Nachrichtenflut: Dann haut Euch doch die Köpfe ein – Corona-Tagebuch – Tag 51

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Ich habe heute Gartenarbeit gemacht.
Dabei hasse ich Gartenarbeit.
Ehrlich!

Ich habe keine Ahnung, was mit Grünzeug aller Art anzustellen ist und welches davon es zu eliminieren – oder lieber zu hegen und pflegen gilt.
Pflanzen werden von mir entweder ersäuft – oder sterben eines kläglichen Dürre-Todes.

Und pflanze ich einmal mit den Kindern im Hochbeet etwas an, wachsen und gedeihen Blätter eigenartigen Ursprungs deren Identifikation mir – zumindest bis dato – schier unmöglich ist! 😉

Ich entscheide lediglich nach Optik, welches Kraut milde von mir übersehen und welches energisch aus Fugen und Mulch gerupft wird – und ebenso planlos gehe ich üblicherweise mit der Garten-Schere vor.

Heute aber bin ich besonders tatkräftig im Umgang mit der Schere.

Ohne Sinn und Verstand fuchtele ich um mich,  kürze und stopfe Zweige in die Bio-Tonne.

Warum aber mache ich das?

Weil es mich ablenkt und auf andere Gedanken bringt!

Weil meine Hände gerade nett verpackt in Garten-Handschuhen stecken und viel zu schmutzig sind, um das Handy zu checken.

Und vor allem weil ich so keine Nachrichten verfolgen kann – und das heute auch ganz und gar nicht will!

Schlagzeilen kotzen mich dieser Tage an.

Ich komme nämlich gar nicht mehr hinterher.

Habe das Gefühl, zum Einen zwar informiert sein zu müssen, zum Anderen fühle ich mich jedoch noch immer ob der Flut an – sich teilweise widersprechenden – Informationen überrollt!

Zumal aktuell ohnehin jedes Bundesland zu machen scheint, was ihm gerade in den Sinn kommt!

Was denn nun?

Lockerungen ja gerne – aber bitte nicht allzu schnell!
Oder doch lieber gestern als morgen?

Kita-Kinder spielen alle wieder bis Pfingsten gemeinsam im Sandkasten – oder war’s nicht vor ein paar Tagen noch der August?

Die Viertklässler müssen auf den Übergang in die weiterführende Schule vorbereitet werden – aber andererseits kann man ihnen das nicht zumuten!

Biergärten machen in Bayern wieder auf, weil die Sonne ja so schön scheint und wir alle wieder Frühlingsgefühle haben wollen – nur angeregt und feucht-fröhlich dicht an dicht miteinander unterhalten, das sollten wir bitte tunlichst unterlassen!

Ja, es fällt mir schwer, die für mich relevanten Informationen heraus zu filtern – also lasse ich es lieber ganz!

Die Welt erscheint mir aktuell wie ein einziger Kindergarten!

Ein lustig-trauriges Schauspiel, in welchem sich Politiker, Ministerpräsidenten und Eltern gleichermaßen die Köpfe einhauen!

Im Zweifel sogar das alles zu Lasten unser aller Gesundheit.
Denn die ist gedanklich ein wenig weiter nach hinten gerutscht.
Aber was weiß ich schon.

Corona scheint in den Köpfen vieler „vorbei“, „Pandemie“ ein Nomen aus vergangen Zeiten (wieso glauben das eigentlich alle?) – und ein gewisses Gefühl der Kontrolle hat sich eingestellt.

Wir Helden haben doch alles prima gemacht!

Jetzt soll es in möglichst großen Schritten voran gehen.
Nun, ich bleibe skeptisch.
Doch vielleicht weiß ich es wie gesagt auch einfach nicht besser.

Macht doch bald alle was ihr wollt – ein Gefühl der Resignation

Ich weiß nur, dass ich aktuell auf das alles so wenig Bock habe, dass mir bald alles sogar so richtig egal ist!

Ich resigniere schon seit einigen Tagen, will nicht mehr kämpfen und schon gar nicht laut und rebellisch sein.

Ich will keine Entwicklungen fürchten, keinen Hashtag nutzen, der Begriffe wie „Corona“ und „Eltern“ miteinander verbindet, und versuchen Dinge zu ändern, die nicht in meiner Hand liegen.

