#BildungAberSicher: Sind Fünft-und Sechstklässler die Verlierer im Corona-Schulsystem?

Heute am frühen Morgen war ich laufen.

Das konnte ich spontan und in Ruhe tun, weil heute früh alle drei Schulkinder in den jeweiligen Bildungseinrichtungen untergebracht waren – und ich mir meine Arbeit vom Vormittag somit ganz gut einteilen konnte.

Nun, ich wünschte, ich hätte heute diese Möglichkeit nicht unbedingt gehabt!

Denn heute hätte ich wahrlich nichts dagegen gehabt, eines meiner Kinder hier zu Hause im Distanzunterricht sitzen zu haben.

Weil sich Dinge wieder änderten, uns neue Botschaften erreichten – und meinem Text von Dienstag durchaus eine andere Gewichtung verleihen – diesen vielleicht sogar ein bisschen unterstreichen und verstärken.

Denn ich habe nun einmal…

…eine ganz eigene Meinung zum Thema Schulen und Corona – und nicht zuletzt so etwas wie Bauchgefühl.

Vielleicht liege ich mit meiner Ansicht der Dinge nicht immer richtig, vielleicht bin ich auch zu empfindlich, übervorsichtig – oder verstehe einfach nicht alles ganz so korrekt.

Und dennoch:

Es ist mir ein Bedürfnis, meine Gedanken zum Thema hier aufzuschreiben, zu verarbeiten und wiederzugeben!

Ja, meinem Bauch geht es noch immer nicht gut, dieser Tage.

Ich streichele und füttere ihn (er schmerzt und bockt hingegen), versuche ihn zu vertrösten – und sowohl Körper als auch Seele mit Zimtsternen und süßem Tee zu bepinseln.

Doch hilft das alles nur bedingt!

Und Kummerspeck hat schließlich noch niemanden weitergebracht.
(Laufen und sich die Gedanken von der Seele schreiben aber schon! 😉 )

Präsenzunterricht trotz positivem Ergebnis

Gestern erhielten wir die Nachricht, dass in der Klasse der mittleren Tochter ein Kind positiv auf Corona getestet wurde.

So weit, so ok.

Damit war ja irgendwann zu rechnen, diesen Fall hatten wir zuvor bereits zu genüge gedanklich durchgespielt!

Auch was es bedeutet, geht eines unserer drei Schulkinder vorübergehend in Quarantäne – und damit verbunden in den sogenannten „Distanzunterricht“.

Und genau diesen sah ich eigentlich mit einer Selbstverständlichkeit nun vor uns liegen!
Eigentlich.

Ich muss offensichtlich blauäugig und naiv gewesen sein.

Denn Fakt ist, trotz des Corona-Falls innerhalb der Klasse wurde heute wie gewohnt der Präsenzunterricht fortgesetzt!

(Die Schüler der Klasse wurden alle der Kategorie „Kontaktperson 2“ zugeordnet – doch dazu gleich)

Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt entschied die Schule in diesem individuellen Fall so.

Es ist also eine individuelle Entscheidung, welche aufgrund verschiedener Faktoren getroffen wurde – und ich muss dies hier deshalb so betonen, weil man es in der Elterninformation an uns ebenso tat!

Einige der uns genannten Entscheidungsgründe waren, dass das entsprechende Schulkind die Schule letztmalig letzten Freitag betrat und somit ja schon „lange Zeit“ zu Hause sei.

Nun, das sei einmal so dahingestellt und scheint offenbar Auslegungssache.

Des Weiteren beruft man sich noch immer auf die These, dass bislang keine Infektionsketten in den Schulen nachgewiesen worden sein, sondern dass alle (!) Ansteckungen im privaten Umfeld vonstatten gingen.

Gut, auch das muss man wohl so glauben.

Ein Fünftklässler müsse zudem ja ohnehin im Unterricht bei offenem Fenster Maske tragen und gelte als „Kontaktperson der Kategorie 2“ wenn der Kontakt lediglich während des Unterrichts unter Wahrung der geltenden Hygienebestimmungen statt fand.

(Auch darauf  muss man sich aber erst einmal verlassen können!)

Eine ordnungsgemäße Befolgung der Maskenpflicht im Unterricht (und auf den Gängen, im Bus….) wird hier (naiverweise? gutgläubigerweise?) als selbstverständlich gesehen – und stützt auch damit die getroffene Entscheidung.

Denn Fünftklässler und auch Sechstklässler können sich ja wohl verflixt nochmal vernünftig und verantwortungsvoll verhalten, oder etwa nicht?

Das sollte doch zu erwarten sein!? (*Ironie off*)

Nun denn.

