Unser Kroatien-Abenteuer ist zu Ende. Nachts nach Hause fahren – lohnt das mit Kindern?

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Wir sind wieder zu Hause – und ich schaue auf einen Urlaub der ganz besonderen Art zurück.
Nach all‘ den blöden, vergangenen Monaten blickte ich voller Hoffnung aber auch Zweifel auf den anstehenden Sommerurlaub.

Ein Urlaub, von dem wir bis kurz vor der Abreise ja gar nicht wussten, ob und in welcher Form er jemals stattfinden würde.
(Und wie so oft, sind meistens die spontanen Dinge, die aller schönsten! 🙂 )

Und dass ich hier nun gleich das Folgende schreiben würde, daran hätte ich im Traum nicht gedacht:

Hinter mir liegt der schönste Sommer-Urlaub seit Jahren!

Trotz oder vielleicht sogar wegen Corona.

Unser ganz eigenes individuelles Abenteuer.

Wir wussten zu Beginn nicht genau, wohin die Reise nach einer Woche Ferienhaus in Kroatien letzten Endes noch führt – und wurden mit so vielen wunderschönen, zusätzlichen Extra-Sommer-Tagen und Erlebnissen belohnt!

(Ok…ein klein wenig traumatisiert bin ich möglicherweise auch – wie kann man(n) nur nackt Speedboot fahren!?
Bis dato wusste ich schlichtweg nix vom FKK-Land Kroatien 😉 )

Zum ersten Mal seit Langem jedoch konnte ich wieder….

…..loslassen und den Sommer spüren.
Konnte ihn fühlen und leben.
In all‘ seinen Facetten.
(das klingt jetzt doch irgendwie unpassend nach dem zuvor geschriebenen 😉 )

Ich war gelöst, sorgenfrei und glücklich!
Und das zu Corona-Zeiten!

Oder vielleicht genau deswegen?

Handelt es sich hier um eine reine Kopfsache?

Was auch immer es war, wir (alle Fünf in Textilien) konnten unbeschwerte Tage unter der Sonne Istriens genießen – und trafen nicht auf die sonst üblichen Menschen-Mengen.

Was definitiv an der aktuellen Corona-Situation gelegen hat, sich jedoch sehr zu unseren Gunsten auswirkte.

Weder auf dem Campingplatz konnte von Überfüllung die Rede sein, noch an den Stränden, im Aqua-Park oder gar den engen Gässchen von Rovinj.

Es war, als gehörte der Sommer uns und den anderen „Mutigen“, die ebenfalls reisten.

Mit der Zeit verflog auch ein klein wenig die Angst und wich viel Familien-Zeit und Momenten, welche ganz unsere waren!
Oder mich mir selbst wieder ein Stück näher brachten!

Und ich sage es hier und jetzt – und stehe auch absolut dazu:

Ich hätte mich so was von in den eigenen Arsch gebissen, wären wir in diesem Sommer zu Hause geblieben!!!

Einen wunderschönen letzten Tag verbrachten wir gestern noch auf „unserem“ Campingplatz in der Nähe von Porec. Denn das war der Plan.

So hatten wir unsere Heimreise geplant

Da in der aktuellen Lage viele Mobilheime auf dem Platz leer stehen, konnten wir unseres bis zum Abend nutzen

Der letzte Tag am Pool, der morgenliche Lauf und ein allerletztes Mal ganz viel Sonne tanken (ich werde zu Hause ohnehin wieder nicht Chancen dazu nutzen und wahrnehmen!) waren somit noch gesichert.

Ursprünglich wollten wir gegen 18 Uhr nach dem Duschen, Packen und Auto-Beladen fahren.
Doch da irgendwann irgendwo auch noch fünf hungrige Mägen gefüllt werden wollten, entschieden wir uns dazu, vor Abfahrt noch einmal gemütlich beim Outdoor-Bistro Essen zu gehen.
Ein Fehler? Möglicherweise! 😉

Dummerweise fährt es sich nach einem Tag voller Sonne und Meeresluft sowie mit prall gefülltem Magen nicht ganz so gut.

