„Jetzt hab ich aber grad keinen Bock mehr!“ – Als Mutter immer glücklich?

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Auf dem Blog war es in dieser Woche ziemlich leise.
Und eigentlich müsste nun an dieser Stelle DIE Standard-Floskel eines jeden (!) Bloggers folgen:

„Wenn es hier gerade auf dem Blog etwas leiser ist, dann weil das echte Leben dafür umso lauter ist….“

Joa.
Laut war ICH genug, die vergangenen Tage.

Ich keifte und motzte.
Meckerte, zeterte und schrie eventuell auch einmal versehentlich.
Ich zürnte und bockte, kommentierte und kapitulierte.
Ich heulte, versöhnte, umarmte und liebte. (Ja, ja denkt was ihr wollt)

Doch nicht nur ich wurde laut.

Laut waren wir ALLE die vergangene Tage.

Die Jüngste (Oooh ja!!! Die Jüngste!) Anfang der Woche….

….gewiss, doch dazu gleich.

Die Mittlere erst heute – und der Sohn projizierte Lautstärke einfach auf Gegenstände.
Es krachte, bumpte und schepperte.
Ist immer so.

Ja, die Stimmung war durchaus hin und wieder geladen, während der vergangenen ereignisreichen Tage – und die Luft zum Schneiden dick.

Und situativ kam es durchaus vor, dass ich einfach keinen Bock mehr hatte!

So gar nicht!

Denn manchmal, manchmal würde ich mir einfach gerne spontan frei nehmen. Vom Mama-sein.

Gleich morgens, sofort nach dem Aufstehen.

„to call in sick“ – als Mama nicht möglich 😉

So wie früher zu Arbeitszeiten.
Wenn ein Hauch von Unwohlsein bereits dazu legitimierte und einlud, einfach mal einen Tag zu Hause auf der weichen Couch zu verbringen.
Ein Anruf genügte – und die kommenden Stunden gehörten mir und der schniefenden Schnupfennase. Damals.
Vor den Kindern.

Und ich ertappe mich dabei, wie ich mir hin und wieder einst solch banale Dinge herbeisehne.

Dinge, mittlerweile so unfassbar fern und unerreichbar.

Denn manchmal habe ich einfach situativ (!!!) – und sei es auch nur für wenige Minuten! – keinen Bock Mutter zu sein!

Dann möchte ich einfach mal wieder einen ganzen Tag nur auf der Couch lungern und netflixen, einfach mal so. Ohne Plan. Ohne Klassenarbeiten und Hausaufgabenkontrolle.

Oder ich möchte trinken! Und feiern! Oder Sex haben!
Dann will ich rausgehen, wann immer mir es beliebt, und flirten, schön sein – und ohne Ziel umherstreifen.

Ich bin gerne Mutter – aber nicht in JEDER Situation!

In den vergangenen Tagen gab es durchaus Situationen und Minuten, in denen ich gerade nicht unfassbar scharf auf die meine Mutterrolle war!

Da war die Kleinste, welche mir im Kopf doch so schön zurechtgelegte Pläne versaute.
(Ey! Die sollte „funktionieren“ !? 😉 )

Das Kind, welches beim eigentlichen Impftermin schrie und tobte, alle vermöbelte (Oh Erdboden tu‘ Dich auf!!!) und mich unverrichteter Dinge – und selbstverständlich grottentief beleidigt – wieder abziehen ließ.

Das Kind, welches mich gefühlt als die dümmste, dämlichste und unfähigste Mutter des letzten Jahrhunderts dastehen ließ – und mich fragen ließ, ob ich nicht doch lieber bei dem Büro mit der Gummipalme (war die echt!?) und den Stempeln hätte bleiben sollen.

Das Kind der Extreme.

Welches ich aus tiefstem Herzen liebe und um welches ich am größten bange.
Das wilde, laute Kind welches mein Leben bereicherte und – als mein letztes Kind – bestenfalls niemals aus meinen Armen gleiten und von meiner Seite weichen sollte.

Das Kind, welches ich bedingungslos schützen möchte – das mich aber gleichermaßen herausfordert und Knöpfe drückt.
Jeden einzelnen Tag.

Ja, in jenen Minuten wollte ich keine Mutter sein! Echt nicht.

Und eigentlich frage ich mich gerade, wie es mir überhaupt gelungen ist, konzentriert mit den drei Insassen im Auto nach Hause zu fahren.
Nicht mal Rammstein oder rage against the machine lief im Hintergrund!
Keine Aggro-Musik – und das Lenkrad ist auch noch heil! 😉

Pubertiere? Auch ohne Fangzähne eine Herausforderung!

Ich bin ebenfalls morgens um sechs nicht gerne Mutter.

Dann, wenn das Pubertier vor mir steht, seiner Meinung nach unfähig, sich für die anstehende Busfahrt zum Gymnasium einzukleiden.

Weil die Hoodie-und Cargo-Hosen-Vorräte des Hotel Mama nicht rechtzeitig aufgestockt wurden und zum „flexen“ nunmehr keine geeignete Frischwäsche vorhanden ist.

Wenn ICH daran schuld bin, dass das arme Kind nunmehr völlig verwahrlost und semi-stylisch unterwegs sein muss, weil ICH die Wäschekörbe noch nicht ausgeräumt – und neue Hosen nachgekauft habe!

