Der Rappel: Wenn Mutti sich verzettelt

Montag morgen. Das an sich ist ja schon gruselig und furchtbar fies, um nicht zu sagen apokalyptisch! Ich hasse wirklich jeden einzelnen Montag-Morgen!

Und als würde das nicht genügen, habe ich gerade auch noch Angst vor mir selbst. Boah! Bin ich mir gerade unheimlich! Denn es ist mal wieder so weit. Nach langer Zeit. Mich hat der Rappel gepackt. Der Riesen-Mega-Rappel!

Der Plan für den heutigen Morgen war eigentlich der Folgende:

Knapp drei Stunden sollten mir ganz alleine im Haus zur Verfügung stehen. Diesen Montag sogar ohne Vorbereitung der Schul-Englisch-AG, was auf mehr sinnvoll nutzbare Zeit blicken und hoffen ließ. Yeah! Alle aus dem Haus! Heute morgen endlich effektiv sein und -nachdem am Wochenende sehr sträflich vernachlässigt- weiter für die
Kita-Englisch-Kurs-Lizenz lernen. Eigentlich wollte ich also „nur kurz“ das Nötigste für’s Mittagessen einkaufen, um dann im Anschluss voll motiviert und konzentriert zwei ganze Stunden dem intensiven Lernen zu widmen.

Doch Frauen neigen ja bekanntlich dazu, sich zu verzetteln. Insbesondere wenn es um den Haushalt geht. UND wenn Frau Mutti versucht sich noch ein klein wenig vor unangenehmen Dingen zu drücken. Dinge wie eben höchst konzentriert am PC englische Studien zu durchforschen. Da fällt es leicht in die andere Falle zu purzeln. Da legen wir Frauen es doch dann gerne regelrecht darauf an. Zumindest ist es bei mir gerade so!  😉

IMG_20180205_091251887_HDRUnd so stehe ich nun inmitten des Küchen-Chaos.
Inmitten des „ich-muss-jetzt-aber-dringend-mal-die-Küchenschränke-ausmisten“ Vorgangs.

Wie ich jetzt hier gelandet bin?

Nun, fange ich mal von vorne an.
Vorne an der Haustüre. Als ich noch voll „muttiviert“ mit der Einkaufstüte das Haus betrat.

IMG_20180205_115038007Die Sonne schien, draußen war’s klirrend kalt. Offensichtlich hat sich der Winter JETZT, Anfang Februar, ja doch noch entschieden Einzug ins deutsche Land zu halten.
Die Müdigkeit einer viel zu kurzen Nacht steckte mir noch in den Knochen. Aber hey! Wozu gibt’s denn Kaffee? Hält warm, motiviert und macht gleichzeitig wach. Eine geniale Erfindung wenn Ihr mich fragt!

Es folgt – Die Kettenreaktion:

Erstmal also Tässchen Kaffee machen und beim Einkäufe verstauen trinken.
Während ich die Tasse aus dem Schrank hole, fällt mir auf, dass der große Sohn vergessen hat, das unterschriebene Zeugnis wieder mit in die Schule zu nehmen. Daneben liegen verschiedene Elternbriefe, die ich allesamt noch durchlesen, ausfüllen und unterzeichnen muss! Ich rücke mir alles fein sichtbar in die Mitte der Küchentheke. Damit ich’s später bloß nicht vergesse.

Eben als ich die Einkäufe aus dem Auto holte, fand ich im Kofferraum doch tatsächlich noch die Schneehosen der beiden Töchter vor. Mittlerweile fiefgefroren.  Also müssen die erst einmal im Hauswirtschaftsraum aufgehängt werden. Mache ich auch noch schnell. Da fällt mir die nasse Wäsche in der Maschine auf. Sollte ich mal umfüllen, sonst müffelt die. Doch der Trockner ist besetzt. Falte ich noch schnell die sich darin befindlichen Handtücher oder müssen erst die Einkäufe weg? Ich entscheide mich immerhin für die Einkäufe. Ihr wisst schon, unterbrochene Kühlkette usw.. Nachdem ich allerdings die Gefahr der Magenverstimmung durch verdorbene Lebensmittel gebannt habe, fällt mir die nasse Wäsche wieder ein.

Ich fange also an, eilig den Trockner zu leeren und fülle nasse Wäsche um.
Da ja jetzt die Maschine frei ist, könnte ich ja eigentlich noch die Dreckwäsche aus dem Bad im Obergeschoss holen und sortieren. Darf ja nicht im Leerlauf sein, die Waschmaschine. Also erledige ich auch noch das. Geht ja „schnell“.
Puh! Die Maschine läuft.

