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Und täglich gähnt das Muttertier – Morgenroutine #12von12 im Oktober!

Ich schlafe derzeit schlecht und schrecke des Öfteren in der Nacht auf.

Was während einer Zeitspanne von ungefähr mir zur Verfügung stehenden 5,5 Stunden Schlaf ohnehin nicht so prickelnd ist, lässt mich zerknirscht um 06.11 Uhr den Handy-Wecker auswischen.
Und monotonen, nahezu ferngesteuerten Schrittes gen Untergeschoss schlurfen.

Na gut, vielleicht gehe ich vorher noch strullern – aber möchte ich diesen Morgen jetzt ganz detailgetreu mit allen Vorgängen und Gedanken wiedergeben?

JA! Warum eigentlich nicht!? 😉

Dann aber, dann muss ich nach unten!

Kurz vor der Treppe werfe ich einen flüchtigen Blick in den Hamster-Käftig, doch der Nager ist nicht zu sehen.

Das macht mir schon eine Weile Sorge, denn der mittlerweile sehr betagte, kleine Freund kriecht lediglich zum Trinken und Futter-Sammeln aus seiner klitzekleinen warmen Kuhle, welche er sich zum Schlafen aus Einstreu stets bastelt.

Irgendwo unter dem großen Kletterhäuschen, das nur noch selten sein Interesse weckt.

Lange schon steht das Laufrad still, so scheint es mir – und alsbald werden wir wohl wieder Abschied nehmen müssen.
Von einem kleinen, knuffigen Fellfreund auf Zeit. 🙁

In der Küche angekommen blicke ich mich für einen Moment ratsuchend um.

Ich weiß noch nicht wirklich WER ich bin und auch noch gar nicht, wie der Tag heute werden wird.
Das ist auch weiter nicht schlimm, spule ich doch Morgen für Morgen eine gewisse Routine ab, die mir gleichermaßen hilft, im Tag anzukommen.

Die Sache mit den Brotdosen…

Ja, fast glaube ich, ICH brauche diese Routine dringender, als der Nachwuchs die gut und liebevoll bestückten Brotdosen!

(Ich schrieb erst neulich auf Instagram meine ganze eigene Meinung dazu! 😉 )

Mit eingeübten Handgriffen setze ich Teewasser auf, befülle den Behälter der Nespresso-Maschine und stelle Utensilien bereit.

Aufbackbrötchen wandern in den Backofen – wenngleich ich nach dem Aufstehen neuerdings ein ernsthaftes Problem mit den roten Zahlen auf dem Display habe!
Warum!?
(Ach ja, die Sache mit dem Optiker und der Lesebrille…war noch immer nicht da… LASST MICH EINFACH!!! 😉 )

Es braucht im Anschluss nur wenige Schlucke vom Heißgetränk mit der höchsten Intensitätsstufe
(Scheiße! Ich kann mich nicht mehr steigern!) – und mir fällt ein Blogartikel wieder ein, welchen ich gestern “woanders” gelesen habe.

Verächtlich muss ich schnaufen, denn ich konnte mit dem Text so gar nichts anfangen!

Fand ich blöd, um ehrlich zu sein.
Wie gerne hätte ich meinen ganz eigenen Senf zum Thema verbloggt, doch – und dieser Gedanke lässt während ich Gurke in Streifen schneide meine Gesichtszüge äußerst grimmig entgleisen – muss ich ja stets aufpassen, WAS ich auf meiner Seite von mir gebe.

Denn irgendwo da draußen sitzen hin und wieder leider auch Menschen, die nur darauf warten, mir eins reinzuwürgen.

Frustriert versuche ich schnell jene Gedanken zu verwerfen – und mich einfach darüber zu freuen, dass ich die im Text geschilderten Probleme so gar nicht teilen kann!
Läuft halt noch…(Ups!!! 😉 )

06.30 Uhr zeigt die digitale Küchenuhr an – ich muss schleunigst nach oben ins Bad gehen und die mittlere Tochter wecken!

Minuten später surren zwei elektrische Zahnbürsten um die Wette, mehr Konversation bedarf es zur frühen Stunde nicht.

Gähnende Gestalten hinterm Nebellicht

Es ist kalt und Reif überzieht parkende Autos, als wir uns mit dem eigenen Fahrzeug auf den Weg in die Nachbarstadt machen.

Noch immer fahre ich die beiden großen Kinder zum Gymnasium – manchmal genieße ich das sogar!

Nicht etwa die angeregte Unterhaltung zu dritt (Ahahahaha) – auch nicht das allmorgendliche dezent verstimmte und verschlafene Schweigen!

Sondern den hübschen Anblick der Nebelfelder und von Tau überzogenen Wiesen!

Wie gerne würde ich jenes mystische Bild einmal mit dem Handy festhalten!
Doch zum rechts-ranfahren fehlt stets die Zeit!

Kurz nach sieben befinde ich mich bereits wieder auf dem Rückweg – heute komme ich sehr gut durch, die Landstraße ist frei!

So gut, dass es nicht einmal für eine Liedlänge reicht – ich “krame” dieser Tage hin und wieder die alten Klassiker im Auto raus und drehe laut auf.
Zum wachwerden, zum Allein-sein.

Nächstes Kind in die Schule!

Lange alleine bin ich jedoch nicht, das kleinste Kind muss ebenfalls zum Unterricht gebracht und durch den Morgen begleitet werden.

Letzteres stellt das größere Problem dar.

Verbal mittlerweile auf dem Niveau einer sechzehnjährigen wirft mir die neunjährige Tochter ein Potpourri aus

Mann EY!” und “Jetzt hör’ doch ma’ auf, Mama”, gerne auch “Jetzt lass’ mich doch mal!”
(wir führen eine Pulli-Diskussion 😉 )

entgegen.

Ich halte die Klappe und bemitleide mich beleidigt selbst.

Letzten Endes klappt – wie so oft – dann doch alles!

Der Tee sitzt wohl-temperiert in der Ranzen-Seitentasche, die Brotdose daneben – und das Kind in wärmender Jacke und beruhigten Gemüts auf der Sitzerhöhung im Auto. 🙂

Auf dem Nachhause-Weg von der Schule kommt mir eine Idee:

Ich wünsche mir schon seit ein paar Tagen, einmal wieder einen richtig-schönen Sonnenaufgang zu sehen und festzuhalten – einfach nur, um mich eben an kleine Dingen und Momenten erfreuen zu können!

Da mich nur zwei Auto-Minuten von Feldern und Wiesen trennen, biege ich kurzerhand – nur für ein paar wenige Minuten – “falsch” ab.

Belohnt werde ich hiermit!!!

Und auch wenn mich selbst in jenen Minuten trübselige Gedanken und Sorgen einholen, so kann ein Tag, der SO startet, doch nur gut werden, oder?

P.S. Ach ja – den Gatten habe ich hier in der Morgenroutine gar nicht aufgeführt!
Also: Ich habe auch einen Ehemann – aber der ist derzeit in Karlsruhe auf Dienstreise.
Und morgen irgendwo anders.
(Frau fühlt sich nun schlecht, weil sie manchmal ad hoc gar nicht den genauen Aufenthaltsort des ihr Angetrauten kennt…)

Hin und wieder dürfen wir jetzt wieder in den Genuss einer Ehe auf Distanz kommen! 😉

Habt alle noch einen schönen, sonnigen Oktober-Tag! 🙂 

(Noch mehr #12 von 12 gibt’s bei draußennurkännchen!)

Eure 

Alex

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