Mobile-Home? JA!!! Camper? NEIN! – Vom schiefen Haussegen und warum ich kaum Bilder habe – Unser Wochenende 31.07./01.08.

Warum ich von diesem Wochenende so gut wie keine Fotos habe, lässt sich in kurz wie folgt erklären:

Der Mann (nachdem ich mit den großen Kindern reiste wäre jetzt der Mann dran) wollte mit mir drei Tage im Zwei-Mann-Camper eines lieben Freundes reisen.

Die Kinder sind bei Oma und Opa eingeladen.

Ich glaubte anfangs, mich überwinden zu können (ich habe keinerlei Camper-Erfahrung!)  – konnte aber nicht aus meiner Haut heraus und boykottierte das Vorhaben trotzig!

Solange, bis der künftige Camper auf Zeit das Gefährt zu seinem Besitzer zurückbrachte.

Der Haussegen hing schief, die Wasserwage sollte man auch aktuell besser noch nicht dran halten.
Morgen vielleicht wieder 😉

So die Kurzfassung.
Wem das an dieser Stelle reicht, der hüpfe schnell weiter!

Für alle Anderen fange ich von vorne an…

Samstag

Ich bin von meinem Kurztrip nach Hannover mit der mittleren Tochter wieder zurückgekehrt und muss den Tag nun nutzen, um Wäsche zu waschen, einkaufen zu gehen und ein bisschen klar Schiff zu machen.

Gleichermaßen gilt es, sich mental auf das Vorhaben der folgenden Tage vorzubereiten!

Doch genau hier liegt der Haken.

Ich will irgendwie nicht!

Hatte ich am vergangenen Sonntag noch alles organisiert, die Eltern gefragt, ob sie die Kinder nehmen, das Date Niet-und nagelfest gemacht, holt mich nunmehr mein ganz eigenes ICH ein.

Nope! Ich will das tief in mir drinnen nicht!

Der Gatte wollte gerne mit mir den ganz neuen – und zugegebenermaßen hübschen – kleinen Camper eines lieben Freundes ausprobieren.

Und zwar alleine, da der erstens nur Platz zu Zweit bietet und ja eben genau jene Zweisamkeit (und endlich RUHE!) zählen sollte.

Klingt lieb, nett und romantisch – war sicherlich auch so gemeint, nur ist es das in meinen Augen (noch?) nicht.

Ich schrieb es bereits, als ich Euch von unseren Urlaubs-Plänen im Mobile-Home (lest gerne hier nochmal) berichtete:

Ich-bin-kein-Camper!

Das war ich nie – und ich tue mir mit der Herausforderung es zu probieren mehr als schwer!

(Es bedeutet schon viel, dass ich mit dem Mobile-Home fein, fast schon begeistert, bin!)

So schwer sogar, dass ich an jenem Samstag mit tief hängenden Mundwinkeln durch die Gegend schlurfe, denn meinen Gemütszustand überspielen oder gar nicht zuzulassen fällt mir ebenfalls stets mehr als schwer.

Bilder tauchen vor meinem eigenen Auge auf.

Erinnerungen an einen Horror-Urlaub im tiny Camper meines Opas.

Damals mit zwölf Jahren bei zehn Grad Außentemperatur und Dauerregen am Bodensee.

Selbst mit zwölf – als ich es noch nicht pflegte, mich ausgiebig überall in Ruhe duschen und rasieren zu wollen – war es für mich ein Horror, durch die Kälte zu stapfen und öffentliche Sanitär-Anlagen zu nutzen!

Ich mag das nicht.

Ein Grund, warum ich auch keine Hallenbäder und Thermen allzu gern habe.

Ein „Heim-Duscher“

Ich bin ein Heim- oder eben Hotel (…oder Mobile-Home-) Duscher!

Ich möchte nicht, dass Menschen wegen mir warten müssen – oder mich gar bei meinen Aktionen beobachtet fühlen!
(…oder Münzen zum Duschen einwerfen müssen) 

Und ich möchte nicht über nasse und kalte Campingplätze laufen und auch kein Geschirr in öffentlichen Spülbecken waschen.

(So ist zumindest aktuell meine Vorstellung vom waschechten Camper-Leben – sicherlich hätte der Mann versucht, mir einige Dinge zu erleichtern und angenehmer zu gestalten – aber Bauch- und Kopf sagten halt NÖ!) 

Und wenngleich der Camper über eigenes Waschbecken und Dusche sowie WC in minimalster Ausführung verfügt, so ist es mir unheimlich zu wissen, nur einen Wassertank (der nicht unendlich ausgeschöpft werden kann), zur Verfügung zu haben.

Es würde vielleicht noch nicht einmal zum Waschen meiner langen Haare reichen?

Ja, schüttelt gerne an dieser Stelle den Kopf, aber ich habe meine Eigenheiten und bin schwierig (zu überzeugen)!

Derartige Vorhaben bedürfen bei mir mehrere (!) Anläufe, bevor ich meine comfort zone verlasse und mich auf so etwas einlasse.
(Und überhaupt, „muss“ ich das denn?)

Nun, der Unmut steht mir ins Gesicht geschrieben.
Es ist nix zu machen.

