Die Wahrheit hinter den Bildern! Wenn Wunschvorstellung auf Realität trifft – Ein Sonntagsspaziergang

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Früher gab es zwei Orte, die mein Mann und ich im Oktober mindestens einmal aufsuchen mussten! Dann nämlich, wenn das Herbstlaub unter den Füßen raschelte und Bäume rot-gelb vor dem tiefblauen Himmel leuchten.
Dann war der perfekte Augenblick dafür!

Wenn es an der Zeit war, das erste Mal warme Jacken und nigelnagelneue Schuhe spazieren zu führen. Nur ein bisschen, damit sie eingelaufen werden und nur so viel, dass Frau auch durchaus hübsche Schuhe tragen kann.

Hand in Hand wollte ich damals gerne über frischen Blätterboden flanieren – und das vor traumhafter Kulisse.

Vor alten Gemäuern, die Geschichten und Erinnerung bergen und vielleicht sogar ein klein wenig die ganz eigene Geschichte zu erzählen haben.
Die uns von vergangenen Tagen flüstern und Tränchen der Rührung in die Augen treiben.

Die Vision vom Herbstspaziergang zu Fünft!

Ja, ich wollte heute Vergangenes Revue passieren lassen und einen hübschen, netten Herbstspaziergang an der frischen Luft machen.

Nur so viel, dass…

…Wanderschuhe nicht von Nöten sein sollten – Sport würde ich dann später einfach beim Lauftraining oder auf dem Crosstrainer nachholen.

Nur wollte ich heute nicht zu zweit spazieren gehen, sondern als Gesamtes.
Als Familie.
Zu Fünft!

Mit ALLEN drei Kindern.

(Und jetzt: Suche den Haken!!! 😉 )

So, wie es sich für eine harmonische, „richtige“ Familie gehört.

Ich wollte durch den alten Schlosspark – einen von beiden Orten – schlendern, in welchem wir einst Hochzeit feierten, den Kindern längst vergessene, verwunschene Orte zeigen und das WIR in der Familie leben.

Blätter wollte ich mit der Kleinsten sammeln und vielleicht in Ruhe mit den zwei großen Kindern reden.

Uns „sammeln“ (vielleicht sogar noch einen Baum umarmen 😉 ), bevor morgen wieder Schule zu Corona-Zeiten beginnt.

Und zwischendurch?
Würde sich gewiss auch Gelegenheit zum Händchen-Halten mit dem Gatten bieten.

So meine Vorstellung.
Eine Schöne wohlgemerkt, oder etwa nicht?

Und dann kam die Realität…

Hierbei vergaß ich allerdings ein paar kleine, winzige – aber dennoch nicht unbedeutende – Details.

Ich vergaß zum Einen die Sache mit der Pubertät!

Und auch die kurzen Beine (die sind aber eigentlich gar nicht das Problem 😉 ) der Siebenjährigen.

Ich vergaß den Nebel draußen (in meiner Vorstellung schien doch die Sonne!) und die kühlen 6 Grad Außentemperatur.

Und auch, dass der Gatte noch weiter als nur durch den Schlosspark wollte.
(Was im Grunde auch keine so verkehrte und eigentlich ganz schöne Idee war!)

Ich vergaß zu berücksichtigen, dass 13-Jährige ihren Kleider-Geschmack wechseln und ändern wie Frau Mutter das eigene Gemüt.

Und dass die vor zwei Wochen gekaufte dickere – und noch NIE getragene (!) – Jacke heute urplötzlich potthässlich ist!
Dass es eine Zumutung ist, in jener welcher das Haus zu verlassen!

Und ich vergaß hauptsächlich, wie stur Pubertiere sein können – insbesondere tragen sie die meinen Gene! 😉

Warum kann’s nicht einfach mal NUR schön sein!?

Ferner vergaß ich, welchen Unmut kleine Mädchen an den Tag legen, sollen sie sich durch kühles Grau fortbewegen.

Wie sehr klitzekleine Steinchen im Schuh drücken und ein dick unter der Jacke eingepackter Kinder-Rücken kratzen kann.

Wie lautstark und mit welchem Gezeter DAS kommentiert werden kann!

