Unruhe in der Nachmittags-Betreuung & nasses Gras: Wenn Termine Bauchweh bereiten

14+

Donnerstag.

„Ich habe heute zwei „Keine-Lust-Termine““

höre ich mich am frühen Morgen dem Gatten mitteilen.
Und während ich das sage, erschrecke ich mich ob dieser Aussage über mich selbst.
Das sollte ich jetzt wirklich nicht so sagen!
Doch genau in dem Moment – noch Kaffee-nüchtern – fühlt es sich leider genau so an.
(Ist in diesem Zustand nicht grundsätzlich die ganze Welt doof? 😉 )
Nein!
Ich sollte das wirklich nicht äußern, zumal ich mir einen der beiden Termine sogar frei ausgesucht habe!

Aktuell allerdings bereitet mir der „Termin“ regelmäßig leichte Bauchschmerzen und das macht mich sehr traurig.
Gleichermaßen bin ich jedoch zuversichtlich, auch diese Problemchen in den Griff zu bekommen und an kritischen Punkten arbeiten zu können.
Noch aber bin ich einfach nicht so weit.

Worum es genau geht?

Durchnässt auf dem Fussball-Platz

Nun, der zweite von beiden Terminen ist schnell erklärt:
Der große Sohn hat heute Abend ein auswärtiges Fussball-Spiel.
Irgendwo „da draußen“, irgendwann gegen 18 Uhr.

Da heute jedoch ein feuchter Herbsttag zu erwarten ist (und wir uns noch vor der Zeitumstellung befinden), ist damit zu rechnen, dass jener „Termin“ unangenehm für mich und die Kleinste ausfallen könnte.
Denn die muss ich nach wie vor zu solchen Gelegenheiten mitnehmen.
Die Mittlere darf mittlerweile allein zu Hause bleiben – sofern sie es denn möchte.

Das tut mir zum Einen für die Kleinste leid, weil sie ebenfalls im Dunkeln mit mir warten und frösteln muss – und auch für die mittlere Tochter, welche sich alleine zu Hause (dummerweise wohl dann vorm Fernseh-Gerät) langweilen wird.
Nun könne man sagen, wir haben doch ein interessantes Fussball-Spiel zu verfolgen – das ist auch in der Tat so!
Nur leider ist aus mir noch immer keine ausgewachsene „Soccer-Mom“ geworden.
(Nur noch fünf Jahre!  😉 )

Und zwei Stunden fröstelnd und trippelnd auf matschigem Untergrund, mit der kalten Nasenspitze im Nieselregen stehen?
Ist einfach noch immer nicht mein Ding!
Zumal ich es nicht wirklich befürworte, Spiele unterhalb der Woche so spät zu veranstalten.
(Ich weiß, es ist organisatorisch nicht anders möglich)
So dass der Gymnasiast, dessen Unterricht bereits um 07.30 Uhr in der Früh startet, hungrig und müde erst abends gegen 20.00 Uhr nach Hause kommt.
In meinem Fall werden durch solche Aktionen schließlich drei Kinder in Mitleidenschaft gezogen!
Denn es ist vorprogrammiert, dass dann alle heute den Weg in’s Bett deutlich später finden.

Einziger Trost für mich:
Der Sohn wünscht sich meine Begleitung und die der kleinsten Schwester!
Und ich mache hier etwas für mein Kind plus die Kleinste wird ordentlich gelüftet und ganz automatisch sämtlicher Medien-Nutzung entzogen! 😉
(Und jetzt ist dieser Punkt doch länger als geplant ausgefallen)

Meine Nachmittags-Betreuung in der Schule

Der zweite Termin ist nix Anderes als meine Nachmittags-Betreuung in der Schule.
Das „Offene Angebot“, wie es sich nennt.

Einmal in der Woche betreue ich als Übungsleiter um die zehn Kinder, damit Eltern eine Beaufsichtigung und sinnvolle Beschäftigung des Nachwuchses – bis in den Nachmittag hinein – angeboten werden kann.
Das ist keine gänzlich neue Beschäftigung für mich, habe ich dies in anderer Form schon Jahre zuvor getan.

