Winterschlaf – Wenn Angst lähmt und das Leben (noch immer!) schön ist!

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Hibernation. Hibernation wird vorzugsweise im englischen Sprachgebrauch (also bitte „heibernäschän“ lesen) verwendet und bedeutet Winterschlaf.

Ich fand dieses Wort irgendwie witzig und lustig.

Damals, als ich im Rahmen meiner Nachmittagsbetreuung an der Grundschule mit den Dritt- und Viertklässlern spielerisch Englisch übte – und wir uns eben über all‘ die Tiere unterhielten, welche sich im Winter zutiefst verkrümeln und Lebensgeister bis auf ein Minimum herunterfahren.

Stets lachten wir über die Geschichten von „Froggy“, der seinem ersten Weihnachtsfest entgegen fieberte – und ob der Absurdität, denn gerade der kleine herzallerliebste Frosch sollte doch nun tief und fest ruhen!

In seinem Fall sogar in (Schock-)Starre verharren.

Und genau wie einige Kandidaten aus der Tierwelt fühlte auch ich mich heute morgen.

In Schockstarre

Am letzten Schultag (von dem ich inständig hoffe, dass auch heute noch bitte, bitte alles gut geht!) vor dem harten Lockdown.

Lange lag ich…

…nach dem Aufwachen noch im Bett (heute fuhr der Papa lieberweise Schul-Taxi), unfähig, die meinen Glieder von mir zu strecken.
Die Decke bis zur Nase hochgezogen und fürchterlich am Frieren.

Als hätte auch ich meine Körpertemperatur auf ein Minimum heruntergefahren!

Als wollten auch meine Lebensgeister, die Fröhlichkeit, Euphorie und Ausstrahlung (sofern jemals vorhanden gewesen) einfach für eine lange, lange Zeit nicht wiederkehren.

Starren, abwesenden Blickes schaute ich gegen den Schrank (Nein, es war in die Luft, wirklich – meine Augen verfolgten keinen fixen Punkt) – zu müde, um überhaupt Tränchen rieseln zu lassen.

Ich musste über Dinge nachdenken, Begegnungen vom Vortag und Zukünftiges, wenngleich ich noch nicht einmal weiß, was uns alle während der nächsten Wochen erwartet.

Das weiß ich wirklich nicht.

Der Lockdown macht mir nicht zu schaffen

Es ist nicht der Lockdown, der mir zu schaffen macht!

Denn ich war nie der äußerst gesellige Party-Mensch! (Jetzt isses raus)
Einsamkeit ist mir nicht fremd und eine gewisse Isolation auch nicht.

Ich kann damit leben, zu verzichten und mein Universum einzig und allein auf all‘ die Lieben hier in meinem Nest zu begrenzen.

Ich brauche weder Menschentrauben an Glühweinständen noch Weihnachtsfeiern noch (in meinem Alter ohnehin nicht mehr 😉 ) angesagte Clubs und volle Cocktail-Bars.

Auch keine großen Geburtstags- und Silvesterpartys.

Das brauchte ich NIE.

Ich habe schon vor langer Zeit gelernt, jeden einzelnen Tag meines Lebens zu schätzen und mich an kleinen Dingen (und sind sie noch so winzig) zu erfreuen.

Manchmal lastet „die Welt“ so schwer auf den Schultern

Doch manchmal lastet es dennoch schwer auf den Schultern.
Dieses Leben.

Dann lähmt das Leid dieser Welt und dann kratzt und kitzelt die ganz eigene Perspektivlosigkeit am Selbstwertgefühl.

Verbunden mit der aktuell vorherrschenden Angst um unser aller Gesundheit.

Dann fällt Aufstehen und Zuversicht-wahren schwer.

Dann ist das so eine Sache mit der BeSONNENheit, wenn draußen grau in grau und nasse Nebelfelder alles in tristes Licht tunken.
Und die Welt buchstäblich leblos wirkt.

Wie geht es mir wirklich?

In einem anderen Artikel schrieb ich kürzlich, dass ich manchmal gar nicht weiß, WIE es mir geht.

Ich funktioniere halt.

Stehe auf, denn das ist mein Job.

Kümmere mich um meine Kinder, gerade in diesen Tagen die größte und wundervollste Bereicherung meines Lebens!

Wofür sonst aus der warmen Decke hervorkriechen!?

Ich weiß dieser Tage nicht, wie es mir geht.

 

Das kann man so oder so interpretieren.

Ein „ich weiß es nicht“ springt immerhin nicht von der nächstbesten Brücke, aber ein „ich weiß es nicht“ macht ebenso wenig euphorische Luftsprünge! Isso.

