Trübsal statt Alpenpanorama & Abschied von Hamster Charly – unser Wochenende 10./11.10.

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Kennt Ihr diese eigenartige Melancholie, geht etwas ganz Besonderes zu Ende?
Wenn einer anhaltenden Euphorie plötzlich diese seltsame Trostlosigkeit und Lethargie folgt?

Ich habe einmal davon gehört, dass Menschen anfangen zu weinen, endet ein ganz einzigartiges Erlebnis.
Eine Freundin berichtete mir einst, wie sie nach einem einzigartigen Fallschirmsprung in Tränen ausbrach.

Als all‘ das Adrenalin verschwunden war – und nur noch Erinnerung dem Nervenkitzel eines ganz außergewöhnlichen Erlebnisses wich.

Ein kleines bisschen so fühle ich mich heute.

Sehnsucht

Ich spüre eine eigenartige Sehnsucht, die ich nicht einordnen kann.

Und wenngleich ich mich mit meiner kleinen Familie als glücklichste Mutter der Welt schätzen kann – irgendetwas fehlt.

Ich will nicht von Leere schreiben, denn das klingt viel zu dramatisch, überzogen und melodramatisch. Aber ich sitze hier und tippe „Jakobsweg“ in’s Suchfeld!
Warum?

Nur weil ich einen Berg hochspaziert bin?
Weil ich mich aufraffen konnte, im…

…eisigen Wind stehend die Sonne und das Leben zu begrüßen?

Weil mich seit einiger Zeit die Idee der eigenen Grenzenerfahrung – geistig und körperlich – reizt?
Oder weil ich einfach eine verrückte Drama-Queen bin.
Ich weiß es wirklich nicht.

 

Ich habe wahrlich keine großen Wagnisse begangen in den vergangenen Tagen – und doch hatte auch ich nicht nur ein einzigartiges Erlebnis und urlaubte ein klein wenig „out of my comfort zone“.

Denn Waldbaden? Biken und Sonnenaufgangswanderung?

Der vergangene Urlaub war so vielseitig und so schön!

Ja, das war verdammt erfrischend zu erfahren!

Leute! Herbsturlaub in den Bergen geht und ist ganz wunderbar!

Eine außergewöhnliche Woche geht zu Ende

Gestern also endete unsere Reise.

Wir verabschiedeten uns von einem alten Freund, so vertraut und schon viele Male von uns besucht.

Ja, der Faaker See ist durchaus zu einem kleinen Stückchen Heimat geworden.

 

Ich selbst sehe mich nicht als allzu stark verwurzelt, viel mehr fühle ich mich als Wanderer, der bereits viele lieb gewonnene Fleckchen auf dieser Erde „Heimat“ nennen darf.

Nach einem wunderschönen letzten Tag im geliebten Kärnten fuhren wir am Nachmittag wieder „nach Hause“.

Und wie schon so oft spürte ich, wie mit jedem einzelnen zurück gelegten Kilometer der Kloß im Hals ein wenig schwerer lastete – und Wimpern heimlich und leise mit Tränchen benetzt wurden.
Tränen, die ich zwar ungern zulasse, aber stets am Ende einer guten Zeit nur schwer zurück halten kann.

Dass ich all‘ meine Lieblingsmenschen immer im Gepäck habe, ist mir hierbei ein Trost.

Samstag – irgendwie traurig

Und dennoch, heute am Samstag, bin ich nicht gut drauf.

Ich möchte keine großen Fotos schießen, mag ihn gar nicht festhalten diesen Tag.
Und ich möchte mich auch bei niemanden melden.
Ich schaue kaum auf’s Handy – will von all‘ diesen Dingen aus der Online-Welt nichts wissen.

Still und nachdenklich bin ich heute, wenig zu begeistern – und die wunderbaren Geschichten, welche ich die vergangenen Tage noch zu berichten hatte, sind verstummt.

Das alles mag zum Einen daran liegen, dass wir einfach nicht wissen, was uns die nächsten Monate bevorsteht und wie wir alle wohl durch diesen Winter kommen werden.

Zum Anderen aber vielleicht auch daran, dass wir uns abermals von einem Haustier verabschieden mussten. Heute.

Abschied vom Hamster

Es war absehbar, dass die kleine Hamsterdame, welche wir erst nach den Sommerferien kauften, nicht lange bei uns sein würde.

