Sport nach der Schwangerschaft: „Ich will meinen Körper zurück“ – meine Erfahrungen & Buchrezension

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(*Werbung/Rezension) Ich bin derzeit mit meinem Körper zufrieden.
Wohl fühle ich mich darin, denn er ist meiner – seit geraumer Zeit gehört er wieder nur mir.

Um ganz ehrlich zu sein, fühle ich mich dieser Tage sogar sportlicher und fitter denn je.
Und das ist ein schönes Gefühl.
Mit Anfang vierzig.

Ich habe neue Zeit für mich wiedergewonnen.

Zeit zum Schwimmen, Laufen oder auf dem Crosstrainer – und merke, wie ich mir selbst dabei so viel Gutes tue!

Weniger krank bin ich, seitdem ich regelmäßig Sport treibe, die Rückenschmerzen aus der Vergangenheit sind vergessen – ich fühle mich belastbarer und geduldiger im Umgang mit den Kindern und komme mir selbst während MEINER Zeit so nahe!

Ich liebe die Glücksgefühle nach einem monotonen, schweißtreibenden Lauf durch Wälder und Wiesen, die Beine sind definierter – und das alles erfüllt mich durchaus voller Stolz!

Doch erstens ist auch mein ganz persönlich für mich gewähltes Training noch durchaus Ausbau- und verbesserungswürdig (neben dem Cardio-Training vernachlässige ich nämlich sträflich andere Bereiche – doch dazu später!) und zweitens war all‘ dies nicht immer so!

Mein Körper nach den Schwangerschaften

Dreimal war ich schwanger, dreimal habe ich meinen Körper von ganzem Herzen „verliehen“ – auch noch lange Zeit nach der Entbindung.

Und das war für die jeweilige Zeit auch vollkommen ok und in Ordnung so!

Es war nicht die Zeit für sportliche Erfolge und auch nicht die Zeit für den perfekten, definierten Körper.
Und gewiss war mir mein eigener Körper nach den Entbindungen auch ab und an ein klein wenig fremd.

Denn wie alles im Leben braucht auch der Weg zum alten, neuen Körper(-gefühl) Zeit.

Und die sollte sich jede Frau geben und selbst entscheiden, wann sie welche Ziele wieder stecken und angehen möchte!

Nach einer Geburt ist es nicht an der Zeit, Höchstleistungen von sich selbst zu erwarten.

Wie auch, wenn die Brust tropft und spannt und der Bauch schwabbelt wie ein (vermutlich ziemlich gut gelungener) weicher Pizzateig! 😉

Doch irgendwann kommt es schon.

Das Bedürfnis, etwas ganz für sich alleine und den eigenen Körper zu tun.

Gerade während meiner dritten Schwangerschaft versuchte ich weitestgehend in Bewegung zu bleiben – forderten nicht die bereits zwei anderen Geschwisterkinder, so ging ich bis zum siebten Monat weiterhin auf den Crosstrainer und danach oft und gerne spazieren.

Auch fing ich relativ schnell nach der Geburt mit leichtem Ausdauertraining wieder an – und steigerte mich je nach Gefühl und Körperempfinden.

Aber WIE mit dem Sport wieder anfangen?

Manchmal aber braucht es für ein solches Vorhaben, für den Wiedereinstieg in die Beweglichkeit – oder gar ein gezieltes Training nach der Schwangerschaft, eine „helfende Hand“ oder einfach eine gewisse „Motivations-Vorlage“.

Denn gerade für frisch gebackene Mamas ist doch nichts schwieriger, als Wünsche und (sportliche) Ziele zu definieren und zu deren Umsetzung auch noch Zeit zu finden!

Gedanken werden meist entmutigt schnell wieder verworfen – und Zeit für sich selbst und den eigenen Körper auf „irgendwann später“ verschoben.

Vielleicht auch einfach, weil ein „Mutmacher“ fehlt und gerade junge Mamas nicht gesehen und bei ihrem Vorhaben unterstützt werden.

Das Buch zum Wiedereinstieg – oder „Ich will meinen Körper zurück!“

Einer, der sich genau dies zur Aufgabe gemacht hat, ist Dr. med. Markus Klingenberg.

In seinem Buch „Ich will meinen Körper zurück!“ (klickt gerne hier, dann kommt ihr zum Buch auf Amazon!) möchte der Facharzt für Orthopädie/Unfallchirurgie und Sportmediziner Frauen Rat geben, wie nach einer Schwangerschaft effektiv und schonend zu trainieren.
Auch, um die gewünschte Form wieder zu erlangen.