Und unweigerlich stellen sich mir hier nun so viele Fragen!

Sind die Fünft- und Sechstklässler die Verlierer im Corona-Schulsystem?

Denn mir kommt es fast ein klein wenig so vor, als haben gerade die Fünft- und Sechstklässler im „Corona-Schulsystem“ aktuell einfach nur die „Arschkarte“ (Entschuldigt hier meine Ausdrucksweise) gezogen.

Sie fallen hinten runter und werden übergangen und übersehen – und all‘ dies wird dann auch noch mit fragwürdigen Entscheidungen legitimiert!

Die Fünft-und Sechstklässler sind sozusagen die „Sandwichkinder im Corona-Schulsystem“.

Müssen sehen, wie sie zurecht kommen und sich alleine durchbeißen.

Sind nicht mehr „klein genug“, um in Watte gepackt zu werden – aber auch nicht groß genug, für die „besonderen“ Unterrichtsmodelle!

Denn während Grundschulkinder bei einer positiv getesteten Lehrkraft im Klassenverband zwei Wochen in Quarantäne geschickt werden, (hier kann man sicher wieder diskutieren, ob nun zwischen infizierter Lehrkraft oder Schulkind zu differenzieren sei) ist dies ab der Jahrgangsstufe 5 nicht mehr der Fall!

Denn die müssen ja im Unterricht Maske tragen und haben doch damit in Sachen Infektionsschutz „alles gegeben“. 

Man erwartet also hier von den jungen Gymnasiasten (meine Tochter besucht das Gymnasium – wenngleich die Schulform hier keine Rolle spielt) ausreichend Vernunft und Verantwortungsbewusstsein.

Auch während der Busfahrt nach Hause.

Dass hier verschiedene Klassen ja doch wieder auf engstem Raum vermischt werden – und mir von den eigenen Kindern von munter Chips-speisenden Mitschülern berichtet wird, ist noch einmal ein gänzlich anderes Thema.

Und mit ein Grund, warum ich aktuell sehr oft im Auto sitze – und hohe Sprit-Kosten habe.

Warum kein Wechselmodell ab Klasse 5!?

Was man aber auf der anderen Seite den Fünft- und Sechstklässlern NICHT zumuten will (beziehungsweise deren Eltern!) – und auch nicht zutraut – ist das sogenannte „Wechselmodell“, welches in unserem Landkreis seit einer Weile ausgeübt wird.

Sprich ab Jahrgangsstufe 7 findet Präsenzunterricht nur im Wechsel statt, Klassen wurden halbiert.

Finde ich zumindest einen vernünftigen Ansatz, den ich befürworte!

Doch auch hier:

Die Fünft- und Sechstklässler sind die Leidtragenden.
Die MÜSSEN in den Präsenzunterricht.
Tag für Tag.

Jetzt also auch trotz positiv getesteten Klassenkameraden.

Fünft- und Sechstklässler bekommen also weder den Welpenschutz der Grundschüler, noch traut man ihnen das deutlich sinnvollere Wechselmodell zu!

Gratulation!

Finde ich das alles prima und gut? Offensichtlich nicht!

Habe ich Recht und sind meine Ansichten vernünftig?

Weiß ich nicht, ich schreibe hier nur aus der Sicht einer Mutter, die diese verflixte Sache mit dem Virus durchaus ernst nimmt und ihre Kinder schützen will.

Habe ich Ahnung von alledem und blicke ich noch durch?
Nope! Gewiss nicht!!

Was ich aber weiß ist, dass sich ein Besuch bei beiden Großeltern nunmehr vorerst definitiv erledigt hat.

Dass ich froh bin, mir am Montag nochmal Zeit für meine Eltern in Fulda genommen zu haben – und auch dass mein mittleres Kind vorerst keine Freunde außerhalb der Schule treffen wird.

Denn so wird uns geraten. In unserer „Nicht-Quarantäne“.

Als Eltern eines Kinders, welches als maskentragender Fünftklässler als „Kontaktperson der Kategorie 2″ (sprich Fortsetzung des Präsenzunterrichts) eingestuft wird.

Auf Symptome sollen wir lediglich achten und etwas wachsamer sein.

Nun, ich will und kann die Entscheidung der Schule weder ändern noch anfechten, und gewiss hat man sich hier in diesem individuellen Fall auch im Vorfeld einige gründliche Gedanken gemacht.

Und klar ist es nett und bequem, vorerst keine Quarantäne „am Back“ zu haben.
(Kommt eh irgendwann wieder)

Und dennoch bin ich froh, dass erstmal Wochenende ist!

Bleibt gesund! 

Eure 

Alex

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