Tränenreich – Unser Einschulungs-Wochenende 15./16.08.20

21+

Samstag

„Fang‘ jetzt bloß nicht an zu heulen!“
„Reiß‘ Dich einfach zusammen!“
„Kommt doch voll peinlich wenn Du jetzt in der Tasche kramst – und dann auch noch in’s Taschentuch schnäuzt!“

Im Nachhinein ärgere ich mich über derartige Gedanken.

Warum um alles in der Welt hab‘ ich nicht einfach Tränchen der Rührung laufen lassen?

Machte dem schweren Herzen, welches so gerne überquellen wollte, Luft?
Nur um die Contenance zu wahren!?

Während ich dem schönsten Lied lauschte, welches ich seit langer, langer Zeit auf die Ohren bekam!

Ein Lied, das gleichermaßen Mut, Trost und Zuversicht vermitteln soll – und verspricht, junge Erstklässler zu führen und an die Hand zu nehmen!

DAS Lied, welches….

….meine Tochter gesungen und aufgenommen hat!
Zusammen mit dem Schulleiter.

Das schönste Lied!

Die Stimme MEINER großen Tochter, welche noch nie zuvor so wundervoll, zart und klangvoll ertönte!
Das Lied, welches sie uns zuvor nicht verraten hatte und schon einmal gar nicht vor sang!

Es war also auch für uns eine Premiere in diesem Moment.

Auf der Einschulungsfeier meiner kleinsten Tochter.

Und aus dem Augenwinkel heraus konnte ich erkennen, wie selbst mein kleinstes Mädchen andächtig lauschte und selig lächelte!

Denn gibt es ein schöneres Geschenk, als ein solch wunderschönes Lied?

Ein Lied, das alle Menschen im Saal berührt (so wie auch diejenigen der Einschulungsfeier zuvor und auch danach) und von der eigenen Schwester gesungen wurde?

Dass meine Tochter ganz gut singen kann, wusste ich – aber so!?

Und so hoffe und bete ich aus tiefstem Herzen, dass mein Kind in Zukunft an sich glaubt und etwas aus dieser ganz und gar wunderbaren Gabe macht – drängen jedoch werde ich nicht.

Genug geschwärmt! 😉

Tatsache jedoch ist, die Stimme hallte noch lange in meinen Ohren an diesem Samstag – und begleitet von einem dezent genervten Augenrollen der großen Tochter spielte ich das Lied gewiss noch 25 Mal ab! 😉

Und vergoss‘ endlich viele, viele zurückgehaltene Tränchen.

So viel Rührung auf einmal konnte ich einfach nicht anders verarbeiten!

Denn nicht nur hörte ich die klangvolle Stimme der eigenen Tochter, auch nahm ich von meinem letzten „Baby“ Abschied.

Nun also habe ich ab der kommenden Woche drei Schulkinder!

Mein „kleinstes“ Mädchen wird groß und sollte fortan hier vielmehr „die Jüngste“ genannt werden.
Ich weiß noch nicht, ob ich mich dazu durchringen kann! 😉

Die Einschulungsfeier war schön!

Überhaupt muss ich zugeben, empfand ich unsere Einschulung unter Corona-Bedingungen so viel entspannter und schöner als die Feiern der Vergangenheit.

Dieses Mal saßen wir nicht in einer bis auf den letzten Winkel prall gefüllten Aula, zusammen mit vielen, vielen Omas, Opas, Paten, Freunden, Nachbarn anderer Kinder!

Nur die künftigen Klassenkameraden (es fanden an diesem Samstag drei Feiern in Etappen statt) und beide Elternteile.
Wir mussten nicht hektisch nach freien Parkplätzen suchen und uns mit Mühe einen freien Platz in der Schlosshalle erkämpfen!
Ganz alleine konnten wir uns auf unser Einschulungskind konzentrieren, die Atmosphäre war eine völlig gelöste und dennoch wirkten wir in der großen, hübsch dekorierten Aula eben nicht verloren!

Döner macht schöner!