Selbst Vater eines kleinen Sohnes geht er hier verständnisvoll auf die Belange und Herausforderungen junger Mütter ein und motiviert dazu, „Verabredungen“ mit sich selbst zu treffen.

Unterstützt wird er während des gesamten Buches von der Personal Trainerin Moni Homann, die besonders im letzten Buchabschnitt mit zahlreichen Übungen und Trainingseinheiten inspiriert und seiner Ehefrau, Dr. med. Miriam Klingenberg, welche ihre Erfahrungen als Mutter mit einfließen lässt.

Was steht alles im Buch?

Schön finde ich den Aufbau des Buches, insbesondere, dass im ersten Kapitel ausführlich auf die Veränderungen des weiblichen Körpers während der Schwangerschaft und nach der Geburt eingegangen wird.

Und während ich selbst durch das Buch blättere, fühle ich mich  an die Zeit nach jeder einzelnen Schwangerschaft zurück erinnert und komme ins Überlegen, wie ICH eigentlich wieder zurück zum Sport fand.

Denn irgendwie beginnen ja auch Sport und Training mit Achtsamkeit und einem Bedürfnis!

Dem Bedürfnis, wieder sich selbst etwas Gutes zu tun und dabei die Gesundheit zu fördern.

Im Buch wird dazu aufgerufen, in sich zu gehen und sich folgende Fragen zu stellen:

Wie fühle ich mich? Wo fühle ich mich wohl und lade Batterien wieder auf? Was hilft mir dabei? Wann ist Zeit für mich realistisch?

Vermutlich habe ich mir genau jene Fragen damals auch gestellt – ich weiß es nicht mehr ganz so genau.

Doch irgendwann war der Wille, etwas für mich zu tun einfach stärker, als all‘ die Gründe, warum keine Zeit dafür sein sollte!

„Echte Mütter“ in Kapitel 3 – oder doch nicht?

Schön ist ebenfalls, dass wir Leserinnen in Kapitel 3 echte Mütter kennen lernen dürfen, die in Interview-Form selbst berichten, wie ihnen der Einstieg ins Training wieder gelungen ist – und womit sie sich selbst motivieren.

Hier werden Fragen beantwortet wie beispielsweise ob die jeweilige Mutter an der Rückbildungsgymnastik teilgenommen hat und welche die größten Hindernisse auf dem Weg zurück in den Sport darstellten.

Leider werden diese Mamas im Buch als „Heldinnen“ bezeichnet.

Zudem fallen die gewählten Frauen meiner Meinung nach eher in die Kategorie
„sehr sportlich, Leistungssportler, Fitness- und Personaltrainer“.

Ich hätte mir hier etwas „durchschnittlichere“ Mütter gewünscht!

Denn auch die machen regelmäßig Sport – wenngleich eben ohne Muckis und Sixpack!

Hier fehlt mir persönlich einfach der Mittelweg!

Sport bedeutet nicht gleich immer, dass jeder einzelne Bereich des Körpers definiert und vorzeigbar sein muss!
Hauptsache, Frau macht etwas für sich!

Auf der anderen Seite möchte ich hier aber gerne eine interviewte Ärztin zitieren, die davon spricht, dass ein wenig geplanter Egoismus notwendig ist, um Energie für den Mutter-Alltag dauerhaft aufzuwenden.

Das sehe ich genauso und habe es in der Tat als Erkenntnis für mich gewinnen können!

Die „Ampel“ in Kapitel 4

Bevor umfangreiche Trainingspläne vorgestellt werden, bereitet Kapitel 4 auf ein optimales Training vor.

Eine schöne Orientierungshilfe ist hier die „Ampel“ nach der Geburt.

Während der roten Phase – also in der Zeit des Wochenbetts – gilt es lediglich wieder zu Kräften zu kommen und dem Beckenboden Gutes zu tun, während in der orangen bis grünen Phase bereits mit einem ersten, lockeren Lauftraining begonnen  werden kann.
Jede Phase ist mit ungefähr drei Monaten kalkulierbar.

Toll finde ich den Test zur eigenen Beweglichkeit (ebenfalls in Kapitel 4)  – den musste ich natürlich mitmachen! 😉

In Kapitel 5 wird’s sportlich!

In Kapitel 5 geht’s dann richtig zur Sache.

Doch auch hier wird vorerst aufgeklärt, worauf Frauen zu Beginn achten sollten.

