Skip to content

“Verdient nix” fühlt sich kacke an! Gerade nach 20 Jahren Care-Arbeit!

Ich habe eine lebhafte Phantasie.

Dass diese vermehrt zu Worst-Case-Szenarien neigt (das tut sie auch gleich wieder) und sich öfter den Schattenseiten des Lebens zuwendet, als es mir lieb ist, daran kann ich leider aktuell nichts ändern.

Und manchmal stelle ich mir Dinge bildlich vor.

Nicht selten stelle ich mir vor, dass ich mit einem Post-it auf der Stirn durch die Weltgeschichte laufe. Es muss so sein.

Steht das alles auf meiner Stirn?

Dieses Post-it sagt im allerbesten Fall “Ich bin Mama” (das existiert tatsächlich).

Aber leider steht da oft gefühlt auch

“Depp für alles“, “Arsch der Nation“, “Keiner Reaktion und Antwort wert” – oder aber auch

“Verdient nix“.

Letzteres im mehrfachen Sinne.

Und dieses “Verdient nix” macht mir immer mehr zu schaffen.

Und es stimmt mich unfassbar traurig, da will ich ganz, ganz ehrlich sein.

“Verdient nix” ist gewissen Entscheidungen in der Vergangenheit anzukreiden.

Falsche Entscheidungen, die ich in jungen Jahren traf, blauäugige und naive Entscheidungen in Zeiten und Phasen darauf – und Entscheidungen, die eigentlich auf einer Überzeugung und einem JA zu mir beruhten.

Weil ich mir Raum für Leidenschaft und Kreativität wünschte.

Einige meiner Entscheidungen aus der Vergangenheit würde ich heute anders treffen.

Sie haben mich genau dahin gebracht, wo ich jetzt gerade hocke.

Frei oder gefangen in den eigenen Gedanken?

Dabei hock ich eigentlich grad ganz gut!

Gar nicht im Schatten und mit Blick auf die düstere Wand.

Die Sonne kitzelt mir auf dem Näschen und ich bin unfassbar baff, dass es sich jetzt – Ende September – noch immer nach Sommer anfühlt!
Ich finde das wundervoll! Auch wenn selbst ich mich nicht mehr in kurze Röcke und Hosen traue, die sommerliche Bräune ist längst verflogen.

Ich sitze in der Sonne im Garten, einfach so, an einem Mittwoch-Vormittag.

Nun ist es nicht so, dass ich nichts zu tun hätte – ganz im Gegenteil!

Denn drinnen türmen sich all’ die zu erledigenden ToDos meiner unbezahlten Care-Arbeit, die ich seit über neunzehn Jahren leiste.

Die Orga und Mental Load rund um fünf Familienmitglieder plus Hündin dreht ebenfalls fleißg ihre verstrickten Kreise in meinem Hirn – unbezahlt und entgeltfrei versteht sich.

Apropos Hündin – die ist gerade der entzückende und herzerwärmende Grund, warum ich hier im Freien und in der Sonne sitze.

Weil ich am Vormittag ihr Mensch bin. Ich bin da.

Ich kann schmusen, Pfötchen halten, spazieren-gehen, fordern, auslasten, trainieren – und zur Ruhe begleiten.

Und aktuell ist das sogar sinnvoll und von Nöten. Noch immer kann die Hündin nicht allzu lange alleine zu Hause bleiben (wir üben noch weiter) und befindet sich mit ihren jungen 10 Monaten gerade inmitten ihrer allerersten Läufigkeit.

Hier ist viel Nähe gefragt und das liebe Tierchen zeigt sich leicht überfordert und verunsichert.

Und ich bin froh, jetzt gerade einfach zu Hause bleiben zu können, ohne mir einen Kopp machen zu müssen, was vormittags mit ihr geschieht.

Aber auch meine “Arbeit” und Betreuung rund um unseren jüngsten Familienzuwachs ist natürlich entgeltfrei.

Der Geldbeutel bleibt leer – nicht nur bei Mir

Ich verdiene nix. Mein Konto und auch der Geldbeutel bleiben dieser Tage leer.