Damals war’s die Englisch AG, welche ich von Herzen gern „unterrichtet“ hatte.
Wir waren stets eine wunderbare Gruppe, interessierte Kinder, welche freiwillig das Thema „Storytelling“ wählten – und mit Eifer dabei waren. Klar gab’s auch hier Blödeleien und Albernheiten!
Aber ich hatte meistens alles im Griff – und die jeweils zusammengestellte Gruppe aus Dritt- und Viertklässlern harmonierte.
Über zwei Jahre klappte das wunderbar, dann wurde die AG gekürzt, da sich Vorgaben und Meinungen änderten – und ich nunmehr zu wenig Teilnehmer hatte.

Wenn plötzlich alles Anders läuft

Gerne wollte ich jedoch weiterhin in der Schularbeit mitwirken.
Und ich merke nun, welch Umstellung die neue Konstellation für mich mit sich bringt.
Denn plötzlich scheine ich nichts mehr „im Griff“ zu haben – und muss mich im neuen Konstrukt erst zurecht finden.
Das bereitet mir ein klein wenig Bauchschmerzen und ließ mich kürzlich mit einem leichten Gefühl der Resignation zurück.
Welches ich aber nicht dauerhaft zulassen möchte!

Ich lerne und erkenne gerade, wie allein zwei Schüler es schaffen, eine Gruppe auseinander zu bringen – und eine unangenehme Unruhe mit sich zu bringen.
So dass wir von einem harmonischen Miteinander weit entfernt sind.
Zumindest erschien es mir kurz nach den Sommerferien so.
Das hatte ich in der Form bislang noch nicht, lernte aber erst gestern im Elternabend des großen Sohnes, dass es selbst den „richtigen“ Lehrern nicht gut bekommt, gerät eine Klasse aus dem Gleichgewicht.
So etwas zermürbt und katapultiert schnell in ein Gefühl der Niedergeschlagenheit.

Denn ich muss nun beobachten, wie Kinder, welche sich auf mich und die Betreuung freuen, etwas darunter leiden.
Unter dem vorhandenen Krach, der Unruhe, den ab und an vorkommenden Rangeleien.

„Heute ist es viel schöner“

so die Aussage eines kleinen Mädchens vor einigen Wochen, als eines der beiden Kinder fehlte.
Und der Rest nickte schnell zustimmend – während alle zufrieden am Tisch saßen und bastelten.

Eine Herausforderung!

Meine neue Aufgabe besteht viel aus kreativen Dingen wie basteln und spielen – und gestaltet sich dennoch derzeit schwieriger!
Denn nunmehr sind Kinder sämtlicher Klassen und Altersstufen gemischt und verteilt auf zwei Räumen, die ich beaufsichtigen – und im besten Fall sinnvoll beschäftigen – sollte.
Es steht mir kein Klassenraum mehr zur Verfügung, sondern zwei Spiel-und Bastelräume.
Ich sehe, wie gerade die jungen Schüler erschrocken ob der wilden großen Jungs sind – und bedauere, viel zu sehr damit beschäftigt zu sein, diese im Zaum zu halten und leider auch hin und wieder zu maßregeln.
Das will ich eigentlich nicht!
Gehört aber wohl dazu, um in der Zukunft einen entspannten Nachmittag für alle gewährleisten zu können.

Noch bin ich guter Dinge, eine Linie in die Sache hinein zu bekommen und die Betreuung bieten zu können, welche sich viele der Eltern für ihre Kinder wünschen.

Und doch freue ich mich!

Und genau genommen, wenn ich jetzt nochmal so richtig in mich gehe, sind beides keine „Keine-Lust-Termine“!
Denn in beiden Fällen tue ich etwas für Kinder!
Und zwar etwas Sinnvolles!

