tasche und platziere ihn auf die Kommode. Bis Morgen. Zur nächsten Taxi-Runde.

Euch allen allseits Gute Fahrt!

Eure

Alex


6 Gedanken zu “Being a Taxi-Mum

  1. Ganz schön stressig! Ich kenne das nur zu gut. Wobei mich die Autofahrten per se nicht stören, aber die ständige Parkplatzsuche treibt mich manchmal zur Weißglut. Vor allem wenn ich etwas später dran bin, um meine Kids von der Schule abzuholen und nach fünf Runden um den Block noch immer keinen freien Parkplatz gefunden habe 😉

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