Leider auch, was meine Selbstständigkeit rund um diese Seite hier betrifft.

Die Lage scheint aktuell schlecht. Das Budget ist in vielen Unternehmen und Startups einfach aktuell eingefroren und nicht vorhanden.

Marketing-Kooperationen kommen nicht zustande. Die Leute wollen schnelllebige Reels und Stories sehen. Das wenige Geld fließt höchstens dorthin, nicht mehr in qualitativ hochwertige und aufwändig erstellte Blogartikel. (Mit langer SEO-Auffindbarkeit by the way!) 

Dabei geht mein Herz doch bei jeder neuen Zusammenarbeit auf!

Ich arbeite so unfassbar gerne an dieser Sache, Schreiben ist mein Ding.

Und mir fehlen diese Aufträge in diesen sauren Monaten sehr.

Denn es war MEIN Job, der mich vom Mutter-sein und der Care-Arbeit und dem ewigen “Aschenblödel” der Familie abgrenzte.

Dieser Job ruht gerade – ich hoffe, er darf bald wieder aufwachen.

Es fühlt sich an, als sei Mama steht Kopf zurück auf Start und in Anfangs-Basic-Zeiten zurückversetzt.

Ich verdiene am Blog (aktuell) nix – und überlege, nun doch Werbe-Banner schalten zu müssen, um wenigstens die laufenden Kosten abdecken zu können.

Neue, spannende Aufgaben – wenig Honorar

Und auch mein kleiner Nebenjob, den ich hier ganz bewusst privat halte, erfüllt mich zwar sehr! Aber ich verdiene gefühlt nix.

Das kann ich auch so schreiben, denn das wusste ich im Vorfeld.

Diese Aufgabe lässt mich über meine Grenzen wachsen, lockt mich aus der Komfortzone und bringt mir Wertschätzung und Freude außerhalb der eigenen vier Wände.

Es ist ein lehrreicher Weg und ich hoffe, vielleicht auch ein Grundstein für meine ganz eigene Zukunft.

Aber es ist ein ganz kleines Taschengeld – ich verdiene gefühlt nix.

Und diese Gewissheit malt die Inschrift auf meinem Post-it auf der Stirn gerade nochmal dick und fett mit Edding nach:

“Verdient nix.“

Ich möchte mich selbstständig und unabhängiger fühlen

Jetzt könne man meinen, das sei doch alles nicht schlimm! Und JA, vermutlich jammere ich hier auf sehr hohem, bequemen Niveau.

Schließlich kommen wir als Familie mit dem Gehalt des Mannes über die Runden.

Und Kraft, Mut, Selbstwert und Zuversicht lassen sich auch aus Wertschätzung schöpfen.

Doch “Verdient nix” kratzt gerade massiv an meinem Selbstwertgefühl.

Ich möchte mir gerne selbst Dinge leisten können! Mit meiner eigenen Arbeitsleistung! So wie es noch vor Monaten der Fall war!

Ich möchte, dass sich meine viele Arbeit, das Herzblut, die eifrigen Finger, die auf die Tastatur kloppen, die Leidenschaft und auch mein Können (!!!) endlich monetär auszahlen!

Viel zu tun – doch kein Cent fließt

Doch aktuell verbringe ich Vormittage mit Akquise, schreibe Mails, verhandele mit potentiellen Kooperationspartnern, suche nach Alternativen, informiere mich – und verdiene bei all der zähen und mühsamen Arbeit hinter dem Bildschirm: Nix.

Ich fühle mich, als sei ich ewig dazu verdammt, mir nichts leisten und keine Wünsche erfüllen zu können, keinen Beitrag zum Familienbudget leisten zu können.

Das ist kein schönes Gefühl.

Ich fühle mich abhängig vom Ehemann und traurig, dass mein gutes Taschengeld als Kleinunternehmerin seit Monaten (!) ausbleibt, so dass ich den Kindern auch keine Wünsche davon erfüllen kann.

