Wir wären dann mal urlaubsreif! Wie geht es uns im neuen (Schul)-Alltag?

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Also ich muss jetzt mal was zugeben:

Ich bin durch! Urlaubsreif! JETZT schon!

Ganz ehrlich, der neue, alte pre-während-eventuell-irgendwann-apres-Corona-Alltag überfordert mich gerade ein klitzekleines bisschen und laugt mich aus!

Seitdem die Schule vor etwas mehr als vierzehn Tagen begann, bin ich durch und strauchele mit dem, was sich künftig endlich wieder Routine nennen möchte.

Doch so richtig möchte sie sich einfach nicht einstellen – die Routine.

DAS sind wir einfach nicht mehr in der Form gewohnt!

Wie auch, leben wir doch genau genommen erst seit zwei Wochen das, was wir im Februar noch mit einem resignierenden Achselzucken tagtäglich wuppten.

Damals kannten wir es nicht anders, mussten da durch – und wurden von jetzt auf gleich ausgebremst.

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass….

……ich die Monate der Isolation und Entschleunigung sogar teils genossen habe – und meine Kinder gerne um mich herum hatte.

Zwar wünschte auch ich mir, dass nur von einer vorübergehenden Ausnahme-Situation die Rede ist, doch ging es mir in diesen Monaten gesundheitlich deutlich besser als in jüngster Zeit!

Denn wir konnten schlafen!

ICH konnte schlafen!

Dieses Chaos an Terminen, dieser tägliche Wahnsinn mit der Koordination dreier Kinder blieb aus.
Waren ja eh alle daheim.
Da mussten wir einfach durch – und das zu unserem eigens aufgestellten Zeitplan.

Nun aber stehen wir wieder jeden einzelnen Morgen um sechs Uhr auf.

Und gehen alle gefühlt viel zu spät ins Bett.
Nicht nur ich, auch die Kinder.

Das merke ich – und bade Nachmittags aus, wie sehr auch sie der neue, alte Schulalltag fordert.

Ich gebe Gas, bis ich auf die Schnauze plumpse!

Ich jedoch leide beinahe schon körperlich an all‘ diesen verflixten Dingen, die für eine Mama im Hamster-Rad eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollten. Eigentlich.

Doch habe ich gerade das Gefühl, ich renne und flitze, gebe immer mehr Gas.
So sehr, dass ich mich bei einem plötzlichen, abrupten Stillstand überschlage und zusammensacke.

Das kann ich gerade bildlich gut beschreiben, weil unsere kleine Hamster-Dame genau DAS tagtäglich tut.
Autsch. 😉

Ich schlafe derzeit kaum mehr als fünfeinhalb Stunden pro Nacht.

Und tut sich unerwartet des Nachmittags mal ein Zeitfenster Leerlauf auf, breche ich auf der Couch zusammen.

Der Nacken schmerzt, der Rücken knackst – der Kopf scheint seit Tagen im Dunst der ewigen bleiernen Müdigkeit festzustecken.

Das trübt nicht nur die Sicht auf die schönen Dinge, sondern schlägt auch gewaltig auf die Stimmung.

Ich maule und keife also, gähne ununterbrochen währenddessen – und wische mir müde Tränchen aus den Augen, die beim Blick in den Spiegel in den vergangenen vierzehn Tagen um Jahre gealtert zu sein scheinen.

Dieses doofe Mental-Load-Dingens!

Dieses Mental-Load-Dingens hat mich dieser Tage so sehr im Griff, dass ich nicht einmal die Zeit finde, all‘ die wirr im Kopfe umher schwirrenden ToDos mittels Zettel und Stift zu ordnen und nach Prioritäten zu sortieren.

Elternbriefe von drei Kindern zieren die Küchen-Ablage und warten nur darauf, wahlweise abgeheftet oder abgearbeitet zu werden.
Hier eine Mail-Adresse bestätigen, dort eine Unterschrift mitgeben.
Geld abzählen und in Umschläge stecken – und die Termine von drei Elternabenden in’s Mobiltelefon abspeichern.

Ganz ehrlich? Ich muss mich erst wieder einfinden, in die tägliche Schul-Routine und mich selbst daran erinnern, täglich in drei Hausaufgaben-Hefte zu kucken und Aufgaben abzufragen.

Wenn 24 Stunden nicht ausreichen

Ich beginne den Tag stets in dem Glauben, am Vormittag endlich effektiv ganz viel erledigen zu können – und beobachte, wie mir die Zeit bedrohlich durch die Finger rinnt.

Weil Aufträge noch warten und Beitrags-Entwürfe für diese Seite hier bei Kooperationspartnern eingereicht werden müssen.

Weil die Krankenkasse bereits zum zweiten Mal fragt, was Blogger eigentlich so machen und verdienen (ich sollte die Sache mit den Äppeln und Eiern noch einmal deutlicher erläutern!!!) – und das Finanzamt die Einnahmenüberschussrechnung möchte.

