Reisetagebuch „Wenn Fünf eine Reise tun“: Schlachten am Buffet, Zickenkrieg am frühen Morgen – Holiday-Check a la Mutti

An die “liebe“ deutsche Frau am Frühstücksbuffet:

Ich weiß, Du hattest sicherlich Hunger und warst unterzuckert. Sowas vermiest die Laune und macht leicht aggressiv. Das habe ich nur zu oft am eigenen Leib zu spüren bekommen.

Und sicherlich hast Du Dir nix dabei gedacht, als Du mein Kind, welches an diesem Morgen gemütlich Geburtstag feiern wollte, beiseite geschubst hast.
War ja schließlich “nur“ ein Kind.
Und ich nehme schwer an, davon hast Du selbst keines.

Aber das “alte Ziege“ als Reaktion darauf, dass eine Mutter ihr Kind verteidigt, das verzeihe ich Dir nicht!

Ihr schreibt immer alle so schön fleißig. In den Bewertungen bei „Holiday Check“.
Klagt über die Gäste aus Russland, welche sich am Buffet unter aller Kanone benehmen würden. Dabei sind wir, seid ihr lieben Deutschen, auch nicht besser!
Denn schlechtes Benehmen lässt sich nicht auf Nationalität und Herkunft beschränken!
Diese Sichtweise halte ich für ungerechtfertigt! Denn Du warst es, die sich leider primitiv verhielt.
Daher mein Fazit zu dem stets gern heiß diskutierten Thema “Schlacht am Buffet“:
Wir sind alles Menschen! Manche haben Manieren und Anstand, Andere halt nicht! 😉

Liebes Hotel:

PicsArt_07-27-01.12.23Du hast Dich inmitten die karge türkische Wildnis gepflanzt. So wie die meisten Komplexe hier. Denn das, womit Du punkten kannst liegt direkt zu unseren sonnengebräunten Füßen. Glitzert türkis und streichelt die Seele. Doch beim Strand musstest Du ein wenig nachhelfen. Er ist nun einmal steinig und wild, das lässt sich nicht leugnen. Aber ihr habt das Beste daraus gemacht, Sand aufgeschüttet und das Strand-Restaurant wurde schnell zu unserer mittäglichen Lieblings-Location. So lecker und chillig! Und ja, das Meer hat seinen ganz eigenen Willen! Es tost und tobt jeden einzelnen Nachmittag. Des einen Freud und größtes Wellenvergnügen, des Anderen (meinem Sohn) zwecks des dadurch in Mengen angespülten Seegrases zu eklig! 😉

Leicht genervt bin ich nur von der Sache mit dem Putz- und Handtuchservice!

Innerhalb von vier Tagen gleich zweimal nicht gereinigt und erschienen ist schon eine ordentliche Leistung! Wenngleich ich mir nicht sicher bin, ob dies nicht etwa das Verschulden der eigenen Brut ist! 😉 Ich habe nun vorsichtshalber das “do not disturb“ Schild versteckt! Gerne darfst Du, liebe Putzfrau, den noch schlafenden Vorpubertären wecken! Der kann sich ruhig auch mal zum “Langschläfer-Frühstück“ bequemen! 😉
Also Schwamm drüber, ich verzeihe hiermit!

Liebes Animations- und Kinder-Betreuungsteam:

Meine Kleinste liebt Euch und die tägliche Pool-Playlist! Ich wippe heimlich mit, wenn’s mir gefällt, fühle mich bei Tarkans „Sikedim“ in meine Jugend zurückversetzt und höre ab und an einfach nicht hin. Oder blende aus.
Denn ich bin nicht mehr zwanzig und Euer aller Freund!
Also spart Euch die Energie für die übertrieben aufgesetzte Fröhlichkeit!
Sowas nervt Grummel-Muttis wie mich an mindestens vierzehn Tagen im Monat! 😉

Liebes türkisches Dessert Buffet:

IMG_20180725_201211341.jpgWegen Dir kraxel ich auch hier fast täglich auf den Crosstrainer! Denn ich bin Dir hoffnungslos verfallen! War schon immer so! Dafür lasse ich gerne das immer gleich gekochte Hühnerfleisch liegen und das komische Gemüse auch. Ich vermisse hier Themenabende! Ich kenne es schon jetzt auswendig, Euer Buffet. Doch Rose-Wein und türkischer Honig mildern auch dieses kleine Manko schnell! 😉

Doch trotz all dieser Untertöne und versteckten Botschaften:

Es ist in der Summe schön hier! Die “Gesamtsituation“ passt und etwas zu meckern findet sich schließlich überall. Ihr macht Euren Job schon gut, Ihr alle, die an einer solchen großen Hotelkiste beteiligt sind!

Denn ich weiß es ist viel Arbeit, erfordert riesiges logistisches Talent und Kalkül so etwas über Jahre erfolgreich zu führen und über Wasser zu halten. Die Konkurrenz ist schließlich groß. Trotz All Inklusive gilt es zusätzlich an den Touris zu verdienen und Gewinn zu machen und die ganzen „kleinen“ Leute, welche hier beschäftigt sind, bleiben nach wie vor von der Reisebereitschaft von uns Deutschen abhängig.
Von daher bleibe ich dabei: Es ist falsch dieses Land als Urlaubsland zu boykottieren!

Und jetzt geh ich wieder raus, aus dem soeben frisch gewischten und wirklich super großem Hotelzimmer! Aus DEN Zimmern, denn wir haben zwei! Mit großzügigem Vorraum und Verbindungstüre! Denn das ist spitze! Mir zwei Badezimmern, Balkonen, Pool- und Meerblick! Danke! Dafür! 🙂

Eure

Alex

 

 

 

 


2 Gedanken zu “Reisetagebuch „Wenn Fünf eine Reise tun“: Schlachten am Buffet, Zickenkrieg am frühen Morgen – Holiday-Check a la Mutti

  1. Tatsächlich habe ich gerade in der Türkei schon russische Touristen erlebt, die sich so richtig prollig benommen haben. Ob die aber ein kleines Kind wegschubsen würden? Und das „alte Ziege“ hätte ich wahrscheinlich gar nicht verstanden. Es ist schon der Hammer, wie sich manche Leute – auch wohlgenährte Wohlstandsdeutsche – an einem Hotelbuffet benehmen können. Ich bin da auch lieber den Weg des kleinsten Widerstandes gegangen und habe gleich mit den Desserts angefangen. Mhmm … Baklava!
    LG

    Sabienes

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