Skip to content

Emotional überreizt – Wenn alles nervt und sich Care-Arbeit, Mental Load und Hochsensibilität nicht (immer) vertragen!

Du könntest jetzt Deine Laune auch mal wieder bessern“, meint der Mann am Abendbrottisch.

Und ich denke mir einfach nur NEIN.

Ich kann nicht auf Knopfdruck lächeln und gelöst sein und für gute Stimmung sorgen.

Ich bin doch keine Marionette (und mag mich grad nicht zusammenreißen! Aaaargh! 😉 ).

Und vor allem bin ich heute schlichtweg einfach nur Eines – Nein, es sind zwei Dinge:

hundemüde und überreizt!

Ich bin nervlich überreizt, es ist mir heute alles zu viel gewesen!

Kopflos und überreizt ins Wochenende!

Nicht wenige Dinge gingen heute schief. Und ich wusste vor lauter Notwendigkeiten im Kopf einfach nicht, wo mir eben dieser steht.

Vermutlich ruht er noch auf den Schultern oder auf dem Hals, der gleich zu platzen droht. Ich weiß es gar nicht so genau.

Hab’ auch schon eine Weile nicht mehr in den Spiegel geguckt, keine Zeit dazu gehabt.

Er wird wohl noch an Ort und Stelle sein, dieser Kopf, wenngleich ich mich an diesem Abend wohl eher kopflos fühle!

Die Haare zerzaust, die Schminke verschmiert – und einfach alles nervt mich und lässt mich nicht zur Ruhe kommen und entspannen!

Die Jeans, welche sich seit dem Nachmittag dazu entschieden hatte, immer wieder zu rutschen nervt unfassbar!!!

Sie zu wechseln, nun dazu war zwischen Taxi-Fahrten und verkrusteten Pfannen einfach keine Zeit.

Die Ärmel vom Pullover flutschen ebenfalls immer und immer wieder nach unten, dabei konnte ich genau das bei dem ganzen Spülen und Küche-wischen heute ganz und gar nicht gebrauchen!

Die Haare waren und sind im Weg (NEIN! Allein aus Protest suche ich jetzt kein Zopfgummi!) oder hingen in den Wimpern, der Bauch zwickt komisch seit gestern.

Und irgendwie sind im Wohnzimmer eigenartige Fliegen aufgetaucht. Mitten im Winter.

An manchen Tagen reichen “Winzigkeiten

Und allein ob dieser ganzen Winzigkeiten könnte ich geradezu schreien!

Denn ich bin nun einmal NICHT gut gelaunt! Ich bin emotional überreizt!

(Ich brauche einen gepackten Koffer und den heißen Latino-Piloten! 😉 ) 

Und ganz gewiss bin ich das, weil den vielen kleinen und nervigen Winzigkeiten viele andere Dinge eines verkorksten Tages voran gegangen sind!

Ach ja, die Kabel und Werkzeuge im Wohnzimmer – dort, wo eigentlich Gemütlichkeit und Heimeligkeit herrschen sollte – nerven mich auch abgrundtief!
Seit einer Weile schon ist Unordnung im Eigenheim angesagt.

Ganz genauso wie mich weiße Tennissocken auf dem Fussboden nerven und Leergut-Flaschen oder alte Joghurt-Becher.

Mich nervt der Geruch von den Reibekuchen in der Luft, welche ich am Nachmittag nach einem versemmelten Mittagessen schnell noch machte.
Denn an einem Tag wie heute, geht eben alles schief.

Ich war am Morgen der Arsch, der nicht schnell genug frische weiße Socken aus der Wäsche zaubern konnte.
(Notiz an meine Kinder: schaut doch mal unter der Wohnzimmer-Couch nach, vielleicht werdet ihr da fündig! Müffeln höchstens ein wenig.)

Und ich war heute früh der Depp, der nicht schnell genug Entschuldigungen für Fehltage für diverse Lehrkräfte morgens um sieben zückte.

Ich bin heute ebenfalls der Idiot, der bereits dreimal (!) die Spülmaschine anstellte und jene wenige Quadratmeter gefühlt ohnehin nie, niemals verlassen kann.

Wenn mich jemand sucht: Ich bin gefangen in meiner ganz persönlichen Mikro-Zelle, zwischen verschütteter Milch auf Küchenflächen und Zwiebelschalen an Orten, an denen sie nicht hingehören.

Ich bin in dieser Küche gefangen – MIT Fußfessel (immerhin nerven mich meine Socken heute nicht auch noch) – und bin des ständigen Aufräumens und Wischens und Hinterherräumens so sehr müde! Echt jetzt!

Aktuell hasse ich einkaufen, kochen, essen, wischen, räumen, Hände-waschen, Geschirrtücher – einfach alles, alles, alles was mit dieser Küche und dem Aufenthalt in eben dieser zu tun hat!!!!

