„Et kütt wie et kütt“: Von Ups & Downs – Unser Countdown zur Heiligen Nacht

Es ist der 23. Dezember um 23.57 Uhr. Und anstatt nun in die spät-vorweihnachtliche Panik zu verfallen, die restlichen Geschenke zu verpacken und den gebackenen Kuchen zu verzieren, sitze ich hier und schreibe.

Denn was den morgigen Abend betrifft werde ich nichts mehr planen. Gar nix. Das Einzige was ich noch tun werde, ist an dem Ziel fest zu halten allen weihnachtlichen Zauber und Glanz für meine Kinder zu bewahren. Für die soll’s ein chaotisch schöner, unvergesslicher Heilig Abend werden. So wie in all den Jahren zuvor. Nur wahrscheinlich etwas anders als geplant. Aber dazu gleich.

Ansonsten werde ich nun die Dinge ihren Lauf nehmen lassen. Beeinflussen kann ich sowieso nichts mehr und seit gestern weiß ich einmal mehr: „Et kütt wie et kütt“ !

Nur, dass an Weihnachten gefälligst nicht gestorben wird! Das sehe ich noch immer so und meine Oma hoffentlich auch. Zumindest war sie gestern noch meiner Meinung, als wir zusammen lachten und darüber scherzten. Und  kostbare gemeinsame Zeit miteinander verbrachten.

Denn er war schön! Und bedeutungsvoll dieser gestrige Nachmittag.

Ganz gleich wie die Dinge verlaufen werden! Und ich bin froh und dankbar auf mein Bauchgefühl gehört zu haben. Gestern, als ich mit meiner Mutter telefonierte und sie mir von Deinem Zustand berichtete, der alles andere als vielversprechend aussah. Es war einer dieser Momente in dem man genau weiß, was nun richtig und angebracht ist. Dass nichts mehr wichtig ist, als diesen Zeitpunkt abzupassen und zu nutzen.

Und es war toll! Lustiger und entspannter hätte ein Besuch am Krankenbett nicht sein können! Entgegen all meiner Erwartungen, meinen Befürchtungen, warst Du super! Meine Oma war da. Klar und deutlich. Du meintest es sei nur die Generalprobe, soll sich bloß keiner einbilden, dass Du ausgerechnet jetzt stirbst! Und: Ich darf darüber schreiben! Das war Dein Vorschlag, also tue ich es genau JETZT! Ganz gleich was passieren wird. Du findest es cool, dass ich schreibe! Von welcher „Uroma“ kann man das schon bitteschön behaupten? Vielleicht einfach weil Du es selbst bist!: Verdammt cool!

Ich denke nicht, dass wir nochmal gemeinsam im Spätsommer lachend unterm Carport Radler trinken. Und sollte es so sein, bin ich für dieses Wunder unendlich dankbar! So viel steht schon mal fest.

Aber ich danke Dir für den schönen Nachmittag gestern! Es war der perfekte Moment. Einzigartig. Der „richtige“ Zeitpunkt für uns und dafür bin ich unendlich dankbar! Dankbar, den Moment erwischt zu haben, auf Bauch und Herz gehört zu haben. Ganz egal was auch immer nun folgen wird.

Vielleicht war diese eine Stunde sogar das kostbarste Geschenk das ich zu Weihnachten erhalten werde. Nein, ganz bestimmt ist es das sogar! Du hast selbst dafür gesorgt, dass wir -ich hatte Dich gemeinsam mit meinen Eltern besucht- erleichtert und froh das Krankenhaus verlassen haben. Wir waren so gelöst, dass wir sogar noch gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt gingen. Um zusammen zu sein. Und so ist es auch Dein Verdienst, dass ich wieder meinen Eltern näher gekommen bin. Dass ich wertvolle Zeit mit meiner alten Familie verbringen durfte, ohne Ablenkung durch drei zwar wunderbare aber wilde Kinder! Nur ich, Mama und Papa und ein paar Gläser Kinderglühwein 😉

Und der Grinch sah sich auf einmal dem Zauber der Weihnacht ausgesetzt.

