(the struggle is - immer noch! - real ;) ) Dienstag. Es sind die Hormone,…
Manchmal bin ich im Tunnel: Warum ich mich nicht melden “kann” – Ein bewegendes #wib 11./12.04.
Sonntag-Nachmittag. Ich sitze im Auto und muss mit den Tränen kämpfen, versuche mich stattdessen auf die Straße zu konzentrieren.
Neben mir sitzt der schon so große Sohn und auf der Rücksitzbank, dort wo eigentlich neuerdings der Vierbeiner staubige Pfotenabdrücke verteilt, die jüngste Tochter.
Ich habe zwei der mir liebsten Menschen also gerade direkt bei mir – und auch ein ziemlich schönes und bewegendes Wochenende hinter mir.
Und dennoch fühle ich mich gerade sehr bedrückt und niedergeschlagen.
Manchmal bin ich nicht ok
Ich bin ob meiner eigenen Gedanken, die da während der Heimfahrt von der Kommunion-Feier meines Neffen kreisen, traurig.
Doch dieses Mal fürchte ich sogar zu Recht!
Denn hin und wieder holen uns unsere eigenen Fehler und trotzigen Eigenschaften ein.
Und wir müssen uns eingestehen, nicht immer richtig gehandelt zu haben oder gar Menschen zu verletzen oder vor den Kopf zu stoßen.
Auch ich tue Mitmenschen weh, ohne es teils zu merken – und schon einmal will ich das doch gar nicht!!!
Ich fürchte fast, das ist eine der zutiefst traurigen Nebenwirkungen derer Menschen, die zu viele Gedanken im Kopf haben.
Menschen, die sich gerne mal viel zu viel Leid auf’s eigene Herzerl packen oder eben im steten Kampf mit sich selbst, Stimmungsschwankungen oder gar depressiven und dunklen Gedanken sind.
Manchmal bin ich im Tunnel
Wir – denn ich bin mir sicher, hinter verschlossenen Türen werden viele Kämpfe in Seelen ausgetragen – sind im Tunnel.
Und ich habe teils keine Kraft, mich bei anderen zu melden.
Ich kann es nicht, wir können es nicht – aus so vielen unterschiedlichen Gründen.
Meist aber haben diese Gründe nie etwas mit den Menschen zu tun, bei denen wir uns eine zeitlang nicht melden!!!!
Wir haben sie sogar gern und lieb und ins Herz geschlossen, denken unentwegt an diese oder gar daran, “dass wir uns dringend mal wieder melden müssten” – und tun es dennoch nicht.
Es scheint das letzte Fünkchen zu fehlen. Und wir verstecken uns hinter Ausreden.
“Wenn ich mal viel Ruhe habe und mich auf das Gespräch konzentrieren und zuhören kann.”
(Spoiler: diesen Moment gibt es so gut wie nie!)
“Wenn es mir wieder besser geht und ich nicht mehr diese traurige Stimmung und Hormonschwankungen habe.”
(Bullshit! Warum immer auf Besserung warten!?)
“Gleich nachher, wenn ich dies und jenes erledigt habe, rufe ich zurück.”
“Wenn es hier im Haus nicht mehr so laut ist, melde ich mich.”
Ich habe mir in der Vergangenheit schon so viele Gründe einfallen lassen, warum ich nicht zum Handy greifen kann.
Ziemlich viele davon sind vermutlich Blödsinn. Und dennoch “kann” ich mich manchmal nicht melden.
Es ist etwas, das mich selbst – widerfährt es mir – zutiefst kränkt!
Melden sich liebste Menschen nicht bei mir, fühle ich mich sofort verlassen und abgemeldet, nicht mehr liebenswert, als Fehler.
Dabei müsste doch genau ICH es besser wissen!
ICH bin jemand, der sich nicht meldet
Denn ich bin keinen einzigen Deut besser!
Ich mache es oft genau so. Ich melde mich nicht.
Auch ich lasse Mitmenschen gefühlt im Stich und vermittele – ohne es zu wollen (!!!) – das Gefühl, dass ich nicht mehr gern habe und der Verbindung keine Bedeutung mehr beimesse.
Heute war es eine Frage meiner Mama, die mich auf dieser Heimfahrt so sehr ins Sinnieren brachte.
