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Die Einsamkeit der Mütter 2.0 – Wie geht es mir heute?

Vor vier Jahren schrieb ich einst einen Text über die Einsamkeit der Mütter.

Ich wollte darin ehrlich sein, dazu ermutigen, offen und aufrichtig miteinander umzugehen!
Gerade als Mamas.

Und vor allem wollte ich auch mir selbst eine bedrückende Last von der Seele schreiben.

Denn das Leben als junge Mutter ist durchaus nicht immer ein leichtes und ich muss niemandem mehr hier erzählen, was eigentlich Isolation mit einem Menschen anstellt!

Wie verzweifelt Frau sich in Monaten und Jahren, die doch eigentlich die glücklichsten im Leben sein sollten, hin und wieder fühlen kann.

Wenngleich wir uns gleichermaßen erfüllt und vollster Liebe fühlen.

Nur tun wir dies nicht selten mit einem nicht ganz unbedeutendem „Ja, aber….“

DANKE! Für Eure Nachrichten!

Dass dieses

„Ja, aber…“

nicht nur ich in meinem tiefsten Inneren heimlich verspürte, kristallisierte sich im Laufe der letzten Jahre heraus.

Als ich immer öfter hier auf dieser Seite ehrliche Texte über die verschiedensten Seiten des Mutter-seins verfasste – und es mir abermals einleuchtete:

Wir sind alle nicht allein!

Das waren wir nie!

Doch niemand gibt eben gerne Schwächen und dunkle Gedanken zu – mag man sich so etwas ja selbst nicht einmal eingestehen.

Viele liebe Worte, sehr persönliche Mails und dankende Briefe erreichten mich in den vergangenen Jahren!

Frauen dankten mir dafür, ihnen aus der Seele zu schreiben.

Und teils mit Tränchen in den Augen musste ich erfahren, wie viele einsame Mamas eigentlich hinter deutschen Wänden sitzen!
(Und vielleicht auch ein kleines bisschen leise schluchzen.)

Mamas, die sich mit dem Knüpfen neuer sozialer Kontakte schwer tun.

Frauen, die vielleicht wegen Mann und Kindern ihre Heimat verlassen haben – und die sich allein und im Stich gelassen, teils sogar verzweifelt, fühlen.

Und dies in den letzten zwei Jahren einmal mehr als jemals (!) zuvor!

Das tut weh, das fühle ich so stark, das lässt mich selbst darüber sinnieren, wie es MIR eigentlich geht!

Ich wollte diesen Text hier schon eine sehr lange Zeit verfassen.

Wollte Euch erzählen, was sich bei mir im Laufe der letzten Jahre verändert hat – und was vielleicht auch so ganz und gar nicht.

Und da ich auch immer wieder gefragt werde, wie es mir HEUTE – mit teils großen Kindern – geht, lasst es mich Euch in einem Brief mitteilen!

Für Euch, für mich, von ganzem Herzen! :)

Liebe andere Mama,

ich danke Dir so sehr für Deinen offenen und ehrlichen Brief!

Ich muss zugeben, ich hatte Tränchen in den Augen, als ich Deine Zeilen las, denn glaube mir, ich fühle jedes einzelne Wort!

Auch ich denke, wir Mütter müssen noch immer so viel mehr zusammenhalten!

Denn ist es nicht sogar ein Zeichen von Stärke, offen und ehrlich zuzugeben, dass Glück aber auch Zweifel nebeneinander existieren können?

Warum muss Einsamkeit gleich Schwäche und „Versagen“ bedeuten?

Hat denn nicht JEDE das Recht, sich Fehlentscheidungen einzugestehen?

Ich finde JA!

Du fragst mich, wie das bei mir war.

Wie lange es brauchte, bis ich an unserem neuen Wohnort damals „angekommen“ bin.

Nun, weißt Du was?

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, fühle ich mich noch immer nicht wirklich angekommen.

Selbst nach so vielen Jahren.

Ich würde sonst nicht allzu oft hier auf dieser Seite von meiner „alten Heimat“ schreiben.

Wir bauten ein kuscheliges Nest für unsere Kinder, damit sie wohlbehütet auf dem Land, umgeben von weitläufigen Wiesen und fern von Gefahren, aufwachsen können.

Und genau das ist uns auch gelungen!

Die Kinder sind glücklich

Unsere Kinder sind hier in der Tat „zu Hause“, haben ihren Freundeskreis und leben ein ungetrübtes und unbeschwertes Leben.

Und das darf und kann ich sogar zu Zeiten der Pandemie so schreiben!!!

Würde ich meine Kinder fragen, ob die Entscheidung von damals eine Richtige war, sie würden es lautstark bejahen!

Und es fühlt sich gut an, hier alles richtig gemacht zu haben! :)

In Monaten des Lockdown brauchten wir nur die Schuhe zu schnüren und uns zu Füßen lag die große Freiheit in Form von Feldwegen, Wiesen, Äckern und  dem plätschernden Bach in der Nähe.

Nirgends könnte es einfacher sein, eine Pandemie auszublenden, als inmitten der Idylle auf dem „Land“.

Wenngleich wir sogar in einem kleinen Städtchen leben. ;)

Doch ebenfalls nirgendwo kann sich eine Pandemie – oder das „Daheim-sein“  – bedrückender anfühlen, als in einem kleinen Örtchen, welches wenig Abwechslung und Möglichkeiten zu bieten hat.

