Wake-up-Call – wie Corona zum Umdenken zwingt

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Über Corona zu schreiben fällt mir noch immer schwer.
Denn fast schon habe ich das Gefühl, ganz gleich in welche Richtung ich mich mit eigenen Aussagen und Gedanken öffentlich drehe, es kann immer jemand daher kommen und mir aus der gezwirbelten Kordel einen gewaltigen Strick schnüren.
Um nicht zu sagen, mir die Luft abklemmen.
Aber selbst das ist in Zeiten wie diesen ein äußerst trauriger und beängstigender Vergleich.
Und unpassend obendrein.

Aber Angst, oder zumindest Sorge?
Haben wir alle gerade genug.

Auch ich habe die letzten zwei Tage, in denen sich Ereignisse (privat und allgemein) nur so überschlugen, viel nachgedacht und durchaus auch überdacht und umgedacht.

Meinen Artikel von vor drei Tagen? Kann ich so aus vollster Überzeugung nicht mehr unterschreiben.

Denn auch meine Sichtweise hat sich geändert und….

….fast fühlt es sich so an, als erfahre Deutschland gerade einen „Wake-up-Call“.
Sofern dieser nicht ein Tick zu spät kommt!

Wenn sich Ereignisse überschlagen

In unserer ganz eigenen Familie wurde dieser „Wake-up-Call“ nicht nur durch die sofortige Schließung von Schulen und Kitas bezweckt, sondern auch noch durch einen weiteren Vorfall, welcher uns in große Sorge um ein sehr nahe-stehendes Familienmitglied versetzte – und es noch immer tut.
Und welcher ganz nebenbei dadurch auch die Augen öffnet.
Und erkennen lässt, WIE ernst die Lage tatsächlich jetzt schon ist!

Hatte ich mich vor ein paar Tagen noch zuversichtlich gezeigt, so umtreibt mich doch dieser Tage eine große Sorge.

Aus heutiger Sicht entschuldige ich mich für die unbekümmerte Aussage, meinen Kinder auch weiterhin keinen Spaß verwehren zu wollen. Und den Besuch in Hüpfburg-Hallen oder gar beim Lasertag gewähren zu wollen.
Zwar ist dies ohnehin mittlerweile alles hinfällig und möglicherweise war das vor ein paar Tagen einfach noch unser aller Stand der Dinge.

Zeit zum Umdenken und Handeln!

Nun wissen wir jedoch einmal mehr, wie sehr wir uns die nächsten Wochen an jeweilige Situationen anpassen und einschränken müssen. Nun, weiß ICH dies einmal mehr!
Verdrängungs-Modus? Leider beendet.

Und das ist auch gut so und unheimlich wichtig!

Denn nicht auszudenken, welch gravierende Auswirkungen es haben kann, sollten wir alle dieses Umdenken und Anpassen JETZT nicht tun!

Ich möchte es mir hier nun nicht anmaßen, darüber zu jammern, fünf Wochen mit drei Kindern zu Hause ausharren zu müssen.
Sicher, es wird keine leichte Zeit!

Und beispielsweise dem Pubertier klar zu machen, dass er künftig höchstens noch im Wald Steine umdrehen und Vogelstimmen erforschen darf statt den coolen Laser-Phaser zu schwingen (ein bisschen Spaß muss noch sein!) wird keine leichte Aufgabe.

Zeit für neue Chancen

Aber ganz geheim, innen drin, sehe ich die kommende Zeit auch als Chancen-bringende Herausforderung!

Ich habe nun alle Zeit der Welt für meine Kinder!
Viele von uns haben dies nun.
Ohne Termine, ohne Taxi-Fahrten, ohne Fussball-Training und frühkindlichen Förder-Stress!

Es ist eine Chance, wieder zusammen zu rücken und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren!

Den Anderen wieder bewusst wahrzunehmen und einander zuzuhören!
Wir können basteln, backen, spielen, gärtnern, räumen und aussortieren – in der Hoffnung, dass die Wahl der Beschäftigung unsere einzige Sorge in den kommenden Wochen sein wird!
Einen kleinen Plan, wie wir die nächste Zeit gestalten wollen, habe ich mir schon überlegt.

Aktuell beobachte ich außerdem viel Zusammenhalt und Solidarität!

Das hätte ich nicht erwartet.
Es ist fast so, als wäre unsere Gesellschaft wirklich ein bisschen wachgerüttelt worden – und ich hoffe, dass sich ein gewisses Gemeinsamkeits-Gefühl, verbunden mit Hilfsbereitschaft beibehalten lässt.

Denn während draußen alles schlummert, geht es im Grunde nur noch um die Basics.
Das Mensch-sein, die Menschlichkeit.
Und ein klitzekleines bisschen habe ich das Gefühl, ist bereits schon ein wenig diese verrückte Toilettenpapier-Bunkerei dem Miteinander gewichen.
Somit hat wohl jede Situation ein Gutes! 😉

Die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich zu!