HEUTE sehe ich Dreck – überall!

Aber ich soll mich beruhigen und auf gute Laune schalten. Ich soll lächeln und fröhlich sein.

Und sehe stattdessen Dreck – überall.

Autos sind verkrustet voller Schlamm – im Inneren und von außen.

Und mir fehlt die Zeit, mich um all’ diese Dinge zu kümmern, die mich stören und triggern und mein Grundbedürfnis nach Ordnung und Sauberkeit so sehr aus dem Gleichgewicht bringen.

Ich fühle mich genauso verkümmert und verwahrlost und verkrustet, wie ich gerade mein ganz eigenes Heim empfinde!

Weil ich gefühlt aktuell nicht mehr hinterherkomme! Weil ich gefühlt alleine das Chaos sehe und versuche, zu bewältigen! 

So viele unerfüllte Bedürfnisse

Ich fühle mich gefrustet, weil nunmehr endlich (endlich!) wieder tolle Aufträge anstehen und warten, mir aber die Hände (mit dem Geschirrtuch) gebunden sind – und ich heute einfach nicht zum konzentrierten Arbeiten komme.

Und dies ist ebenfalls ein Bedürfnis, welches nicht gestillt ist! Und auch das ist ein Gefühl, welches mich unzufrieden und unglücklich zurück lässt.

Denn ich versuche gerade, einfach nur die Bedürfnisse aller Anderen stillen zu können! 

Ich räumte frische Handtücher in Schränke und Unterhosen in Schubladen und ich tröstete und trocknete Tränen.

Auch das habe ich heute gemacht. Und ich spüre dieses Leid mit jeder Faser meines eigenen Körpers.

(Und möchte heimlich selbst heulen.)

Es darf mir auch mal alles zu viel sein!

Ich werde heute wohl im Laufe des Abends auf noch mehr Hindernisse stoßen, so wie es in jenem Gemütszustand nun einmal der Fall ist.

Ärmel werden an Türgriffen hängen bleiben oder ich über Schlaufen von Sporttaschen stolpern.

Weil – hatte ich das schon erwähnt? – hier einfach alles, alles, alles zu eng und zugestellt ist!

Mir werden Dinge aus den tatterigen Händen fallen und ich werde zischen und schnauben – ohne es selbst zu merken.

Vielleicht verdrehe ich auch die Augen und werde den Crosstrainer mit kräftigen Tritten peinigen. Ich weiß es noch nicht.

Ich weiß nur das Folgende:

Es ist ok! Ich darf überreizt sein und mir darf auch mal ein Tag “zu viel” sein!

Weil ich zu viele Emotionen spüre und zu sehr in Wäsche, Dreck und Gerümpel stehe.

Weil ich als Mama nie (NIE!!!!) dazu komme, gemütlich in weichen Kissen zu sitzen und mich mit einem guten Buch in andere Welten entführen zu lassen!

Und weil mir sieben Stunden Schlaf am Stück fehlen (bekomme ich nur am WE hin). Und weil ich Mensch bin.

Allein das sollte als Erklärung reichen.

Inhale. Exhale. Einmal ins Kissen schreien – weiter geht’s. 

Eure 

Alex

Der Text gefällt? Dann Daumen hoch für die Alex!
Teilt den Beitrag gerne auch über Facebook. Dazu einfach auf den Button klicken.  😉

Keinen Beitrag mehr verpassen?

Dann mach es wie viele Andere und folge mir! Gib dazu einfach Deine Email-Adresse ein und klicke auf 'MamaStehtKopf folgen'. Dann wirst Du über neue Artikel von mir persönlich informiert. So einfach kann's sein... 🙂 Beachte auch meine Datenschutzhinweise.

Comments (3)

  1. Du Arme! Ich bin voll bei dir – zu gut kenne ich das Gefühl, nicht entspannen zu können, weil z.B. die Küche nicht fertig aufgeräumt ist.
    Mir hat tatsächlich nur geholfen, alle mit einzubeziehen.
    Waschmaschine erklären und selbst waschen lassen. Kind (16 J.) hat nicht gewaschen? Tja. Kleidung in den Schrank räumen? Durch mich sicher nicht.
    Mir war es irgendwann einfach zu blöd, der “Diener” zu sein. Hat ewig und drei Tage gedauert, aber jetzt läuft es (ein bisschen:D) besser.

  2. “Du könntest jetzt Deine Laune auch mal wieder bessern“
    “Und du und die Kinder könnten selbstständiger agieren.”
    Ich hoffe du erhältst mehr Wertschätzung, weil das ist zu wenig.

    Lese deinen Blog sehr gerne, liebe die Ehrlichkeit und den Schreibstil.

Kommentar verfassen

An den Anfang scrollen