Lass es mich auf den Punkt bringen:

Ich liebe unser Häuschen und unseren Garten und ich liebe, wie glücklich die Kinder hier sind und wie sehr sie sich wohlfühlen.

Aber unseren Wohnort finde ich langweilig und ein bisschen trist.

Zarte, neu-geknüpfte Kontakte schliefen in der Vergangenheit wahlweise wieder ein – oder gingen in den vielen Monaten dieser Pandemie verloren.

Vielleicht auch, weil ICH zu wenig Engagement zeigte.

Weil ich zu gefangen war.
In meiner eigenen, kleine Welt.

Und weil viele Jahre lang wenig Luft für mich und eigene Interessen blieb.

 

Zwar suche (und finde!) ich mich gerade wieder, denn die Kinder sind größer geworden!

Aber ich merke, wie viel Energie mich diese Suche nach mir selbst kostet!

Wie anstrengend Versuche, der „Einsamkeits-Falle“ zu entkommen, sein können.

Oder gar aufgrund des großen C aktuell nur mäßig möglich!

Das Leben meiner Kinder…

Auch hier sind die Kinder noch immer abhängig von mir.

Zwar nicht mehr unbedingt zum Spielen und Unterhalten oder gar Füttern, Wickeln und Umsorgen.

Und dennoch fühle ich mich noch immer so, als lebe ich das Leben meiner Kinder!

Nicht mein eigenes!

Ich fahre Taxi – unentwegt und so, so oft am Tag (!) – FÜR meine Kinder.

Für deren Schulbesuche und Hobbies, für die Treffen mit Freunden oder die Besuche bei Oma und Opa.

Meine Kinder sind mittlerweile 14, 12 und 8 Jahre alt – und noch immer fühle ich mich alleine und einsam.

Dabei ist so vieles nun mit meinen Kindern möglich und bereitet große Freude!!!

Wir kochen und backen und führen richtige, echte Gespräche!
Das ist toll!
(Nun ja, vielleicht backen nicht immer ;) )

Große Kinder zu haben IST genauso ein Geschenk, wie ein zart-duftendes Neugeborenes in den Armen halten zu dürfen!

Aber es sind noch immer keine anderen Erwachsenen. ;)

Mir „fehlen“ noch immer die Erwachsenen!

Noch immer habe ich das Gefühl, mangelt es mir an echten, richtigen „Erwachsenen-Gesprächen“.
(Jaaa, auch die Tabu-Themen, weil macht Spaß und erheitert! ;) ) 

Weil ich rund um die Uhr mit meiner eigenen Familie beschäftigt bin, weil ich noch immer zu Hause bin.

Weil seltene, aber sehr schöne Treffen mit Freundinnen nicht ausreichen – und über Tage im tristen Winter-Grau hinwegretten.

Und weil wir eben gerade diese verkackt-beschissene Pandemie haben, die ihr eigenes Schippchen oben drauf setzt!

Vielleicht auch weil es das Leben nicht immer gut mit einem meint – und einige Menschen (ich berichtete hier über den anonymen Brief meinen Blog betreffend) schon einmal gar nicht.

Doch dann kam DEIN Brief, dann kommen Eure Briefe!
Ganz unverhofft und aus dem Nichts. :) 

Ich mag an mich selbst glauben!

Und diese Nachrichten von jeder Einzelnen von Euch zeigen mir, dass ich hier mit dieser Seite noch immer auf dem richtigen Weg bin!

Dass es lohnt dran zu bleiben – und wenn ich nur eine einzige Mutter in Deutschland erreiche und Trost und Mitgefühl geben kann!

Dann ist es diese Sache hier wert!

Auch ich muss mich wieder finden.
Aktuell.

Werde mir neue Projekte und Mittel und Wege suchen müssen, um das „Alleine-unter-Kindern-sein“ nicht allzu arg zu spüren.
Vielleicht sogar einen Wiedereinstieg in den Beruf in Erwägung ziehen.

Ganz genau haben sich Gedanken noch nicht kristallisiert.

Der Einsamkeit entfliehen kostet Energie – aber es lohnt sich!

Aber ich weiß, dass ich die Energie, welche es dazu benötigt, aufwenden möchte!

So unbequem es ist, so viel leichter es auch wäre, einfach die Decke über den Kopf zu ziehen und mich selbst zu bemitleiden.

Wir – Mamas – müssen unseren eigenen Weg finden und dürfen uns selbst nicht vergessen!
Und es lohnt immer (!) Dinge auszuprobieren und neue Freundschaften zu schließen!

Auch wenn wir stolpern und scheitern  – auch wenn ich selbst Gedanken wie diese hin und wieder vergesse! ;)

Bitte denke immer daran:

Du bist nicht alleine, oder gar seltsam und komisch!

Du hast nicht „versagt“ oder bist Dinge „falsch angegangen“.

Wir alle müssen uns jeden einzelnen Tag dieser Herausforderung stellen, die sich nun einmal „unser Leben“ nennt.

Und nicht selten – und meistens ganz unverhofft – beschenkt uns dieses Leben auch mit wundervollen neuen Möglichkeiten und lieben Menschen!

Alles Liebe,

Deine

Alex

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