Abschied aus Südtirol: Tage, die mich tief im Inneren berührten! – unser Wochenende 23./24.10.

Südtirol hat etwas in mir bewirkt.

Fast fühle ich mich, als kehre ich ein klein wenig als veränderter Mensch zurück – und umso stärker wünsche ich mir, einige Sichtweisen für lange Zeit konservieren oder zumindest abrufbar und in Erinnerung halten zu können.

Für Tage, in denen mich der Alltag aufsaugt, für den Fall in’s dunkle und triste Loch – und für Momente der Selbstzweifel und Verzweiflung!

Ja, die Tage dort haben mich berührt!

Und ich wage es hier kaum mir selbst einzugestehen:

Noch so viel mehr, als es ein Sommerurlaub irgendwo am Meer – welches ich doch eigentlich so sehr liebe – jemals bewirken konnte!

Irgendwo in mir drinnen haben die Stunden oben in den Bergen – über den Dingen und fern der alltäglichen Sorgen, fern des eigenen, alten ICHs etwas getroffen und getriggert.

Meine ganz eigene Gefühlswelt wurde durcheinandergewirbelt – doch im positiven Sinne.

Tage, die mich tief im Inneren berührten!

Wenngleich gerade jetzt, während ich diese Zeilen hier tippe, Tränchen aus den Augenwinkeln sickern.

Kann sie nicht aufhalten, doch ist jetzt einfach gerade die Zeit dafür – und nicht zuletzt sind tiefe, echte Gefühle auch schlichtweg Eines:

SCHÖN!

Meine Gedanken dazu…

…veröffentliche ich am Sonntag Mittag in folgendem Instagram-Post:

Was ist SCHÖN?

„Schön“ sind nicht die schicken Stiefel und der kurze Rock.
Nicht die langen Beine und die gefärbten Haare.

Schön ist auch nicht das Geld und der berufliche Erfolg und ebenfalls auch nicht die gelebte und geforderte Emanzipation!
Schön ist nicht (immer nur) die Stärke und das fordernde, laute Selbstwertgefühl und auch nicht die mit Nachdruck geführten Diskussionen.

„Schön“ sind nicht nur Witz und Humor oder die Fähigkeit, Menschen zu erheitern.
„Schön“ ist nicht nur flirten, Attraktivität oder Sex.

SCHÖN ist noch so vieles mehr!

Schönes geht so viel tiefer und macht uns durch gänzlich andere Dinge aus!!!

Schön ist in manchen Momenten sogar die Trauer, welche uns überkommt!

Ganz unverhofft und unerwartet – in einem Moment, der doch eigentlich so wertvoll und ungetrübt – so „SCHÖN“ – sein sollte!
Wenn genau in jenem Moment Erinnerungen auftauchen an all‘ die Menschen, die wir bereits verloren haben und die Dinge nicht mehr auf der uns bekannten Art und Weise sehen, spüren und fühlen können.

Dann IST Trauer schön – auf ebenso bizarre Form, wie die Gebirgskette, auf die wir blicken! 

„Schön“ ist das endlich gelöste Lachen nach einer Zeit voller Zweifel, Kummer und gedanklichen Plagen.

Schön, ist die Ehrfurcht vor dem Leben und dem was wir haben!
Schön IST die Dankbarkeit für die lieben Menschen, die uns tagtäglich begleiten und schön ist es einfach zu SEIN!

Schön sind auch Wanderschuhe und die frische Luft, die atemberaubende Aussicht, die Farben um uns herum, die letzten, warmen Sonnenstrahlen – verbunden mit dem Gedanken überhaupt gar nicht immer „schön“ sein zu wollen!

Denn „schön“ sind auch Kummer, Wut und Tränchen der Verzweiflung in den Augen, genauso wie das laut grunzende Lachen!

SCHÖN(heit) ist das Menschliche!

DAS was neben den Normen und der uns kleidenden Hülle geschieht!

SCHÖN ist das echte LEBEN in all seinen Facetten!

DANKE SÜDTIROL

So viele Gefühle – so viel Trauer, Glück & Dankbarkeit

Ich stand auf dem Berg und blickte ehrfürchtig auf jene Gebirgskette, welche stets die eigene, liebe Tante so sehr faszinierte.

Welche sie magisch anzog, immer wieder.

Nie mehr wird sie ihre Wanderschuhe schnüren können, das konnte sie eine ganze Weile nicht mehr.
Viel zu früh musste sie gehen – wird keinen Berg der Welt mehr belaufen dürfen.

Ich höre Meran und muss an die eigene Urgroßmutter denken, wie sie stets schwärmte.

Von der Blumenvielfalt, dem Klima und der Herzlichkeit der Südtiroler Menschen.
Vermutlich lebt sie bereits seit Jahrzehnten in ihrem ganz eigenen vielfältigen Blumengarten.

Wir befuhren den Brenner und ich dachte an den Großvater und die geliebte Oma!

Wie der kleine, alte Wohnwagen über die Brücke ächzte, gen Adria.
Wie der Opa fluchte und zeterte (ich habe ihn als Pfeife-rauchenden, stets leicht grummeligen und dennoch liebenswerten,alten Herrn in Erinnerung), wie die Oma atmete (…um des lieben Friedens und Haussegens bemüht 😉 ) – auf dem Rücksitz die eigene Mutter und liebste Patentante.