Denn auf ihre Frage, warum sie mich so selten telefonisch erreichen kann, konnte ich ihr keine Antwort geben.
Vielleicht ist es mir mit diesen Zeilen eben gelungen. Ich weiß es nicht.
Gefangen in mir selbst
Ja, manchmal bin ich im Tunnel und gefangen in mir selbst.
Dann fordert der Alltag zu sehr. Und ich scheitere an meinem Anspruch, allen Kindern gleichwertig gerecht zu werden.
Es ist ein selbst gesteckter hoher Anspruch.
Dann plagt mich das Muttergewissen und ich ertrinke in Vorwürfen oder in der Hausarbeit und all’ den Aufgaben und noch zu erledigenden Dingen, die da gerade im Kopf herumschwirren.
Ich bin im Tunnel und fühle mich klein und rede mir selbst ein, nicht liebenswert zu sein.
Auch das sind manchmal Gründe, warum ich mich nicht melden “kann“.
Ich sammele Kraft und fühle mich so erschöpft und finde die letzten Energiereserven für soziale Interaktion einfach nicht.
Ich denke lieb an Menschen – melden “kann” ich mich aber nicht.
Und ich stecke in meiner eigenen (Gedanken-) Welt fest und habe mit meiner Kernfamilie jede freie Minute zu tun – und vergesse dabei die Mitmenschen, die sich von mir allein gelassen fühlen.
wann lerne ich?
Wird einem so etwas bewusst, dann kann das ganz schön schmerzhaft sein.
Und dennoch habe ich offenbar bislang nie daraus lernen können.
Als meine liebste Oma vor sechs Jahren starb, hatte ich mich in den Wochen zuvor nur noch selten telefonisch gemeldet. Ich war zu beschäftigt.
Der Alltag mit den Kindern forderte zu sehr, es war immer etwas zu tun.
Und ich verschob den Anruf auf
“Wenn es hier leise ist.”
oder
“Morgen, beim Bügeln, da habe ich Zeit.”
Denn ich glaubte, noch Zeit zu haben.
Gelernt habe ich daraus nicht.
Viele Frauen, die mich in meiner Kindheit prägten und formten und die ich liebte, sind nicht mehr da.
Aus jener Familie mütterlicherseits ist nur noch eine übrig – und sie muss sich ob der Tatsache auch oft alleine fühlen:
Meine Mama.
Und ich – Arsch (Pardon) – fahre kaum noch in die Heimat, rufe selten an, habe das Handy oft stummgeschaltet.
Ob ich jetzt lernen werde?
Höre ich auf, wertvolle Zeit verstreichen zu lassen und sehe ich bald wieder mehr diese andere Seite und die Menschen, die da doch noch immer sind, mich gern haben und sich freuen, wenn ich mich melde?
Kann ich endlich von dem Gedanken lassen, nicht liebenswert zu sein – und meinen Wert wieder erkennen?
Habe ich mich wirklich so sehr aufgegeben?
Ich hoffe nicht! Ich möchte mich wiederfinden!
Damit Begegnungen und ein Miteinander vielleicht wieder stattfinden können.
Habe ich doch erst Samstag ebenfalls auf einer wertvollen Veranstaltung lernen können, wie bedeutsam jene zwischenmenschlichen Dinge und Stützen sind!
Ich möchte wieder mehr die Hand reichen
Ich hoffe, ganz bald wieder über den ganz eigenen Tellerrand blicken zu können und nicht nur die Hände meiner liebsten Kinder halten zu können – sondern auch anderen Mitmenschen wieder die Hand reichen zu können.
Und ich wünsche mir wieder den Mut und die Zuversicht, dass ich es WERT bin, Freunde zu haben!!!
Und auch Eltern und einen Bruder – und sogar Großeltern – die da doch noch immer sind!
Zeit, sich nicht mehr im Tunnel zu verstecken und vorsichtig wieder die Äuglein zu öffnen.
Hier die Bilder eines Wochenendes, das sehr offensichtlich etwas mit mir gemacht hat:
Samstag
Sonntag
Kommt gut in die neue Woche!
(…und wie immer: Mehr #wibs gibt’s bei grossekoepfe)
Eure
Der Text gefällt? Dann Daumen hoch für die Alex!

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