Und wenngleich mir der Gatte lieberweise hier und da hilft, so sind es noch immer so viele Gedanken, die sich da im Hirn tummeln und ihre Kreise drehen.

Gedanken, die doch vor Wochen am kroatischen Meer noch gar nicht da waren!

Und Gedanken, welche ich glaubte, noch eine Weile aufschieben zu können.

Und ständig kommt eine Schippe drauf!

Stattdessen scheint die mentale Schubkarren-Ladung stets an Masse zu gewinnen!

Und ich weiß noch gar nicht genau, wo ich sie denn jetzt hinschütten soll.
Gilt verbrennen und ausrotten? 😉

Da sind die ganzen Arzt-Termine welche ich für die Kinder noch ausmachen muss (hatte ich schon einmal meine Warteschleifen-Phobie erwähnt? 😉 ) für die unterschiedlichsten Kleinigkeiten und Routine-Untersuchungen.
Noch ziert der Schmier-Erinnerungs-Zettel dafür ebenfalls den Küchen-Tresen.

Da sind aber auch die Zahnschmerzen bei der kleinsten Tochter – immerhin, hier steht der Termin – weil wichtig!

Und hier drüben? Ganz nah auf dem Sofa?
Da sitzt gerade das mittlere Kind, welches wegen leichter Bauchschmerzen am Morgen zu Hause ist!

Und somit Schulstoff später nachholen müssen wird.

Und unweigerlich mit dieser Tatsache verbunden sind da ebenfalls die beiden Männlein jeweils rechts und links am Ohr.
(NEIN! Sie dreht jetzt nicht endgültig durch! 😉 )

Lässig hocken sie auf der Schulter und flüstern:

„Lass‘ Dich nicht veräppeln“

zischt der Eine zynisch

„Aber in Corona-Zeiten musst Du doch vorsichtig sein und Dein Kind auch bei Kleinigkeiten zu Hause lassen – allein aus moralischen Gründen!“

wirft der Streber mit den Gewissensbissen ein!

„Aber genau diese Schwachstelle nutzt Dein Kind doch gerade aus!“

– der Andere wieder….

Und der liebe Haushalt erst!

Und dort drüben!
Dort winken mir die verranzten Toilettenschüsseln entgegen!

„Böse Hausfrau, schlechte Hausfrau!“

mault ebenfalls die überquellende Bügelwäsche aus dem Nebenzimmer und

„unachtsame, gedankenlose Ehefrau“

flüstert sicherlich der enttäuschte Gatte insgeheim.

Denn ganz ehrlich?

Mit mir kann man(n) derzeit nicht viel anfangen.

Ich flitze und schwitze, denke und wusel, mecker und jammer, notiere und telefoniere.

Nuschele konzentriert am PC, damit Kooperations-Aufträge fertig gestellt werden – und springe dabei entsetzt auf, um noch schnell die vergessenen Nudeln abzugießen.

Ich fahre Taxi und fluche ob vergessener Turnbeutel, knabbere nervös an den Fingern und presse im Schlaf Zähne aufeinander.

Ich „crosstrainere“ trotz aller Erschöpfung noch am späten Abend (Sport hilft gegen das Chaos im Kopf – immer noch! 😉 ), dusche knapp vor Mitternacht – und halte mir hin und wieder den Magen ob allen bitteren Beigeschmacks.

Ich schaffe es nicht, mich morgens vor Schulbeginn zu frisieren – und vergesse ständig etwas.

Ich bestelle Einhorn-Teller für die nächste Kindergeburtstags-Party und googele Gummipferde.

Nicht jedoch habe ich Zeit, mich auch mal wieder neben den mir Angetrauten des Abends auf die Couch zu setzen.

Zum faul sein und Fernseh-glotzen.

Weil Abende ohnehin gefühlt nie enden, die Küche unter Dauer-Beschmutzung scheint – und Kinder teilweise eh nicht vor 22 Uhr schlafen.

Das tut mir leid und muss sich wieder ändern! Irgendwie.

Denn von Chill mal Muddiist gerade nicht mehr allzu viel übrig.

Doch aktuell?
Weiß ich gar nicht so genau wann sich etwas dauerhaft bessern könnte.

Vielleicht im Herbst?

Wenn uns dieses Virus, das da ebenfalls immer noch ist, für eben jenes ich aber dieser Tage weder Gedanken-Kapazität noch Zeit habe, wieder fest im Griff hat – und uns alle zwingt, zu Hause zu bleiben.
Und den hektischen Alltag zu entzerren und entschleunigen.

Denn aus eigener Kraft scheint es mir gerade nicht zu gelingen.

Schade eigentlich.

Keep calm!

Eure 

Alex

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