Alle Jahre wieder: Wie feier und überlebe (!) ich einen Kindergeburtstag?

15+

Ich musste niemandem etwas beweisen in dieser schwül-gewittrigen Nacht.
Brüllen durfte ich, wie ein Tier.
Bar jeglichen Schamgefühles durchstand ich zwar Höllenschmerzen – wurde dafür aber mit einem von drei wundervollsten Momenten des eigenen Daseins belohnt.
Mit dem Gefühl des frischgeborenen, einzigartig duftenden Lebens auf der eigenen Brust.

In dieser Nacht war alles egal.
Selbst vor der anderen Mutter im Nebenraum musste ich mich weder schämen, noch mich als besonders vorbildlich herausstellen.
Denn die? Brüllte und schrie mindestens genauso laut wie ich!

Sicherlich wusste sie damals auch nichts davon, dass sie eines Tages ganz „Pinterest“ nach den bestmöglichen Ideen für die aufwändigsten Geburtstags-Einladungen durchforsten würde – oder dies zumindest tun sollte.

Sie wusste bestimmt genauso wenig wie ich davon, dass die eigentliche Herausforderung nicht das Herausquetschen dieses zauberhaften, schrumpeligen und von Schmiere (die wir unter anderen Umständen als eklig empfunden hätten) überzogenen Wesens darstellen sollte.
Wir“ wussten noch nicht, dass die wirkliche Herausforderung sich von nun an alljährlich wiederholen würde!

Einen Kindergeburtstag planen, vorbereiten – und überleben!

In dieser magischen Nacht wusste ich noch nix davon, dass ich alljährlich mit leichtem Magen-Grummeln versuchen würde, alle von meinen Backkünsten zu überzeugen, zu sättigen und zufrieden zu stellen – und eine Party zu veranstalten, von der Kinder mit leuchtenden Augen zu Hause berichten würden.
Denn das ist essentiell! Die Kinder müssen stolz berichten und wiederkommen wollen!
Denn sonst stehen wir ja blöd da, vor den anderen Muttis.

Der Kuchen muss schmecken, selbst gemacht sein und der Kaffee wohl temperiert sein.
Am besten sollte er nichts mit George Clooney zu tun haben (ein Jammer!) weil sonst „ist’s na nix Richtiges“ und Getränke sollten möglichst kühl, aber nicht zu kalt sein.
Das alles ist ebenso wichtig – der Familie wegen.

Die Dekoration sollte atemberaubend, die Spiele eine abwechslungsreiche Herausforderung und die Mitgebsel ein durchdachtes künstlerisches Meisterwerk sein.
Und das ist ober-mega-endwichtig!
Ihr wisst schon: Der anderen Eltern wegen!

Niemals hätte ich in dieser Nacht geahnt, dass ich alljährlich um Mitternacht schweißgebadet, mit schmerzendem Rücken und Knochen die Eingangstüre schrubben würde, den Fussboden wischen, das Klo desinfizieren, den Pool und die Wasserrutsche reinigen und wieder abbauen würde, die Spülmaschine sowie Waschmaschine befüllen und leeren würde – und eine deutlich größere Erschöpfung als in jener Hochsommer-Nacht verspüren sollte!

Und dass ich mir alljährlich schwören würde, mich im nächsten Jahr nicht mehr so verrückt machen zu wollen – und den Dingen einfach mal ihren Lauf zu lassen!

Nun, an einigen Stellen wäre dies sogar gar nicht mal so schlimm (auch etwas, was ich während der letzten Jahre erkennen durfte), doch ohne ein gewisses vorausschauendes Denken funktioniert andererseits keine gelungene Kinderparty!
Insbesondere dann, wenn – wie in unserem Fall – Familienmitglieder und Kinder gleichermaßen eingeladen sind und beides parallel (Verwandtschafts-Geburtstag UND Kinderparty) reibungslos laufen soll.

Niemals hätte ich damals ebenfalls erahnt, dass ich einmal Tipps in Puncto Kindergeburtstag verbreiten würde. 😉
Doch allein für mich selbst mag ich hier einmal einige Erkenntnisse aus den letzten Jahren  zusammenfassen:

Pfeif auf die Einladung!

Den Battle mach‘ ich noch immer nicht mit! ICH WEIGERE MICH!
Meine beiden großen Kinder kümmerten sich in diesem Jahr selbst um ihre Einladungen, ich lieferte nur die wichtigen Details wie Uhrzeit, mitzubringende Dinge (in unserem Fall Handtuch und Badehose) und Ort.
Und auch bei der Kleinsten muss meiner Ansicht nach die Einladung kein preisgekröntes Pinnwand-Meisterwerk sein!
Echt nicht!
Eine gute Mutter definiert sich nicht über die aufwändigst hergestellte und einfallsreichste Einladung!
Und nicht zuletzt möchte ich nicht bereits noch lange vor der Party in die Kostenfalle „Geburtstagseinladung“ tappen! 😉

Die Sache mit den Mitgebseln

Bewährt hat es sich die letzten Jahre, einfach praktische Mitgebsel zu organisieren.
Am besten Dinge, die sich in die vorherige Schatzsuche integrieren lassen („Der Schatz“) und auch im Anschluss noch eine weitere Aktion und Beschäftigung mit sich führen!
Sie sollten wiederverwendbar und lange haltbar sowie praktisch sein.
Süßigkeiten kauf ich gar nicht mehr, denn letzten Endes zahlt man in der Summe dafür genauso viel wie für ein deutlich sinnvolleres Mitgebsel.
Beim Geburtstag der Tochter haben wir dieses Jahr Stoff-Turnbeutel bemalt und ein paar wenige Gummibärchen füllte ich in Gewürz-Gläschen.
Aktuell extremst angesagte Gewürzgläschen, aus denen man dieser Tage sogar trinkt.
Wie sich im Nachhinein herausstellen sollte.
Trendsetter ich! 😉

Die Spiele

Hier habe ich mir bereits vor vielen Jahren geschworen, mich  nicht mehr allzu bockig zu machen!
Auch hier macht eine ausgezeichnete Mutter nicht aus, wie viele Punkte und Aktivitäten auf der Party-Liste von den Kindern „abzuarbeiten“ sind!
Wichtig ist einfach, dass alle Spaß haben!
Klar gab’s die klassische Schatzsuche aber weitere Spiele? Machte ich nicht!

