Unser Familienleben steht auf dem Kopf. Alles ist durcheinander gewirbelt und wir werden ordentlich auf…
Was Mütter sich (manchmal) zum Geburtstag wirklich wünschen – #welpenupdate #geburtstag
Mein Geburtstag kommt in diesem Jahr ein wenig ungelegen. 😉
Mir passt das Timing nicht so.
Und ohnehin – ginge es nach mir – müsste er auch gar nicht in jedem einzelnen Kalenderjahr stattfinden.
Manchmal, wenn ich Lust und Freude daran habe. Nicht aber wenn ich müde bin. Und müde bin ich in diesen Tagen.
Ich bin kaputt und schiebe eine überdimensionale Liste an zu erledigenden Dingen vor mir her – und die Schubkarre bekommt von Tag zu Tag ein kleines Häufchen mehr (mentale) Last aufgeladen.
Die letzten Wochen waren anstrengend – und gleichermaßen einzigartig-besonders, eine wunderschön-chaotische Ausnahmesituation.
Neue Routinen entstehen!
Während ich diese Zeilen hier tippe, darf ich mich über erste Erfolge und eine (neue) Routine freuen.
Zu meinen Füßen liegt gechillt ein warmes, weiches Fellbündel, welches erkannt hat, dass es nicht lohnt, bei jeder Bewegung aufzustehen und wachsam zu sein – und dass Müdigkeit ruhig siegen darf. 🙂
Das ist ein wunderbarer Fortschritt – und sicherlich auch meinem geduldigen (ich wusste bis vor kurzem gar nicht, dass ich WIRKLICH auch einmal geduldig sein kann!) Ruhetraining zu verdanken.
Jetzt zahlt es sich aus – und ich muss Vormittags (zumindest aktuell 😉 ) nicht mehr Dauer-angespannt und in Hab-Acht-Stellung sein.
Ich kann und “darf” zwischendurch wieder Dinge für mich erledigen – es ist der kleinen Hündin mittlerweile wurscht. Solange ich (noch) nicht das Haus verlasse. 🙂
Zurück in die “Kleinkind-Zeit”?
Ja, ich mag zwar keine Kleinkind-Mutter mehr sein und hatte eigentlich gerade erst wieder so manche Freiheiten zurückgewonnen.
Und dennoch fühle und fühlte ich mich in den letzten drei Wochen in genau eben diese Kleinkind-Zeit zurückversetzt.
Denn ein Hunde-Welpe fordert und ist anstrengend. Der Alltag wird auf den Kopf gestellt und wandelt sich!
Und meine Zeit und Geduld (und Nerven) waren – gerade am Vormittag, als ich alleine mit der liebsten Fellnase war – mehr als gefordert!
Der Haushalt musste liegen bleiben, auch wenn mich mittlerweile so Einiges stört. Und auch diese Seite hier konnte nicht die gewohnte Aufmerksamkeit bekommen.
Dazwischen – zwischen all’ den neuen Umständen, welche durchaus wunderschön sind – musste der Schulalltag weiter laufen und wir lernten für Klassenarbeiten.
Und ich wischte zwischendurch Kacki-und Pipi-Unfälle weg. 😉
Meine Waschmaschine lief nie so oft, wie in den letzten Tagen (Decken, Bettwäsche der Tochter, Kuschel-Hundebett – es wurde leider nichts ausgelassen) – und irgendwie steht alles noch immer ganz schön Kopf!
Chaotisch und trotzdem Balsam für die Seele
Gleichermaßen aber merke ich, wie gut mir dieses neue Familienmitglied für die eigene Seele tut, wie sie erdet!
(Im wahrsten Sinne! Ich hocke viel auf dem Boden, halte einfach mal inne und streichle, vergesse dabei Raum und Zeit.)
Ich lieb dieses kleine, wilde Ding schon jetzt ganz arg und erlebe gerade, wie schnell ein Hundeleben verfliegen kann.
Heute noch sind wir ein Welpe, in zwei Wochen schon Junghund – ganz schnell gefolgt von der Pubertät. (The best is yet to come 😉 )
Sie wird uns wohl leider wirklich nur einen Bruchteil unseres Lebens begleiten.
Doch zurück zur Müdigkeit:
Heute ist mein Geburtstag. Und ich bin zu müde für Geburtstag.
Ich habe in diesem Jahr weder das Haus auf Vordermann bringen können (ich verweise auf die letzten knapp drei Wochen), noch einen einzigen Kuchen für mich gebacken!
Denn oberste Prio hatte in den letzten Tagen unser “neues” Familienleben – und eben einfach zu genießen und dabei irgendwie auch klarzukommen.
Draußen im Garten steht noch Weihnachtsdeko. (Im März, I know!)
Und wann ich unsere Hündin soweit habe, dass ich tatsächlich mal einfach so im Garten wurschteln kann, weiß ich auch noch nicht.