Ich habe Angst.

Will nicht, dass irgendetwas, ein verkacktes und beschissenes Virus unsere kleine Familie zerstören könnte!
Ich fürchte um die meine Gesundheit und die meiner Lieben (und die ein paar anderer Menschen auch noch).

Schon lange vor Corona hatte ich wahnsinnige Angst vor der Situation, einmal als Mama schwer krank zu werden und lange vor den Enkelkindern (oder gar dem Abitur!!!) gehen zu müssen.

Diese Angst begleitet mich ständig – ich blende nur geschickt aus.

Denn welche Spiele das Leben mit  uns zu spielen vermag, weiß nur „es“ (was auch immer das ist) selbst.

Ich sah erst kürzlich eine liebe Blogger-Kollegin für immer gehen.
Zurück bleiben Mann und fünf (!) kleine Kinder!

Woran also glauben? Worauf hoffen und warten?

Es gibt nichts „zu warten“!!!

Und eben weil es nichts zu warten gibt, stehe ich immer wieder auf.

Jeden einzelnen Morgen!

Auch in dieser wundersamen Zeit!
Und es gelingt mir sogar, mich zu freuen und zu lachen!
Über klitze-winzige Kleinigkeiten.
Glücksmomente zu schätzen – innerhalb sonst so trister, dunkler Wintertage!

Dazu brauche ich meistens nur in die Gesichter der eigenen Kinder zu blicken.
Deren Haare riechen und streicheln – und den großen Sohn, der mir mittlerweile bis zur Nasenspitze reicht, drücken!

Wir verkrümeln uns

Wir werden uns verkrümeln, die nächsten Tage.

Fahren herunter.

Zwar nicht die Körpertemperatur, auch werden wir wohl weiterhin ansprechbar und in Bewegung bleiben – aber in einen klitzekleinen, ganz eigenen Winterschlaf begeben wir uns schon!

Und trotz aller Umstände freue ich mich sogar ein klein wenig darauf!

Auf die Ruhe und Besinnung!
Auf Spaziergänge (und seien sie nur für mich alleine- gerne auch in Form eines flotten Laufs 😉 ) und heißen Tee und Kakao (ok, Kaffee, seeehr viel Kaffee kommt auch noch hinzu).

Auf Wein beim Tannenbaum-Licht (auch ich trinke in diesem Corona-Jahr zu viel Wein – da muss ich hier keinem etwas vormachen) und viel Kuschelzeit mit der Kleinsten.

Vielleicht sogar auf ein Buch (ich lasse es an dieser Stelle sogar für mich selbst offen ob nun gelesen oder gar selbst verfasst – ich werde sehen, wohin der Weg führt) und auf frische Luft und Natur.

Eben auf all‘ das, was noch bleibt, in dieser ungewissen Zeit.

Weihnachten ist mir egal

Warum ich hier Weihnachten nicht sonderlich erwähne?

Nun, weil ich auf dieses Fest noch nie große Gewichtung legte!
(Da isser wieder der grinchige Grinch 😉 )

Weshalb ich diesen ganzen Hype und möglicherweise eine Reihe fehl getroffener Entscheidungen und Lockerungen einfach NICHT nachvollziehen kann!

Sicher, auch bei uns wird es ein Weihnachtsfest geben!

Einfach allein aus dem simplen Grund, dass es meine verflixte Aufgabe ist, meinen Kindern ein schönes Fest zu ermöglichen!

Hier zählen nicht die meinen Bedürfnisse, sondern lediglich die meiner drei Kinder.
Solange sie noch an den Zauber der Weihnachtszeit glauben und solange Augen am Heilig Abend noch strahlen.
(Hui – klingt verflucht schmalzig, is aber so!)

Ich werde mich nun wieder zurückziehen, rolle mich zusammen und igel mich ein.

Vielleicht lasse ich Euch dieser Tage wieder ein klein wenig öfter an unserem derzeitigen „Alltag“ teilhaben, denn das Schreiben hilft.
Gerade in dieser Zeit.

Für eine Weile glaubte ich, hier nur die wichtigen Themen, Mehrwert-schaffende Artikel bringen zu können – und lähmte mich dadurch selbst.

Doch eigentlich ging und geht es hier auf dieser Seite schon immer nur um Eines:

Das Schreiben an sich.

Passt auf Euch auf!

Eure 

Alex

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2 thoughts on “Winterschlaf – Wenn Angst lähmt und das Leben (noch immer!) schön ist!

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