Sicher kam uns dieses Jahr die extreme Hitze zu Gute:

Mit Wasserrutsche, Planschbecken und Rasensprenger machten wir den Kindern die größte Freude überhaupt!
So sehr, dass Mutti auch mal entspannt mit der Latte auf der Liege sitzen durfte – mit einem verschmitzten Lächeln und dem entspannten Wissen „läuft…“! 🙂

Wenn’s irgendwann zu wild wird, hat sich ebenfalls in der Vergangenheit eine gemeinsame Bastel-Aktion bewährt!
Gerne bemale ich mit den Kindern dann Holzkästchen, T-Shirts, Schlamper-Mäppchen – oder eben Turnbeutel.
Hier sind selbst die Größten mit Eifer bei der Sache, alle kommen mal runter und haben im Anschluss ein ganz prima selbst gestaltetes Mitgebsel (und dieses „Modewort“ geht mir gerade auf den Senkel! 😉 ).

Die lieben Verwandten

Sind die größte Herausforderung!
Sorry dafür 😉
Denn ganz ehrlich? Ältere Leute sind anstrengender als kleine Kinder!
Hier gilt es bereits bei der Vorbereitung eventuellen Fragen und Suchen vorzugreifen.
Sprich ich stelle ALLES bereit: Latte Macchiato Gläser (falls der George doch mal ran darf), Löffel, Zucker, Kaffeesahne, normale Milch, wohl temperierte Getränke (wehe sie werden im Sommer zu warm!), Sitz-Auflagen, Tortenheber, richtiges Besteck („das Plastik-Besteck taugt ja nicht“) und und und.

Der Morgen vor der Party

Vor der Party geht es morgens meist hektisch her.
Auch (laut dem Gatten insbesondere) bei mir.

Salate wollen frisch vorbereitet werden, Desserts & Co. warten auch noch auf die Fertigstellung.
Bierbänke sind zu dekorieren und draußen (zum Glück haben wir Sommerkinder!) alles aufzubauen.

Um größeren Schäden vorzubeugen entferne ich Teppiche aus Gäste-Toilette und Wohnzimmer (Nein! Ich bin nicht verrückt! Das macht wirklich Sinn!) und „sperre“ das Obergeschoss ab!
Denn dort auch noch Schlamm und Gras aus dem Garten entfernen? Will ich wirklich vermeiden!

Da meine Kinder unersättlich sind und auch während der Party-Vorbereitungen nach Mittagessen rufen, gibt’s an einem solchen Tag nur ein schnelles TK-Pizza-Baguette aus dem Backofen.
Schließlich gibt’s ja später noch extremst gesunde Oreo-Torte, Bratwürstchen und Ketschup! 😉

Die Nacht nach der Party

Hier hilft nur ein für sich selbst kalt gestelltes Radler, ein ordentliches Glas Weißwein – oder Eierlikör.
Gerne auch alles zusammen!
Vorausgesetzt, ihr könnt dann noch den Wisch-Mopp schwingen!

Doch muss ich zugeben, ich erledige gerne alles noch mitten in der Nacht!
Ich kann es nicht leiden, sämtliche Aufräum-Arbeiten auf den Morgen danach zu verschieben und mit vom Boden verklebten Füßen in’s Bett zu krabbeln.

Also mache ich einfach noch ALLES.
Bis zum bitteren Ende.
Nennt mich bekloppt, aber das ist halt mein Ding.
Insbesondere, da am nächsten Tag meist schon wieder normales Alltags-Ferien-Programm wartet
(„Wann gehen wir ins Schwimmbad?!“, „Wann gibt es Mittagessen?„) und ich mich dann nur umso mehr stressen würde.

Der Tag nach dem Kindergeburtstag

Ist aufgrund meines beherzten nächtlichen Einsatzes dann schon wieder ein ganz normaler.
Musste ich es jemandem beweisen? Nicht wirklich.
Denn meistens reden wir Muttis uns das nur selbst ein!

Hatte ich Schmerzen, die einer Geburt nahe kommen? Nein.
Nur sehr, sehr müde Knochen.

War es schön?
JA!!!
Und solange Mutter und Kinder hier einen dicken, fetten Haken setzen können ist alles gut!
Und das Gebrülle und Gequetsche vor vielen Jahren hat sich gelohnt!

Viel Spaß beim Kindergeburtstag-feiern!

Eure 

Alex

(Wer wissen möchte, wie wir vergangene Kindergeburtstage feierten: Einfach gerne hier klicken! 😉 )

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Ein Gedanke zu “Alle Jahre wieder: Wie feier und überlebe (!) ich einen Kindergeburtstag?

  1. bloggermumofthreeboys Antworten

    Du hast so Recht mit dem Punkt, dass die „älteren Gäste“ das Anstrengende an den Geburtstagen sind (okay, wir hatten dieses Jahr einen kleinen Gast, der im Nörgeln alles übertraf)!! Kinder wollen einfach nur Spaß und was zu Essen. Ich mach mir allerdings auch keinen Stress, ich liebe ja Partys und sinnvolle Gastgeschenke (bei uns gibts meistens T-Shirts).

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