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Destination: Montag

Liebe Fluggäste,
bitte ziehen Sie Ihre weichen Schlafmasken noch nicht aus.
Es ist noch etwas Zeit.
Nur ein bisschen noch, aber die sollten Sie unbedingt genießen!

Ungefähr geschätzte Zeit bis zu unserer Destination: 67 Stunden und 54 Minuten.
Ruhen Sie sich gerne noch ein klein wenig aus, Sie werden die Kraft brauchen!
Ganz, ganz sicherlich.

Schade nur, dass Sie gerade nicht sehen können, wie hübsch die Sonnenstrahlen bereits durch mein Fenster scheinen und eine weiße, dicke Wolkendecke unter uns vorbeizieht.
Schön sieht’s hier oben aus und könnte ewig so weiter gehen.
Friedlich, ruhig und fernab jeglicher trüber Gedanken.

Hinter uns liegt eine lange und abwechslungsreiche Reise.
Sechs unterschiedliche Gewässer durften wir gemeinsam bestaunen, Berge erklimmen und Städte erkunden.
Auf unserer Reise durch drei Länder sahen wir, wie schön das Leben und die Welt sein kann und wie wichtig wertvolle Familien-Zeit und ein gewisser Zusammenhalt ist.
Hätten Sie sich nur nicht allzu oft um den Tomatensaft – äh den Controller – gezankt! 😉

Es war eine schöne Reise!

Wir backten Kuchen, veranstalteten ganze Festmahle, feierten die größten Parties und verabschiedeten uns tränenreich von lieb gewonnenen Lebewesen.
Ja, emotional war sie, diese Reise!
Sehr sogar.
Glück, Freude, Rührung, Frust, Verzweiflung, Hoffnung – es gibt nicht genügend Nomen, um die vergangenen sechs Wochen zu beschreiben. Doch Eines war die hinter uns liegende Zeit gewiss nicht:
Langweilig! (ich weiß, dass es sich nunmehr um ein Adjektiv handelt! 😉 )

Auch werde ich mich am Zielort nicht von allen Fluggästen dieses gemeisamen Weges verabschieden müssen!
Aber ich höre es jetzt schon:
Das Gemeckere und Gezetere, das Geheule und Gescheie unzfriedender Fluggäste, werden sie in Stunden (Großer Gott! Wir reden hier nur noch von Stunden!!!) dazu aufgefordert, dieses vertraute Luftschiff zu verlassen.

Möglicherweise werden Ihre Augen ein klein wenig brennen und Sie müssen sich erst wieder einmal akklimatisieren.
Rechnen Sie mit unüberwindbarer Übellaunigkeit und verloren gegangener Motivation.
Nicht nur bei mir, sondern leider auch deutlich spürbar an Ihrem eigenen mehr oder weniger kleinen Körper.

Das Klima wird rau!

Ja, die Veränderung werden Sie deutlich spüren!
An unserem Zielort weht ein gänzlich anderer Wind.
Rau und kühl, vielleicht sogar ein klein wenig verregnet wird es sein und fern der gewohnten Zeitzone!
Denn auch hierauf müssen Sie sich leider mental und physisch vorbereiten:
Wir verlassen eine ganz eigene Zeit-und Comfort-Zone!

Stellen Sie sich auf den härtesten Jet-Lag seit langer Zeit ein!
Ganze vier Stunden wird der Zeitunterschied teilweise betragen und der Absturz in’s eiskalt-gefrorene Wasser scheint unvermeidbar.
Jegliche zuvor angestrengte Trainings- und Zeit-Umgewöhnungsversuche scheitern ohnehin kläglich.
Versuchen Sie’s erst gar nicht!

Der angeflogene Zielort ist im Übrigen auch ein Spaß- und Quality-Zeit-Fresser!
So viel kann ich schon einmal verraten.
Sie werden sich wieder an ein gänzliches neues Vokabular, eine ganz eigene Alltags-Sprache gewöhnen müssen.
Lieblingswort dieser ganz und gar eigenartigen Sprachweise:
Termine!

Von nun an, wird sich ihr Leben selbst in Kindheits-Tagen nur einzig und allein um die Einhaltung dieser – mit den damit verbundenen Uhrzeiten – drehen!

Aber ich schnattere hier zu viel.
Lehnen Sie sich nochmal entspannt zurück, verstellen die Rückenlehne (und ärgern damit zutiefst Ihren Hintermann) und nippen Sie am Orangensaft einer Marke, die zwar auch im hiesigen Supermarkt erworben werden kann, aber nur hier oben besonders gut schmeckt!

Es ist mit Turbulenzen zu rechnen!

Doch schnallen Sie sich bitte alsbald an!
Denn von fortan könnte mit ungeahnten Turbulenzen zu rechnen sein.

Während wir uns langsam in den Sinkflug begeben.
Ein Sinkflug, der gefühlt dem freien Fall sehr nahe kommen wird.
Und während wir graue Wolken durchbrechen.
Holprig und wackelig könnte sich der letzte Teil unseres Höhenfluges für Sie anfühlen.
Als ob Sie das Ziel gerne nie und nimmer erreichen wollten.

Ich im übrigen auch nicht.
Denn mir hat er gefallen, mein Job.

Ich habe gerne mit einigen unserer Fluggäste noch Vormittags im warmen Bett gekuschelt und auch die vertraute, längere Anwesenheit des Kapitäns schmeichelte zugegebenermaßen Ego und Seele! (Boah! Kopfkino-Alarm!!! 😉 ).

Vorbereitungen während des Landeanfluges

Ab dem jetzigen Zeitpunkt werde ich Sie dazu nötigen, noch einmal sorgfältigst Ihr Handgepäck zu durchforsten.
Nach gespitzen Buntstiften und aufgefüllten Füllhaltern.

Ich werde Sie dazu zwingen, mit mir gemeinsam im Bordshop linierte und karierte Hefte mit und ohne Rand und diversen Nummern auszuwählen.
In den unterschiedlichsten Farben und Kennzeichnungen!

Ich werde versuchen, Sie davon zu überzeugen, wie notwendig eine ausgezeichnete Vorbereitung bis zum Aufsetzen dieses Luftschiffes ist – und Ihnen die Nutzung diversester Tablets und Board-Entertainment-Programme untersagen.
Weil es diese am Zielort auch nicht mehr so ausgiebig geben wird!

Weil während der Landung Sitze aufrecht sein müssen und Fenster-Rolladen den freien Blick auf das Unvermeidbare gewähren sollen!
Sie haben ja noch die Armlehne zum Festklammern, denn die muss unten sein.
Gerne klammere ich auch zurück!
Denn ganz klammheimlich zugegeben:
Mir ist auch niemals ganz wohl.
Beim Landeanflug auf den ersten Tag nach den langen Sommerferien!

Haben Sie ein schönes letztes Ferien-Wochenende!

Ihre Kabinenchefin

 

Alex

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. wir haben noch etwas, aber da sagst du was. Mir grauts jetzt schon und bis auf Schulbücher haben wir noch nichts besorgt. Neue Turnschuhe und die 2 DIN A4 Seiten Liste fürs Gymnasium abarbeiten. Ich wünsche Euch ein schönes letztes Ferienwochenende!

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