Das Einschlungskind durfte im Anschluss selbst wählen, wo wir zur Feier des Tages zu Mittag essen.
Sie wählte den Lieblings-Döner Laden im Örtchen! 😉

Voller Stolz begutachtete sie am Tisch ihre neue Armbanduhr und erzählte mit leuchtenden Augen von der ersten Schulstunde.
Und mir? Fiel ein sehr, sehr großer Stein vom Herzen. Wenngleich es noch immer schwer und rührselig lastete.

Ein starkes Gewitter brachte zudem abenteuerliche Abwechslung in den Einschulungs-Nachmittag und die Luft roch klar und angenehm kühl!

Die Gefühle müssen raus!

Und da ich noch immer nicht wusste, wohin mit so viel Gefühl, Wehmut, Sorge (noch immer bin ich mir nicht sicher, ob und wie das Thema Schule zu Corona-Zeiten funktioniert) und platzendem Stolz (Leute! Dieses Lied!!!) tat ich das, was mir in einem solchen Fall wohl am Besten hilft!

Ich nutze das „schlechte“ Wetter und die frühen Abendstunden und ging laufen!

Es half zumindest semi-gut! 😉

Sonntag – Endzeitstimmung

Ich weiß, dass ich an diesem Wochenende Schwere und Trübsal nicht ablegen kann.

So ist es immer am letzten Wochenende nach sechs langen, wundervollen Wochen Sommerferien.

Ich weiß auch, dass mich derzeit zusätzliche Dinge belasten und zum Grübeln bringen – und ich heute Tränchen nicht werde aufhalten können.

Ich entlasse ab morgen drei Kinder wieder in die große, weite Schul-Welt und das unter nicht ganz so schönen Umständen.

Der Gatte wird wieder auf Dienstreise gehen und ich werde irgendwann eines Morgens von der Stille im Haus übermannt werden.

Das ist anfangs immer schwer für mich!

Und wenngleich so unendlich viele aufgeschobene Aufgaben und neue Projekte auf mich warten, muss ich meinen Platz am Vormittag erst einmal wieder finden!

Neue Aufgaben und Herausforderungen

In der Folgewoche werde ich sofern alles gut geht wieder selbst an der Grundschule mitwirken können und dort an einem Tag die Nachmittagsbetreuung übernehmen.
Darauf freue ich mich sehr!

Auch wenn sich der Kreis der Personen und Familien welchen wir begegnen immer mehr vergrößert und vermischt.
Doch muss es ja irgendwie weitergehen.
In einen neuen, alten Alltag.

Zudem überlege ich gemeinsam mit dem Gatten, entgegen aller Ängste und Zweifel die beiden großen Kinder doch Bus fahren zu lassen.

Mit Maske selbstverständlich.
Denn welches Bild vermittele ich sonst den Kindern?

Schüre ich Ängste und fördere Bequemlichkeiten?
Ich weiß es nicht.

Auch das wird die Zeit zeigen und sich ändernde Infektions-Zahlen werden ohnehin ein stetes Umdenken fordern!

Oh Sommer, bitte bleib‘ noch ein bisschen!

Heute wollen wir noch einmal ins Freibad geben, denn auch hier sehe ich ganz weit am Horizont schon die ersten Blätter fallen und Nebel aufziehen.

Ich möchte diesen Sommer noch nicht loslassen und mag daran festhalten solange es geht!

Denn irgendwann kommt die Zeit, in welcher wir nicht mehr draußen sitzen und essen können.
Eine Zeit, in der die Leichtigkeit der Sommermonate fehlt – und ein fieses Virus in geschlossenen Räumen leichtes Spiel haben wird.
Auch das lässt mich wehmütig schlucken.

Es ist wohl das Beste, in kleinen Schritten zu denken.

Und noch ist er da, der Sommer!

Halten wir es wie Ronja Räubertochter:

Sammeln wir uns einen großen Sommerkuchen zusammen und von dem werden wir leben, wenn nicht mehr Sommer ist!

Liebe Hessen, kommt gut in die erste Schulwoche!

Eure 

Alex

P.S. Wie immer – noch mehr Wochenenden in Bildern gibt’s drüben bei grossekoepfe! (Werbung durch Verlinkung)

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