Reise-Tagebuch „Wenn Fünf eine Reise tun“: Freunde unter sich

„Kuck mal da drüben, der Junge da. Könnte der nicht in Deinem Alter sein?“
„Jetzt trau Dich doch, geh mal hin! Ich glaube, der spricht sogar Deutsch!“

„Wie? Dir ist langweilig? Aber ist doch soo schön hier!“
„Echt jetzt? Schon wieder Meerjungfrauen-Barbie spielen? Aber Mutti will jetzt gar nicht in’s Baby Planschbecken!?“

„Hört-auf-Euch-zu-streiten! SOFORT!“

„Kuck mal Schatz, meinste die Zwei da drüben sind nett?
Ob die zu uns passen? Gestern zumindest hatten wir ganz nett geplaudert.
Ob wir wohl mal mit denen ein Glas Wein….?“

Stellt Euch vor, Ihr könnt Euch das alles sparen!

Keine krampfhaft erzwungenen Urlaubsbekanntschaften, um dann im Nachhinein feststellen zu müssen, dass es doch nicht so passt. Keine Kinder, die sich erst gegenseitig beschnuppern müssen und erst am Abreise-Tag sich so richtig lieb gewonnen haben. Um sich dann wieder unter Tränen und lautstarkem Protest voneinander verabschieden zu müssen.

Stellt Euch vor, das alles fällt weg.

Stattdessen beginnt er sofort, ab der ersten Minute des Wiedersehens. Denn man kennt und mag sich bereits! Weiß genau wie die Anderen ticken und welchen Rhythmus sie haben. Weiß welche Gesprächsthemen verbinden und welche eher nicht. Kinder fallen sich in die Arme und ziehen sofort alleine los und spielen einfach.
Ohne erstes Austesten, ganz ungezwungen.

Das alles bleibt erspart, wenn zwei Männer in einer kalten März-Nacht zusammen am Telefon hängen und einen Urlaub klar machen. Ein gemeinsames Ziel für eine Auszeit zu Neunt!

Unsere Freunde sind da!

Und sofort ist auch sie angereist. Die alte Vertrautheit! Wir kennen uns, mögen uns und die nächsten Tage mit vier Erwachsenen und insgesamt fünf Kindern können starten! Wenn wir Ruhe und Familien-Zeit brauchen, können wir uns getrost ohne schlechtes Gewissen im weitläufigen Gelände aus dem Weg gehen. Ist uns nach Geselligkeit und guten Gesprächen trifft man sich jederzeit am Pool und beim gemeinsamen Essen. Dass es uns dabei nicht gestattet ist, Tische zusammen zu schieben, tut dem keinen großen Abbruch. Die Kinder sitzen gerne an einem extra Platz! 😉

Überhaupt ist mit Mehreren vieles einfach lustiger! So kommt es vor, dass zwei Mamas kurz vor der Vierzig ausgelassen die Turbo-Rutsche (die Türkei hat’s halt mit ihren Rutschen 😉) hinunter sausen und beinahe ohne Bikini-Oberteil aber lautstark prustend wieder auftauchen. Die Jungs genießen die neue Coolness als Fast-Teenager und trinken heiße Schokolade an der Bar oder verschwinden zusammen am Zimmer – YouTube gucken. Männer fachsimpeln und Frauen lästern, Mädels plantschen und spielen! Herrlich!

PicsArt_07-30-12.09.24Und ich? Bin im Urlaub jemand Anderes.

Weshalb der Gedanke in ein paar Tagen wieder nach Hause fliegen zu müssen stets ein leicht flaues Gefühl aufkommen lässt. Ich will das noch nicht haben! Das Alltags-Ich. Die Alltagsprobleme, Alltagsmenschen, Alltagsgedanken. Das alles möchte ich noch ganz lange beiseite schieben. Zum Glück, sind wir ja noch nicht so weit. Und jetzt höre ich endlich auf, an den Fingern abzuzählen, wie viele Tage Urlaubs-Ich mir noch bleiben 😉

Ebenfalls verdränge ich die Tatsache, dass es mir nie gelingen will, dieses lässige Urlaubs-Ich mit nach Hause zu nehmen. Es verschwindet. Im Flieger, irgendwo über den Wolken und übrig bleibt nur der irritierte Blick in den Spiegel. Wer ist die gebräunte Frau mit den mittlerweile fast blonden Haaren? Ist sie mir vertraut oder fremd?

Doch wer bin ich denn im Urlaub?

Ich bin gelöst. Ausgelassen und das nicht nur wegen dem gemeinsamen Glas Wein, Cocktail oder gar der zusammen gerauchten Shisha. Welche ich zu Hause nicht allzu oft in die Finger bekommen, also keine Sorge! 😉
Ich kümmere mich mehr um mich, lebe bewusster. Schlafe deutlich länger, treibe in Ruhe Sport, esse (meistens ;)) gesund und genieße die Leichtigkeit des Seins. Am Meer, für mich die beste Droge ever!

Denn was braucht’s schon mehr außer Sand und Steinchen unter den nackten Füßen, umspült vom Meeresschaum, stets eine leichte Brise in den Haaren und Sonne auf der Haut. Sorry, is‘ halt einfach mein Ding! Hier kann ich Gedanken schweifen lassen und frei sein. Blicke ehrfürchtig auf die Wellen und die große Weite des Meeres! Oder sammel Mini-Steinchen, bevorzugt in der Bikini-Hose, beim ausgelassenen Bad in den Wellen.
Und wenn sich dies alles noch gemeinsam mit einer sehr guten Freundin an der Seite erleben lässt, umso schöner!

Ich werde Euch hier nicht viel von Land und Leuten berichten können.

Dazu war dieser Urlaub -wie schon bereits erwähnt- nicht geplant.
Wenngleich mir mein Gewissen (da ist es dann doch wieder 😉 ) Anderes einreden möchte.

Ich könnte jetzt an dieser Stelle von Einzelschicksalen berichten, Menschen, Einheimische, die wir auf unserer Reise kennen lernten und besuchten.
Dörfer, die wir gesehen und exotische Speisen, die wir getestet haben. Von antiken Ausgrabungsstätten und langen Busfahrten durch die staubige Einöde. Von engen Gässchen, buntem Treiben auf dem Basar und den Naturwundern dieser Erde.

Doch es ist und bleibt nun einmal ein Pauschal-Urlaub mit Freunden. Ich durfte vor vielen Jahren schon verschiedene Seiten dieses Landes kennen lernen. Menschen treffen und prägende Erinnerungen sammeln.

Doch nicht diesen Sommer. Mit den Kindern ist es hier gut so, wie es gerade ist!
Wir haben alles, was wir für die restlichen Tage noch brauchen. Nämlich uns! 😉

Viele Grüße!

Eure

Alex


2 Gedanken zu “Reise-Tagebuch „Wenn Fünf eine Reise tun“: Freunde unter sich

  1. Urlaub mit Freunden finde ich total super. Wir sind immer mit dem Wohnmobil nach Griechenland. Dort kannten wir viele Dauercamper, die uns zu Freunden wurden. Es war immer ein großes Hallo sich wieder zu treffen, vorallem bei den Kindern. Leider sind nun meine Kinder schon erwachsen und haben mich zur Oma gemacht, aber es war eine wunderschöne leider vergangene Zeit.
    Ich wünsche dir noch tolle Resttage,
    Liebe Grüße
    Sigrid

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