Danke für Nix! Corona-Tagebuch

Ich muss ungefähr elf Jahre alt gewesen sein, da wollten meine Eltern mal mit mir auf die Insel Kreta fliegen.
Wunderhübsche Bildchen von türkisblauen Pools und schicken Hotelanlagen, historischen Gemäuern (gut, die interessierten mich seinerzeit weniger) und hübschen Stränden blitzen mir im Katalog entgegen und machten so viel Lust auf mehr!

Vorfreude wuchs in mir – und die Tristesse eines langen Winters wich der Euphorie in Hinblick auf einen ganz und gar einzigartigen Sommerurlaub.

Ja, er war zum Greifen nahe dieser Urlaub – und ich wollte ihn unbedingt!
Denn in meiner kindlichen Naivität bedeutete ein Sommer am Meer nun einmal ALLES!
(Gut, manchmal ist es auch heute noch so 😉 )

Als „Bahner-Tochter“ reisten meine Eltern mit dem Bruder und mir zwar viel, aber eine Flugreise blieb schlichtweg etwas ganz Besonderes und Außergewöhnliches.

Ihr ahnt bereits, wie groß die Enttäuschung war, als der Vater in letzter Minute doch umentschied.
Aus Kostengründen, weil es im Budget eben letzten Endes und nach einigen Überlegungen nicht drin sein sollte.

Drei Wochen zuvor wären vielleicht…

…gar keine Tränchen geflossen, denn zu diesem Zeitpunkt war jenes Sommerurlaubsziel noch gar kein Thema.
Nun aber schon.

Denn bekommt man erst einmal ein „Angebot“, Hoffnung und eine wirkliche Perspektive, erklärt es sich von selbst, wie groß die Enttäuschung ist, klappt es im aller-letzten Moment dann doch nicht.

Nun, ein ganz kleines bisschen fühle ich mich heute wie das elfjährige Mädchen von damals.

Die Hoffnung ist erst mal wieder futsch!

Wie vermutlich ein ganz großer Teil aus Deutschlands Bevölkerung, hatte ich Hoffnung geschöpft die letzten Tage.
Sah endlich einen Fortschritt und einen durchdachten Weg in ein etwas leichteres Leben mit der Pandemie.
Wenn es schon in absehbarer Zeit kein „danach“ geben sollte.

Nun, der Traum vom „Sommerurlaub“ ist geplatzt.

Eine schützende – und vor allem auch Ansteckungs-Ketten-unterbrechende (denn darum geht es auch – nicht nur um den Eigenschutz!!!) – Impfung möglichst vieler Personengruppen wird es offenbar doch nicht so rasch geben.

Man hatte uns allen also ein Leckerli – einen Brocken Zuversicht – vor die Nase gehalten und damit gelockt.

Hatte vor Augen geführt, was ginge und einen Funken Hoffnung gezeigt – baumelnd an der Schnur – stets den Blick nach Vorne gelenkt!

Jetzt aber bleibe ich ein klein wenig fassungslos und enttäuscht stehen.

Denn wie kann man Dinge so dermaßen versemmeln, Menschen weiter NICHT impfen, täglich neue Fehlentscheidungen treffen – und im Gegenzug immer weiter „öffnen“ und Kinder in Scharen zurück in die Schulen ziehen lassen!?

Nun, ich bin weder Mediziner, noch Virologe oder Politiker – ich weiß lediglich:
Ich-verstehe-es-nicht!

Und wieder liegt alles brach

Ich möchte mich und andere schützen, sobald ich die Möglichkeit dazu habe – und somit meinen Teil zu einem Leben mit (es wird kein „nach“ geben) der Pandemie beitragen!

Das halte ich sogar für meine Verantwortung!!!

Nun aber werden Lehrkräfte und Erzieher weiter nicht geimpft, denn für diesen Personenkreis war ja AstraZeneca unter anderem vorgesehen – und alles gerät noch (!) weiter in’s Stocken.

Schulen sollen aber nach Ostern in den Regelbetrieb übergehen.
Aha.

Vielmehr befürchte ich nun sogar, dass zusätzliche Ängste geschürt werden – auch wenn ich es mir hier nicht anmaßen kann, von Recht oder Unrecht zu schreiben.

Doch kann ich mir vorstellen, dass bis gestern noch „Impfwillige“ nunmehr glauben, von dem „bösen“ Impfstoff wieder abspringen zu müssen.
Selbst dann, wenn es wieder offiziell weiter gehen kann!

Ist das wirklich Sinn der Sache – oder schaden wir nicht noch mehr?

Wollten wir nicht eine Zukunft, in der es uns gelingt, mit dem Virus zu leben, statt uns tagtäglich fürchten zu müssen?

Nun, aktuell sehe ich diese Zukunft leider noch weit entfernt.

Und ich möchte diesen Beitrag nun gerne mit meinem Instagram und Facebook Statement von vorhin abschließen:

Danke für NIX!

Danke dafür, dass ich nicht mehr weiß, ob ich hysterisch lachen oder heulen soll.
Danke dafür, dass ich mich in so vielen Punkten im Stich gelassen fühle!
Danke dafür, dass so viel versemmelt und vergeigt wird. Immer und immer wieder.
Danke für diesen grottenschlechten Film!
Danke dafür, dass ich gerade im Begriff bin zu resignieren! Aber so richtig und in allen Belangen!
Danke, für das Gefühl der nicht mehr aufzuhaltenden Depression.
Danke dafür, dass ich nicht mehr weiß, was ich meinen Kindern berichten und erklären kann.
Danke dafür, dass zwar keine Menschen geimpft werden, Kinder aber dennoch in Scharen in den Präsenzunterricht müssen!
Danke für diese wunderbaren Augenringe weil ich nachts nicht mehr schlafen kann!
Danke für Tränen. Jeden Tag.
DANKE FÜR NIX

 

Passt auf Euch auf!

Eure 

Alex

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