Und manchmal fühle ich mich in diesen Wochen wirklich ein klein wenig fehl am Platz.

Ich will gar nicht mit den Anderen im großen Bälle-Bad sitzen – diesem einzigen, riesigen Kindergarten!

Mag nicht die runden, bunten Plastik-Dinger als Wurfgeschosse nutzen.
Immer schön fleißig auf die Köpfe Anderer.

Der neue Alltag?
Ist mir egal.
Es ist mir egal, ob nun Möbelhäuser, Baumärkte oder gar ganze Shopping Malls öffnen.

Und die Sache mit einer schrittweisen Rückkehr in Schule und Kita?

Wird für mich persönlich vermutlich nur komplizierter!
Bei drei Kindern unterschiedlichen Alters!
Warum also soll ich hier kämpfen und fordern?

Ich will die Geschehnisse auf mich zukommen lassen, denn ich habe aktuell ganz andere Sorgen.

Ob unsere Spaziergänge bald wieder vorbei sind? Kinder-Garderobe zu Corona-Zeiten: Masken und Desinfektionsmittel liegen bereit….

Bald wieder allein

Mich belastet dieser Tage nämlich ein ganz anderes Gefühl.
Da bleibt kein Raum, die Ideologien eines jeden einzelnen Ministerpräsidenten zu verfolgen.

Mich überkommt derzeit das Gefühl der Ungewissheit und Unsicherheit.

Der Gatte begibt sich übermorgen auf eine längere Dienstreise und etwaige Änderungen werden primär mich betreffen.

Ich werde dann wieder alleine mit den Kindern sein.

Eine Umstellung nach vielen, vielen Wochen.

Und nachdem vor 14 Tagen das Vorhaben in Hessen, auch Viertklässler wieder schnellstmöglichst in die Schule zu schicken, gekippt wurde, fühlen wir uns nun noch einmal mehr in einem ungewissen Schwebezustand.

Denn seitdem fiel kein Wort mehr, wie es denn weitergehen soll.
Vielleicht ja morgen.
Oder heute im Laufe des Tages noch…

Öffnen die Schulen wieder, wird es für uns vermutlich komplizierter!

Bekanntlich brenne ich ja nicht wirklich auf eine vorschnelle Schul-Öffnung.

Ich habe mich aber mittlerweile ob des ganzen Hin und Her ein wenig mit dem Gedanken anfreunden können.

Wir waren ja schon einmal an dem Punkt – und kratzten haarscharf nochmal die Kurve.
Sollte es jetzt also bald so sein, dann sei es drum.

Die mittlere Tochter würde sich riesig freuen.

Und was will ich auch schon machen?

Belastend finde ich jedoch den Gedanken, dass die Umstellung möglicherweise Schlag auf Schlag bei beiden Schulkindern hier im Hause von statten gehen soll!
Und das eben während der Abwesenheit des Gatten.

Dann bin ich es alleine, die improvisieren und umdenken muss, die einen neuen (Zeit-) Plan braucht – und Taxifahrten einkalkulieren sollte. Fahrten in sehr frühen Morgenstunden vermutlich.
Ich kann es nicht leugnen, dass mich dies in keinster Weise begeistert. 😉

Aber Bus fahren!?

Möchte ich meinen Sohn sehr wahrscheinlich nicht lassen!
Wie soll das auch gehen?
Dicht an dicht wie die Ölsardinen?
Da nutzt wohl die beste Gesichtsmaske nix!

Ja, es sind Gedanken wie diese, die mich heute in den Garten jagten.

Die dafür sorgen, dass ich dieses Durcheinander an Berichterstattungen von nicht enden wollenden Diskussionen ausblenden möchte.

Vielleicht sogar sollte ich es für den Rest des Tages ganz weglegen.
Das Mobiltelefon.

Sollte mich einfachen und praktischen Dingen zuwenden.

Das hatte sich schon in den vergangenen Tagen mehr als bewährt – und soll mir auch heute weiter helfen.

Und morgen?
Ist einfach ein neuer Tag!

Komme was wolle.

Eure 

Alex

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