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Wenn Fünf eine Reise tun: Wie geht es uns in der Toskana? Haben wir das echte Italien gefunden?

Es muss irgendwann Anfang der Neunziger gewesen sein, da gab es eine Serie.

Ein Haus in der Toskana” zog mich von Anfang an in seinen Bann.

Zu fasziniert verfolgte ich die Geschichte jener Familie aus Deutschland, welche ganz naiv glaubte, ein schickes, nettes Stein-Häuschen inmitten der wunderschönen Toskana erworben (oder war es geerbt?) zu haben.

Und letzten Endes vor einem Trümmerhaufen stand, den es galt, in mühsamer Feinarbeit aufzubauen.

Ich verliebte mich beinahe ein Stückchen mit der Tochter in den dunkel-gelockten (war er doch? Oder trügt mich hier etwa meine Erinnerung? ;)) italienischen Jungen.

Auf seiner Vespa spürte auch ich den Fahrtwind und fuhr rasanten Kurven durch verwunschene und verschlafene ur-italienische Dörfchen!

DAS war das Italien, welches ich seinerzeit schon liebte und spürte, welches mein Herz höher hüpfen ließ!

Das Italien meiner Kindheit

DA wollte ich einmal hin.

Nun, bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich durch die gemeinsamen Reisen mit den Eltern “nur” die Gebiete rund um Ravenna, Urbino, Cattolica und Gabicce Mare.

Doch habe ich bis heute auch jene Orte als glückliche Erinnerung gespeichert.

Wenngleich es dort wohl ein wenig touristischer hergeht, ein bisschen lauter, ein wenig voller und überlaufener.

Später durfte ich tatsächlich auch in jungen Jahren noch die Toskana und – ich schrieb bereits davon – die Insel Elba besuchen.

Und das Italien meiner Kindheit, das echte, richtige, urige Italien, die engen Gassen und alten Häuschen mit den grünen Fensterläden, die Feinkost-Läden und von Pinien-Nadeln gesäumten Wege – all’ das blieb für immer im Herzen und Gedächtnis.

Selbst während der vielen Zeit und Reisen in Kanada, vermisste ich jenes liebliche Flair sehr!

Seit jeher wollte ich meinem Mann und später auch Familie das “echte” Italtien zeigen!

(Wir urlaubten zwar als die Kinder sehr klein waren des Öftern an der oberen Adria, doch das ist nicht dasselbe, wenn Ihr mich fragt!)

Immer nur der Campingplatz ist mir zu wenig!

Nun bekommt man auf einem Campingplatz mit viel Halli-Galli, Riesen-Poollandschaft, Pulks an schwatzenden Jugendlichen und vielen schicken aneinandergereihten Mobilheimen (unseres gefällt uns noch immer sehr gut – es wird wohl noch einmal einen Extra-Beitrag dazu geben! 🙂 ) nicht wirklich viel mit vom echten, lebendigen (oder gerne auch verschlafenen 😉 ) Italien, will man meinen.

Auch nicht während eines Tages am Strand. (So gerne ich da bin 😉 ) 

Und das stimmt!

Von Beginn an war mir klar, dass ICH während unserer zweiten Urlaubswoche am toskanischen Festland auch einige Male über den Tellerrand des sorgsam eingezäunten und hübsch-gepflegt angelegten Platzes hinaus schauen möchte! 😉

Wozu sind wir schließlich mit dem eigenen fahrbaren Untersatz hier!?

Reisen mit Teenies – wie funktioniert das?

Nun ist ebenfalls aber auch bekannt, dass wir hier zu Fünft urlauben.

Fünf Menschen unterschiedlichsten Alters und mit teils sehr differenzierten Interessen.

Wer nun glaubt, Reisen zu Fünf bedeutet, dass wir in vollster Eintracht und gleichmäßig-verteilter Glückseligkeit jeden Urlaubstag vereint miteinander verbringen (oder bestreiten 😉 ), der irrt!!!

Das mag mit kleinen Kindern gezwungenermaßen noch so laufen – mit Teenies funktioniert das schon nicht mehr so.

Und so soll es ja auch sein – auch das Reisen als Familie wandelt sich.

Wie so vieles, werden Kinder größer.

Reisen zu Fünft bedeutet in unserem Fall auch, dass wir versuchen, auf die Bedürfnisse eines jeden Familienmitgliedes Rücksicht zu nehmen.

(Mein Sohn wird an dieser Stelle Gegenteiliges behaupten und – glücklicherweise scherzhaft – betonen, es ginge hier nur um MEINE Vorstellungen eines hübschen Urlaubes)

Und jene Rücksicht bedeutet eben auch, sich aufzuteilen.

