„Sommerkinder“ – Eine Liebeserklärung

16+

Ich war im Urlaub! Ja, ganz ehrlich! Das war ich die letzten Tage.
Man mag mich zwar noch körperlich wahrgenommen haben und es fand definitiv auch kein Ortswechsel statt, doch irgendetwas war um mich geschehen.
Für einen kurzen Moment hatte ich „Planet Tiefgründig“ verlassen können, um temporär ein anderes Ziel anzusteuern.

Ja, ich verweilte gefühlt auf der „Leichtigkeits-Insel“.
Nippte an verführerisch süßen Wein, kostete die saftigsten Erdbeeren und spürte nix als Freiheit und warme Sonnenstrahlen auf der Haut.
Und Sonne im Herzen (DER musste jetzt sein)!

Denn genau so fühlt es sich an.
Jedes Jahr auf’s Neue.
Schafft es der Sommer endlich, endlich in unser aller Gemüter einzuziehen!

Es ist seit jeher bekannt, dass wir Menschen (sofern es sich nicht um gefühlskalte Holzklötze handelt) und das Wetter in einer gewissen Verbindung zueinander stehen. Nicht umsonst entstanden Begriffe wie „Frühlingsgefühle“ oder gar „Brunftzeit“ (Ich weiß selbstverständlich, dass dies ein Begriff aus der Tierwelt ist 😉 )
Und ja, ich selbst fühle mich von dem, was draußen vor sich geht nahezu manipuliert.
Beeinflusst, was die eigene Tagesform, die jeweilige Stimmungslage betrifft.

Ich hätte Bäume ausreißen können!

Jetzt war er also da, die vergangenen Tage.
Der Sommer!
Meine ultimative Lieblings-Jahreszeit!
Mein natürliches Psychopharmakon, mein Seelen-Balsam und unerschöpflicher Dopamin-Spender!

Ja, im Sommer entwickele ich ungeahnte Kräfte!
Dann, wenn alle ächzen, stöhnen und schwitzen, komme ich erst auf Hochtouren.
Ab 30 Grad Celsius aufwärts strotze ich nur so vor Tatendrang, Energie und guter Laune.
Renne früh morgens vierzig Minuten um den See und habe dennoch genügend Energie-Reserven für den Schwimmbad-Nachmittag mit allen drei Kindern.

Meine Sommer-Tage sind lang – und die Nächte gewohnt kurz.
Doch sacke ich bei strahlendem Sonnenschein nur selten irgendwann Nachmittags erschöpft auf der Couch zusammen.
Man(n) könnte sogar meinen, an Sommertagen sei ich ein anderer Mensch.
Ausgewechselt, albern. Nicht in der Lage, einen weiteren tiefgründigen Text zu verfassen! 😉

Der Sommer ist meine Zeit!

Ganze drei Sommer verbrachte ich hochschwanger.
Und wisst Ihr was? Es war wunderbar!
Nicht anstrengend, denn die Sache mit den ungeahnten Kräften, sie wollte sich auch in anderen Umständen genau so fortsetzen. Zugegebenermaßen, das leidige Thema mit den Kompressionsstrümpfen hätte ich ein klein wenig ernster nehmen sollen.
Denn ganz Sommer-Mensch war es mir schlichtweg ein Graus und zuwider, die mütterlichen Stelzen in’s Spandex-Beinkleid zu quetschen.
Da ließ ich lieber im Folgejahr gleich alles rausreißen. 😉 Ich schweife ab…

Doch drei Mal sollte sich der gemeinsame geheime Wunsch des Gatten und mir erfüllen und wir durften Sommerkinder auf die Welt bringen!

Kindheitserinnerungen an den Sommer

Meine schönsten Kindheitserinnerungen verbinde ich mit dem Sommer!
Es sind nur Erinnerungsfetzen, doch tauchen sie immer wieder auf.
Es sind Bilder vor dem inneren Auge aus einer glücklichen, unbeschwerten Zeit.

Dann taucht wieder der alte Garten des Heimatortes auf.
Ich sehe bunte Lampions an warmen Sommer-Abenden und den Vater, wie er den Grill anschmeißt.
Alte Marktplätze irgendwo in Italien erscheinen wieder und ich sehe ein kleines Mädchen ausgelassen Tauben verscheuchen.
Ich rieche den Geruch (nein, ich schreibe jetzt nicht Gestank!) des Mehrpersonen-Schlafwagens auf dem Weg in den Süden oder gar den des alten Schlauchbootes des Opas.
Und ich spüre dann noch immer das Gewackel im Bett – nach einem ganzen Tag des sorglosen Luftmatratzen-Treibens im adriatischen Meer.

Ich fühle noch das Brennen frischer Schürfwunden an den Knien und höre die Schelte, als wir in Nachbar’s Garten Blümchen rupften.
Auch schmecke ich noch immer den einzigartigen Geschmack der Zitronenmelisse in Oma’s Garten und sehe noch heute die zertretenen Wildkirschen auf dem Fußweg zum Freibad des eigenen Heimatortes.
Und beobachte mich und meine Freundin, wie wir gefühlt fast den ganzen Tag unter Wasser auf Tauchstation verbrachten.
Oder das heiße, ausgiebige Duschen nach einem Schlechtwetter-Freibad-Tag. Ich sehe den weißen Duschvorhang der Frauen-Waschräume vor dem Auge und höre das Gezeter der älteren Omas, wenn wir uns mal wieder viel zu lange dort aufhielten.