Ich und wir versuchen einfach Stück für Stück ein bisschen mehr voneinander zu lernen, einander zu lesen und Alltag zu leben. 🙂
Das fordert genauso wie in Anfangszeiten mit dem allerersten Kind.
Und da hat man weder Zeit noch Lust, groß Geburtstag zu feiern. Gerade als Mutter. Punkt.
Es geht nicht nur um mich
Ginge es also nach mir, wäre heute ein stinknormaler Tag. Das wäre mein Bedürfnis.
So dass ich mir keine Gedanken machen müsste um ausreichend Getränke- und Kaffee-Vorrat und ein aufgeräumtes Wohnzimmer oder wohl-schmeckenden Kuchen.
Denn – und ich schreib es jetzt einfach mal aus – so etwas belastet zusätzlich.
Und es stresst, genauso wie das Mehr an Geschirr und Leuten im Haus. Gerade, ist man nicht in der Verfassung für so etwas.
Ginge es also nach meinen Wünschen und Bedürfnissen, so reichen mir die Umarmungen meiner ganz eigenen Kernfamilie an diesem Tag, ein paar ruhige Stunden mit Zeit auf der Couch und ein warmes, bestelltes Abendessen zu Fünft.
Denn aktuell wäre mein größtes Geburtstagsgeschenk Entschleunigung, Schlaf und Ruhe!
Und ich finde, ein jeder sollte seinen Tag so gestalten dürfen wie man es möchte.
Doch funktioniert das als Mutter nur bedingt…
Denn ich bin Mutter und Ehefrau und auch Tochter, Schwester und Schwiegertochter, selbst sogar noch Enkelin.
In dieser Konstellation ist es schwer, sich seinem eigenen Geburtstag zu entziehen. 😉
Das bringt sicherlich auch wunderbare Momente mit sich und soll auch so sein!!!
Die Kunst, die richtigen Kompromisse zu finden
Es gilt somit, Kompromisse zu finden.
Gerade für die Kinder – ganz gleich in welchem Alter sie sich befinden – ist es nicht ganz so verständlich, wenn Mama gar keinen Geburtstag haben und feiern möchte.
Und das tut mir irgendwie weh und leid. Hier kann ich nicht stoisch auf meine Ruhe bestehen.
Denn ich wurde heute schon reich mit einem sooo wundervollen Blumenstrauß vom Sohn beschenkt – und ich glaube, ein Kuchen von der Tochter ist auch in der Mache.
(Sie gibt sich immer so viel Mühe und das ist herzallerliebst und sooo schön!)
Da geht mir das Herz auf und Tränchen kommen. Und mein Gewissen drückt schwer.
Ich kann diesen Tag nicht gänzlich ausfallen lassen – es geht einfach nicht.
Und ginge es nach Mann und Kindern, dann gäbe es heute auch einen reichlich gedeckten Kaffee-Tisch mit all den Menschen, die an einem Geburtstag dazu gehören sollten.
Doch habe ich dazu weder Nerven noch Kraft, noch möchte ich einen überdrehten Welpen ob so vieler ihm fremder Personen im Haus rumpesen haben.
Denn all das bedeutet einfach nur zusätzliche (mentale) Belastung.
Und das ist dann irgendwie kein Geschenk für mich als Geburtstagskind, wenn ihr mich fragt.
Ja, ich lieb’ natürlich meine Familie und sehe gerne meine Eltern und Großeltern oder meinen Bruder.
Aber gerne (auch) an anderen Tagen im Jahr, wenn ich vielleicht nicht so kaputt bin – und unser Alltag wieder mehr zur einer Routine geworden ist.
Selbstfürsorge sollte ebenfalls vorgelebt werden!
In diesem Jahr aber muss ich ein wenig auf mich Acht geben und an meine Gesundheit und Bedürfnisse denken.
Genau das habe ich meinen Kindern auch so kommuniziert.
Denn ich denke, das ist genauso wichtig, wie einen Geburtstag zu feiern und dazu Verwandte und Freunde einzuladen.
Unsere Kinder sollen meiner Meinung nach lernen, dass Feste gefeiert werden und Familie und Verwandtschaft da dazu gehört – aber auch, dass es gilt, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und diese nicht zu vergessen.
Selbstfürsorge und ein Nein sind in gewissen Situationen (auch am Ehrentag – oder gerne auch gerade dann!) wichtig.
Auch das gilt es Kindern vorzuleben.
Und ich wage zu behaupten, ich bin mit meinen (geheimen) Wünschen nicht alleine.
Gerade Mamas wünschen sich zum Geburtstag hin und wieder einfach nur:
Schlaf, Ruhe, ein gutes Buch und fettes Stück Torte, eine leere Spülmaschine und aufgeräumte Küche, gute Filme, Kuschelzeit mit den Kindern – und Zeit zum Verschnaufen und Durchatmen. 😉
#inhale #exhale – weiter geht’s!
Eure
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