So wird beispielsweise darauf hingewiesen, dass Situps bei noch nicht geschlossenem Abstand zwischen dem rechten und linken Anteil der geraden Bauchmuskulatur zu vermeiden sind.

Erläutert wird zudem die sogenannte „3×3 Trainingsmatrix„, sprich das wechselnde Trainieren der Regionen Beine, Rumpf und Oberkörper.

Es folgt eine große Übungs-Auswahl die entsprechenden Regionen betreffend – mit vielen anschaulichen Bildern.

Ehrliche Worte meinerseits zu Kapitel 5

Kapitel 5 betreffend möchte ich ehrlich sein:

Ich war nie jemand, der sich für Trainingspläne und vorgegebene Empfehlungen interessierte – denn das ist mir schon wieder viel zu viel Theorie und man muss sich im Vorfeld erst damit befassen, auseinandersetzen und vor allem sich darauf einlassen!

Ich mag zwar sportlich und schlank sein, doch finde ich muss jede Frau für sich definieren, welche Art der Bewegung für sie infrage kommt und begeistert!

Ich liebe Ausdauertraining!

Aber nicht wie im Buch dargestellt kombiniert mit Übungen, sondern einfach NUR Ausdauertraining.

Übungen „auf der Matte“ waren mir bislang schlichtweg zu langweilig.

Ich verliere mich gerne im Flow bei einem monotonen Lauf oder netflixe fünfzig Minuten bei wechselnden Watt (in meinem Fall zwischen 110 und 135) auf dem Crosstrainer.

Zwar erfülle ich damit die WHO-Empfehlungen bezüglich Bewegung und Ausdauer-Sport problemlos – doch auch ich muss mich auf weitere Trainingseinheiten und Übungen einlassen!

Denn mir mangelt es an Krafttraining!

Gerade meine Schulter-Muskulatur gilt es nach mehreren Luxationen zu stärken und aufzubauen.

Hier gilt es auch für mich, den inneren Schweinehund zu besiegen, denn Übungen mit Hantel oder Theraband langweilen mich.
(naja – und Situps auch 😉 ) 

Vielleicht kann das Buch ja hieran etwas ändern und auch mir Gutes tun? 😉

Also will ich die für mich geeigneten Übungen herausfiltern und versuchen!

Und vielleicht geht es ja auch darum!

Vielleicht gilt es vielmehr, aus dem Buch herauszusuchen, was gut tut, gefällt und Spaß macht – die eigene Glücksformel also zusammenzustellen und herauszufiltern.

Toll finde ich hier beispielsweise die Alltagsübungen für starke und bewegliche Schultern im Abschnitt „Schulter-Nacken-Brustwirbelsäule-Arme“!

Oder die „Erste-Hilfe“ Übungen bei Verspannungen.
Die dauern nur fünf Minuten und können somit neben jedem Ausdauer-Training stattfinden.

Meine ganz persönliche Kritik zum Buch:

Gegen Ende des Buches lautet die Empfehlung

„Vermeide einen Vergleich mit anderen Frauen oder Instagram-Profilen“

Nun, anhand der für das Buch ausgewählten Stockfotos und Bilder im Buch wirkt das auf mich leider wie eine leere Floskel.
Schade.

Viele der Bilder im Buch erscheinen mir persönlich schlichtweg zu perfekt!

Ich sehe geschminkte, gestylte und bildhübsche Mütter.
Alle jung und mit Sixpack und Bizeps – das Meiste eben „Stockbilder“ zum Thema Sport und Training.
Das wirkt nicht wirklich echt und authentisch.

Alles in allem jedoch ist das Buch ein hervorragender und kompetenter Begleiter auf dem Weg zum Sport und Training nach einer Schwangerschaft.

Weder das Gefühlsleben frisch gebackener Mütter noch professionelle Trainings-Anleitungen kommen zu kurz!

Auch ich werde das Buch sicherlich nicht demotiviert im Regal verschwinden lassen – die Matte ist ja bereits rausgekramt und der nächste Ski-Urlaub kommt bestimmt. Irgendwann.

Und bis dahin brauch ich sie wieder:
Die gestärkte (und vielleicht ja dann sogar definierte) Schulter-Muskulatur – und ein paar andere Bereiche auch! 😉

Vergesst Euch selbst nicht und viel Spaß beim Trainieren!

Eure 

Alex

*Rezension/Werbung durch Verlinkung – bezahlt und beauftragt.
Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit der Agentur mainwunder! 

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