Und eventuell fiel sogar die Bezeichnung

„Scheiß-beschissener Ausflug“

aus dem Munde der doch so unschuldigen (ha ha)  Erstklässlerin – nicht dass ich so etwas hier zitieren würde! 😉

Und auch vergaß ich, dass es vielleicht doch eine dumme Idee war, im Rock durch knöchelhohen Knatsch zu waten.

Denn bis zur alten Burgruine wollten wir letztendlich laufen.

Und wenngleich ich mit meinem Schuhwerk keinerlei Probleme dabei hatte – ich fühlte mich letzten Endes doch etwas unpassend gekleidet.
(Nur EINMAL wollte ich keine Jeans und Wanderschuhe tragen!)

Ähnlich fühlte sich anscheinend der Sohn, welcher die furchtbar blöde Jacke vorzugsweise ausgezogen auf dem Arm trug, statt am eigenen Körper.
Muss man nicht verstehen – ich tat es ebenfalls nicht!

Nicht jedoch konnte ich in dem Moment das Ganze mit einer Leichtigkeit und Humor sehen.

Vielmehr trübte diese ganze Kiste mit der Pubertät (wie lange noch!?) die eigene Stimmung – und die der Anderen infolgedessen auch.

Denn wenngleich ich auf den Fotos pose und lächele (alles für die Quote! 😉 ) so war’s mir in Echt Hunde-elend und fünf Menschen phasenweise fern jeglicher Harmonie!

Eventuell sogar flüsterte und zischte ich auch Adjektive wie

unfähig“, „doof“, „schlecht“ und „kaputt“

in Bezug auf die meine Person und Mutterqualitäten, während ich entmutigt und frustriert einige Meter vor den Anderen in Richtung Burgruine stapfte.

Doch das seht Ihr auf den Bildern nicht.

Warum aber sollte ich Euch hier etwas vorgaukeln?

Denn ist es nicht meistens so, dass hin und wieder das echte Leben von dem zuvor im Kopfe zurecht gelegten Bild abweicht?

Von DEM Bild, welches so viele von uns auf den sozialen Medien vermitteln wollen?

Und wisst Ihr was?
Das ist noch nicht mal schlimm!

Denn Höhen – und auch seeehr motzige – Tiefen gehören dazu!
Zur besten Familie!

Und Emotionen unterschiedlichster Art können selbst innerhalb eines nur einzigen Spaziergangs sich die Hand reichen!

Wir können als Familie innerhalb nur eines Spaziergangs gemeinsam fluchen, beinahe aus lauter Frust und Hilflosigkeit heulen, zornig in die Matsche stampfen, Jacken durch die Gegend schmeißen (Jaaa, für eine kurzen Moment gings mit mir durch! 😉 ), Kekse verschütten – und in den Sitzstreik gehen!

Und dann aber auch wieder herzhaft zu Fünft (!) und gemeinsam lachen!
(Denn das taten wir auf dem Rückweg durchaus!)

Und am Ende wird meistens ohnehin alles gut!

Denn meistens muss man (als Elternteil) einfach nur eine Weile durchhalten – und alles wird gut!

(Würde ich diese Erkenntnis doch nur endlich mal längerfristig speichern können! 😉 ) 

Auf einmal können kleine Mädchen laufen und rennen, und voller Eifer Blätter sammeln!

Auf einmal streift der Sohn die Jacke über (muss nur kalt genug werden, he he) – und auf einmal reicht mir die mittlere Tochter versöhnend die Hand und spaziert mit mir über weichen Waldboden.

Auf einmal ist es da, das Interesse an den alten Gebäuden und an unserer Vergangenheit.

Und auch auf einmal leuchten die Blätter viel bunter und füllt die frische Luft unsere Seelen mit wohltuendem Sauerstoff.

Und ganz zuletzt – als schon niemand mehr dran glauben mag – reißt auf einmal sogar der Himmel auf und die Sonne kommt durch!

Alles wird gut – immer und irgendwie! 😉

Eure 

Alex

P.S. Noch mehr Erzählungen und Bilder vom Wochenende gibt’s drüben bei grossekoepfe! (Werbung durch Verlinkung) 

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