Den ganzen langen Samstag – und am Sonntag, als das Gefährt bereits vor der Haustüre steht, sowieso.

Sonntag

Es ist voll lieb, dass wir den Wagen nutzen dürfen und es sieht alles so schön aus, keine Frage!

Und für einen kurzen Moment hatte ich tatsächlich eine romantische Vorstellung.

Von einem See und Sonnenuntergang, von Natur und langen Gesprächen.
(Ich schaue aktuell beim Trainieren „Virgin River“ – is‘ voll schleimig aber sooo schöne, romantische Natur!) 

Bis ich einen Blick auf die Wetterprognosen werfe!

(Es soll fast flächendeckend in Deutschland regnen, habe ich das richtig gesehen!?)

Diese innere Zerrissenheit

Und kennt ihr jene innere Zerrissenheit?

Ich wollte mich ja überwinden!

Der Sache wirklich, wirklich eine Chance geben (vermutlich hätte mich das Leben sogar um eine Erfahrung bereichert!) – aber hier ist der Schweinehund schlichtweg zu riesig.

(Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt nochmal, ich weiß es nicht) 

Es ist, als wolle man mir – mit immenser Schlangen-Phobie – eine Python um den Hals wickeln.
Damit ich’s mal versuche, sehe dass es vielleicht sogar schön ist –  und das Trauma überwinde.

Die Stimmung ist im Eimer und ärgerlich bringt der Mann letzten Endes das Fahrzeug wieder zurück.
Bevor wir überhaupt packen und starten.

Der Camper geht – die Erleichterung kommt

Und wisst Ihr was?

Ich bin erleichtert!

Erst als der Camper nicht mehr vor der Haustüre steht, kann ich ruhig und sachlich mit dem Mann reden.
(…reiche doch keine Scheidung ein)

Und auch jetzt – ein wenig emotionsbefreiter (das haben Andere dafür abbekommen) – darüber schreiben.
(Ich hätte beinahe „streiten“ geschrieben 😉 )

Die Kinder werden dennoch bei Oma und Opa übernachten.

Und irgendein Plan B, der NICHT Schlafen, Kochen und Waschen auf allerengstem Raum bedeutet, wird sich auch für uns finden.

Kommt gut in die neue Woche!

Eure 

Alex

P.S. Sehr viel mehr Fotos von diesem Wochenende gibt’s drüben bei grossekoepfe

Nachtrag:

Was aus Plan B wurde, habe ich Dienstag auf Instagram mit folgenden Worten und Bildern berichtet: 

Kinderfrei.
Zwei Jahre hatten wir das nun in der Form nicht.
Und ich muss zugeben:
JA, ich fuhr mit einem etwas mulmigen Gefühl über die Autobahn, nachdem ich die Kinder zu Oma und Opa gebracht hatte.
Zu dem Mann, mit dem ich zwar seit 1,5 Jahren nahezu ununterbrochen (#Homeoffice #Pandemiealltag) unter einem Dach lebte – das „WIR“ aber dennoch irgendwie ein bisschen fehlte.
Es dauerte gestern ganze 15 Kilometer gemeinsamen Wanders bis zum alten „WIR“.
Aber es ist noch da!
Und die Bude so, so, so sauber (ich hab‘ fast nix zu tun!?) ohne Kinder!
Hätte das im Camper zu Zweit (Erinnerung: Das war der ursprüngliche Plan, gegen den sich Bauch und Hirn vehement trotzig wehrten!) genauso gut geklappt?
Ich wage es zu bezweifeln – gerade für den (Wieder-) Einstieg in Zweisamkeit nach solch langer Zeit voller Trubel, Pandemie, Alltag und eben #mentalload.
Ich bin fein mit „Plan B“ – und möchte hier einen Satz aus einem Interview zitieren, das ich erst gestern las.
Es ging darum, auch sagen zu können
„Ich liebe Dich – aber eben nicht gerade jetzt“
Und wisst Ihr was?
Den Satz finde ich schön!!!
Denn DAS ist Ehe und Beziehung.
Ja, ich hätte am Wochenende den mir Angetrauten mit dem Camper höchstpersönlich überrollen können – und auch der Gatte sagte mir in vielen, vielen vergangenen Jahren in Auseinandersetzungen
„Jetzt gerade? Hab ich Dich nicht lieb!“.
Und das IST ok.
Solange das „WIR“ und die Liebe grundsätzlich bleiben. ?
So sehe ich das im übrigen auch im Zusammenhang mit Freundschaften und anderen zwischenmenschlichen Beziehungen!!!
(Meistens „liebt“ man ja nicht nur den Einen im Laufe des Lebens, sondern viele, viele Menschen auf unterschiedlichste Weise!)
Es darf auch einmal eine ruhige und stille Zeit geben.
Funkstille und eine Pause der Verbundenheit – ist sie aber auf Anhieb wieder da, dann ist es echt, richtig und aufrichtig! ?
Ich verabschiede mich wieder ins OFF.
Gibt vieles nachzuholen, was nur ohne Kinder entspannt geht:
Wandern, Biken, Shoppen, Essen, Trinken, Ausschlafen, Filme-gucken…..???
Habt’s fein!
Eure Alex

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