Mein Körper wird alt – Warum ich trotzdem Bikini trage!

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„Die kann man weglasern“ sagte die Hautärztin zu mir und ich fing im Geiste an zu kalkulieren und zu überschlagen.

Ich weiß nicht mehr, wie hoch der mir genannte Preise pro Punkt war, doch würde ich jetzt, einige Jahre später, wohl auf eine Summe geraten, welche dem Verkaufspreis unseres Einfamilien-Häuschens nahe käme.

Ganz, ganz sicher – man(n) wird mir hier an dieser Stelle wohl kaum einen leichten Hang zur Übertreibung unterstellen wollen.

Worum es ging?
Na um diese kleinen, roten Blutschwämmchen, welche Menschen vorzugsweise im voran geschrittenen Alter ereilen.
Um sehr viele davon genau genommen.

Vorzugsweise am eigenen Bauch (ach Quatsch, sie sind mittlerweile überall!), der einst – mit Zwanzig – mal braungebrannt und narben-frei daher kam.

Ich habe viele davon bekommen in den letzten Jahren – und es werden immer mehr!
Ein Aufhalten dessen? Unmöglich!

Genauso wenig, wie ich nun einmal den Lauf der Zeit stoppen kann.

Meine Haut altert, sichtlich.

Und erinnert mich höchstens noch….

….nach einem ausgedehnten Sommerurlaub an die einer knackigen Zwanzigjährigen.

Nicht aber jetzt, am Anfang eines Sommers, welcher aktuell nicht viel Aussicht auf Sonnen-gefüllte Tage am adriatischen Meer bietet.

In der abgedunkelten Küche, hinter der prall-gefüllten Spülmaschine bräunt es sich nun einmal nicht so gut.
Doch da werde ich wohl oft vorzufinden sein, in diesem Sommer.

Voraussichtlich bleiben wir wohl die meiste Zeit zu Hause – und das Sonnendeck der „Costa Gardenia“ wird wohl eher der eigene Nachwuchs aufsuchen.
Nicht aber ich.

Denn ich werde zu Hause nur Arbeit und Dreck sehen – und fern jeglichen Entspannungs-Gefühls sein.

Urlaub zu Hause? Kann ich nicht!

Ich ziehe Bikini an – auch noch mit Achtzig!

Doch sollte unser Freibad tatsächlich wieder öffnen (oh bitte, bitte, bitte!) , werde ich Eines gewiss wieder tun:

Den Bikini anziehen!

Trotz Milliarden von roten Punkten.
Und trotz all‘ den anderen Dingen, die den mittlerweile 41-jährigen Körper zieren und von vielen gelebten Jahren (und Schwangerschaften!) zeugen!

Ich werde neue Krampfadern und eine Ansammlung vieler Besenreiser präsentieren, die doch gestern noch gar nicht da waren!
(Und DAS ist richtig gemein, Leute!)

Nicht werde ich panisch zu Corona-Zeiten den Venen-Spezialisten zum Spritzen oder gar herbstlichen operativen Ziehen aufsuchen.
Habe ich beides schon hinter mir.

Hält also offensichtlich ganze zwei Jahre! (Yeah!).

Meine Beine waren einst mein ganzer Stolz!
Lang, dünn, braungebrannt – gerne präsentiert in kurzen Röcken.

Aber wisst Ihr was?
Ich verstecke sie noch immer nicht!

Dreimal haben sie mein schweres, schwangeres ICH durch die Gegend getragen – und werden fünfmal die Woche von mir auf dem Crosstrainer und um den See gebeutelt.

Und wenn sie sich dafür nun einmal mit blauen – oder gar dicken – Stellen hier und da rächen, dann sei’s drum.
(Nein! Ich lüge mir hier doch nicht etwa selbst in die eigene Tasche! 😉 )

Ich habe eine verkrüppelte Schulter, welche nicht selten entsetzte Blicke oder gar dümmliche Fragen hervor ruft!
(Nein! Ich werde zu Hause NICHT misshandelt!)

