Wenn Mutti krank ist, vom leidenschaftlichen Fluchen & warum Männer doch manchmal die Schlaueren sind

Frauen und insbesondere Mamas sollen ja bekanntlich nicht fluchen. Was uns auch nachgesagt wird: Wir jammern nie, niemals, wenn wir mal krank sind. Tapfern, eisern, stolz und kriegerisch nehmen wir jeglichen Schmerz, alles Missgefühl nur so dahin. Stets mit einem gequälten Lächeln im Gesicht. Passt schon. Die Mutti haut nix um. Ihr Kinder seid mir zu jeder Sekunde meines Lebens die liebsten Geschöpfe auf Erden, ihr stört und nervt nie! Diese Sichtweise kann doch ein läppischer Husten mit Kopf- und Gliederschmerzen oder gar Fieber nicht trüben. Nun, Bullshit!

Entweder ich bin keine richtige Frau oder wir lügen uns allesamt in die eigene Tasche.

Denn aus gegebenem Anlass gebe ich zu: I am so f…..g im Arsch!

Der Kopf dröhnt als wäre ein alter, rostiger Güterzug gerade durchgerauscht. Kinderstimmen hallen und lassen mich bei jedem Pieps zusammenzucken. Rücken, Beine. Boah! Ist das heute alles nervig!

Also gut, ich gebe zu: Ich fluche gerne! Und ich leide gerne. Geb ich auch zu. Ich niese ja schließlich auch wie ein Mann! Kennt ihr dieses piepsige, verschämte „Hatschi“ ins Taschentuch das diese ganzen liebreizenden Tusschens nur so dahin hauchen? Ich nicht. Find ich doof. „Mutti“ lässt lautstark raus!
Ich hab mal einen Artikel gelesen, in welchem es darum ging, dass die Art wie Frau niest viel darüber verrät wie sie so………Ok, ich schweife ab. Das geht definitiv zu weit. Außerdem, glaube ich, war`s ein Bildzeitungs-Artikel. Also ist darauf eh nix zu geben. Schätze, ich lebe eben einfach leidenschaftlich. Ob nun im positiven oder gerade im negativen Sinne 😉

Nur dass ich, im Gegensatz zum Mann, jammere und meckere…Aber nix an meiner Misere ändere.

Denn ich muss ja funktionieren. Und da bin ich dann doch Frau. Wir gönnen uns keine Auszeit, keinen kompletten Tag auf der Couch. Männer können das problemlos. Nun, in Abwesenheit dessen, er ist wieder auf Dienstreise, hab ich auch keine andere Wahl als eben die nächste Ibu reinzuschmeißen, den nächsten doppelten Kaffee (wäre der nicht so Iiih beim Kranksein!) hinter her zu schütten. Und weiter geht`s!

Ich gönn mir kaum eine Pause, rufe nicht um Hilfe oder organisiere mich. Nein, ich wurschtel mich einfach weiter durch. Und das ist wieder typisch Frauen-Denken. Immer denken wir, jetzt noch keine Hilfe zum Beispiel von Oma und Opa, die die Kinder ja holen könnten (und auch sicherlich gerne würden!) „verdient“ zu haben. Das MUSS doch alleine zu schaffen sein, das bisschen Kranksein. Alleine mit drei Kindern. An einem verregneten Wochenende. Es könnte doch noch schlimmer kommen und da sollte ich mir die Hilfe doch für diesen Zeitpunkt „aufheben“. Gut, vielleicht bin auch einfach nur ich so dämlich 😉

Und jedes Kind hat seine eigene Art mit der kränklichen Mutti umzugehen:

Der Große wittert seine Chance und verzieht sich klammheimlich mit Handy und Kopfhörer in sein Zimmer. Und ich muss später wieder den Verlauf checken und mit Schrecken feststellen wie viele YouTube-Videos in der Zwischenzeit, als Mama benebelt auf der Couch döste (ja, mach ich ja dann schließlich doch noch) aufgerufen wurden.

Die Mittlere zeigt sich herzallerliebst, fürsorglich und hilfsbereit. Schnippelt Obstsalat und lässt Mami schön in Ruhe. Wundervoll! Man könnte es aber auch Bonus-Punkte-Sammeln nennen;)
Denn später vergisst sie wieder ihre Rolle (ist ja schließlich doch ein Kind) und stößt die Kleinste im Streit gegen den Türrahmen. Blaues Ohr, Presslufthammer-lautes-Geschreie inklusive. Und Mutti, die mit krächzender Stimme selbst auch wieder einmal zum Brüllaffen mutiert.

Und die Kleinste? Zeigt sich beim Zwangs-Netflixen (natürlich die Kinderabteilung!) leider wenig kooperativ und verwandelt die Couch in eine überdimensionale Hüpfburg.
„Autsch! Nicht auf mein Bein! Neiiiin! Nicht der Bauch! Warum hast Du mir gerade die Nase zugepetzt? Wie ich hab geschnarcht? Hab ich gar nicht! Komm ja nicht zum Schlafen!“

Fazit:

Als Mutti krank zu sein ist tatsächlich für`n Arsch! Funktioniert einfach net. Vielleicht wühle ich jetzt doch mein Handy aus den Couch-Kissen-Bergen und hole Hilfe! Nur für heute Nachmittag mal.
Oder ich mach einfach so weiter….Und leide, fluche, jammere vor mich hin. Wechsel jetzt doch von Kaffee zu Tee und kritzel mit der Kleinsten ein paar Ausmal-Bildchen voll. Das sollte ja noch hinzubekommen sein…

Mutti ist ja schließlich nicht aus Watte!

P.S. Mein Mann würde an meiner statt nun friedlich im Bettchen schlummern. Umreiht von Taschentüchern, „Wick“ Produkten, Halspastillen & Co. Und hätte alle Kinder erfolgreich wegorganisiert. Ohne schlechtes Gewissen.

„Verdammter, verfluchter Drecks-Scheibenkleister!“
Was muss ich noch viel dazu lernen 😉


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