Die neutrale Phase – Zeit zum Durchatmen

Ich habe Euch so viel von meiner langjährigen Bekanntschaft mit dem lieben, oft diskutierten, prämenstruellen Syndrom berichtet. Ja, wir pflegen eine sehr intensive Beziehung mein anderes  -mir unheimliches – Selbst und ich. Ich habe mittlerweile SO viel darüber geschrieben, dass es dem ein oder anderen bestimmt schon zu den Ohren heraus kommt oder jedes Mal auf’s Neue die Fremdschäm-Rote ins Gesicht treibt. Muss ich wirklich darüber schreiben? Geht das die Außenwelt etwas an? Nun, meine Antwort hierzu lautet: So what!  Wer’s für ein peinliches Tabu hält, der gedulde sich bitte bis zum nächsten Beitrag. 😉

Aber Fakt ist, der weibliche Monat, um nicht zu sagen Zyklus, hat durchaus auch noch andere Tage. Und was ist mit denen? Was passiert eigentlich dann in Frau Mutter? Passiert da überhaupt irgendetwas? Nun, ich kann hier nicht für jeden Typ Frau schreiben, aber meine Beobachtungen sehen da wie folgt aus:

Ab und an befinde ich mich in einem Zustand, den ich die persönlich gerne die „neutrale Phase“ nenne!

Und um ehrlich zu sein: Dieser „Zustand“ ist so viel entspannter! Allerdings finde ich die Bezeichung „Zustand“ nicht wirklich passend, denn damit verbindet man meiner Meinung nach immer etwas Negatives. Also reden wir hier von einer Zeitspanne. Einer leider viel zu kurz währenden Spanne wenn Ihr mich fragt.

IMG_20170804_215805797_LIEs ist die Zeit zum Durchatmen.
Für mich und ganz, ganz sicher auch für meine Familie und mein Umfeld! 😉

In jener Zeit trage ich graugewaschene Jeans und Karobluse. Bevorzugt mit bequemen Biker-Boots und Pferdeschwanz. Knatsche Kaugummi und puste überdimensionale Blasen. Und finde mich dabei selbst unglaublich cool und nahezu tiefenentspannt.

Vor meinem bildlichen Auge bin ich eine Protagonistin aus „The Walking Dead“. Stark, tapfer, durch nichts so schnell zu erschüttern. Die haben übrigens ALLE graue Jeans und Nietengürtel an 😉  Hey! Gib mir Pfeil und Bogen und Hero-Mutti macht alle Untoten, “Streuner“ und Zombies im Null-Komma-Nix platt! Wenn ich nicht zuvor mit Karacho in eine meiner eigenen aufgebauten Fallen purzel.  Ich fühle mich in dieser Phase zwar nicht besonders verführerisch und sexy. Höchstens die Lara-Croft-Nummer. Aber das will ich zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht sein. Sehr zum Ärgernis des eigenen mir Angetrauten! Der hasst übrigens meine Lieblings-Jeans. So „mausgrau und not-very-sexy“. Dabei ist die sogar eng! Weiß gar nicht was der hat! 😉

Aber, ich WILL einfach ab und zu so aussehen! Nicht etwa schlampig und gammelig, mich selbst gehen-lassend oder gar ungepflegt. Das meine ich nicht.  Nein! Stark und Selbstbewusst! In einem anderen Bericht habe ich Euch erzählt, wie meine tägliche Kleiderwahl die eigene Gemütslage beeinflusst. Und eben auch umgekehrt.

In diesem meinen neutralen Zustand will ich nicht „verführen“ und extra-weiblich sein. Ich möchte nicht beschützt und getröstet werden und auch nicht die „Venus“ geben! Das andere Geschlecht interessiert mich nicht ganz so sehr in diesen Tagen. Was durchaus auch mal einen entspannten Beigeschmack hat! Klar, mache ich für den eigenen Gatten hier gerne eine Ausnahme 😉 Aber, in Tagen der Karobluse und grauen Jeans komme ich auch ganz gut alleine klar. An dieser Stelle auch ein großes Sorry an alle Paktetzusteller, Fleischerei-Fachverkäufer, hübschen Anzugs-Typen, sexy Bauarbeiter in Orange und was ihr noch so alles seid! Mutti kuckt gerade nicht hin 😉