Ein großes, blaues, angeborenes – ach was weiß ich jetzt genau was es ist – ziert die rechte Schulter und schwillt bei Hitze oder nach Überanstrengung gerne schmerzend an.
Mir egal.

Dann fragt mich halt danach – in den meisten Fällen weiß ich dann gar nicht, WAS ihr meint.
Weil’s zu mir gehört, seit eh und jeh – und ich nix mehr machen lasse.

Die Fotos machte ich vor ein paar Tagen im Rahmen einer Zusammenarbeit bezüglich eines wichtigen Themas. Klar! Kostete mich das Überwindung – sie werden Euch also in Kürze noch einmal begegnen.

Der Bauchnabel ist eigentlich nur deshalb noch da, weil ich mich nach einem überdimensionalen Nabelbruch während meiner dritten Schwangerschaft „unters Messer“ legte.

Und die kleinen „Schrumpeln“ nach drei Schwangerschaften lauern versteckt unter der Bikini-Hose, welche ich seitdem stets eine Nummer größer kaufen muss.

Ich habe Dellen an den Pobacken, trotz Sport – so viel mehr Sport, als ich ihn mit Zwanzig betrieb.
Und Hautirritationen hier und da.

Ich mag mich aber trotzdem!

Aber verstecken? Mag ich mich nicht!

Ich mag mein Gewicht und bin zufrieden mit der Silhouette.
Die Beine trainiert und schlank, der Bauch kaum speckiger als damals Anfang Zwanzig, als ich beim Gedanken an einen schweißtreibenden Lauf um den See pikiert die Nase rümpfte.
Heute laufe ich gerne und bin stolz auf den sportlichen Körper!

Auch wenn ich im Schatten gewiss hübscher anzusehen bin – als im grellen, alles offenbarenden Sonnenlicht! 😉

Auch ich habe während „Kackorona“ zugenommen.

Zwei “Frust-Scheiße!-mir-bleibt-nur-noch-gutes-Essen-Kilos“ hocken auch auf den meinen Hüften.

Aber so what! Es sind NUR zwei lächerliche Kilos!

Es geht auch um die Kinder!

Und last but not least zählen die Kinder!

Niemals würde ich mit meinen Kindern NICHT ins Freibad gehen, weil ich mich für meine alte Haut und meine lädierten Beine schäme!

Niemals würde ich deshalb KEINEN Bikini anziehen und mich zu Hause verstecken!

Das sollte keine Mami müssen und denken. KEINE!

Ganz gleich welche Konfektionsgröße wir haben.

Der Sommer ist zum Spaß haben da!

Und um Sonnenstrahlen auf dem ausgeleierten und ausgemergelten Bauch tanzen zu lassen.
Er ist dazu da, um blasse – vom Pandemie-Frühling geplagte Beine – in kühles Nass zu halten und einmal die volle Waschmaschine und Spülmaschine daheim zu vergessen.

Er ist da, um mit unseren Kindern auf der (heimischen) Wiese zu tanzen (ok, DAS machen auch wir nicht! 😉 ) und Fältchen um die Augen noch ein klein wenig tiefer werden zu lassen.
Weil sie von langen Tagen an der Luft und Sonne zeugen und vielen, vielen Erlebnissen mit denen, die uns am liebsten sind.

Seid gut zu Euch – und hüpft endlich in den Bikini!

(Und macht das Freibad auf – schnell! 😉 )

Eure 

Alex

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One thought on “Mein Körper wird alt – Warum ich trotzdem Bikini trage!

  1. […] ist mir bewusst, dass auch ich vor einigen Wochen einen ganzen Beitrag (hier könnt ihr gerne nochma... https://mamastehtkopf.de/2020/08/10/bikini-figur-ich-kanns-einfach-nicht-mehr-hoeren

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