Ich bin die Mama, die leider gerade sehr oft NEIN sagen muss, weil ich verdiene nix.

Auch mit 47 Jahren bin ich von Herzen gerne noch Mama und halte den Rücken frei und kümmere mich! Das ist mein Job – von Herzen!

Aber ich möchte auch erfolgreich sein und mein eigenes Geld verdienen!

Ich möchte, dass endlich auch einmal meine Zeit kommt! In welcher Form auch immer!

Nicht immer nur die der Kinder, des Mannes, der Hündin, des Haushalts und des Gartens.

Ich kann doch nicht für immer und ewig ein “Verdient nix” in Abrufbereitschaft für die Bedürfnisse aller Anderen sein!

Das macht gerade etwas mit mir

Was macht das denn mit mir als Mensch, was stellt diese Gewissheit “nix zu verdienen” mit mir an!?

Dass ich eine Träumerin bin, dass ich gescheitert bin?

Oder vielleicht, dass ich einfach nur eine schräge “Künstlerin” bin, die einst den Traum und die Hoffnung hatte, mit dem Schreiben Geld zu verdienen?

Dass ich hätte beim alten Job bleiben sollen, wenngleich ich da so unfassbar talentlos war, weil es einfach nie mein Ding war?

“Verdient nix”

lässt mich selbst gerade als Hochstaplerin beschimpfen und als blöde Kuh, die glaubte, einem Traum folgen und eine Leidenschaft zum Beruf machen zu können.

“Verdient nix”

lässt mich jetzt nach Alternativen suchen und überlegen, wie sich das Schreiben und mein Talent dazu (und verdammt nochmal ich habe es!!!) in einen monatlichen Gehaltscheck umsetzen lässt.

Denn “Verdient nix” ist ein Scheiß-Gefühl.

Gerade nach Jahrzehnten der Mutterschaft, Aufopferung und Care-Arbeit.

Und der Witz ist:

Genau dieses “Verdient nix” und die Recherche und Suche nach Aufwind für den Blog oder anderen Möglichkeiten erschöpft mich gerade mental so sehr, als hätte ich bereits eine fünfundvierzig Stunden Woche.

(Vielleicht aber liegt es auch daran, dass die Woche einer Mutter – und sind die Kinder schon so alt – noch so viel mehr Stunden umfasst.)

“Verdient nix”

lässt mich auch in anderen Bereichen meines Lebens glauben, einfach nichts zu verdienen, das ewige Schattenkind zu sein.

Und das darf nicht sein – und dieses Gefühl sollte mir keine geplatzte Kooperation der Welt vermitteln! 

Krone richten – weiter geht’s!

Und somit greife ich mir jetzt an die Stirn – und ziehe diesen verfluchten Zettel ab! Er hat da nichts verloren! 

Ja, der Kontostand tut gerade weh und die Durststrecke ist zäh wie nie zuvor!

Aber mein Wert bemisst sich nicht nach dem Algorithmus von Instagram oder nach dem Werbebudget von Agenturen!

Ich habe zwanzig Jahre lang ein Familienleben gewuppt, ich habe hier eine Stimme aufgebaut, und ich kann verdammt noch mal schreiben.

Es ist okay, traurig zu sein. Es ist okay, wütend zu sein.

Aber aufgeben? Ist keine Option. Weder hier noch anderswo.

Inhale. Exhale. Weiter geht’s.

Eure 

Alex

Der Text gefällt? Dann Daumen hoch für die Alex!
Teilt den Beitrag gerne auch über Facebook. Dazu einfach auf den Button klicken.  😉

Keinen Beitrag mehr verpassen?

Dann mach es wie viele Andere und folge mir! Gib dazu einfach Deine Email-Adresse ein und klicke auf 'MamaStehtKopf folgen'. Dann wirst Du über neue Artikel von mir persönlich informiert. So einfach kann's sein... 🙂 Beachte auch meine Datenschutzhinweise.

Comments (0)

Kommentar verfassen

An den Anfang scrollen