Drei der Fahzeuginsassen sind nicht mehr, doch befinden wir uns auf so vielen gemeinsam bereisten Wegen.

Wir standen auf der Seiser Alm umringt von dichten Wolken – am einzig schlechten Nachmittag der Woche – und hielten Hand.

Gedachten der im Frühjahr verstorbenen Tante des eigenen Gatten.

Wie viele Dias tauchten nach ihrem Tod von eben jenen grünen Wiesen Südtirols auf!
Und wie gerne möchten wir fortan Tradtionen fortsetzen!

Wie berührt sich mein Herz doch nach diesen Tagen anfühlt – wie versöhnt ich mit meinen letzten Erinnerungen an Norditalien (jener grottenschlechten Klassenfahrt! 😉 ) ich doch nunmehr bin!

Doch fangen wir von vorne an

Mit einem emotionsgeladenen Wochenende und einem Stückchen Herz, das nun auch im schönen Sarntal bleibt.

Wie so viele Teile meines Herzens nunmehr zersplittert auf der Welt verteilt sind – wenngleich jenes in Toronto seit dem großen C ein klein wenig leiser zuckt – und besänftigt vor sich hin schlummert.

Bis seine Zeit irgendwann wiederkehrt…

Samstag

Ein letztes Mal blicke ich auf den Berg gegenüber.

Wie er eingetaucht in goldendes Licht, den ersten Sonnenstrahlen des Tages, sich vor uns erhebt.

Ein letztes Mal winke ich dem liebenswerten Albert und plaudere mit Maria, ein letztes Mal rollt der Familienvan den Hügel hinunter, lässt den Weiler und das alte Bauernhaus hinter sich.

Gerne wären wir sogar noch bis Sonntag geblieben, hätten einen weiteren, ganzen Tag unter traumhaft tief-blauem Himmel verbracht.

Doch in Anbetracht des Schulstarts am Montag möchten die beiden großen Kinder gerne am Sonntag in ihren eigenen Betten aufwachen.

Es scheint eine Kopfsache zu sein, doch spüren wir, hier nicht weiter entgegen wirken zu wollen.

Doch noch sind wir nicht zu Hause!

Allerdings entscheiden wir uns, nicht bereits in der Nacht abzureisen, sondern erst am Morgen.

Ein Ausflugsziel möchten wir unbedingt noch mitnehmen!

Auch auf die Gefahr hin, dann den Samstag-Nachmittag auf der A7 im Stau zu verbringen!
(Es kommt so viel besser als befürchtet, doch dazu gleich!!!)

Faszinierende Naturgewalt in der Gilfenklamm

Die Gilfenklamm liegt nahe Sterzing, nahezu passend auf dem Nachhauseweg, und bietet ein ganz und gar einzigartiges Naturerlebnis!

Glücklicherweise übertönt das Rauschen der gewaltigen Wassermassen das Genöle und Gezetere der beiden Großen – es soll mich nicht stören! 😉

Fast sogar habe ich den Eindruck, die Zwei haben schlichtweg Gefallen an ihrer Rolle der stets Protestierenden gewonnen, glaube ich doch hin und wieder versteckte Begeisterung und ein verschmitztes Lächeln hinter der Fassade zu entdecken!

Immer dann, wenn sie wieder ausholen und mit Gegenargumenten um sich hauen! 😉

Über den Fernpass Richtung Heimat

ICH wäre gerne die Klamm auch wieder hinab gestiegen, doch da die Zeit ein wenig drängt und praktischerweise ein Linienbus direkt vom Klamm-„Ende“ bis zu unserem Parkplatz fährt, gönnen wir dem Nachwuchs die gechillte Pause – und stürzen uns auf die Autobahn.

Über den Fernpass gelangen wir wieder Richtung Füssen – und als wir nach einem ausgiebigem Mittagsmahl in einem niedlichen Dorf die A7 befahren, zeigen wir uns mehr als erstaunt!

Kaum Stau!?

Es ist nicht viel los! KEIN Rückreiseverkehr am Samstag-Nachmittag!?!

Bis auf einen klitzekleinen Stau-bedingten Umweg soll dies auch so bleiben – wir stehen wirklich überhaupt nicht und erreichen am frühren Abend die Heimat!

So, so viel unkomplizierter und schneller als erwartet!

Sonntag

Wir knabbern zum Frühstück das mitgebrachte Schüttelbrot und schauen uns belustigt Szenen des „Bozen Krimi – Mord am Penser Joch“ an!

Denn einige Schauplätze kommen uns doch seeehr bekannt vor!

Offenbar kann uns Südtirol noch nicht wirklich loslassen und eine große Schwere und Wehmut überkommt mich.

Ich werde heute nicht viele Fotos schießen, dazu bin ich nicht in der Stimmung, dazu sind die Wäscheberge – und das Fernweh – zu groß…

Kommt gut in die neue Woche! 

Eure 

Alex

P.S. Mehr Wochenenden in Bildern gibts bei grossekoepfe

P.P.S. – Werbung durch Verlinkung (Pressereise): 

Wenn Ihr einmal lesen möchtet, wie es uns auf dem Botenhof in Südtirol gefallen hat, dann klickt gerne hier! 🙂 

Während meiner Reise lernte ich auch viel über die Philosphie hinter der Marke „Roter Hahn“ und weitere zauberhafte Höfe kennen.
Zum Bericht darüber gelangt Ihr gerne hier (ebenfalls einfach klicken! 🙂 ) 

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