Vorgestern war der Gatte mit den beiden Mädels auf Reitausflug, denn das wünschten sich beide sehr!

Heute Nachmittag dürfen die Teenies chillen und nach Bedarf an den Pool gehen – wir lassen sie hier.

Am Abend sogar planen der Gatte und ich einmal ganz alleine miteinander essen zu gehen – der Nachwuchs darf sich mit ausreichend Klimpergeld bewaffnet in einem der Restaurants auf dem Platz mit Essen eindecken oder gerne auch zu Dritt einfach essen gehen!

(Sie werden sich später für das take away Restaurant entscheiden und auf der Veranda essen – zu Dritt an einem Tisch im Restaurant wollten sie offenbar wohl doch nicht. 😉 Doch die Freiheit zur Entscheidung gönnten wir allen Dreien!)

Ein Ausflug zu Dritt

Und so hocken wir uns nur mit der fast neunjährigen Jüngsten ins Auto, der Gatte und ich.

Und beschließen, an diesem leicht diesigen Tag einfach mal loszufahren.

Erst führt uns der Weg in das kleine Städtchen Bolgheri, dort solle es nette handgemachte Kostbarkeiten zu kaufen und schicke Restaurants geben. Hübsch zu Bummeln eben.

Schnell jedoch erkennen wir, dass uns der Ort doch ein wenig zu touristisch und eben nicht wirklich “echt” daher kommt – zurückfahren möchte ich aber auch noch nicht.

Ebenso möchten wir nicht wieder über die Schnellstraße fahren oder durch den belebten Küstenort San Vincenzo.

Nein, wir wollen die Toskana endlich SEHEN!

Und das tun wir schließlich auch.

Staunend fahren wir holprige Landsträßchen entlang imposanter Weingüter (eine Tenuta neben der Anderen!) und hübschen Zypressen- und Pinienalleen.

Wir sehen Hügel und Sonnenblumenfelder und alte Dörfchen hoch oben auf dem Berg.

Manchmal muss man einfach abbiegen!

Als der Gatte sich spontan entscheidet, einfach mal abzubiegen, wissen wir seinerzeit noch nicht, welch zauberhafte Überraschung uns erwartet.

Denn hoch oben in Castagneto Carducci erleben wir es endlich! Das echte Italien!

Wir schlendern durch alte Gässchen mit Stolperpflaster, bestaunen Kätzchen auf warmen Gemäuern (die Kleinste 😉 ), blicken von oben auf Weinberge und das Meer, vertilgen äußerst leckeren Crepes und erfreuen uns an Blümchen und Dorfplätzen umsäumt von Platanen, deren Blätter sanft im Wind rauschen!

Ja, manchmal muss man im Leben einfach abbiegen, um den Zauber dessen wieder erkennen zu können! 😉

Unfreiwillig werden wir noch Zeuge einer überdimensional groß aufgezogenen (und vermutlich sehr, sehr teuren) Hochzeit, mustern wohlgepflegte Menschen in Glitzer und feinstem Gewand (und Männer einheitlich in Sonnenbrille und dunkelblauem Anzug 😉 ) und fahren mit vielen, vielen Eindrücken wieder nach Hause.

Ja, ich wollte meiner Familie das echte Italien zeigen – einem Teil zumindest konnte ich es heute näher bringen.

Der andere Teil der Familie ist auf seine Art hier im Park Albatros ganz zufrieden – doch gehört nicht alles hierher.
Jedem gefällt es hier auf seine Art! 🙂

Süßesten Wein koste ich am Abend noch, vor mir Hügel und Zypressen, neben mir der Gatte und geschmackvoll hergerichtetes Rosmarin-Hähnchen im Munde.

Die schönsten Urlaubs-Tage sind eben doch die, abseits der üblichen Wege und von Strand und Pool! 

Die, welche sich durch Zufall ergeben und Dir ganz unverhofft Land und Leute von einer ganz und gar zauberhaften, versteckten Seite zeigen.

Es sind die Tage, an welchen der Wein ein kleines bisschen süßer schmeckt, die Luft schwerer duftet und der Nachtisch im Munde zergeht!

Wir haben zwar kein Haus in der Toskana geerbt – aber heute war ein solcher, glücklicher Urlaubstag! 🙂

Eure 

Alex

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. ah, wie schön. Die Serie habe ich auch geschaut und war immer hin- und her gerissen, ob ich sie jetzt gut oder schlecht finden soll. Aber irgendwie bin ich hängengeblieben. Schöner Reisebericht und ich empfinde vieles nach. Weiterhin alles Gute.

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