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Das Feiertags-Paradox in der Familien-Edition – Wieder nur ein langweiliger Tag??

Fronleichnam. Irgendwie endet jeder Feiertag aktuell gleich.

Spätestens am Nachmittag finde ich mich enttäuscht mit der Erkenntnis wieder, dass hier gerade einfach ein weiterer Tag verstreicht, ohne dass er in Erinnerung bleiben oder hübsche Fotos auf mein Handy zaubern wird.

Blicke ich mich um – und ich erlebe gerade ein Déjà-vu – gammeln schon so große Kinder mit dem Handy auf der Couch und eine herzallerliebste Fellnase ergibt sich schaubend ihrem Schicksal und gesellt sich plumpsend auf dem Boden dazu.

Dunkle Wolken trüben die Sicht.

Hin und wieder prasselt Regen in Strömen auf die Terrassenplatten.

Ich hingegen kämpfe stattdessen mit verkrusteten Bratpfannen und unsortierten Socken, finde die am Vortag gewaschene Bettwäsche im Trockner wieder und fühle diesen leicht madigen Geschmack auf der Zunge (oder ist’s die Seele?).

Und ich höre diese fies flüsternde Stimme.

Die Stimme, die mich dafür ausschimpft, mit der Familie nichts “Besseres” aus diesem doch “geschenkten” Tag zu machen.

(Hallo!? Es regnet in Strömen!!!?? Also Klappe, “Fomo”!) 

Die Stimme, die mir flüstern will, da ginge doch noch so viel mehr!

Und ich – Schaf – hätte einfach besser planen und vorbereiten sollen!

Wenn Vorhaben auf die Realität treffen

Dabei hatte ich das sogar!

Ich hatte mir vorgenommen, nicht allzu lange zu schlafen!

Damit der Tag noch voller Möglichkeiten – und vielleicht sogar ein kleiner Ausflug drin ist.

Doch dann kam mir mein verkorkster, alter Körper dazwischen.

Die Müdigkeit und Erschöpfung all’ der letzten Tage legte sich schwer über mich und ließ mich – Beine bleiern schwer – nur mühsam die Knochen strecken und aus dem Bett schälen.

Denn schließlich wollte ich doch auch endlich mal schön und ohne Wecker ausschlafen – an einem Feiertag! 

Ich hatte am Vortag eingekauft, Lebensmittel und viele Getränke, damit wir an diesem Tag versorgt sind und nett zusammen zu Mittag essen.

Und ich merke abermals, wie sehr es mich jedoch NERVT, auch noch an einem Feiertag für alle Fünf kochen (und wieder aufräumen) zu müssen!

Denn gammeln fünf Menschen einfach nur einen ganzen Tag zu Hause rum, hat eben ständig wer Hunger und produziert Müll und Geschirr.

Ich hatte eine Radtour mit der Jüngsten im Sinn – irgendwann zwischen den roten und dunkelblauen Feldern auf dem Regenradar.

Doch ich vergaß, dass hier gerade ein Kind schnurstracks in Richtung Teenie und Pubertät marschiert – und frühere Begeisterung gelangweilten Tönen wich. Schnell gebe ich jenes Vorhaben entmutigt wieder auf.

(Noch aber gebe ich mich nicht geschlagen! Bald versuche ich’s wieder!! 😉 )

Auch Selbstfürsorge will gelernt sein 😉

Ich wollte mir Gutes tun und den Schlechtwetter-Tag dann eben bei Tee und einem guten Buch genießen.

Das nahm ich mir feste als Alternativ-Programm vor! 

Doch vergaß  ich dabei, wie unfassbar schwer es mir fällt, loszulassen – von all’ den Aufgaben in meinem Kopf.

Nun habe ich zwar ein geputztes Waschbecken und frisch bezogenes Bett, doch keine weitere Seite in Richtung Selbstfürsorge umgeschlagen.

Ich möchte noch Sport machen – vielleicht eine befreiende Laufrunde um den See!

Doch erst mag ich mit der kleinen Hündin eine kurze Trainings-Runde laufen.

(Weil macht ja sonst keiner von den blassen Gestalten auf der Couch!) 

Eine halbe Stunde später ist das Zeitfenster für Sport im Freien geschlossen – und der Himmel ergießt sich unerbittlich.

Zwar gelingt es mir auf den Crosstrainer auszuweichen – aber es ist gefühlt die einzige Stunde des Tages, zu der ich wirklich “wach” bin.

Im Geiste hoffe ich währenddessen auf einen wenigstens harmonischen Familien-Fernseh-Abend mit Popcorn und Blockbuster.

Doch auch hier zerschlagen sich Vorhaben, Pläne und Phantasien.

Denn auch an einem Feiertag rufen Verpflichtungen – und ich muss die Tochter zum Stall fahren, mein Dienst als Taxi-Fahrerin ist wieder gefragt.

Zu gerne würde ich mit der Family vielleicht auch am Abend Essen gehen, vielleicht wäre ja DAS ein nettes Vorhaben an diesem so trist wirkenden Feiertag?

Doch kommen wir viel zu spät zurück – und nicht immer ist das Budget für spontane Einfälle vorhanden!

Von gescheiterten Vorhaben & Nebel im Kopf

Und so finde ich mich abermals einfach nur zwischen gescheiterten Vorhaben, Geschirr und Dreckwäsche zu Hause wieder.

Ich bin müde, der Kopf im Nebel.
(Seit zwei Tagen plagt mich irgendwie Brain Fog und ich bin sooo erschöpft! Ätzend! Merkt man diesem Text sicherlich gar nicht an… 😉 )

Ich habe – wiederholt – das Gefühl, an diesem Tag nichts geschafft und nichts geleistet zu haben.

Ich habe keine Abenteuer entstehen lassen und meinen Kindern keine spannenden Momente geschenkt.

Und ich habe es noch nicht einmal hinbekommen, zu gammeln und zu genießen!!!

Stattdessen zieht der Alltag an mir und den müden, verfrorenen Gliedern, zäh und penetrant.
(Nass-kaltes Regenwetter an Juni-Feiertagen gehört verboten!)

Auch an diesem Tag hat kein Ausflug ins Grüne stattgefunden. Er plätschert einfach so dahin.

Ein vergeudeter (Feier-) Tag?

Aber ist es deswegen ein vergeudeter Tag? Eine vertane Chance?

Er ist vielleicht doof, weil ich mich selbst einfach nicht fit und leistungsfähig fühle – müde, verfroren mit Watte ums Hirn.

Aber es ist dennoch ein wertvoller Tag.

Denn auch an diesem Feiertag, der eigentlich ein gewöhnlicher ist, habe ich durch weiches Fell streicheln dürfen und feuchte Nasen (na gut, nur eine) küssen können.

Ich hatte und habe meine Kinder um mich und habe die Große am Fuß gekitzelt, ich gab dem Mann ein Bussi und lauschte den Erzählungen vom Sohn.

Ich war und bin da.

Und solange wir sind, ist kein Tag verloren!

Ganz gleich welchen Namen der Feiertag nun trägt. 😉

Eure 

Alex

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