Sie gehört dazu. Stellte ich im Winter zwischen Schnee und Matsch, grauen Wolken und Nieselregen…
Hey, Sommer! Es tut mir leid. Vom Sommer, den wir fast vergessen hätten… #wib #müde #familienleben #alltag
Hey Sommer, es tut mir leid.
Du warst da, die ganze, lange Zeit.
Als meine liebste Jahreszeit hast Du in diesem Jahr alles gegeben!!!
Selbst jetzt gerade noch lässt Du ein warmes Lüftchen wehen und die Abendsonne schimmert golden.
Du hattest das Potential, ein richtig schöner, ein einzigartiger und traumhaft-toller Sommer für mich und uns als Familie zu werden.
Und für ein paar Wochen warst Du das auch.
Zu gerne erinnere ich mich an die gemeinsame Zeit zu Fünft auf Kreta, an salzige Haare und warme Haut, an glitzerndes, funkelndes Wasser und laue Sommerabende, an unbeschwerte Augenblicke.
Du hattest uns die Chance gegeben, jenes Feeling – diesen außergewöhnlich warmen Sommer – zu Hause einfach zu verlängern!
Du bist die ganze Zeit geblieben – hast Dich nicht aufgedrängt.
Aber Du warst da.
Warum habe ich nicht mehr “hingesehen”?
Nur habe ich nicht mehr hingesehen.
So viele Stunden hätten wir noch Sonne und Wärme, Grillabende und den Sprung ins kühle Nass fühlen können.
Aber irgendwie haben wir es nicht mehr getan. Wir haben es einfach nicht “geschafft“.