IMG_2306 (2)Es ist aber auch die Zeit, in der ich so viel ruhiger und geduldiger im Umgang mit den eigenen Kindern bin. In der wir ausgiebig Playmobil spielen, herumalbern und Mutter’s Phantasie keine Grenzen kennt. Die Zeit, in der Mama ausdauernd Hausaufgaben erklärt, tröstet und Streit schlichtet, ohne selbst dabei verzweifelt in Tränen auszubrechen. Denn ich bin ja gerade tapfer und neutral! In dieser Zeit kann ich die Mutter für meine Kinder sein, die ich mir eigentlich durchgehend wünsche. An jedem Tag im Monat. Ohne zu sehr mit meinem eigenen Selbst-Mitleid beschäftigt zu sein. Der Haushalt ist in jener Zeit im übrigen seltsamerweise auch nicht von allzu großer Bedeutung. 😉

Ebenfalls ist es die Zeit, in der Mutter eben nicht von Selbstvorwürfen zerfleischt wird, weil eines meiner Kinder schon wieder zum Zahnarzt muss. Weil es ein Loch in den Milchzähnen hat, obwohl wir die Beste der Besten an elektrischen Zahnbürsten benutzen (zur Erinnerung: der IT-Technik-Gatte), das Kind freiwillig immer nur Wasser trinkt und ich jeden einzelnen verdammten Abend drüber putze! Ok, ich zerbreche mir doch den Kopf. Doch ich schwöre (!) Euch: An anderen Tagen hätte diese Tatsache einen filmreifen (wo wir wieder mal beim Kino sind) Heul-Krampf ausgelöst! Aber nein, “heute“ bin ich nicht die „gedankenlose, nachlässige“ Mutter! Not my fault! Heute sind’s einfach die weichen Zähne und die Veranlagung!

Somit oute ich mich hier und jetzt tatsächlich als Marionette meiner eigenen Hormone!

Mag ich das? Will ich etwas daran ändern? Geht diese Tatsache jemanden etwas an? I don’t know. Ist ja aber auch ganz witzig diese eigenen verrückten Phasen immer wieder zu durchlaufen und dennoch keine davon wirklich steuern und beeinflussen zu können. Wir wissen ganz genau was kommt und haben dennoch keinerlei Kontrolle über den Wandel. Zumindest ergeht es mir so.

Aber wie sehen dann wohl die Wechseljahre aus? Mit etwas Glück bleiben mir noch ca. zehn Jahre. Doch Frau kann ja schon mal darüber nachdenken. Sind wir Muttis dann nur noch tiefenentspannt? Oder im schlimmsten Fall desinteressiert? Oder bricht tagtäglich der Hulk, Grüffelo und Grinch vereint in einer Person in mir durch? Das wäre ja genauso schrecklich! Wer weiß, vielleicht mutiere ich zu einer griesgrämigen, faltendurchzogenen und grummeligen Katzen-Oma? Gott bewahre! Oder zu der liebevollen, stets kochenden Übermutti und Omi, die alle liebhaben. Ich werde es wohl – hoffentlich- erfahren.

Bis es aber soweit ist, freue ich mich über die vorübergehende Drehpause im mütterlichen Hirn. Das Kopfkino macht gerade Pause. Männer dieser Welt, die Show findet ohne Mutti statt! Das tut sie sowieso, denn erstens oute ich mich hier und jetzt auch noch als hoffnungsloser Flirt-Legastheniker und zweitens hab‘ ich ja schon den Besten geheiratet. Aber Ihr wisst sicherlich, was ich meine 😉

Bis in ein paar Tagen. Nicht die elendigen „fetten“ Heultage.
Die andere Phase. Die, die da auch noch existiert.
Von der ich Euch hier allerdings nicht ausführlich berichten werde!
Die wird definitiv wieder anstrengender!
Muss ich mich auch noch drauf vorbereiten. Meine hübschesten Blue-Jeans bügeln, kurze Röcke, Accessoires und Stiefel raussuchen und die Haare stylen. Neues Parfum bestellen und Nägel lackieren. Dann bricht die pure Weiblichkeit wieder durch, ganz gewiss!  Den Gatten freut’s.
Wenngleich ihm die wiederum wenige Tage danach drohende Apokalypse durchaus bekannt und bewusst ist 😉

Und das Fazit der ganzen Geschichte?

Hab ich keins 😉 Bin ja weder Klugscheißer, noch Therapeut noch Wissenschaftler. Aber eins ist klar: Frau sein ist echt anstrengend!!!

In diesem Sinne viele liebe Grüße -und jetzt kling ich gleich wie eine Feministin- an alle wunderbaren Frauen da draußen! Ihr seid toll! Ob in grauer Jeans, Mini-Rock und ganz gleich welche Phase gerade vorherrscht!

Eure

Alex
P.S. Wer einmal gerne über seine eigenen Erfahrungen berichten möchte. Ihr seid herzlich dazu eingeladen! Ich freue mich über jeden Kommentar!
P.P.S. Heute morgen habe ich mich übrigens für Jeansrock und Stiefel entschieden 😉

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