Alles wiederholt sich!

Mittlerweile darf ich beobachten, wie meine eigenen Kinder ihre ganz persönlichen Sommer-Erinnerungen schaffen!
Und dieses Gefühl ist wunderbar und unbeschreiblich!
Ich erkenne, wie sich selbst nach Jahrzehnten Dinge wiederholen und muss dabei heimlich milde vor mich hin lächeln!
Erst gestern bekam die Mittlere Ärger, weil sie mit ihrer Freundin im Freibad zu lange duschte! 😉

Ja, einige Dinge gehören zum Sommer dazu.
Und das wird sich auch die nächsten Jahrzehnte sehr wahrscheinlich nicht ändern!
Sei es das Mohrenkopf-Brötchen im Freibad oder der bunte Puffreis.
Davon allerdings, dass meine Kinder die Tradition des Verzehrs der lustigen, bunten Kügelchen auf ganz und gar andere Weise fortführten, zeigte ich mich jüngst weniger begeistert.
Als meine kleinste Tochter auf die Idee kam, den Reis mit dem albernen Namen versehentlich durch die Nase zu inhalieren (fragt nicht!!).
Aber auch das ist Sommer, die kleineren oder (hoffentlich niemals vorkommenden) größeren Pannen im Freibad.

Sommer lässt wachsen und entfalten

Jedes Jahr auf’s Neue beobachte ich erstaunt, wie sich die eigenen Kinder innerhalb eines nur einzigen Sommers verändern!
Wie sie reifen, wachsen und ungeahnte Fähigkeiten sich entfalten!
Es ist faszinierend zu beobachten, wie viel Kinder in nur einem einzigen Sommer lernen.

Jeder Sommer bedeutet ein Stück mehr Selbstvertrauen und Selbständigkeit, er bringt ungeahnte Talente zum Vorschein und lässt Kinder über ihre ganz eigenen Grenzen wachsen. Geistig und körperlich.
Der Sommer lässt Nachtschatten-Gewächse für einige Stunden Handy, Tablet und Co. vergessen und auch große Jungs wieder unbeschwert und ausgelassen im Wasser planschen!
So sehr, dass sich ganz verhalten klitzekleine Sommersprossen auf dem Nasenrücken bilden und müde Gymnasiasten-Augen wieder leuchten.
Danke Sommer! Alleine dafür!

Ein Fest für die Sinne!

Sommer klingt nach dem Zirpen der Grillen an dem Abend, als mein Sohn bei herrlichstem Sonnenuntergang geboren wurde!
Er klingt nach rasselnden Zikaden irgendwo im Süden und duftet nach Pinien-Bäumen!
Er riecht nach altem Fischer-Hafen und Kokosnuss-Sonnenöl und klingt nach „Fahnenmast“ oder Wellen, die sanft auf Felsen stoßen.
Sommer schmeckt nach frischen Erdbeeren vom Feld und saftig-süßen Aprikosen!
Und ich könnte hier nun ewig so weiter schreiben…

Was haben wir vor in diesem Sommer?

Doch auf einige Dinge werden wir dennoch in diesem Sommer verzichten.
Dieses Jahr (und auch im Folgejahr) werde ich keine lautstarken, temperamentvollen Zikaden hören.
Ich werde auch keine Pinien-Bäume sehen und alte Fischer-Häfchen besuchen.
Und doch wird es ein hoffentlich ganz wundervoller Sommer werden, der neue Erinnerungen schaffen und alte Traditionen wieder aufleben lassen wird.

In diesem Sommer werden wir nicht fliegen und auch die üblich großen Hotelkomplexe dürfen gut und gerne eine Weile auf uns verzichten. Nein, wir werden einen alten Freund erneut besuchen.
Ein Ort, der ebenfalls in unserer Familie der Inbegriff eines gelungenen Sommers darstellt.

Dieses Jahr besuchen wir wieder den Faaker See in Österreich und wir alle fiebern dem schon sehr entgegen.
Denn Sommer bedeutet für uns nun einmal auch Elektroboot fahren auf dem türkis-blauen Wasser des Kärntner Sees – und Kräuterlimo sowie Topfencreme hoch oben auf dem Karawanken-Gebirge. 🙂

Die schönste Zeit im Jahr

„Schade, dass die Oma A. keinen Sommer mehr sehen darf“

sagte erst gestern die Kleinste zu mir.
Als wir gemeinsam auf der gepunkteten Decke im Schwimmbad saßen und hastig tropfendes Eis schlürften.
Nun, meine Oma hatte neun Jahrzehnte Zeit Sommer-Erinnerungen zu schaffen und für alle Ewigkeit zu speichern.

Mit dieser Erklärung zeigte sich mein jüngstes Kind auch zufrieden.
Um wenige Sekunden darauf davon zu sprinten.
Denn schließlich wartet eine aus Edelstahl beschichtete Unterwasser-Welt auf sie und gaaanz viel vom „Einer“ hüpfen.
Viele Abenteuer – und kleinere und größere Wehwehchen!
So, wie es sich für einen ordentlichen Sommer gehört!

Und auch wenn der Sommer heute ein kleines Päuschen eingelegt hat:
Habt alle eine schöne Zeit!

Eure 

Alex

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16+

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