Nope!
Keinen Bock drauf!

Und während ich mit der Mittleren Gebisse von Pflanzen- und Fleischfressern vergleiche, Fangzähne und Backenzähne markiere, möchte ich manchmal einfach wieder die Frau mit den langen Beinen sein.

Als die ich damals an der Arbeit bekannt war.

Die Frau in den hübschen Röcken. (Von Berufs wegen 😉 )

Nun, die Beine habe ich noch immer – auch eine beachtliche Anzahl an Röcken.
(Als ich das letzte Mal nachzählte waren es um die sechzig?)

Und auch habe ich jüngst meine Vorliebe zu Röcken wieder entdeckt – trotz mangelnder Gelegenheiten und Jahren der Mutterschaft.

Zieh ich jetzt einfach so und trotzdem an.
Für mich. Für die Gerüstbauer…. 😉

Mama-Taxi? Manchmal nervt’s

Oder wenn ich so wie heute am Nachmittag alles stehen und liegen lassen muss, woran ich gerade arbeite, um das Mama-Taxi zum Reiterhof zu spielen – dann habe ich ganz kurz auch keinen Bock auf’s Mama-sein.

Weil ich dann nämlich wieder den Drill-Instructor spielen muss!

„Wir müssen jetzt lohos!!!“
„NEIN! Wir müssen JETZT los!“
„Zack! Zack! Auf geht’s!“

„Oaarrrr! Wir kommen schon wieder zu spät!“
„IHR wolltet doch unbedingt wieder reiten gehen!“

Dann habe ich situativ auch so überhaupt keinen Bock!

Weil ich selber unendlich müde bin, so gerade im Nachmittagstief.
Weil ich zu Hause eigentlich so viel zu werkeln hätte, statt nunmehr auf erfolgreiche Ausübung des Hobbies zu warten.

Meistens jedoch verfliegt hier die Bocklosigkeit schnell, denn auch mir tut es gut, aus der Bude rauszukommen – und fasziniert meine Mädels auf des Pferdes Rücken zu bestaunen! 🙂

Kleine Pausen lassen den Frust schnell verfliegen!

Aber ich brauche auch Dinge nur für mich!
Pausen“ vom Mutter-sein!

Vor vier Jahren habe ich das Laufen für mich entdeckt, etwas später das Schreiben.
Beides Dinge, die nur mir gehören!

Beim Laufen bin ich keine Mutter.

Da bin ich meistens nur ich.
(Außer die Kleinste begleitet mich auf dem Rad – aber dann ist das auch so gewollt, schön und ok so!)

Ich atme gleichmäßig (wenngleich ich mir sonst mit dem Taktgefühl ein wenig schwer tue! 😉 ) ein und aus. Immer voran, monotonen Schrittes – und lasse Gedanken fliegen.

Erstmal warmgelaufen, bin auch ich im flow, nehme Anstrengung und Bewegung mittlerweile gar nicht mehr wahr – und kehre vollster wunderbarer Glücksgefühle wieder nach Hause.
Zu meinem „Job“.
Zum Mutter-sein.

Den ich DANN wieder aus tiefstem Herzen erfülle.

Schreibe ich einen Text, oder an einem Auftrag, der mir am Herzen liegt, gelingt es mir ebenfalls ganz weit weg zu sein.

Geklapper, Geschepper, Hintergrundgeräusche – ich blende es aus und bin ganz bei mir.
Das ist schön. Das tut gut!

Im Urlaub ist alles Anders!

Sofern Corona es zulässt, werden ganz bald Fünf wieder eine Reise tun.

Und darauf freue ich mich sehr!

Jede Reise ist nicht nur ein Weg zu mir selbst, sondern auch eine Chance für uns als Familie!

Ich bin ruhiger, ausgeschlafener (!!) und ausgeglichener.
Habe Zeit, meine Kinder in Ruhe wahrzunehmen und zu beobachten.
Was sie alles können, wie schön – gerade im gemeinsamen Urlaub! – doch die Sache mit dem Zusammenhalt funktioniert!

Bocklosigkeit? Hat außerhalb des Alltags meist keine Chance mehr! 😉

Das Schönste, was mir je widerfahren ist!

Und überhaupt ist doch „Mama-sein“ das Schönste, was mir je widerfahren ist.

Der beste – wenn auch härteste – „Job“ ever.
Ein Knochenjob, in welchem ich nicht allzu selten zähnefletschend und auf allen Vieren mit letzter Kraft durch den Schlamm robbe.
(Also im übertragenen Sinne! 😉 ).

Ich war verdammt gerne schwanger!

Und hätte selbst gegen ein viertes Kind nichts einzuwenden.

Doch muss ich ja zumindest ab und an auch mal Hirn und Verstand (nicht unbedingt meine Stärke! 😉 ) einschalten, ein weiteres Kind wird es leider nicht geben.

Und alleine drei Kinder zu haben – das hätte ich mir früher nie erträumt!

Und auch wenn ganz klammheimlich immer mal wieder diese eine Frage aufkeimt,
(„KANN ich das eigentlich? Drei Kinder?“) so stelle ich mich der Herausforderung Tag für Tag auf’s Neue.

Weil ich sie liebe.

Weil ich sie brauche!

Und Netflix?
Kann auch noch ein paar Jährchen warten! 😉

Keep calm!

Eure 

Alex

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