Bereits die Tage zuvor stellte ich eine gewisse, lähmende Müdigkeit bereits in den frühen Abendstunden fest.
Was im Urlaub ja ganz chillig sein mag, ist für eine nächtlich geplante Heimreise jedoch nicht ganz so von Gunsten.

Ich pumpte mich also letzten Endes mit zwei Dosen Koffein-Brause voll! 😉

Hey was geht ab? Wir fahren die ganze Nacht!

Die wirkten schnell (ich befürchtete zwischenzeitlich einen plötzlichen Herzstillstand) und gegen 19.30 ging die Fahrt endlich los – immer dem Sonnenuntergang entgegen.

Einen letzten Blick durfte ich vom Steuer aus (ich entschied mich dafür, zuerst zu fahren) auf das schimmernde Meer werfen und diesen glutroten Feuerball, der nahezu im Wasser zu versinken schien!

Die Grenze nach Slowenien passierten wir problemlos – niemanden interessierte es, wo wir herkamen und was wir vorhaben.
Soviel zu der Auflage, als Kroatien-Rückkehrer binnen zwölf Stunden durch das Land brausen zu müssen.

Da Slowenien aber ohnehin nicht allzu groß ist, legten wir unsere Strecke bis zum Karawankentunnel, vorbei an Ljubiljana und Kranj in sehr kurzer Zeit zurück und am Tunnel erwartete uns absolute Leere!

Was war das für ein heroisches Gefühl, ohne Block-Abfertigung und stundenlange Wartezeit einfach durch den Tunnel hindurch zu fahren!

Was definitiv an der Uhrzeit lag (zu diesem Zeitpunkt waren wir von unserer Idee, durch die Nacht zu fahren noch hellauf begeistert) als auch am Werktag, schließlich reisten wir in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.

Ich selbst schaffte es, bis auf die Tauern-Autobahn zu fahren.
Doch dann machte mir ein Gewitter mit Starkregen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Ein schlechter Nachtfahrer

Ohnehin nicht wirklich begeisterter Nachtfahrer, musste ich kurz vor Mitternacht passen und das Steuer in die Hände des Gatten geben – ich sehe bei Regen und Dunkelheit sehr schlecht, Lichter irritieren mich.

Nun also durfte ich dösen – der Gatte konnte dies zuvor jedoch nicht wirklich (was defintiv NICHT an meiner Fahrweise lag! 😉 ) und ich machte mir schon Sorgen, ob wir die Nacht „schaffen“ würden.

Auf der Rückbank jedoch war alles friedlich, auch wenn die Kinder selbst lediglich dösten, so verlangten sie in der Nacht nach deutlich weniger Pausen – und auch die allgemeine Übelkeit bei der Kleinsten stellte sich dann nicht so schnell ein.

Natürlich war es auch toll über absolut leere Autobahnen zu fegen!

Wäre da nur nicht das Unwetter und der wachsende Erschöpfungszustand bei beiden Erwachsenen.

Im Chiemgau angekommen waren wir beide soweit, doch nach einem Hotel Ausschau halten zu wollen, um dort einige Stunden zu Fünft zu nächtigen – und erst am nächsten Morgen weiter zu fahren.

Doch ließen uns Zweifel die Idee schnell verwerfen. Wir wollten es weiter probieren.

Das Auto muss immer in Bewegung sein!

Als sich der Gatte jedoch entschied, kurz auf einem Parkplatz zu rasten und Augen zu schließen, mussten wir bitter diese Entscheidung bereuen!

Denn – und so ungern ich über die eigenen Kinder hetze – muss ich feststellen, dass ALLE unsere Kinder in einem gewissen Punkt wohl doch noch Säuglingen ähneln! Muss so sein! 😉

Den kaum rollte das Auto auf den Parkplatz und kam zum Stillstand, raschelte, strampelte, kruschpelte und plapperte es verwundert im Hintergrund.
Urplötzlich taten Beine und Rücken weh, der Bruder/die Schwester nervte – und an eine Ruhepause war nicht mehr zu denken.