Wieder in der Küche stören mich die ganzen Gemälde der Kleinsten, die da ebenfalls auf der Küchentheke herumliegen.
Ja, die Küchentheke ist bei uns wertvolle Nutzfläche für alles Mögliche!
Zeit, hier mal wieder Platz zu schaffen!
Um mich an das „Archivieren“ der Kunstwerke ebenfalls zu erinnern, flitze ich in’s Obergeschoss und hole den Ringbuch-Ordner für die Kindergemälde. Müssen ja alle noch abgeheftet werden. Ich lege ihn auch auf die Küchen-Theke.

Endlich drücke ich nun auf die Taste der heiligen Kaffeemaschine und kippe extra viel Milch nach, damit’s schnell trinken geht.

Ich habe Kosmetika gekauft. Die gilt es ins Obergeschoss zu befördern. Dabei kommt mir in den Sinn, dass mein Teil des Badezimmer-Schrankes überzuquellen droht. Von Dingen selbstverständlich, die ich monatelang nicht mehr benutzt habe und die ich eigentlich auch noch schnell mal ausmisten könnte. Geht ja fix!
Ich finde mich also auf dem Badezimmer-Teppich hockend wieder, darum bemüht Duschgels und Shampoos nach Nutzungshäufigkeit und Verträglichkeit zu selektieren. Jetzt brauch ich aber auch noch den Dyson. Ihr wisst schon, der ganzen Haare wegen, die da auf dem Boden des großen (!) Auszugsschrankes liegen.
Geil! Wieder eine volle Tüte ausgemistet.

IMG_20180205_095427970Zufrieden gehe ich zurück in die Küche. Dort stehen noch immer die Konservendosen, welche nicht der umgehenden Kühlung benötigten. Ich versuche sie im Vorrats-Schrank und Apotheker-Schrank zu verstauen. Mist! Alles viel zu voll und zu eng hier! Da die zwei (!) Kapseln Kaffee in Kombination mit der hell beflügelnden Sonne jetzt ihre volle Wirkung zeigen, beschließe ich noch ganz kurz hier für Abhilfe zu schaffen. Ich sortiere als Speisestärke, Haferflocken & Co. aus.

Es klopft an der Tür. Warum es klopft und nicht klingelt? Nun, fragt lieber nicht. Wir haben vor sieben Jahren gebaut. Eine Klingel aber haben wir bis heute nicht ausgesucht. Habe ICH bis heute nicht ausgesucht. Denn das war meine Aufgabe. Tja, funktioniert wunderbar auch ohne. Wenngleich zaghaftes Klopfen das ein oder andere Mal durchaus erfolglos bleibt. Leute! Bei Familie L. wird bitteschön an die Fertighaus-Türe gehämmert!

Der Paketbote bringt ein großes Paket adressiert an mich. Häh? Ich habe nicht die geringste Ahnung was sich darin befinden könnte und bin neugierig. Hastig hole ich die Schere und öffne. Dabei vergesse ich selbstverständlich das vorherrschende Chaos in der Küche.

Ich wühle mich durch haufenweise Papier, denn wie immer ist das Paket übertrieben überdimensional in Anbetracht des sich darin befindlichen Inhaltes. Es ist der Eimer „Play-Mais“, den ich für die Töchter bestellt habe. Nachschub für die „Geräte-freie Zeit“ am Nachmittag. „Prima!“ Denke ich mir. Verschafft mir weiteren zeitlichen Raum zum „Haus links machen“.

Denn gepackt vom Ordnungs-Wahn habe ich nun noch Großes vor!
Ich möchte:

  • jetzt aber endlich mal die Kinder-Kleiderschränke ausmisten und Platz für Neues schaffen.
  • Kinder-Bücher ausmisten, die mittlerweile selbst für die Vierjährige „zu Baby“ sind
  • immer noch die Gemälde abheften
  • alle Betten des Fünf-Personen-Haushaltes abziehen und neu beziehen
  • zuvor jedoch die Fussböden aufräumen, damit im Anschluss an die Bettenaktion der „Saugi“ durch die Zimmer wuseln kann
  • Drei Körbe Wäsche zusammenlegen

Und es gibt noch so viel mehr zu tun!

Nur eines habe ich bei meiner Auflistung ganz vergessen: Das Lernen! 😉
Das Zeitfenster dafür habe ich mir am heutigen Morgen selbst verbarrikadiert.
Nachher ist’s wieder laut, wild voll und hektisch im Haus. Da funktioniert zwar die große Kissenschlacht beim Betten-machen – aber vorbildlich konzentrierte PC-Arbeiten?
Forget it! Muddi!

Morgen soll wieder die Sonne scheinen! Und wer weiß? Vielleicht schreibe ich dann einfach endlich wirklich mal eine fein-säuberlich aufgeführte „To-Do-Liste“.
Strikt nach Prioritäten geordnet! Die es gilt zwingend einzuhalten ohne Ablenkung und Ausschweife!
Oberster Punkt? Lernen!

Oder vielleicht doch erstmal zwei Kapseln Kaffee machen?! 😉

Sonnige, und höchstmotiviert-verzettelte Grüße!

Eure

 

Alex


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