15 Minuten Moria: Zum Teufel mit unseren Problemen!

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Ich saß einfach nur da.
Noch vor ein paar Minuten.

Mit der Kaffee-Tasse in meinem warmen Familienbett, unfähig auch nur einen Schluck aus dem mittlerweile kalten Heißgetränk zu nehmen. Nahezu gelähmt starrte ich in Richtung des Fensters des hübschen Einfamilien-Häuschens, welches uns seit bald zehn Jahren ein vertrautes Heim und Ort der Geborgenheit schenkt.

Doch fiel mein Blick ins Leere, nahm die Umgebung gar nicht wahr.

Tränchen liefen die Wangen herunter und Gedanken überschlugen sich im Kopf.
Konnten das zuvor Gesehene nicht begreifen oder gar einordnen – und ließen gleichzeitig alles innerhalb von Sekunden infrage stellen!

Auch diesen Blog hier, meine verqueren Gedanken und Luxusprobleme – das, worüber Deutschlands Frauen jammern, diskutieren und streiten.

Dinge und „Probleme“, über die ich stundenlang mit der Freundin schrieb und diskutierte.
„Konflikte“ innerhalb der Familie und „große Sorgen“.

All das erschien mir nach nur fünfzehn Minuten auf einmal unfassbar lächerlich und fern, Sinn-frei und geradezu idiotisch.

Doch mehr dazu gleich.

Ich weiß leider auch, dass….

….ich jenes Gefühl der Erkenntnis und Erschütterung nicht lange aufrecht erhalten kann – so schrecklich es nun einmal ist.

Jeder sieht nur seine eigenen Probleme!

Doch so sind wir Menschen nun einmal.

Wir tendieren dazu, uns, unsere eigenen Probleme – die für uns in Momenten die Welt bedeuten – und unser kleines Universum zu sehen.

Ich werde wohl gleich Tränchen abwischen und mich wieder grämen.
Über Banalitäten, unfähig zu schätzen, WAS ich eigentlich alles habe und besitze.
WIE gut es mir in meiner eigenen Welt geht!

Ich klage hier auf dieser Seite regelmäßig über „Probleme„, die innerhalb von kürzester Zeit einfach durch Reden und kleinste Änderungen gelöst werden können!

Ich habe „Moria“ gesehen

Nun, die Menschen in Moria können dies nicht.

Denn ich habe es gerade gesehen.
Das Elend. Das Leid.

Drei Tage später als vermutlich ganz Deutschland ist es mir gelungen, mir einmal fünfzehn Minuten meines „ober-wichtigen-Sorgen-gefüllten“ Lebens zu nehmen – und das anzusehen worüber die Welt spricht.

Das, was vermutlich leider ein Großteil von uns in wenigen Wochen wieder vergessen und verdrängt hat, weil Deutschland ja mit so viel wichtigeren Problemen zu kämpfen hat.

Weil wir damit beschäftigt sind, uns über Sinn und Zweck von Alltags-Masken zu streiten – oder meinen, Rollenmodelle diskutieren müssen!

Ich glaube, das Tragen einer Gesichtsbedeckung ist wohl das geringste Problem jener Menschen (aus Fleisch und Blut!!!), welche ich eben mit eigenen Augen beobachten durfte.

Ich glaube, jene Frauen wären dankbar auch nur irgendein (!) Rollenmodell leben zu dürfen!

Und sei es die des „Heimchens in der Schürze am Herd“!

Denn was gäben sie denn um einen Herd, an dem sie ihren Kindern ein wärmendes und stärkendes Essen kochen dürften!?
Was gäben sie wohl für fließendes Wasser, um die kleinen Seelen vor Krankheit und Leid zu schützen?

Wir diskutieren über Politik und menschliche Eigenschaften, erfinden Begriffe wie „gaslighting“ und „ghosting“ – und jammern über „mental load“.

Schwer lastende Gedanken und Sorgen, die wir jedoch alle lösen können!

Weil wir es in der Hand haben, weil wir in Luxus schwelgen – und meistens die Möglichkeit haben, unser Leben selbst zu lenken – wenn auch nicht immer finanziell!

Wir brauchen nur miteinander zu reden und eingefahrene Sichtweisen zu ändern – und schon ist unser Leben wieder im Lot.
(Schätzen werden wir diese Tatsache dann vermutlich noch immer nicht!)

Die Menschen in Moria können das nicht.

Sie können sich keine medizinische Versorgung herbei diskutieren und palabern – sie können Tränchen und schmerzerfüllte Schreie der Kinder nicht mit Smartie-Eis und Paw Patrol vom Tablet lindern!

Diese Menschen erfahren das Leben von seiner grausamsten Seite, während Deutschland „Gender-Diskussionen“ führt!

What the fuck!!!!

Während ICH Muttergefühle und Probleme auf dieser Seite hier auslebe, die eigentlich so nichtig und so schnell lösbar sind!

Sicher, genau das werde ich weiterhin tun.
Morgen schon – oder später beim Wochenende in Bildern – welches mir jetzt gerade aber genauso dämlich erscheint.

Ich werde Euch Bilder meines Luxus-Lebens (denn das IST es genau genommen!) präsentieren – und über Gefühle schreiben.
Gefühle, für die ich froh und dankbar bin, auch wenn sie mich nicht immer glücklich machen oder mir erklärlich sind!

Aber ich fühle! Und lebe!

Ich glaube nicht, dass sich eine Frau in Moria Gedanken um „Gefühle“ machen kann – hier zählt das blanke Überleben!

Das wisst Ihr alles schon?

Schön für Euch, aber ich MUSS diese Zeilen nun für MICH tippen.
Genau jetzt, genau in diesem Moment!
Um nicht zu vergessen. Um nicht zu verdrängen.

Es geht uns so gut!

Wir jammern wegen Kita-Schließungen und Lockdowns, bangen um unsere (Luxus-) Urlaubsreise und flitzen bei jedem Schnupfen mit dem Nachwuchs zum Arzt.

Wie sinnlos und idiotisch muss das erscheinen, führt man sich vor Augen, dass nicht weit von uns Kinder wie elendige Tiere behandelt werden!
Ach was! Schlimmer als das sogar!

Ich werde vergessen – leider!

Schon morgen wieder wird es auch in meinem Leben um solch banale Dinge wie Arbeits-und Rollenmodelle gehen, um nicht gelernte Vokabeln für den anstehenden Latein-Test und um die vernachlässigte Zahnspange im Badezimmer-Regal.

Wir werden uns um Impfungen kümmern, die Kinder anderswo auf dieser Welt niemals erhalten können – und über kleinste Differenzen innerhalb der Familie klagen.

Während anderswo auf der Welt Familien zerrissen werden!

Und ich könnte diese Liste nunmehr fortsetzen, ins Unendliche.

Doch muss ich aufhören.

Denn mein gutes Leben wartet.

Die Sonne scheint und ich darf mich gleich aus meinem übervollen Kleiderschrank bedienen.

Darf mich mit der Familie zum Essen treffen und später in kühles Freibad-Wasser hüpfen.
Ich darf meine Kinder umarmen, denen es an NIX fehlt – und den Gatten anekeln, den ich insgeheim doch so froh bin zu haben.

Danke, für 15 Minuten Realität!!!

Ich hoffe aus tiefstem Herzen, diese andere Sichtweise bewahren zu können!

Eure 

Alex

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