Der hatte nämlich fast vergessen wie schön Weihnachtsmärkte und glitzernde Kaufhäuser sind! Wie es herrlich nach Glühwein und Mandeln duftet! Wie hübsch alles glänzt und blinkt! Fast fing er sogar an sich ein klitzekleines bisschen auf Weihnachten zu freuen! 😉

Einige Stunden später sollte sich der Zustand meiner Oma wieder verschlechtern und die Stimmung abermals trüben und die Sorge für alle wachsen lassen.

Was ich zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht wusste: Es sollte nicht die einzige Sorge kurz vor der Heiligen Nacht bleiben. 

Keine fünfzehn Stunden später plagten die Vogel-Mutti (so nennt mich der Papa in solchen Situationen) ganz andere Sorgen. Als die Kleinste plötzlich hoch fieberte und somit abermals alle Hoffnung auf ein gelungenes Weihnachtsfest ins Wanken geraten sollte. Ich fühlte mich elend! Ich hasse das wenn meine „Babies“ krank sind. Welche Mutter tut das auch nicht? Nun, bei 41 Grad Fieber ist selbst nach drei Kindern meine persönliche Schmerzgrenze erreicht und abermals fuhr mein Auto in diesen Tagen ins Klinikum meiner Heimatstadt.

Danke lieber Papa an dieser Stelle, dass Du gefahren bist und mich somit entlastet hast!  Denn noch immer schaffe ich es nicht, in solchen Situationen ruhig zu bleiben. Insbesondere dann nicht, wenn genau in dem Moment eines der anderen Kinder nach Dingen wie Kleber und Bastelschere verlangt! 😉  Und Du weißt ja außerdem: Notdienst-Fahrten sind am Wochenende Dein Job 😉

Aber meinem “Baby“ geht’s gut. Hab mich einfach immer noch nicht daran gewöhnt, dass sie jedes Mal so hoch fiebert.

Gewöhnen müssen wir uns nun aber auch an den Gedanken, den morgigen Abend erneut anders zu verbringen als geplant. Denn ein Kind mit Fieber und Infekt zur Verwandschaft bringen und riskieren Oma, Cousin & Co. anzustecken? Nun, am Plan B feilen wir noch und entscheiden morgen.

Was ich allerdings jetzt schon weiß: Diese ganze Verrücktmacherei vor Weihnachten ist so was von überflüssig! Denn, was wissen wir schon im Vorfeld was an diesem einem Abend so passieren und sein wird? Warum legen wir so viel Gewichtung darauf? Wochenlang zuvor! Vielleicht mag ich deshalb diesen ganzen Hype nicht, vielleicht muffelt deshalb immer der Grinch in mir dieser Tage vor sich hin! Womöglich ist es einfach diese Gewissheit, die mich ein klein wenig daran hindert diesem Event entgegen zu fiebern. Und dennoch will ich es tun! Immer wieder! Für meine Kinder!

Aber es muss nichts perfekt sein! Einen Scheiß müssen wir an Weihnachten! Außer vielleicht gesund und am Leben bleiben! 

Das hat mich unser ganz persönlicher Weihnachts-Countdown, dieses emotionale Auf- und Ab abermals gelehrt! Ich weiß noch immer nicht, wie genau der Heilig Abend verlaufen wird. Und ganz ehrlich:

Mittlerweile habe ich nur noch ganz kleine Pläne.

Aber allein auf diese Kleinigkeiten freue ich mich sehr! Solange der morgige Abend eine Riesen-Portion Erdbeer-Tiramisu für mich, ganz viel kuscheln mit der kranken Kleinsten und einen Weihnachtsfilm, der nicht unbedingt „The Grinch“ heißt, beinhaltet ist es für mich ok!

Solange meine Kinder glücklich sind und auch vom diesjährigen Heilig Abend erzählen können, ist alles in Ordnung. Und dass es auch wirklich so kommt, dafür werde ich schon sorgen!

Abermals Frohe Weihnacht!

Eure Alex


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