Emotionen raus!

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„Hier schreibe ich alle meine Geheimnisse rein!“

rief die Kleinste vor ein paar Tagen voller Begeisterung.
Was sie in solch helle Freude versetzt hatte?
Nun, es war nix Anderes als ein karierter Ringbuch-Block.
Ein College-Block vom Lebensmittel-Discounter, welchen sie unbedingt für sich haben wollte.

Wie hätte ich ihr einen solch simplen – und zugleich entzückenden – Wunsch ausschlagen können?
Denn ist es nicht wunderbar zu beobachten, wie Dinge, die für uns als Nebensächlichkeiten erscheinen, kleine Kinder so sehr begeistern können?
Sie kann noch gar nicht mal viel schreiben, den eigenen Namen, umzingelt von vielen Herzchen – und vielleicht noch ein Mama und Papa.
Aber es ist ihr geheimes Buch!

Ihr erstes Tagebuch.

Und eigentlich ist ein Blog ja auch nichts Anderes.
Zumindest ist es die ursprüngliche Idee davon.
Ein öffentliches Tagebuch.

Und doch kann ich hier nicht aufrichtig schildern und schreiben was mich wirklich bewegt.

Die Gedanken sind frei (und geheim)!

Es mag mir gelingen, Dinge zu umschreiben und Schmerzen und Gefühle in für alle einigermaßen zumutbare Texte zu verwandeln.
Und mich damit ein Stück weit selbst zu therapieren.
Aber die ganz tiefen Gedanken?
Das, was mich belastet und grämt und auch andere Menschen in meinem Umfeld betreffen würde.
Das findet bei all‘ den Gefühlen, welche dieser doch recht ehrliche Mütter-Blog an den Tag legt, hier wiederum nicht statt.
Weil es einfach nicht geht!

Und so ertappe ich mich, wie ich in Augenblicken, in wenigen Bruchteilen, mein kleinstes Kind so sehr beneide.
Ich berichtete einmal davon, dass ein fertiger Blog-Artikel (insbesondere aus der Kategorie Nachdenkliches) für mich wie das befreiende Telefonat mit der besten Freundin ist.
Ich fühle mich erleichtert und gelöst.
Und gelingt es mir, dabei Euch auch noch aus der Seele zu schreiben und Andere zu berühren, dann fühle ich noch Eines:
Unendliche Dankbarkeit!

Ohne Emotionen kein Blog!

Und doch muss ich so viel mit mir alleine ausmachen.
Ich bin ein sehr emotionaler Mensch.
Wäre ich dies nicht, ich befürchte dann gäbe es auch diese Seite hier nicht.
Dann würde keine weitere Mutter Kopf stehen und stattdessen jegliches Geschehen, jeden geschriebenen Text mit einem einfachen

Isso

kommentieren.

Kann man gerne machen, das würde deutlich weniger Arbeit und wunde Fingerkuppen bedeuten.

Überschrift:
„Is so“
Text:
„Joa….Is halt so!“.

Ich glaube auch tatsächlich, genau so würde so mancher maskulin geführte Blog aussehen 😉
Ohne hier nun wieder eine riesengroße Gender-Diskussion lostreten zu wollen!

Aber so sehr ich es liebe, all‘ diese Gefühle und Gedanken in meine Texte einfließen zu lassen, so sehr kämpfe ich auch teils gegen diese an.

„Emotionen raus!“

sagt der Mann gerne zu mir.
Und er hat Recht!