So wie es aussieht kam das kleine Mädchen schon krank zu uns, ein Tumor am Bauch wuchs rasend schnell – und auch ein Besuch bei der Tierärztin brachte wenig Hoffnung.
Man entschied, nichts tun zu können.

Meine beiden Mädels waren darauf vorbereitet und wir versuchten dem Tierchen sein kurzes Leben so schön wie nur möglich zu gestalten.

Was bis zuletzt gelang.

Und dennoch – es hätte nicht an diesem Samstag sein müssen!

Nicht jetzt. Nicht unmittelbar nach dem Urlaub!
(Eine liebe Bekannte kümmerte sich während unserer Abwesenheit liebevoll um die Hamster-Dame)

Außergewöhnliche Situationen fordern außergewöhnliche Maßnahmen

Als Eltern haben wir gelernt, stets je nach Situation zu entscheiden, auch wenn wir Dinge zuvor anders hielten.

Hatten wir nach dem Verlust des ersten Hamsters, welcher über zwei Jahre bei uns wohnte, bewusst ein Jahr lang auf ein neues Haustier verzichtet, entschieden wir heute anders.

Die diesmaligen Umstände ließen uns zu dem Schluss kommen, gleich heute (!) noch einen neuen Hamster für die beiden Töchter zu besorgen.

Wer hier an dieser Stelle nun gerne laut aufschreien möchte, dem sei versichert, dass wir eben bereits Erfahrung mit der Haltung eines Hamsters haben und auch wissen wir, dass die Tiere nicht als klassische Haustiere geeignet sind.

Das wissen auch die Töchter, ein Hamster ist weder zum ausgiebigen Kuscheln geeignet, noch sollte er tags mutmaßlich geweckt werden.
Vielmehr geht es darum für das Tier zu sorgen, Verantwortung zu übernehmen und zu beobachten.

Das taten die Kinder alles ganz wunderbar – und sie sollten nicht das Gefühl haben, hier etwas falsch und „kaputt“ gemacht zu haben.

Und auch wenn nun wieder ein richtig flinker, neugieriger, dicker, fetter, grunzender (der Hamster grunzt!?)  Kerl mit riesigen Eiern (Pardon!) bei uns im Hause wohnt – so richtig mag sich die meine Stimmung einfach nicht heben.

Liegt vielleicht daran, dass der Hamster-Kerl „rothaarig“ und etwas blass daher kommt  – nicht so wirklich my cup of tea! 😉

Sonntag

Ich habe bereits meine Laufsachen an,  während ich diese Zeilen hier schreibe.

Denn später möchte ich das schöne Wetter unbedingt für eine Runde nur für mich alleine nutzen.

Warum ich aber jetzt schon die Laufkleidung trage?

Weil ich auch das in den vergangenen Tagen gelernt habe!

Ich muss nicht immer schick sein, mich andauernd darum bemühen, gut auszusehen!
Ich möchte Vielseitigkeit leben, ich BIN vielseitig!

Mal schlupfe ich in die Rolle der Läuferin, dann der Bikerin, ich habe das Wandern für mich (wieder-) entdeckt und habe auch hin und wieder nichts gegen die zerrissene Jeans einzuwenden.

Ist mir nach Rock und Stiefeln, dann trage ich auch das, selbst wenn gerade „nix Besonderes“ ansteht, genauso aber wie ich gerne auch mal Kleid gegen Shorts und Birkenstock austausche.

Alles ist ok, alles ist erlaubt.
Ich muss nicht immer Perfektionszwang leben!
(Auch nicht für blödsinnige social media Fotos 😉 )

Ich möchte später einfach nur laufen gehen und dabei ICH sein.

Nicht die Mutter, die sich ständig schlecht und nicht gut genug fühlt.
Nicht die grantige Ehefrau, die viel netter sein sollte.
Nicht die Tochter und Schwiegertochter, die sich viel zu selten meldet. (Sorry dafür!)
Und auch nicht die Frau, die um Aufmerksamkeit, Ankerkennung und Bewunderung „bettelt“.

Nur ICH, die Laufschuhe, Gedanken, die kommen und gehen – und die Natur.

Und um da heute irgendwann nochmal hinzugelangen, muss ich jetzt aufhören, Trübsal zu blasen – und zu schreiben!

Auf geht’s zu neuen Pfaden!  😉

Kommt gut in die neue Woche!

Eure 

Alex

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