Oh what a day! – Warum Familien-Leben nie langweilig und ein kaputter Van scheiße ist

Leute!
Ich sachs Euch gleich, dieser Text verleiht Euch null Mehrwert!

Hübsche Bildchen gibt’s ebenfalls nicht zu bestaunen und zum Teilen auf den großen und lukrativen Plattformen wird er auch nicht taugen.

Muss er auch gar nicht, denn es geht nicht nur darum beim Bloggen!

Vielmehr sollen mir jene gleich folgenden Zeilen schlicht und einfach helfen, abzuschalten und runterzukommen!

Nach einem Tag, der hätte durchgeknallter kaum sein können!

(Doch, hätte er natürlich! Denn JEDER Tag mit drei Kindern gleicht einem unberechenbaren Überraschungspaket – doch möchte ich hier die Dramatik nicht nehmen! 😉 )

Dieser Text entsteht nunmehr – kurz vor Mitternacht – bei einem Glas Wein (endlich!!!) und ersetzt quasi das Telefonat mit der Freundin – oder meinetwegen auch den Eltern, die ich heute zurückzurufen einfach zu beschäftigt war.

Mangels Verfügbarkeit all‘ jener – weil gerade schlafend – und weil ich ohnehin viel lieber schreibe, statt zu telefonieren, lasst mich einfach gerne hier erzählen!

Doch wie fang ich an?

Ich wollte nie mehr Langeweile!

Vielleicht mit dem Mädchen Anfang zwanzig, welches sich eines Abends, rauchend auf dem Balkon (ich hab‘ lange vor den Kindern damit aufgehört, also beruhigt Euch wieder 😉 ), gen Wolken blickte und sich nur Eines wünschte:

Nie wieder Langeweile empfinden zu müssen!

Ja, es war ein einsamer Moment und er haftet demnach noch immer an meinem Gedächtnis.

Nun, eine Woche später im damals angesagtesten Club der Stadt lernte ich meinen künftigen Mann kennen.

Und so sehr ich mich nunmehr auch anstrenge und versuche mich zu erinnern, wage ich fast zu behaupten, seit jenem Moment nie wieder jene gähnende Leere und Langeweile empfunden zu haben!

Denn irgendwie war seit dem immer etwas los.
Immer, immer, immer!

Doch will ich Euch nicht mit Details langweilen aber…

Hell, ya!
Was ist das Leben mit meinem Mann manchmal aaanstrengend!

(Er würde an dieser Stelle genau das Gleiche behaupten 😉 )

Zum Heulen und Fluchen (und gegen die Wand treten) und gerne auch hin und wieder gedanklich „Die Koffer-packen“ anstrengend!

Und ist’s nicht der Mann, so tragen gewiss drei Kinder lautstark und teils zerstörerisch ihren Teil dazu bei.
Das sei Euch versichert! 😉

Nehmen wir also den heutigen Tag als Beispiel, an dem mir – der aufmerksame Leser weiß es bereits – die kaputte Familien-Kutsche einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machte!

Ja, das Leben regnet („sie“ möchte hier auf das beschissene Wetter anspielen!) in diesem Sommer noch keinen Glitter – und ein möglicher Sommer-Urlaub eben mit genau jenem Sportvan flackert am seidenen Faden im tristen Juli-Wind.

(Das tut er auch noch aus anderen Gründen, aber egal)

Ich habe gerade den Sohn mit dem Elektro-Auto des Gatten zum Konfirmanden-Treffen gebracht, da fängt mich der Mann im Flur eilig ab. 

(Der Van fährt übrigens noch! Doch weigere ich mich, das derzeit äußerst bockige und unberechenbare Gefährt zu steuern!
Noch wird vermutet, das Automatik-Getriebe ist im Arsch, denn manchmal schaltet er während der Fahrt nicht, ruckelt und wackelt, heult auf und bremst mit Getriebe-Fehlermeldungen auf offener Straße ab – hervorragend!)

„Also wir können Dein Auto (es befindet sich zu diesem Zeitpunkt bei einem Automatik-Getriebe-Spezialisten bei Gießen) jetzt erstmal wieder abholen.

Und eigentlich müssen wir es auch genau JETZT machen, denn nachher hab‘ ich wieder Termine und wir dürfen ja keine Zeit verlieren!“

Er meint es gut, schließlich stehen die Ferien an!

Und da noch immer nicht klar ist, WAS mit dem Auto ist und welch‘ Rattenschwanz uns da noch bevorsteht, gilt es NICHT zu bummeln.

Für gewöhnlich verhält es sich in solchen Situationen bei mir allerdings wie folgt:

Ich verschränke die Arme vor der Brust, schiebe die Unterlippe vor – und reagiere vorsichtshalber erstmal mit

!“

Denn ich mag es überhaupt nicht, überrumpelt zu werden!

Also versuche ich es mit DEM Totschlag-Argument: Der zu betreuenden kleinsten Tochter!
Denn zumindest die muss ja schließlich auch in der Zwischenzeit irgendwo hin.

