Guten Morgen, ich bin die Mutter, die…..

25+

Guten Morgen, ich bin die Mutter, die heute früh an alles denken – und alles richtig machen wollte!

Die Mutter, die extra nicht mehr auf ihr Handy schaut, am so frühen Morgen, damit keine Ablenkung da ist und wir uns nicht vertrödeln.

Damit der Zeitplan eingehalten werden kann und mein jüngstes und kleinstes Kind pünktlich und entspannt zur Schule kommt.

Ich bin die Mutter, die daran denkt, dass das Kind gleich in die bequeme Leggings für den Sportunterricht schlupft – und die Mutter, welche den Turnbeutel aus der Garderobe fischt und diesen vor die Haustüre platziert.

Damit wir ihn bloß nicht vergessen!

Ich bin die Mutter, die den Tee kostet, bevor sie ihn in die Thermosflasche füllt, um zu prüfen, dass er wohl temperiert ist, und ich bin die Mutter, die heimlich zuckert.
Damit das Kind trinkt und hoffentlich nichts vom Boykott des „zuckerfreien Vormittages“ verrät.

Ferner bin ich die Mutter, die über Zähnchen drüber putzt, Haare mit Leichtkämm-Spray frisiert und Gurkenscheiben in die Pferde-Brotbox füllt.

Denn ich will alles richtig machen, damit alles funktioniert! An diesem Morgen.

Die Checkliste im Kopf

Ich bin auch die Mutter, welche im Auto sitzt und noch einmal alles gedanklich durch geht.

Gebügelte und somit sterile Eulen-Stoffmaske? Check!
Turnbeutel mit extra Wasser? Check!
Kind wach und angeschnallt? Check!
Schulranzen dabei und gepackt? Check! 
Zu beantwortende E-Mails für den Vormittag auf „Erinnerung“ gesetzt? Check!
Check, Check und nochmals Check!

Und trotzdem bin ich die Mutter, die sich im Auto eigenartig „nackt“ fühlt.

Nur warum?

Aber WAS fehlt?

Das „Warum“ offenbart sich mir wenige Minuten später.

Als ich hübsch frisierte Erstklässler in Hemd und Kleidchen sichte.
Stolzen Schrittes mit der lieblichst zusammengebundenen Schultüte gen Schulgebäude eilen.

DIE Schultüte, die mit einem Luftballon gefüllt ist – so wie es uns Eltern aufgetragen wurde.
Die Schultüte, welche WIR nicht dabei haben.
Das Kleid, welches MEINE Tochter nicht anhat.

Weil ich eben auch die Mutter bin, welche sich zwar eine Erinnerung zum Fototermin des Schulfotografen ins Mobiltelefon einspeicherte, aber aus soeben genannten Gründen nicht mehr auf das Display schaute.

Ich bin also die Mutter, die vergaß und versagte.

Ich bin die Mutter, die beschwichtigend über den gewaltigen „Fauxpas“ hinweg tröstet und dem Kind verspricht, im Affenzahn nach Hause zu düsen und Versäumtes (nach) zu holen!

Dabei bin ich in just jenem Moment die Mutter, die am liebsten sich nunmehr selbst schreiend und tobend mit geballten Fäusten auf den Gehweg schmeißen würde – und unter Tränchen diesen bekloppten Fehler verfluchen mag.

Stattdessen jedoch bin ich die Mutter, die bemüht sanft lächelt und sagt, was sie nun einmal zu sagen hat:

„Alles halb so wild. Ich bin gleich wieder da!“

Als ginge es um Leben und Tod!

Ich bin die Mutter, die hastig vom Auto-Telefon aus den im Homeoffice befindlichen Gatten anblökt, jetzt aber schnell schon mal für mich einen Luftballon zu finden und aufzupusten (er findet keinen runden, nur einen länglichen) und unter Schnappatmung und von Selbstvorwürfen gebeutelt nach Hause pest.

Weil ich’s immerhin kann!
Denn ich bin ebenfalls die Mutter, die zu Hause ist und freiberuflich ja ohnehin „nix schafft!“.

Ich bin Minuten später die Mutter, die auf selbstauferlegte Regeln pfeift und mit staubigen Schuhen durch’s Haus eilt, um Kordel (zum Zubinden der flatterigen Tüte) und das Kleidchen vom Tag der Einschulung (fürs Foto) sucht.

Ich bin die Mutter, die das Kleid ungebügelt aus dem überdimensional großen Korb angesammelter Bügel-Wäsche fischt und Staub-aufwirbelnd wieder aus der Hofeinfahrt fährt.

 Die Mutter bin ich, deren Mittelfinger nervös zuckt!

Als der „Penner“ vor ihr an der endlich, endlich grünen Ampel nicht umgehendst Gas gibt!
Und ich bin die Mutter, die Dinge wie „verfickte Scheiße“ und „verfluchte Kacke
(ich weiß, ich sollte es hier jetzt eigentlich mit **** zensieren) zwischen zusammengepressten Zähnen hervorzischt.
Oder eben Lippen angespannt aufeinander petzt – und sich noch immer ob ihres fatalen Fehlers steinigen möchte.

Das Drama im Kopf

Denn so fühlen wir Mütter nun einmal!

Ich bin also die Mutter, welche sich an diesem Morgen für DEN Total-Schaden und Endlos-Versager hält – und Gas gibt, als gälte es über Leben und Tod zu entscheiden.

Ich bin die Mutter, die am liebsten mit Blaulicht auf’m Kopf den Schul-Fussgänger-Weg hoch hechten würde, damit das Kind bloß nicht als Einziges auf Schultüte und (zerknittertes) Kleidchen warten muss.

Ich bin aber immerhin auch die Mutter, die tatsächlich um 8 Uhr 3 bei der Klasse der Tochter eintrifft – und vom Kind freudestrahlend (warum ist die mir nicht böse!?) empfangen wird.

Ich bin die Mutter, die weder von Anderen schepp angekuckt wird, noch auf den wertenden Blick der Lehrerin trifft.

DAS bin ich alles komischerweise nicht! 😉

Denn vielleicht spielen sich jene mini-kleinen Dramen des Alltags auch einfach nur in unseren verschlungenen Mütter-Hirnen ab.
Und wir sind trotz allem, trotz aller Schusseligkeiten und Vergesslichkeit einfach nur EINE MUTTER.

 

Eine, die ihre Kinder von ganzem Herzen liebt und eben ALLES für diese tun würde.

Und genau so, sind wir gut!
Ob mit oder ohne Schultüte.

Einfach nur, weil es uns gibt – und wir für unsere Kinder ohnehin Heldinnen sind!

(Vom ebenfalls dahin genuschelten „verfluchten Vollpfosten“ auf der rasanten Fahrt in geheimer Schultüten-Mission erzähle ich dem Kind später einfach nix! 😉 ).

Tief durchatmen, denn shit happnes immer und all the time! 

Eure 

Alex

P.S.:
Ich arbeitete an diesem Vormittag noch konzentriert an einem Projekt.

SO konzentriert, dass ich den neu-geänderten Stundenplan – und somit das abzuholende Erstklässler-Kind beinahe vergaß.
Es erklärt sich von selbst, dass nach Erkenntnis dessen abermals nur „lahme Vollidioten“ auf der Straße unterwegs waren! 😉
Darf ich heute BITTE einfach wieder zurück in’s Bett?? 😉 

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