Und ich fühle mich nun, als hätte ich dich betrogen. Vielleicht nicht wirklich das, denn Du bleibst meine einzige wahre Liebe und liebste Jahreszeit.
Aber ich habe Dir den Rücken zugewandt und Dich nicht mehr wirklich wahrgenommen.
Du warst einfach da, spieltest aber in den letzten Wochen keine große Rolle mehr.
Und während ganz Instagram – und auch meine Kinder – jetzt schon träumen und schwärmen, von cozy Tagen bei Kerzenschein und Kürbissuppen-Duft, während gefühlt halb Deutschland es nicht abwarten kann, wieder bis tief in die Knochen zu frieren und die ersten Herbststürme zu beobachten (geht’s eigentlich noch? Was ist an nasser Kälte bitte schön!?), so habe ich jetzt ein furchtbar schlechtes Gewissen.
Denn Du wirst nicht für immer bleiben (wenn, dann hätten wir ein ernstes Problem).
Vielleicht bereitest Du leise und schleichend gerade schon Deinen Abschied bevor.
Beim Spazieren-gehen mit dem Hund flattern mir trotz aller Wärme erste Blätter entgegen.
Die Sonne ist noch da, aber sie schwächelt bereits. Das spüre ich.
Und meine Beine sind schon wieder blass. Ich habe ihnen keine Chance mehr gegeben noch ein bisschen länger zu bräunen.
Abends sitzen wir bereits beim Abendessen wieder in Dunkelheit. Alles wirkt auf einmal leiser und weniger grell, bunt und wild als es zu Beginn jenes langen – eigentlich so schönen – Sommers wirkte.
Und jetzt holt mich eine eigenartige Melancholie ein, weil ich nicht aufsaugte und Dir so wenig Beachtung schenkte, während der letzten Wochen.
Es war einfach nie Zeit
Selten fand ich Zeit zum Genießen oder gar Schwimmen – obwohl ich doch früher so gerne ins Freibad gegangen bin!!!
Da waren all’ die Dinge, die noch erledigt werden mussten.
Da war der Alltag, mit seinen Herausforderungen, die viele Care-Arbeit und die mentale Last als Mutter von drei Kindern – und sind sie schon so alt und groß – und der liebe fucking Haushalt.
Hinzu kamen die unzähligen Taxi- und Besorgungs-Fahrten und die Monate-währende Baustelle rund ums Haus, die zumindest dem Mann Zeit am Wochenende raubte.
Tage – die stets viel zu wenige Stunden hatten – gingen gefühlt ineinander über.
Ich fühlte mich erschöpft und der Akku war einfach zu leer für große sommerliche Aktivitäten.
Und hatte ich nicht so viel zu tun, dann war ich krank – ausgerechnet im Sommer!
Oder ich verlor mich in Gedanken und Sorgen um die eigene Zukunft, verzweifelt auf der Suche nach einem Weg und (beruflichen) Plan.
Warum aber denke auch ICH jetzt an den Herbst!?
Zu allem Überfluss ertappe auch ich mich jetzt dabei, wie ich googele – nach den ersten Stiefeln und kuscheligen Pullovern.
Als wolle ich dich bewusst abservieren und mit dem Herbst betrügen!
Dabei stehe ich doch gar nicht auf Kälte und diese ewig- lästigen klammen Hände, dieses stete Frösteln, das mich in der kalten Jahreszeit heimsucht.
Und erst die Hunde-Runden!
Sie waren doch so angenehm im Sommer!
Uns stand die Welt (und große, weite Wiese, Feldwege) offen – alles trocken und begehbar!
Ich hab doch eigentlich gar keinen Bock auf die Allwetterjacke und Matsche-Patsche!
Warum nur kann ich aber dennoch nicht mehr genießen?
Sind wir Menschen jetzt müde vom Sommer?
Und ich glaube das ist auch das Problem.
Wir Menschen sind jetzt müde und erschöpft.
Und vielleicht sehnen sich deshalb so viele nach dem Herbst, um endlich die Legitimation zum Durchatmen und Gar-nichts-tun zu haben.
Im Herbst gibt es weniger helle Stunden, die unbedingt bis auf die letzte Minute gefüllt werden müssen.
Wir brauchen uns nicht ständig darum bemühen, dass der Garten hübsch und nett ausschaut und Terrassen-Möbel gepflegt sind.
Die gesellschaftlichen Erwartungen, das Bestmögliche aus einem Sommer herauszuholen, schwinden.
Und irgendwie macht ein langer Sommer auch müde.
Zu lange war da der Druck, Erinnerungen schaffen und glückliche Momente verbringen zu müssen.
Das Nervensystem ist durch, ich habe den ganzen Sommer über funktioniert – und dennoch das Gefühl, NICHT GENUG erlebt zu haben.
Und irgendwie ist da jetzt die Sehnsucht nach Ruhe (die aber niemals einkehren wird 😉 ) und leise Tage – nach Erholung ohne schlechtes Gewissen.
Ja, ich sehne mich nach Entschleunigung – und die verträgt sich nicht mit langen Sommertagen.
So sehr ich den Sommer nun einmal liebe.
(Sofern es mir aber nicht gelingen mag, Haushaltsaufgaben auch mal an die Kinder zu verteilen, kann ich lange auf Zeit und Langeweile hoffen!)
Dieser Sommer war – zumindest nach unserem Urlaub in Griechenland – leiser, als er hätte sein sollen.
Wir unternahmen weniger und kosteten nicht “genug” aus. Kinder wollten nicht mehr zum See oder ins Freibad fahren.
Das tut mir leid.
Aber genau solche Monate gehören zum Leben und zum Lauf der Zeit nun einmal dazu.
Vieles hielt uns im August zu beschäftigt, um die Dinge zu tun, die sich nun einmal für einen richtig, tollen Sommer gehören.
Auch dann, wenn es sogar der letzte Sommer mit drei Schulkindern ist.
Hey, Sommer, vielleicht mag es uns auf Deine letzten Tage noch einmal gelingen, zu spüren, fühlen und zu genießen.
Ohne Druck, ohne Zwang und Sommer-Fomo – mit erblasster Haut aber einem gelassenen Lächeln im Gesicht.
Das wäre schön.
Hier die Bilder vom Wochenende!









Kommt gut in die neue Woche!
(…und wie immer: mehr #wibs gib’s bei grossekoepfe!)
Eure
Der Text gefällt? Dann Daumen hoch für die Alex!







Comments (0)