Nun, ich scheitere – die Betreuung für die Kleinste durch unseren lieben Freund der Familie ist schnell gefunden, wir könnten somit starten.

Himmel! WO sind wir!?

Eine halbe Stunde später also fahren wir durch’s tiefste „Geräusch“.

Windräder reihen sich aneinander, ich blicke auf Kornfelder und Schlaglöcher und sehe dunkle Wolken ziehen.

Das E-Auto ist nicht unendlich voll geladen – über die Autobahn wäre es Streckenmäßig zu lange, also cruisen wir über die Dörfer durch den tiefsten Vogelsberg.

Mir ist schlecht.

Nicht jedoch kann ich mich – entgegen meiner Hoffnung – mit dem Gatten unterhalten.
Einige wichtige Telefonate stehen an – ich höre besser nicht zu und lasse Gedanken schweifen.

„OH! Kuck mal! Da gibt es Krustenbraten!
(Wir passieren einen Metzger in Hintertuxtux und der offenbar hungrige Fahrer hat kurz auf stumm geschaltet)

Und da! Frisch gebackenes Brot!!!“

„Görgs“

entgegne ich.

Mir ist noch schlechter.

Während ich feststelle, dass offenbar jeder Ort mindestens ein „Schützenhaus“ besitzt und Fachwerkhäuschen ja herzallerliebst aussehen, ich aber in jenen Orten mit den wundersamen Namen NIEMALS leben möchte, nähern wir uns dem Hoherodskopf – einem beliebten Ausflugsberg hier im tiefsten Hessen.

„Und da!!! DA wollte ich schon immer mal mit DIR essen gehen!!!“

(Der Gatte sichtet ein hübsches Restaurant – für einen kurzen Moment vergesse ich das „Görgs“)

„Na dann lass‘ doch nachher auf der Rückfahrt“

erwidere ich,
vollster Hoffnung auf Ehepaarzeit, Gespräche (ohne Telefon) und Deftiges (gegen das „Görgs“) inmitten frischer Luft und Natur.

„Nee. Geht nicht. Termine“

zerstört der Gatte meine hübschesten Visionen.

Nach einer elendigen Ewigkeit erreichen wir tatsächlich den Doc für Autos, welcher uns statt einer sicheren Diagnose schlichtweg einen Zettel voller Hausaufgaben (aka entzifferte und ausgelesene Automatik-Fehlermeldungen) mitgibt.

Dafür jedoch sei erst einmal wieder eine andere Werkstatt zuständig.

Nach knappen drei Minuten endet jenes Intermezzo mit dem Mechaniker unseres Vertrauens, für welches wir also eine Stunde und fünf Minuten angereist – und genauso lange wieder werden zurückfahren müssen.

Wir fahren wieder zurück

Nun sitze ich am Steuer des E-Autos.

Der Gatte bezwingt den bockigen Van.

In der Werkstatt gab es weder Kaffee noch Pipi-Pause und schon bei den ersten Schlaglöchern auf alten Landstraßen merke ich, welch fatale Auswirkungen zumindest Letzteres hat!

Nach weiteren dreißig Minuten vorbei an herzallerliebsten Dörfchens, tiefsten Tannen und hohen Höhen, welche wir alle aufgrund des Zeit- und Termindruckes nicht genießen können, kann ich nicht mehr!

Ich MUSS anhalten und pinkeln.
Mitten auf der Hochebene.

Verzeihung an dieser Stelle an all jene, welche möglicherweise, eventuell, haben meinen blanken Hintern hinterm Busch blinken sehen.
Ich-wäre-fast-gestorben!!!

Weitere dreißig Minuten später endet meine Odyssee, nunmehr ist mir von meinem eigenen Fahrstil kotzeschlecht –  und ich darf zumindest zwei der drei Kinder wieder einsammeln.

Es folgen ein paar wenige Stunden gefüllt von überdimensionalen Wäsche-Bergen,
einmal
„Mama, ich bin komplett in die Matsche-Pfütze gefallen“,
einer weiteren Taxi-Fahrt (der Sohn!), vergessenen Hausaufgaben und spielenden, lauten Kindern in Haus und Garten.

(Nebst „Mama hol mal!“, „Mama wo ist?“, „Mama ich brauch neue Socken“, „Mama ich kapier’s nicht!“ etc pp)

Als ich endlich, endlich am frühen Abend erschöpft für einen kurzen Moment auf dem Sessel niedersacke, steht mir der Gatte gegenüber….

Erneut.

Nun – was soll ich sagen?

JETZT befindet sich mein Auto im Spessart!

Zur Fehlerbehebung, bevor überhaupt eine weitere Diagnostik
(sagt man das bei Autos überhaupt so? 😉 ) in die Wege geleitet werden kann.

Ich zumindest habe fertig für heute mit Auto-fahren!!!

Und erwähnte ich bereits, WIE urlaubsreif ich eigentlich bin!?

Habt’s fein und immer schön atmen!

Gute Nacht!
Eure 

Alex

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