In beiden Fällen „verkommen“ keine Kinder achtlos vor der Playstation – sondern lernen, Zeit auch anders zu nutzen.
Sie tun etwas für die eigene Gesundheit und den Körper, entwickeln Team-und Mannschaftsgeist – oder lassen der ganz eigenen Phantasie freien Lauf.
Heute wollen wir im Offenen Angebot ganz viele Halloween-Basteleien machen!
Und ganz ehrlich?
Ich freu mich doch!
Sogar sehr!
Auf Beides!

Auch auf’s nasse Gras und den Nieselregen! 😉

Auf einmal ist alles gut!

Nachtrag: 

Ich verfasste den Beitrag vor der Nachmittags-Betreuung – und wurde im Nachhinein mehr als positiv überrascht!!!
Es ist mir gelungen, den heutigen Nachmittag mit einer Grund-Harmonie zu starten und diese auch beizubehalten!
Von kleineren Ausbrüchen der üblichen Kandidaten einmal abgesehen! 😉

Ich denke, das Geheimnis lag darin, dass in der Vorstellungs-Runde
(die Kinder rückten dafür schon die Stühle zurecht, als ich den Raum betrat, hachz! 🙂 )
jedes Kind sehr ausführlich von seinen Herbstferien erzählen durfte.

Wie begeistert jedes Einzelne davon war, dass ich zuhörte und großes Interesse an den Erzählungen zeigte.
Denn auch das bedeutet Wertschätzung!
Und die haben meiner Meinung nach Kinder genauso wie die ganz Großen verdient!
Und zwar jedes Einzelne davon.

Ich setzte also unbewusst ein Zeichen („Du bist mir wichtig“) und hatte nach der Runde neun Kinder auf meiner Seite.
Einem der üblichen „Krawallis“ gab ich eine wichtige Aufgabe – und forderte im Gegenzug das Vermeiden sämtlicher ihm bekannter Schimpfwörter (und glaubt mir, er kennt sie ALLE! ).
Hat funktioniert! 😉

Das gemeinsame Basteln im Anschluss verlief erstaunlich ruhig – und vielleicht braucht alles einfach etwas Zeit.
Möglicherweise mussten wir einfach alle als Gemeinschaft erst einmal ankommen!

Mir ist es mittlerweile gelungen, Grenzen aufzuzeigen und zu setzen – aber gleichermaßen Vertrauen zu gewinnen.

Welch schönes Gefühl! 🙂

Eure 

Alex

P.S. Auch der Aufenthalt auf dem Fussballplatz gestaltete sich zumindest während der ersten Halbzeit weniger unangenehm als zuvor befürchtet!
Da war das Gras aber auch noch trocken! 😉 

Eine Stunde später erreichten drei hungrige und bis auf den Buckel durchnässte Personen unterschiedlichster Größe und Gewichts das traute Heim…

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14+
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4 Gedanken zu “Unruhe in der Nachmittags-Betreuung & nasses Gras: Wenn Termine Bauchweh bereiten

  1. Dresden Mutti Antworten

    Hey cool, Alex. Mein Mann arbeitet auch im Hort (und macht gerade die nebenberufliche Erzieherausbildung). Er berichtet manchmal sehr ähnliches; ich freue mich, dass der Tag dann doch schön für dich war 🙂

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    1. Mama steht Kopf Antworten

      Habt ein schönes Wochenende! Und grüß mir Deinen Mann! Mir macht die Arbeit mit Kindern auch viel Spaß! Trotz gelegentlicher Stolpersteine 😉

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  2. Saskia Antworten

    Liebe Alex, ich fühle mit dir!!!So schön das Hobby Fußball auch ist, jetzt im Herbst bei der Witterung und erst gegen 20 Uhr zu Hause zu sein, ist für alle Familienmitglieder belastend. Ich drück dir für die AG die Daumen, das du deinen Weg findest. VG Saskia

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    1. Mama steht Kopf Antworten

      Ganz lieben Dank!!! Drück Dich und bis bald mal wieder!

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