Bereits jetzt herrscht in den Krankenhäusern ein katastrophaler Zustand.
Das durften wir in den letzten 24 Stunden leider beobachten.
Und ich glaube, dies ist Vielen noch gar nicht so bewusst.

Bereits dieser Tage dürfen Patienten in der Notaufnahme nicht mehr von Angehörigen besucht und begleitet werden.
Eine telefonische Auskunft ist zwecks Dauerüberlastung schon einmal gar nicht möglich.
So viel zu der Lage jetzt.
Und es ist wirklich so!
Sofern der jeweilige Patient nicht gerade im Sterben liegt, darf keiner hin!

Nicht auszudenken, wie es ab Montag aussehen wird, werden viele Krankenschwestern und Ärztinnen keine Möglichkeit sehen, ihrer Arbeit nachzugehen.
Wie sich mangelnde Kinderbetreuung mit ausreichendem Personal in unserem Gesundheitssystem kombinieren lässt – eine Lösung scheint mir hier noch nicht wirklich gefunden. Wie auch?
Hoffen wir das Beste, gerade für die kommenden Wochen, in denen Zahlen noch massiv in die Höhe schnellen werden.

Und vor allem danken wir bereits jetzt all jenen, die bis zum Erbrechen kämpfen und schuften!
Für uns und unsere Mitmenschen!
Die wahren Helden der jetzigen Zeit!

Wir haben viel geredet

Viel habe ich mit den Kindern in den vergangenen Tagen geredet.
Große Angst hat Keines von ihnen und das ist auch gut so.
So weit es geht, möchte ich versuchen, Normalität zu leben.
Auch, wenn ein Großteil davon zu Hause oder in der Natur stattfinden wird.
Auf größere soziale Kontakte wollen auch wir absolut verzichten – und auch von Oma und Opa werden wir uns fernhalten müssen.

Wie denke ich heute?

Entziehen können wir uns gar nix mehr.
Auch nicht mehr aussitzen.
Das steht nun einmal fest.

Ich persönlich habe für mich den Schluss gezogen (insbesondere auch nach dem gestrigen Ereignis innerhalb unserer Familie) nur noch von Tag zu Tag zu planen.
Der Sommer-Urlaub in Kanada? Ist in weite Ferne gerückt.
Ja, gedanklich findet dieser gar nicht mehr statt.
Sollte es doch anders kommen, so freue ich mich natürlich!

Meine berufliche Weiterentwicklung?
Darüber zu grübeln erscheint mir gerade nahezu lachhaft!

Denn aktuell? Möchte ich Gedanken fokussieren.

Auf simple, banale und einfache Dinge.
Ich möchte hier jetzt nicht schreiben „aufs Überleben“, denn ich möchte mich bewusst nicht allzu dramatisch ausdrücken.

Aber auf das, was einfach in den nächsten Stunden ansteht.
Die nächste zubereitete Mahlzeit, Spiele-, Lern- und Beschäftigungszeit mit den Kindern, Wäsche und Hausarbeit.
Gemeinsame Gespräche und Zeit an der frischen Luft.
Und darauf, zwischen alledem dann doch nicht auszurasten und die Kinder anzublöken! 😉
(Das wird die härteste Herausforderung!)

Große Sprünge und grandiose Karriere-Pläne?
Liegen auf Eis, sind auf einmal so klein und unwichtig.

Auf einmal ist alles nichtig und klein

Und fast überkommt mich bei diesem Gedanken ein heimeliges, erleichtertes Gefühl!
Wie nebensächlich schnell Dinge, um welche sich noch kürzlich ganze Internet-Plattformen stritten, erscheinen!

Vielleicht ja sogar das Ende des ewigen Mütter-Bashings?
Denn hocken wir nun nicht alle gemeinsam im Boot – und müssen uns selbst um unsere Kinder kümmern?

Ich möchte mich die kommenden Tage zumindest nicht mehr grämen!

Über Menschen, die mich ignorieren und gefühlt gemein zu mir sind.
Auch nicht über Personen, die ich gern habe und die nichts zurück geben.
Und schon gar nicht über die Lästereien und das Getuschel Anderer!
Oder über Zukunftsentscheidungen oder gar Wohlstand!

Ich möchte einfach nur sein! Gesund und mit den liebsten Menschen an meiner Seite!

Alles Andere?
Wird die Zeit zeigen.
(Zeilen, welche wir vermutlich in den nächsten Wochen alle stetig wiederholen können!)

Passt auf Euch auf!

Eure 

Alex

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Ein Gedanke zu “Wake-up-Call – wie Corona zum Umdenken zwingt

  1. Dresden Mutti Antworten

    Ich wünsche Dir auch viel Gesundheit, Alex! Für mich fühlt sich alles gerade wie ein Ausnahmezustand an und ich weiß noch nicht, wie ich es tatsächlich stemmen können werde (Homeoffice, Homeschooling, Kinderbespaßung, Carearbeit), aber es wird schon gehen. Hoffentlich bringt der Notfallplan etwas und wir überstehen diese Pandemie.

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