Offensichtlich muss auch bei größeren Kindern das Fahrzeug immer schön schaukeln und in Bewegung sein, um RUHE auf der Rückbank zu haben! 😉

Wir mussten kämpfen

Für eine Übernachtung war es allerdings nunmehr definitiv zu spät – oder sogar schon zu früh und wir kämpften uns weiter die Autobahn entlang gen Norden.

Nervös beobachtete ich dabei stets die vom Navi prognostizierte Ankunftszeit aus dem Augenwinkel. 05.15 Uhr – es würde dann also schon hell sein.

Genau DAS wollte ich eigentlich vermeiden!

Denn meine große Befürchtung war es, dass dann drei aufgedrehte Kinder den Tag willkommen heißen – und niemals (!) freiwillig noch einmal das Bett aufsuchen würden.

Ich wollte eigentlich wirklich nicht frühmorgens zu Hause ankommen!
Wohlwissend, dass der darauffolgende Tag dann grausam sein würde!

In der Tat erreichten wir im MorgenGRAUEN um 05.30 Uhr unser Zuhause.

Nach zehn Stunden Fahrt mit lediglich Minuten-weise Pause.

Entgegen meiner Befürchtungen legten sich sogar freiwillig drei Kinder noch einmal für fünf Stunden in’s Bett und der Mittwoch konnte einen halbwegs normalen Verlauf nehmen.
Sofern man den ersten Tag nach einem langen Urlaub überhaupt „normal“ nennen kann.

Würden wir es wieder machen?

Durch die Nacht fahren? An einem Stück – von Istrien bis nach Hessen?

JEIN.

Es hatte durchaus Vorzüge, das muss ich zugeben.

Und noch immer fasziniert mich die Erkenntnis, dass alles machbar ist – auch mit drei Kindern im Gepäck.

Die zehn Stunden Fahrt fühlten sich definitiv nicht als solche an und die Kinder brauchten weniger Pause, wir fuhren nicht durch die Gluthitze (dafür abermals starke Gewitter) und gerieten in nicht einen einzigen Stau!

Aber es war schon anstrengend und was unser beider Kräfte betrifft grenzwertig.

Im Nachhinein müssen wir sagen, hätten wir vorzugsweise eher gegen 17 Uhr in Istrien abreisen sollen – 19.30 Uhr war definitiv zu spät!

Es wäre netter gewesen, noch bei Dunkelheit zu Hause einzutreffen und wenigstens noch ein paar Stündchen „Nacht“ zum Schlafen zu haben.

Mir persönlich hätte sogar eine Zwischenübernachtung gefallen.

Irgendwo nett in den Bergen.

Gerne wäre ich morgens nach einem entspannten Frühstück weiter gefahren und erst gegen Nachmittag zu Hause eingetroffen, spät genug, dass die Kinder kein Entertainment-Programm mehr fordern könnten (die Erste schrie bereits bei Morgengrauen nach dem Freibad! 😉 ) aber früh genug, um noch in Ruhe das Auto ausräumen zu können!

Denn das konnten wir morgens um halb sechs nicht auch noch machen – wir ließen alles wie es ist. Bis zum Vormittag.

Ich selbst mag den Stress nicht, wenn bereits wenige Stunden nach Ankunft die Kinder gleich ihre Freunde treffen wollen oder gar einen Schwimmbad-Besuch fordern, derweil alles noch dreckig in Taschen und Koffern versteckt ist.

Solche Diskussionen kommen einfach gar nicht erst auf, erreicht man das Zuhause am späten Nachmittag/frühen Abend.

Und dennoch haben wir ein nächtliches „Durchfahren“ nicht aus künftigen Planungen gestrichen!

Nur eben wollen wir es ein klein wenig anders timen!

Was bleibt?

Mir bleiben nunmehr ganz viele wunderbare Erinnerungen an eine aufregende Zeit.

Unfassbar viele schöne Handy-Fotoaufnahmen und noch mehr Ladungen Dreckwäsche.

Der Mount Washmore wurde bereits erfolgreich von der Kleinsten erobert – und langsam, so ganz allmählich lichtet sich das Chaos! 😉

Habt alle noch schöne Ferien!

Eure 

Alex

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