Manchmal täte es mir selbst gut, einigen Gefühlen die Spitze zu nehmen.
Hier und da ein paar benebelnde Kräuter-Tröpfchen, um die Wehen-Spitzen zu hemmen.
Ach nee, das war was Anderes 😉

Erst neulich schmiedeten wir Zukunftspläne, vage Gedanken, der Gatte und ich.
Hypothesen und Träume, welche erst dann umgesetzt werden könnten, würde ich etwas mehr Herr meiner eigenen Gefühle werden.
Denn sonst – ginge ich womöglich dabei drauf! 😉

Ich wäre manchmal gerne Anders

Geduldiger wäre ich gerne mit meinen Kindern!
Möchte nicht immer gleich aus der Haut fahren, verschränkt der kleine Teufel in Blond die Arme und keift mich mit Worten an, die vielmehr aus dem Munde eines sechszehnjährigen Teenagers stammen könnten.
Statt aus dem eines blauäugigen, zuckersüß anzusehenden kleinen Mädchens.
Ich möchte nicht innerlich kochen und Zähne und Kieferknochen aufeinander pressen müssen (Hallo Zahnschiene!), um Herr dieser ganzen verflucht, verkackt und verflixten Sch…Gefühle zu werden!
Ihr versteht 😉

Ich möchte ab und an gerne Conni-Mutter sein!
Ja, ganz ehrlich (auch wenn ich mich jetzt gerade leicht schüttele).
Weil es gesünder wäre!
Weil ein Tacken Frau Doktor Gähnende-Langeweile-Klawitter gut tun würde!

Denn ab und an? Benehme ich mich daneben!

Ich möchte auch nicht versehentlich während ich zum achtmillionsten Mal die Warteschleifen-Folter (wisst schon, die mit dem lustig, luftigen Frühlings-Gezwitscher!) irgendeines Praxis-Telefons ertragen muss ein

„Ach f… Dich doch!“

hervorstoßen und zornig auflegen.
Und dabei von der Mittleren mit entsetztem Blick ertappt werden!
Verbunden mit der darauf folgenden Frage, wie man das (!) denn mit sich selber machen könne!
Mission Aufklärung also auch hier completed! 😉

Gefühle? Können auch mal weg!

Ich möchte eigentlich manchmal NICHT für Menschen fühlen!
Ja, auch das wünschte ich mir!
Ich fühle und habe Empfindungen für Menschen, die mich gar nicht in ihrem Leben haben möchten – und komm dennoch nicht dagegen an. Mache mich lächerlich und bettel um Zuneigung. Das ist Kacke! In Echt jetzt!

Ich fühle wiederum nicht mehr viel für Menschen, die Fleisch und Blut mit mir teilen.
Und das tut mir in der Seele weh – oder eben nicht. Das ist erschütternd! Das will ich nicht!
Weil Dinge vorfielen, die positive Gefühle sterben ließen und in negative Emotionen umwandelten.
Auch das würde ich gerne abschalten!

Ein Fall für den „Shrink“?

Puh! Klingt nach einer Situation, für welche in anderen Ländern Menschen viel Geld hinblättern müssten, oder?
Weil es dort zum guten Ton gehört, sich auf fremden Sofas zu lümmeln (macht man das wirklich?) und seinen Seelen-Müll Anderen vor die Füße zu schmettern.
Nun, ich tue es lieber ab und an hier.
Sorry dafür! 😉

Nein, ich glaube wirklich ich muss mich hier alleine freischaufeln und an mir arbeiten. (Gell? 😉 )
Möchte dies sogar unbedingt tun!
Für mich, für meine geliebten Kinder, für mögliche Ereignisse in der Zukunft – und alle meine anderen Mitmenschen!
Habt bitte noch etwas Geduld mit mir!
Die Alex schafft das schon noch! Nur so’n bisschen zumindest!
Die Spitzen nehmen, nicht ganz betäuben!

Und bis mir das gelingt?
Hab ich noch immer meinen Crosstrainer!
Und viel Walnuss-Eis mit Eierlikör! 😉

Bleibt mal locker!

Eure 

Alex

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Ein Gedanke zu “Emotionen raus!

  1. Dresden Mutti Antworten

    Einiges kommt mir ziemlich bekannt vor… Manchmal sind wir aber auch echt streng mit uns und müssen vielleicht gar nicht so viel ändern, wie wir meinen. Warteschleifen sind ja zum Beispiel einfach ätzend! :-p

    0

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